Privat Geld leihen

Hallo Experten,

ich hoffe, ich bin hier richtig und formuliere mal allgemein.

Jemand möchte ein Haus kaufen/bauen. Sein Eigenkapital reicht noch nicht aus, um sich für akzeptable Zins und Tilgung Geld zu leihen.

Er hat hat einen Onkel, der ihm zu günstigen Konditionen sagen wir mal 30.000 Euro leihen kann und möchte.

Was ist zu beachten?
Muss oder sollte man einen Vertrag machen?
Muessen Zinsen berechnet werden und wenn ja, können die bei (was weiss ich) 0,2% liegen?
Muss ein monatlicher Betrag festgelegt werden, der zurückbezahlt wird, oder kann man Sonderzahlungen leisten oder mal 3 Monate aussetzen?
Muss man (gesetzlich verlangt) Notar oder Anwalt oder Bank einschalten, oder kann man alles privat regeln? Wenn Nein, hiesse das dann: Onkel überweist einfach Geld auf Konto des Neffen?
An was muss man sonst noch denken?

Danke im voraus.
Holger

Hallo,

einen privaten Darlehensvertrag würde ich schriftlich auf jeden Fall schließen. Der Inhalt, also Rückzahlungsmodalitäten, Verzinsen, Termine sind von den Parteien frei zu bestimmen. Alles sollte klar und deutlich formuliert sein, sodass es bei einer späteren eventuellen unschönen Zahlungsbeitreibung keine Unklarheiten gibt, die Dir im Wege stehen könnten. ZIns muss übrigens nicht vereinbart werden.

Gruß
Dora

Hallo,

ganz heisse kiste !
ich dir leihen geld - bu nicht bringenzurück - ich sauer - besser du sauer !!
also, du mußt die 30.000 zurückzahlen. könnte schon über deine belastungsgrenze gehen.
will der onkel keine zinsen ? bei den jetzigen niedrigzinsen ist die ersparnis denkbar gering.
welche sicherheiten will denn der onkel ?
also - wenn dir deine bank das geld nicht gibt - vergiss es.
t.

PS: ich mein haus mit 125% und in den ersten drei jahren keine tilgung finanziert. das geht wenn man gut verdient und einen guten jobhat und macht. aber heute kannste nach 3 jahren mal zufällig viel zeit haben und das vielleicht für 6 bis 12 monate. da kommt dann freude auf.
tut man dich dann in die richtige basil gruppe rei siehste ganz alt aus.
aus meinem blickwinkel - sparen sparen sparen - auf ne dicke marie zur anzahlung.

einen privaten Darlehensvertrag würde ich schriftlich auf
jeden Fall schließen. Der Inhalt, also
Rückzahlungsmodalitäten, Verzinsen, Termine sind von den
Parteien frei zu bestimmen. Alles sollte klar und deutlich
formuliert sein, sodass es bei einer späteren eventuellen
unschönen Zahlungsbeitreibung keine Unklarheiten gibt, die Dir
im Wege stehen könnten. ZIns muss übrigens nicht vereinbart
werden.

Gruß
Dora

Sicher???
Moin,

einen privaten Darlehensvertrag würde ich schriftlich auf
jeden Fall schließen. Der Inhalt, also
Rückzahlungsmodalitäten, Verzinsen, Termine sind von den
Parteien frei zu bestimmen. Alles sollte klar und deutlich
formuliert sein, sodass es bei einer späteren eventuellen
unschönen Zahlungsbeitreibung keine Unklarheiten gibt, die Dir
im Wege stehen könnten.

ZIns muss übrigens nicht vereinbart
werden.

Zins muß natürlich nicht vereinbart werden, aber ich gebe folgende Denkanstöße:
a) Wenn kein Zins oder zu geringer Zins vereinbart wird, könnte das Finanzamt vielleicht eine Schenkung annehmen? Auch unter dem Aspekt, daß dem Onkel Erträge durch den Lappen gehen und beim Neffen „anfallen“?
b) Der Onkel muß die erhaltenen Zinsen versteuern, der Neffe kann sie aber (bei Eigennutzung) nicht absetzen.

Gruß vom Wolf

Schenkung? Das ist doch keine Schenkung, wenn ich vertraglich vereinbare, dass das Geld zu einem bestimmten Termin zurückzufließen hat oder gar Ratenzahlung vereinbare - vielleicht ein geldwerter Vorteil - aber der ist in diesem Fall doch gar nicht zu versteuern…

Grüße
Dora

Hallo Wolf,

wo steht dass ich für das Verleihen von Geld Zinsen verlangen muss? Am besten noch mindestens 5,5% da es sonst das FA als geldwerten Vorteil sieht, oder wie?

