Private Hochschulen - Nur heiße Luft?

Hallo zusammen,

der Stifterverband der deutschen Wissenschaft hat 16 private
Hochschulen unter die Lupe genommen und ist zu dem Urteil
gelangt, daß diese staatliche Hochschulen nicht übertreffen.
So machen die meisten Privatunis nur unzureichend von ihren
Möglichkeiten gebrauch, die besten Studenten auszuwählen. In
der Regel werden sowieso nur Heiße-Luft-Fächer wie BWL (sorry,
MBA) angeboten, was den Unis die Abzocke ihrer Studenten
erleichtert, da keine teuren Investitionen für Labors fällig
werden die vermeintlichen Elitestudenten aber gewaltig zur
Kasse gebeten werden.
Manche Aussagen der Rektoren privater Hochschulen waren
geradezu grotesk lächerlich. So gab der Rektor der
Handelshochschule Leipzig an, seine 10 Profs würden 54
Forschungsschwerpunkte bearbeiten. Bei Nachfrage ergab sich,
daß diese Zahl aus „Marketinggesichtspunkten entstanden“ ist
und jede Abschlußarbeit darin einging.
Ein anderer Prof. pries seine Hochschule mit der Tatsache an,
daß jeder eingeschriebene Student eine private e-mail-Adresse
erhalte.
Da fehlen einem eigentlich die Worte.
Was ist Eure Meinung?

Gruß
Tom

Hi!

Meine Meinung dazu ist, daß man hier keinesfalls eine Pauschalaussage treffen kann.

Wäre an den staaltlichen Hochschulen alles klar, gäbe es keine privaten Hochschulen.
Ich kenne aus eigener Erfahrung drei staatliche Hochschuleinrichtungen in Deutschland. Allein hier ergab sich schon ein höchst differenziertes Bild.

Private Hochschulen wie HH oder HB erfreuen sich einer sehr hohen Zufriedenheit bei ihren Studenten, wie ich vor einigen Monaten im „Stern“ beim Hochschulvergleich las. Bei vielen (aber nicht allen) szaatlichen Einrichtungen sieht das anders aus.

Zu den „Heiße-Luft-Fächern“: dies ist eine höchst polarisierende Aussage, welche in keinster Weise die Notwendigkeiten der modernen Gesellschaft abbildet.
In Sachen Naturwissenschaften wurde Deutschland aufgrund jahrelangen Mißmanagements und Einsparungen seitens verschiedener deutscher Regierungen an das Ende der Skala katapultiert. Wer erfolgreich natur- oder ingenieurwissenschaften studieren möchte und ein sog. „High-Potential“ ist, geht besser ans MIT.

Deutschland entwickelt sich offensichtlich immer mehr in Richtung Verwaltung (wenn auch fraglich ist, was man hier noch verwalten soll wenn sonst nichts mehr getan wird) und dem tragen die privaten Unis Rechnung, indem sie Leute ausbilden, die nach dem Studium auch sofort einen Job finden.

Ich persönlich habe BWL an einer staatlichen Hochschule studiert und sehe das als gutes Sprungbrett an. Man kann sehr schnell sehr viel erreichen und wenn man nicht gerade als Controller arbeitet macht die Sache üblicherweise auch Freude.
Daher muß ioch mich dagegen wehren, als BWLer hier diffamiert zu werden, denn das ist immer noch besser als taxifahrender Physiker zu sein.
Des weiteren sollten sich die Kritiker einmal die Einstiegsgehälter und -Positionen von Absolventen der privaten Hochschule St. Gallen ansehen…

Für alle akademischen Berufsrichtungen gilt momentan in Deutschand, daß sie entweder für den Arbeitnehmer höchst unbefriedigend ausfallen, da sie von Abbau bedroht und aufgrund ihres oft sehr hohgen Spezialisierungsgrades (Verfahrenstechnik-Ing. für Papier, Ing. f. physikalische Technik, Jurist, Arzt) Schwierigkeiten für den AN bergen, bei Jobverlust sofort eine neue Stellung zu finden, oder von Steuern und Abgaben aufgrund des höheren Bruttogehaltes und der Steuerprogression derart belastet werden, daß es sich mittlerweile lohnt, über einen Job auch in Südeuropa nachzudenken.

Die Misere liegt m.E. also weniger an den privaten Hochschulen, sondern im System Deutschland begründet, welches seine Dichter und Denker nicht mehr füttern will.

Grüße,

Mathias

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Hi!

Meine Meinung dazu ist, daß man hier keinesfalls eine
Pauschalaussage treffen kann.

Wäre an den staaltlichen Hochschulen alles klar, gäbe es keine
privaten Hochschulen.
Ich kenne aus eigener Erfahrung drei staatliche
Hochschuleinrichtungen in Deutschland. Allein hier ergab sich
schon ein höchst differenziertes Bild.

