Schönen Tach,
seit einigen Wochen wundere ich mich immer mehr über den Titel „Privatdozent“ („PD“). Folgendes:
ich studiere Medizin und bisher beobachtete ich es so, dass ich verschiedene Institute den ein oder anderen Prof. an die Front schickten und auch den ein oder anderen PD. Und bisher dachte ich immer, dass eine Habitilation Voraussetzung für den Titel „PD“ ist.
Nun haben wir zur Zeit ein Seminar eines Instutits, das auch nicht wesentlich größer ist, als die anderen, aber: jeder Dozent schmückt sich mit „PD“. Sind die einfach schlauer und strebsamer als der Rest oder gibt es keine klare Regelung für den Erhalt des Titels? Bsp: drei Jahre Studenten-Seminar betreut - und - schwupps - PD?
Schönen Tach,
Tach auch
Meines Wissens ist der Begriff „Privatdozent“ nicht geschützt.
Das bedeutet, dass jeder, wirklich jeder, sich so nennen kann.
Klingt gut, sagt aber nichts aus.
Ich bin dann PD, wenns auf meiner Visitenkarte steht 
Gruß
Ratz
Nicht ganz
Tach zurück,
Meines Wissens ist der Begriff „Privatdozent“ nicht geschützt.
Das bedeutet, dass jeder, wirklich jeder, sich so nennen kann.
Klingt gut, sagt aber nichts aus.
Ich bin dann PD, wenns auf meiner Visitenkarte steht 
Solltest Du offensichtlich lieber nicht versuchen…
Guckst Du: http://de.wikipedia.org/wiki/Privatdozent
Grüße
Jürgen
Dank schon mal Euch zwei für die Antworten.
Hab ja auch schon bei Wiki geguckt, ABER:
da steht ja nicht eindeutig, dass nur eine
Habitilation Bedingung ist. Könnte nun der
Institut-Prof einfach mit PD-Titeln um sich
schmeißen?
Hast recht - Verwechslung Sorry owt
.
Habilitationen sind in Deutschland Länder- und danach Universitätssache
Daraus ergeben sich Unterschiede zwischen München und Rostock.
Im Allgemeinen ist dieser Begriff geschützt und an eine Habilitation (Lehrerlaubnis) der Universität geknüpft.
Dafür gibt es an jeder Universität Habilitationsrichtlinien, die man im Internet nachlesen kann (unter Dekanat üblicherweise, da der Dekan verantwortlich für die Ernennenung zum PD ist).
Die Bedingungen sind meist eine gewisse Zahl Impactfactor gewichteter Publikationen mit Erstautorenschaften, Koautorenschaften und auch Seniorautorenschaften. Diese sind meist Medline-gelistet (müssen aber nicht immer sein) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?holdin…
Dann natürlich einen Haufen Fachvorträge und Poster international.
Habilitieren kann man unter einem ordentlichen Professor, der dann eine Habilitationskommission einsetzt und die Habilitationsschrift (ungefähr mindestens das 6fache einer Doktorarbeit [Umfang und Leistung]) prüft.
Hat man ein fleißiges Institut/Abteilung/Fachbereich, die hervorragend viel forschen und publizieren und auf Kongresse vortragen, ist diese Leistung innerhalb der Facharztfortbildung zu schaffen, so dass manche Kliniken unter den Fachärzten oder Oberärzten fast nur PDs haben.
Danach kommt dann eine weitere Zeit, in der derjenige Publiziert und Seniorautrenschaften sammelt (als Priv.-Doz. ist man nun unabhängig in seiner Forschung und Lehre) und kann sich Themen zum Forschen und Doktoranden selber aussuchen und kann dann zum außerordentlichen/außerplanmäßigen Professor (apl) ernannt werden. Dieser unterscheidet sich von den anderen, dass er nicht Univ.-Prof. genannt wird.
Alles in allem ein wenig kompliziert, aber eine hohe Anzahl von PDs ist eigentlich immer ein Anzeichen für eine hohe Forschungsleistung/aktivität.
Es lohnt sich die Habilitationsordnung mal der eigenen Universität zu studieren. Anbei mal was vergleichbares:
http://www.uni-greifswald.de/~ordnung/habilordnung.html
Viel Spass,
Helmut
Allgemein gilt der PD im Ausland als Associate Professor, was auch schon mal ein bischen was Wert ist.
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