Natürlich darf ich Geld verleihen ohne Zinsen zu verlangen und solange eine Rückzahlung vereinbart wird handelt es sich in keinem Falle um eine Schenkung.

Gruß Ivo

Da doch gleich noch eine oder zwei Fragen zu
Hallo

Sparen sparen sparen kann evtl. heissen, dass das Bauen/Kaufen um einiges teurer wird, da Geld leihen in 4 Jahren wieder mehr kostet. Also Effekt nahezu Null. Schon lange lange nicht mehr war Bauen und Geld leihen so günstig wie derzeit.

Und glaub es oder nicht, es gibt auch Verwandte, die soviel Geld übrig haben. Und die auf eine Rückzahlung verzichten könnten und auch würden, weil sie den Neffen gerne beim Eigenheim unterstützen möchten. Will der Neffe aber nicht.

Also lieber eine Rückzahlung über 15 Jahre vereinbaren. (Sicherheiten will der Onkel übrigens auch nicht)

Jetzt die Fragen:
1.) Was bedeutet Schenkung?
2.) Wieviel Steuern muss man hierauf zahlen?
3.) Sagen wir mal, der Onkel verzichtet nach 8 Jahren auf die Rückzahlung der Restsumme (immerhin dann noch 14000 Euro). Wie wird das dann vom Fiskus behandelt?
4.) Sollte der Neffe doch - wider Erwarten - arbeitslos werden, sollte für diesen Fall im Darlehensvertrag eine Stundungsregelung vereinbart werden?

Nochmals vielen Dank!

Hallo

Sparen sparen sparen kann evtl. heissen, dass das Bauen/Kaufen
um einiges teurer wird, da Geld leihen in 4 Jahren wieder mehr
kostet. Also Effekt nahezu Null. Schon lange lange nicht mehr
war Bauen und Geld leihen so günstig wie derzeit.

Und glaub es oder nicht, es gibt auch Verwandte, die soviel
Geld übrig haben. Und die auf eine Rückzahlung verzichten
könnten und auch würden, weil sie den Neffen gerne beim
Eigenheim unterstützen möchten. Will der Neffe aber nicht.

Also lieber eine Rückzahlung über 15 Jahre vereinbaren.
(Sicherheiten will der Onkel übrigens auch nicht)

Jetzt die Fragen:
1.) Was bedeutet Schenkung?

cash innä täsch - wo ist da das problem ?

2.) Wieviel Steuern muss man hierauf zahlen?

was eichel nicht weis macht ihn nicht heiß,
aber ob er wohl an sonklöterkram interesse hat ?

3.) Sagen wir mal, der Onkel verzichtet nach 8 Jahren auf die
Rückzahlung der Restsumme (immerhin dann noch 14000 Euro). Wie
wird das dann vom Fiskus behandelt?

s.o. gar nicht.

4.) Sollte der Neffe doch - wider Erwarten - arbeitslos
werden, sollte für diesen Fall im Darlehensvertrag eine
Stundungsregelung vereinbart werden?

is das nun ein netter onkel oder nur so ein …
t.

Nochmals vielen Dank!

Hallo,

Jetzt die Fragen:
1.) Was bedeutet Schenkung?

was es umgangssprachlich auch heisst Schenker A gibt Beschenkten B etwas werthaltiges. Der Schenkungsfreibetrag (= Google- Suchwort) ist abhängig vom Verwandschaftsgrad. In deinem Fall könnte man überlegen, ob dein Onkel nicht dem Vater was schenkt, welcher dann seinem Sohn was schenkt… so rein theoretisch und mit gebührlichen Zeitlichen Abstand und vielleicht erst der Vater dem Sohne oder so…

3.) Sagen wir mal, der Onkel verzichtet nach 8 Jahren auf die
Rückzahlung der Restsumme (immerhin dann noch 14000 Euro). Wie
wird das dann vom Fiskus behandelt?

wie eine Schenkung.

4.) Sollte der Neffe doch - wider Erwarten - arbeitslos
werden, sollte für diesen Fall im Darlehensvertrag eine
Stundungsregelung vereinbart werden?

Ja klar, genauso wie ev. Rechte des Onkels bei der Ehescheidung/Tod des Neffen. Wenn das sauber formuliert ist, kann der Neffe das Haus auch behalten.

Kurz und Gut:
redet im Familienkreis Klartext und geht zum RA. Bei siebenstelligen Summen sollte man schon mal vierstellige Summen investieren.

CIao maxet.

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Nicht Schenkung von Kapital…
Moin,

Schenkung? Das ist doch keine Schenkung, wenn ich vertraglich
vereinbare, dass das Geld zu einem bestimmten Termin
zurückzufließen hat oder gar Ratenzahlung vereinbare -
vielleicht ein geldwerter Vorteil - aber der ist in diesem
Fall doch gar nicht zu versteuern…

ich habe nicht von der Schenkung der Darlehenssumme gesprochen, sondern von „Schenkung“ der Erträge.