Natürlich kann in Einzelfällen der Vergleich zwischen privater und staatlicher Uni stark divergieren. Im Mittel ergibt sich aber wohl das Bild, daß private Unis nicht grundsätzlich besser sind. Das ist einfach eine statistische Aussage.

Private Hochschulen wie HH oder HB erfreuen sich einer sehr
hohen Zufriedenheit bei ihren Studenten, wie ich vor einigen
Monaten im „Stern“ beim Hochschulvergleich las. Bei vielen
(aber nicht allen) szaatlichen Einrichtungen sieht das anders
aus.

Gerade die „Zufriedenheit“ der Studenten ist ein höchst subjektives Maß. Müsste ich tausende Euro Studiengebühren begleichen und wäre ständig der internen „Propaganda“ ausgesetzt (nach dem Motto: „Du studierst an einer privaten Elitehochschule“, „Du gehörst zu Deutschlands Besten, sonst hättest Du bei uns gar nicht anfangen dürfen“, „Sei froh, daß Du nicht an einer der staatl. Dinosaurier-Unis studieren musst“…)
wäre ich wahrscheinlich auch eher zufrieden.
Und unbestritten ist ja außerdem, daß die Rahmenbedingungen an Privatunis eher besser sind. Dies läßt aber keinen Rückschluß auf die Qualität zu.

Zu den „Heiße-Luft-Fächern“: dies ist eine höchst
polarisierende Aussage, welche in keinster Weise die
Notwendigkeiten der modernen Gesellschaft abbildet.

Ich meinte damit grundsätzlich Fächer die mit einem Hörsaal und einem Rechenzentrum auskommen. In denen keine sauteuren Labors nötig sind. Im Übrigen laufen meines Erachtens in Deutschland eindeutig zuviele „Manager“ durch die Gegend.
Wenn ich schon sehe für welche Jobs heute diplomierte Betriebswirte eingestellt werden, die wurden früher von „normalen“ kaufmännischen Angestellten durchgeführt. Umfragen nach tendieren viele Studenten zu Fächern denen eben nicht der knallharte oder auch spröde Ruf anhaftet wie Physik, Mathematik oder Ingenieurswissenschaften. Heute ist Internationale Betriebswirtschaft oder Medieninformatik angesagt.

In Sachen Naturwissenschaften wurde Deutschland aufgrund
jahrelangen Mißmanagements und Einsparungen seitens
verschiedener deutscher Regierungen an das Ende der Skala
katapultiert. Wer erfolgreich natur- oder
ingenieurwissenschaften studieren möchte und ein sog.
„High-Potential“ ist, geht besser ans MIT.

Andersrum wird ein Schu draus: Wer in Deutschland erfolgreich Ingenieurswissenschaft studiert hat, geht anschließend in die USA um auch adäquat entlohnt zu werden.

Deutschland entwickelt sich offensichtlich immer mehr in
Richtung Verwaltung (wenn auch fraglich ist, was man hier noch
verwalten soll wenn sonst nichts mehr getan wird) und dem
tragen die privaten Unis Rechnung, indem sie Leute ausbilden,
die nach dem Studium auch sofort einen Job finden.

Die Privatunis verkaufen den Studenten einfach das Gefühl wichtig zu sein! Zur „Elite“ zu gehören. Keine Nummer zu sein so wie an großen staatlichen Unis. Und viele Schampusschlürfende 5er Fahrer die unbedingt ein Diplom wollen um später „Mister Wichtig“ im feinen Zwirn zu sein, bezahlen für diesen Fake!

Daher muß ioch mich dagegen wehren, als BWLer hier diffamiert
zu werden, denn das ist immer noch besser als taxifahrender
Physiker zu sein.

Hey, ich diffamiere hier lediglich diejenigen Deines Standes die so treffend in „Nieten in Nadelstreifen“ charakterisiert wurden. Ich denke Du weißt was ich meine.

Die Misere liegt m.E. also weniger an den privaten
Hochschulen, sondern im System Deutschland begründet, welches
seine Dichter und Denker nicht mehr füttern will.

Die Misere liegt m.E. am mangelden Biss des Nachwuchses sich durch ein schweres Studium zu büffeln. Lieber studiert man ein Fach in dem im wesentlichen pures Auswendiglernen reicht.

Gruß
Tom

Hi Tom,

also jetzt langt’s. Daß es einige Auswüchse gibt, die tatsächlich ihr Studium nur so nebenbei betreiben, um damit anzugeben oder weil man es heute einfach braucht, will ich nicht bestreiten. Aber mir von Dir sagen lassen zu müssen, daß ich keine Lust auf Lernen habe und mir deshalb ein Schmalspurstudium antu, nehme ich als persönliche Beleidigung.

