Guten Tag,
bin selbstständig und habe meine BU bei einer großen privaten Versicherung beantragt. Nun wollen die noch wissen, was ich vor Vertragsabschluss (vor meiner Selbstständigkeit) gearbeitet habe und soll dieses prozentual (stündlich pro Tag) aufgliedern.
Körperlich(wieviel Std. pro tag, Fahren wieviel Std., etc.) Warum interessiert die Versicherung sich für frühere Arbeitsstellen? Danke
moin,
weil die früheren tätigkeiten (und arbeitsstellen) möglicherweise einen nicht unerheblichen einfluß auf deinen gesundheitszustand gehabt haben oder noch haben könnten, und dieser einfluß dann ggfs. auf deinen späteren gesundheitszustand dahingehend wirken könnte, daß die eintrittswahrscheinlichkeit einer bu steigt. die versicherung will halt soweit wie möglich ausschließen bzw. eingrenezn, daß der versicherungs- und leistungsfall eintritt. sonst verdien´ die ja nix. that´s all.
gruß, boris
Frage: Bist du dir sicher, dass du als selbständiger eine bu abschließen kannst, die dann im ernstfall auch zahlt?
holzmichl
Hallo, man kann und muss sich als Selbstständiger gegen eine BU versichern. Meist in Verbindung mit einer Lebensversicherung.
Hallo Boris,
danke für Deine schnelle Antwort. Ich denke auch, so wie Du sagst, will die Versicherung prüfen, ob man die Schäden schon vor Vertragsabschluss hatte. Ob die frühere Arbeit darauf Einfluss hatte, oder?
Gruss Piet
Hallo Pietly,
hier geht es wohl um Angaben in einer Tätigkeitsbeschreibung. Die Versicherung hat offensichtlich Probleme damit, dich in eine Berufsgruppe (Gefahrenklasse) zu schlüsseln, daher braucht sie noch nähere Angaben. Das Procedere ist nicht ungewöhnlich!
Ich glaube nicht, dass die Versicherung aus deiner bisherigen Tätigkeit auf ggf. vorhandene Erkrankungen schliessen will. Dafür gibt es die Gesundheitsfragen.
Gruß
tycoon
Hallo!
Ganz wichtig bei der BUV ist ganz einfach immer, was in den Vertragsbedingungen steht. Da gibt es z.B. immer mal wieder die Klausel die besagt, dass bei einem Berufswechsel, wenn dieser nur 24 Monate zurückliegt, der alte Beruf noch als Verweisungsberuf herangezogen werden kann.
Bedeutet: Die Versicherung will sich dagegen schützen, dass z.B. einer feststellt, in einer bestimmten Tätigkeit könnte er nicht mehr arbeiten, da wäre er berufsunfähig, also nimmt er jetzt diese spezielle Tätigkeit auf und beantragt dann BU-Rente.
Also vielleicht einfach mal überprüfen ob Du ggf. eine entsprechende Klausel in den Vertragsbedingungen finden kannst.
Dann kann ich eigentlich immer nur empfehlen, die von der Versicherung erhaltenen Formulare nicht ohne professionelle Hilfe auszufüllen. Bei der BU-Rente geht es um extrem viel Geld – hier ist meiner Erfahrung nach mit keinerlei Kulanz von der Versicherungsseite her zu rechnen. Da wird knallhart abgelehnt, wenn es nur irgendwie geht. Also entweder gleich einen Fachanwalt (aber wirklich nur einen, der sich auf BU spezialisiert hat) hinzuziehen oder man kann z.B. auch bei der PV-Anspruchshilfe Mitglied werden, dann helfen die einen auch entsprechend weiter.
Kennst Du auch die Seite wegweiser-berufsunfaehigkeitsversicherung? Dort ist z.B. genau beschrieben, wie Versicherungen prüfen, ob jemand bu ist oder nicht. Das ist wahnsinnig informativ und hilfreich. Wäre jetzt einfach zu viel Text, das hier ausführlich noch zu erklären. Aber da findest Du z.B. auch, warum die das stundenweise abfragen.
Gruß
Müllermeier
Hallo liebe Userin, eine Gesellschaft, die solche Fragen stellt sollte man eigentlich meiden. Sollte es allerdings so sein, dass sie im hohen Umfang eine Absicherung benötigen ca. 50000 € jährliche BU Rente kann die Frage berechtigt sein. Ansonsten nicht.
Noch ein Tipp vom Fachmann.
Schließen sie nur bei einer Gesllschft ab die auch eine Indivdualvereinbarung akzeptiert. D. H. alle strittigen Fragen im Schaden fall(können ca. 180 sein) sind schon vom Vorstand bejaht und abgesegnet.
Gruß Nightdancers
Vielen Dank, das war sehr hilfreich.
Wird wahrscheinlich eine lange Prozedur. Wahrscheinlich, dann auch über den Anwalt. Danke Piet