Zur Erläuterung meines Gedankengangs folgende Überlegung: Onkel besitzt 5 Mio EUR, aus denen er 300.000 EUR Erträge versteuern müsste. Jetzt gibt er darlehensweise Holger und seinen anderen 19 Nichten und Neffen jeweils 250.000 EUR, damit diese endlich jeder ein Häuschen bauen können. Weil er den Holger so nett findet, verlangt er keine Zinsen.

Aus Hans Eichels Sicht betrachtet stellt sich die Steuerseite folgendermaßen dar:
Ohne Darlehen muß der Onkel auf EUR 300.000 Steuern zahlen.
Nach Darlehensgewährung zahlt Onkel auf EUR 0 Steuern.

Bei der jetzigen Haushaltslage würde mir das als Bundesfinanzminister schön stinken…

Wie gesagt: Ist nur so, wie ich mir das vorstellen könnte. Im Brett „Steuern“ ist bestimmt mehr darüber zu erfahren.

Gruß vom Wolf

an Alle…

Gruß
Holger

s. meine Antwort an Dora (o.T.)
.

Hi,

Aus Hans Eichels Sicht betrachtet stellt sich die Steuerseite
folgendermaßen dar:
Ohne Darlehen muß der Onkel auf EUR 300.000 Steuern zahlen.
Nach Darlehensgewährung zahlt Onkel auf EUR 0 Steuern.

ich kann mir nicht vorstellen, daß das funktioniert. Die Erträge sind bei Zufluß zu versteuern, daran ändert eine spätere Schenkung nichts.

Gruß,
Christian

Hallo Wolf,

was hat die Steuerlast deines Milionärs mit dem Verleih von Geld an seine Nichten zu tun?
Die Vergabe des Kredits auch mit 0,00% Zinsen ändert an der Steuerlast gar nichts.

Gruß Ivo

Zur Klarstellung + Vorschlag
Offensichtlich habe ich nicht deutlich gemacht, ich 2 Alternativen gegenübergestellt habe.

Zur Erläuterung meines Gedankengangs folgende Überlegung:
Onkel besitzt 5 Mio EUR, aus denen er 300.000 EUR Erträge
versteuern müsste. Jetzt gibt er darlehensweise Holger und
seinen anderen 19 Nichten und Neffen jeweils 250.000 EUR,
damit diese endlich jeder ein Häuschen bauen können. Weil er
den Holger so nett findet, verlangt er keine Zinsen.

Der Onkel hätte folgende Möglichkeiten, seine 5 mio anzulegen:
Entweder legt er seine 5 mio zinsbringend an und kassiert 300.000 EUR Zinsen. Diese muß er versteuern.
Oder er vergibt Darlehen an Nichten und Neffen und kassiert dafür keine Erträge; dann müsste er (theoretisch) auch nichts versteuern. Seine Zinsen (die aus der ersten Möglichkeit) fielen nicht mehr bei ihm an, sondern (indirekt) bei den Neffen und Nichten. Nur diese Zinsen könnte ich mir vielleicht als Schenkung vorstellen.

Ich hoffe, jetzt wird klar, warum ich mir vorstellen könnte, daß Finanzbeamte mit einem zinslosen Darlehen nicht einverstanden sein könnten.

Aber um den Thread nicht ausufern zu lassen:
Die Ursprungsfrage war, ob das Darlehen mit geringerem als dem Marktzins oder gar 0% Zins geht; unbestritten wäre dies rein technisch möglich.
Desweiteren war danach gefragt, ob und an was man sonst noch denken muß. Dabei war meine Überlegung, ob auf der steuerlichen Seite Probleme auftauchen könnten? Und die für diesen Fall gültige Lösung kriegt man nur raus, indem man zum Steuerberater geht, beim Finanzamt anfragt oder einfach macht und abwartet, ob überhaupt was passiert.

Ich halte - zumindest für mich - die Ursprungsfrage für ausreichend erörtert. Weitere Diskussion bitte per mail.

Gruß vom Wolf

Lieber Wolf,

wir haben es verstanden. Es ändert aber nichts an der Sachlage.

Gruß Ivo

hallo wolf,

das ändert imho nichts an den zu versteuernden 300T€.
er muß aber seine millionen ja nicht zinsbringend anlegen. sein vermögensverwalter ist dazu da, ihn entsprechend zu beraten.
man kann sein geld gut anlegen und vermehren, ohne zinsen zu kassieren.

strubbel
€:open_mouth:)