Ich habe mich ganz bewußt für BWL entschieden und hatte einfach keinerlei Interesse an Naturwissenschaften oder Geisteswissenschaften. Das kann ja hoffentlich jeder halten, wie er will.

Vielleicht solltest Du nicht vergessen, daß die Nieten in Nadelstreifen letztlich doch das Geld verdienen, das Du dann konsumierst.

Außerdem solltest Du Dir Gedanken machen, daß BWLer nie derartige Äußerungen über Geistes- oder Naturwissenschaftler fallen lassen. Wir lernen in unserem Studium nämlich auch, mit Menschen umzugehen.

Gerade die „Zufriedenheit“ der Studenten ist ein höchst
subjektives Maß. Müsste ich tausende Euro Studiengebühren
begleichen und wäre ständig der internen „Propaganda“
ausgesetzt (nach dem Motto: „Du studierst an einer privaten
Elitehochschule“, „Du gehörst zu Deutschlands Besten, sonst
hättest Du bei uns gar nicht anfangen dürfen“, „Sei froh, daß
Du nicht an einer der staatl. Dinosaurier-Unis studieren
musst“…)
wäre ich wahrscheinlich auch eher zufrieden.

Aber ist es nicht die Hauptsache, daß man zufrieden mit seiner Entscheidung ist? Wie sonst willst Du etwas bewerten? Nach dem Motto „es kotzt Dich zwar an und Du siehst keinen Sinn darin, aber es ist gut für Dich“

Und unbestritten ist ja außerdem, daß die Rahmenbedingungen an
Privatunis eher besser sind. Dies läßt aber keinen Rückschluß
auf die Qualität zu.

Gerade in den Rahmenbedingungen liegt die Qualität! Unterrichtet wird letztlich überall dasselbe. Nur muß ich an meiner staatlichen Uni riskieren, daß mein Prof mich 1/2 Jahr arbeiten läßt, nur um mir zu sagen, daß alles anders gemacht werden muß. Ich muß mich jahrelang mit wissenschaftlichen Seminar- und Diplomarbeiten rumschlagen, die mein Wissen überhaupt nicht weiterbringen. Und wenn ich in Italien studiere, kann ich gleich nochmal kotzen, weil mir davon genau 0,0 angerechnet wird. Und auf den Termin beim Assistenten muß ich sogar hier in Bayreuth 7 Wochen warten, wenns dumm läuft! Außerdem ist es wohl unbestritten, daß in Kleingeuppen einfach besser gelernt wird. Man kann nicht einfach die Vorlesung knicken oder Zeitung lesen oder so.

Im Übrigen laufen meines Erachtens in
Deutschland eindeutig zuviele „Manager“ durch die Gegend.

Na, wie gut, daß DU das beurteilen kannst.

Wenn ich schon sehe für welche Jobs heute diplomierte

Betriebswirte eingestellt werden, die wurden früher von
„normalen“ kaufmännischen Angestellten durchgeführt.

Anscheinend ja nicht gut genug, sonst würden sich die Leute nicht für uns entscheiden. Sicher wären die meisten Firmen froh, von Azubis die gleiche Leistung zu erhalten. Dann würden sie sich einen Haufen Geld sparen.

viele Schampusschlürfende 5er Fahrer die unbedingt ein Diplom wollen
um später „Mister Wichtig“ im feinen Zwirn zu sein, bezahlen
für diesen Fake!

Kannst Du Dir auch vorstellen, daß es Menschen gibt, die GERNE ihren Job machen und gar nicht erwarten können, endlich ins Arbeitsleben zu tauchen? Völlig unabhängig vom Gehalt, das ja (vergiß das bitte nie!) auch die Entbehrung der Studienzeit, das Risiko in BWL-Jobs und die idR höhere Arbeitsleistung / Streß widerspiegelt? Außerdem: Wenn ich nen 5er fahre, bin ich doch noch lange nicht Mr Wichtig. Man sieht, Du kennst Dich nicht mal in dem Bereich aus.

Die Misere liegt m.E. am mangelden Biss des Nachwuchses sich
durch ein schweres Studium zu büffeln. Lieber studiert man ein
Fach in dem im wesentlichen pures Auswendiglernen reicht.

Wie gesagt, Frechheit. Leute, die noch nie einen Strich BWL gesehen haben, glauben hier, urteilen zu können. Hast Du Dir mal meinen Lehrplan angesehen? Oder meine Prüfung? Weißt Du, was ich alles neben dem Studium mache, um mich sozial und persönlich weiterzubilden?

Außerdem: Wer ist denn hier faul, derjenige, der sich hinsetzt und lernt, oder derjenige, der mathematisch oder philosophisch ableitet?

Übrigens, zu Deiner ursprünglichen Frage: Ich habe mich selbst mal an einer Privatuni beworben, einfach deshalb, weil ich gerne einen interessanten Job hinterher haben wollte. Ich bin trotz 1,5er Abi und sehr gutem schriftlichem Test nicht genommen worden, weil mir mit 19 einfach noch ein bißchen soziale Reife gefehlt hat. Wenn aus 500 Leuten 70 ausgewählt werden, meinst Du nicht, daß das automatisch die Lehrqualität steigt? Bedenke, die Kette reißt immer beim schwächsten Glied. Das mag nicht für alle gelten, einige Privatunis wählen vielleicht nur nach Geld aus, aber deshalb darf man nicht alle diffamieren. Und selbst wenn die Immatrikulation nur aufgrund ausreichender Finanzmittel erfolgt, bleibt doch die Lehrqualität sehr hoch, s.o.

Nichts für ungut, Tom, es regt mich nur auf, als BWLer ständig als Schmarotzer hingestellt zu werden. Ich selbst habe nämlich größten Respekt vor Leuten, die sich durch physikalische Zusammenhänge oder Petrarca-Übersetzungen quälen. Nur erwarte ich den Respekt bitte auch in die andere Richtung. Es ist nämlich gar nicht so einfach, ein BWL-Studium so aufzubauen, daß man hinterher damit auch Anerkennung findet (Auslandsstudium, Praktika etc.)

ciao,
erik

Hi Erik!

also jetzt langt’s. Daß es einige Auswüchse gibt, die
tatsächlich ihr Studium nur so nebenbei betreiben, um damit
anzugeben oder weil man es heute einfach braucht, will ich
nicht bestreiten. Aber mir von Dir sagen lassen zu müssen, daß
ich keine Lust auf Lernen habe und mir deshalb ein
Schmalspurstudium antu, nehme ich als persönliche Beleidigung.

Das ist aber eine Tatsache! Maschinenbau, Physik etc. werden
nicht gewählt weil die angehenden Akademiker „keine Lust“ auf
so ein hartes Studium haben. Kommt halt in der Fun-Generation
nicht gut an. Ich habe im Übrigen nicht behauptet, daß man im
BWL Studium nichts lernen muß!

Ich habe mich ganz bewußt für BWL entschieden und hatte
einfach keinerlei Interesse an Naturwissenschaften oder
Geisteswissenschaften. Das kann ja hoffentlich jeder halten,
wie er will.

Natürlich! Sollte in meinem Posting das Gegenteil rübergekommen
sein, dann bitte ich um Entschuldigung!

Vielleicht solltest Du nicht vergessen, daß die Nieten in
Nadelstreifen letztlich doch das Geld verdienen, das Du dann
konsumierst.

Ihr vermarktet die Produkte der Naturwissenschaftler und
Ingenieure! Würden die Fahrzeugtechniker bei BMW keine Autos
entwickeln, hätten die Betriebswirte ein kleines Problem.

Außerdem solltest Du Dir Gedanken machen, daß BWLer nie
derartige Äußerungen über Geistes- oder Naturwissenschaftler
fallen lassen. Wir lernen in unserem Studium nämlich auch, mit
Menschen umzugehen.

Da habe ich vollkommen andere Erfahrungen gemacht! Leider!

Aber ist es nicht die Hauptsache, daß man zufrieden mit seiner
Entscheidung ist? Wie sonst willst Du etwas bewerten? Nach dem
Motto „es kotzt Dich zwar an und Du siehst keinen Sinn darin,
aber es ist gut für Dich“

Auch an effektiven Fakten: Z.B. Leistungen in Forschung und
Lehre, Reputation in der Wirtschaft etc.

Unterrichtet wird letztlich überall dasselbe. Nur muß ich an
meiner staatlichen Uni riskieren, daß mein Prof mich 1/2 Jahr
arbeiten läßt, nur um mir zu sagen, daß alles anders gemacht
werden muß. Ich muß mich jahrelang mit wissenschaftlichen
Seminar- und Diplomarbeiten rumschlagen, die mein Wissen
überhaupt nicht weiterbringen.

Wenn Dich Deine Studien- und Seminararbeiten nicht
weitergebracht haben, dann hast Du was falsch gemacht. Ich habe
diese Arbeiten als Meilenstein erlebt, denn ich konnte zum
ersten Mal wissenschaftlich arbeiten und endlich gelerntes
anwenden. Am Ende ist sogar eine Veröffentlichung
rausgesprungen.

Kannst Du Dir auch vorstellen, daß es Menschen gibt, die GERNE
ihren Job machen und gar nicht erwarten können, endlich ins
Arbeitsleben zu tauchen? Völlig unabhängig vom Gehalt, das ja
(vergiß das bitte nie!) auch die Entbehrung der Studienzeit,
das Risiko in BWL-Jobs und die idR höhere Arbeitsleistung /
Streß widerspiegelt? Außerdem: Wenn ich nen 5er fahre, bin ich
doch noch lange nicht Mr Wichtig. Man sieht, Du kennst Dich
nicht mal in dem Bereich aus.

Nee, zum Glück nicht. Nach diversen Ausflügen in die
Arbeitswelt bin ich froh endlich meinen Platz an der Uni
gefunden zu haben.

Wie gesagt, Frechheit. Leute, die noch nie einen Strich BWL
gesehen haben, glauben hier, urteilen zu können. Hast Du Dir
mal meinen Lehrplan angesehen? Oder meine Prüfung? Weißt Du,
was ich alles neben dem Studium mache, um mich sozial und
persönlich weiterzubilden?

Ich habe mein Abitur auf einem wirtschaftswissenschaftlichen
Gymnasium gemacht und war bereits für BWL eingeschrieben. Ich
kann also durchaus ein kleines bisschen mitreden.

Außerdem: Wer ist denn hier faul, derjenige, der sich hinsetzt
und lernt, oder derjenige, der mathematisch oder philosophisch
ableitet?

Ich habe doch nie gesagt das Betriebswirte faul sind.
Anscheinend mußtest Du gegen dieses Vorurteil schon einige Male
ankämpfen. Ich sagte nur, daß es mit weniger Aufwand verbunden
ist BWL zu studieren als Medizin oder Physik. Ganz unabhängig
von der persönlichen Begabung. Und mit dieser Ansicht will ich
hier überhaupt niemanden diffamieren!

Gruß
Tom

Hallo Mathias

Des weiteren sollten sich die Kritiker einmal die
Einstiegsgehälter und -Positionen von Absolventen der privaten
Hochschule St. Gallen ansehen…

Die HSG (Universität St. Gallen) ist nicht privat. M.W. die Uni, die am meisten Sponsoren hat. Hier kannst du das „lustige Studentenleben“ endgültig vergessen, der Leistungs- und Selektionsdruck ist enorm. Das erklärt auch weitgehend den hervorragenden Ruf dieser Uni.
Gruss
Mäni

Tach Tom!

Meine Meinung dazu ist, daß man hier keinesfalls eine
Pauschalaussage treffen kann.

Wäre an den staaltlichen Hochschulen alles klar, gäbe es keine
privaten Hochschulen.
Ich kenne aus eigener Erfahrung drei staatliche
Hochschuleinrichtungen in Deutschland. Allein hier ergab sich
schon ein höchst differenziertes Bild.

Natürlich kann in Einzelfällen der Vergleich zwischen privater
und staatlicher Uni stark divergieren. Im Mittel ergibt sich
aber wohl das Bild, daß private Unis nicht grundsätzlich
besser sind. Das ist einfach eine statistische Aussage.

Diese Auissage entspricht von ihrer Logik her ungefähr dem Ausspruch: „italienische Frauen sind nicht grundsätzlich schöner als deutsche Frauen“…

Private Hochschulen wie HH oder HB erfreuen sich einer sehr
hohen Zufriedenheit bei ihren Studenten, wie ich vor einigen
Monaten im „Stern“ beim Hochschulvergleich las. Bei vielen
(aber nicht allen) szaatlichen Einrichtungen sieht das anders
aus.

Gerade die „Zufriedenheit“ der Studenten ist ein höchst
subjektives Maß. Müsste ich tausende Euro Studiengebühren
begleichen und wäre ständig der internen „Propaganda“
ausgesetzt (nach dem Motto: „Du studierst an einer privaten
Elitehochschule“, „Du gehörst zu Deutschlands Besten, sonst
hättest Du bei uns gar nicht anfangen dürfen“, „Sei froh, daß
Du nicht an einer der staatl. Dinosaurier-Unis studieren
musst“…)
wäre ich wahrscheinlich auch eher zufrieden.

Das kann ich nicht beurteilen.
An der Hochschule an der ich abgeschlossen habe, wurde eindeutig kommuniziert, daß die Absolventen die „Elite“ der Gesellschaft sind. Es ging dabei wohl aber um einen Studienabschluß im allgemeinen.

Ansonsten ist es wohl so, daß Absolventen von Privatunis kaum unter den Arbeitsloseb gefunden werden.

Und unbestritten ist ja außerdem, daß die Rahmenbedingungen an
Privatunis eher besser sind. Dies läßt aber keinen Rückschluß
auf die Qualität zu.

Doch, gerade die Rahmenbedingungen der Studieneinrichtungen sind ein wichtiger Indikator für die Qualität der gebotenen Ausbildung. Merke: wie der Herr, so das Geschirr…

Meine berufliche Erfahrung führt mich in so gut wie alle Fakultäten für Chemie und Physik (et al.) Europas und dabei wurde mir glasklar, daß nur aus den „ordentlichen“ Instituten mit anständigem Equipmaent, engagierten Profs und Asis u.s.w. überhaupt nennenswerte Ergebnisse kommen.

Zu den „Heiße-Luft-Fächern“: dies ist eine höchst
polarisierende Aussage, welche in keinster Weise die
Notwendigkeiten der modernen Gesellschaft abbildet.

Ich meinte damit grundsätzlich Fächer die mit einem Hörsaal
und einem Rechenzentrum auskommen. In denen keine sauteuren
Labors nötig sind.

Dies wird (sh. v.a. Medizin und Jura) oftmals ausgeglichen durch hohen Bedarf an Literatur und somit teueren Bibliotheken.
Das gilt übrigens auch für eine ordentlich geführte BWL-Fakultät.
Spezialbereiche der Forschung klammere ich hier mal aus, denn die sind in der Tat im Falle der Naturwissenschaften stinkteuer, aber (leider) auch nur selten zu finden.

Im Übrigen laufen meines Erachtens in
Deutschland eindeutig zuviele „Manager“ durch die Gegend.
Wenn ich schon sehe für welche Jobs heute diplomierte
Betriebswirte eingestellt werden, die wurden früher von
„normalen“ kaufmännischen Angestellten durchgeführt.

Und „früher“ war alles besser? Viele Aufgaben wuchsen eben in ihrem Inhalt.
Allerdings unterschreibe ich, daß heute eigentlich jeder Depp zum „Manager“ gemacht wird, man sollte jedoch sehen, daß dem Titel auch ab und an eine durchaus anspruchsvolle Tätigkeitsbeschreibung zugrunde liegen könnte…

Umfragen
nach tendieren viele Studenten zu Fächern denen eben nicht der
knallharte oder auch spröde Ruf anhaftet wie Physik,
Mathematik oder Ingenieurswissenschaften. Heute ist
Internationale Betriebswirtschaft oder Medieninformatik
angesagt.

Woran liegt´s?
Ich habe erfahren, daß dies in vielen Fällen an der unglaublichen (technokratischen) Arroganz vieler Profs und Absolventen bei den Ingenieruswissenschaften liegt.
Das schreckt ab.
Man muß eben seinen Studiengang den Abiturienten gut verkaufen.

In Sachen Naturwissenschaften wurde Deutschland aufgrund
jahrelangen Mißmanagements und Einsparungen seitens
verschiedener deutscher Regierungen an das Ende der Skala
katapultiert. Wer erfolgreich natur- oder
ingenieurwissenschaften studieren möchte und ein sog.
„High-Potential“ ist, geht besser ans MIT.

Andersrum wird ein Schu draus: Wer in Deutschland erfolgreich
Ingenieurswissenschaft studiert hat, geht anschließend in die
USA um auch adäquat entlohnt zu werden.

Es gibt beide Richtungen.
Das Symptom ist dasselbe.

Deutschland entwickelt sich offensichtlich immer mehr in
Richtung Verwaltung (wenn auch fraglich ist, was man hier noch
verwalten soll wenn sonst nichts mehr getan wird) und dem
tragen die privaten Unis Rechnung, indem sie Leute ausbilden,
die nach dem Studium auch sofort einen Job finden.

Die Privatunis verkaufen den Studenten einfach das Gefühl
wichtig zu sein! Zur „Elite“ zu gehören. Keine Nummer zu sein
so wie an großen staatlichen Unis.

So ist es dort ja offensichtlich auch. Und der spätere berufliche Erfolg gibt den Leuten Recht.
Wie ich ja oben bereits erwähnte, ist dieselbe Arroganz auch in den Naturwissenschaften zu finden.

Und viele
Schampusschlürfende 5er Fahrer die unbedingt ein Diplom wollen
um später „Mister Wichtig“ im feinen Zwirn zu sein, bezahlen
für diesen Fake!

Das ist nun sehr pauschal, denke ich.
Und ob das ein Fake ist, wage ich zu bezweifeln.
Ich persönlich komme auch mit einem staatlichen Diplom bestens klar, allerdings schlägt mir immer wieder diese, wie ich es oben bereits nannte, „technokratische Arroganz“ der Ingenieure entgegen. Ich erwidere daruf immer nur: „Macht was Ihr wollt, aber noch sind es die BWLer, welche die Ingenieure einstellen und nicht umgekehrt“…
Will heißen: die Welt braucht auch BWLer, denn Ingenieure mit strategischem Weitblick sind selten.

Daher muß ich mich dagegen wehren, als BWLer hier diffamiert
zu werden, denn das ist immer noch besser als taxifahrender
Physiker zu sein.

Hey, ich diffamiere hier lediglich diejenigen Deines Standes
die so treffend in „Nieten in Nadelstreifen“ charakterisiert
wurden. Ich denke Du weißt was ich meine.

Klar weiß ich das.
Ich fand das Buch ebenfalls sehr amüsant.
Und vieles stimmt sicherlich auch.
Nur ist es eben ohne uns nicht mehr zu machen.

Die Misere liegt m.E. also weniger an den privaten
Hochschulen, sondern im System Deutschland begründet, welches
seine Dichter und Denker nicht mehr füttern will.

Die Misere liegt m.E. am mangelden Biss des Nachwuchses sich
durch ein schweres Studium zu büffeln. Lieber studiert man ein
Fach in dem im wesentlichen pures Auswendiglernen reicht.

Das mag stimmen, allerdings sind die Anforderungen in BWL genauso deftig wie in Physik. Die Leute merken das eben zu spät…

Grüße,

Mathias

Hi Tom!

Auch hierzu ein paar ausgewählte Kommentare:

Vielleicht solltest Du nicht vergessen, daß die Nieten in
Nadelstreifen letztlich doch das Geld verdienen, das Du dann
konsumierst.

Ihr vermarktet die Produkte der Naturwissenschaftler und
Ingenieure! Würden die Fahrzeugtechniker bei BMW keine Autos
entwickeln, hätten die Betriebswirte ein kleines Problem.

Moment: hier unterliegst Du einem großen Trugschluß: die Kaufleute (inklusive Marketing) geben den Ingenieuren vor, in welche Richtung entwickelt werden soll und das tun sie dann.
Die Sache ist mittlerweile, v.a. im beispielhaften Autoberich, vollkommen marktgesteuert.
Und die Märkte zu erkennen darf ich keinesfalls Ingenieruren überlassen. Das habe ich übrigens in meinem höchtpersönlichen Alltag gerade mal wieder gelernt.

Kannst Du Dir auch vorstellen, daß es Menschen gibt, die GERNE
ihren Job machen und gar nicht erwarten können, endlich ins
Arbeitsleben zu tauchen? Völlig unabhängig vom Gehalt, das ja
(vergiß das bitte nie!) auch die Entbehrung der Studienzeit,
das Risiko in BWL-Jobs und die idR höhere Arbeitsleistung /
Streß widerspiegelt? Außerdem: Wenn ich nen 5er fahre, bin ich
doch noch lange nicht Mr Wichtig. Man sieht, Du kennst Dich
nicht mal in dem Bereich aus.

Nee, zum Glück nicht. Nach diversen Ausflügen in die
Arbeitswelt bin ich froh endlich meinen Platz an der Uni
gefunden zu haben.

Das ist Dein(!) Weg. Kein Problem. Nur solltest Du dann eben nicht auf die Leute schielen, die sich dafür entschieden haben, Verantwortung zu übernehmen.

Übrigens: ich fahre ebenfalls einen „5er“. Es ging doch um einen BMW, richtig?". Bin ich deshalb ein Schampusschlürfer? Wohl kaum.
Ich fahre einfach gerne ein ordentliches Auto. Mit meiner Person hat das eher wenig zu tun, denke ich. Und außerdem trinke ich lieber „Augustiner Hell“.

Ich schätze, Du projezierst irgendeine Art von Unzufriedenheit auf einen ganzen Berufsstand, und das wird einfach der Realität nicht gerecht.

Wie gesagt, Frechheit. Leute, die noch nie einen Strich BWL
gesehen haben, glauben hier, urteilen zu können. Hast Du Dir
mal meinen Lehrplan angesehen? Oder meine Prüfung? Weißt Du,
was ich alles neben dem Studium mache, um mich sozial und
persönlich weiterzubilden?

Ich habe mein Abitur auf einem wirtschaftswissenschaftlichen
Gymnasium gemacht und war bereits für BWL eingeschrieben. Ich
kann also durchaus ein kleines bisschen mitreden.

Genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Du hast keine Ahnung vom BWL-Studium. Was Du im Gymnasium gemacht hst, ist im Studium nichts wert (außer dem Dreisatz), das wissen wir alle.
Eingeschrieben gewesen zu sein ist ebenfalls keine Qualifikation. Man muß das schon mal gesehen haben.
Übrigens: ich kenne beide Seiten, daher kann man meinen Kommentar weiter oben bzgl. der „technokratischen Arroganz“ ruhi glauben. Mein Alltag besteht zu 90% aus Kontakten mit Naturwissenschaftlern und bevor Ihr Jungs nicht mindestens 50 seid, kann man kaum mit Euch reden!

Ich sagte nur, daß es mit weniger Aufwand verbunden

ist BWL zu studieren als Medizin oder Physik. Ganz unabhängig
von der persönlichen Begabung. Und mit dieser Ansicht will ich
hier überhaupt niemanden diffamieren!

Das ist Käse. Ich musste für mein Studium relativ wenig tun, denn ich arbeitete zielgerichtet. Genau das erwartet man ja auch heute im Job von mir.
Ein Freund von mir hat Physik in München und boston studiert, dann in Berlin promoviert und dafür 6 Jahre gebaraucht (inkl. Leberschaden), war also auch sehr schnell.
Ist eben immer eine Frage der Arbeitsweise und hat nun wirklich nichts damit zu tun, daß Naturwissenschaften in irgendeiner Weise leichter oder schwerer zu erlernen wären.

Grüße,

Mathias

Hi Matthias!

Finde ich übrigens ziemlich gut, daß Du den ruhigen Gegenpol zu
meinen polemischen postings bildest. Du bist wirklich dazu
geeignet mein Bild eines BWLers etwas aufzuwerten :wink:

Ich denke wir drehen uns in unserer Debatte im Kreis. Ist ja
auch ziemlich kindisch zu sagen Studium XY ist wesentlich
schwieriger als Studium XYZ, oder?
Auch die von Dir beschriebene Technoarroganz kenne ich von
vielen Studenten und Absolventen meines Fachbereichs. Diese
Haltung wird auch gezielt gefördert durch Profs die in ihren
Vorlesungen gegen BWL, SozPäd und dergleichen stänkern.
Wir sollten diese Diskussion ein für allemal beenden und uns
lieber gemeinsam auf die Lehrer stürtzen :smile:

Ich will nur auf einen Punkt von Dir eingehen:
Die Tatsache, daß Betriebsirte Unternehmen führen, Ingenieure
einstellen und die technischen Rahmenbedingungen festelegen
steht leider nun mal fest. Die Frage was sie dazu qualifiziert
darf aber gestellt werden. Ich habe Betriebswirte
kennengelernt, die in mehrjähriger Betriebszugehörigkeit nie
den Fuß in die Produktion gesetzt haben. Denen es wurscht ist,
ob die Firma Bleistifte oder Solarmodule baut. Dort fehlt es
auch auf dieser Seite für jedwedes Verständnis für techn.
Belange. Nicht umsonst wurde ja auch der Studiengang Wi-Ing.
vor gut 10 Jahren aus der Taufe gehoben. Die katastrophalen
Fehler des Managements bezahlen i.d.R. ja die angestellten
Arbeiter, Techniker und Ingenieure mit ihrem Job, während das
Management zusammenhält. Als krasses Beispiel fällt mir die KWU
in Erlangen ein, wo 800 Techniker u. Ingenieure 1999 entlassen
wurden, während die kaufmännischen Abteilungen nur kosmetisch
gelichtet wurden.
Es geht aber auch anders:
Bei der BASF z.B. wurden die meisten Kaufleute aus Abteilungen
wie Anlagenplanung verbannt. Kostenrechnung, Angebote, Einkauf
etc. wird direkt von den Ingenieuren gemacht und siehe da: es
funktioniert.
Auch High-Tech Gründungen aus der Hochschule heraus kommen
meist prima mit schnell angeeignetem betriebswirtschaftl.
Grundwissen über die Runden. Wohlgemerkt: Umgekehrt ist das
nicht so ohne weiteres möglich.
Aus diesem Grund halte den Dünkel vieler Kaufleute, das ohne
sie der Laden nicht laufen würde für reichlich überzogen.

Gruß
Tom

Hi Tom!

Finde ich übrigens ziemlich gut, daß Du den ruhigen Gegenpol
zu
meinen polemischen postings bildest. Du bist wirklich dazu
geeignet mein Bild eines BWLers etwas aufzuwerten :wink:

Oh Mann, das ehrt mich jetzt wirklich! Danke Dir!
Darf ich Dich bei Gelegneheit maldarum bitten, diesen Satz gegenüber bestimmten Leuten hier zu wiederholen??

Es freut es mich einfach, auch mal was nettes zu hören…

Ich denke wir drehen uns in unserer Debatte im Kreis. Ist ja
auch ziemlich kindisch zu sagen Studium XY ist wesentlich
schwieriger als Studium XYZ, oder?

Richtig.
Darum ging es ja auch gar nicht. Ich wollte nur anmerken, daß BWL eben kein Schmalspurmüll ist. Zugegeben, es tiummeln sich in dieser Studienrichtung viele Dünnbrettbohrer, aber die schließen zumeist nicht ab.

Auch die von Dir beschriebene Technoarroganz kenne ich von
vielen Studenten und Absolventen meines Fachbereichs. Diese
Haltung wird auch gezielt gefördert durch Profs die in ihren
Vorlesungen gegen BWL, SozPäd und dergleichen stänkern.
Wir sollten diese Diskussion ein für allemal beenden und uns
lieber gemeinsam auf die Lehrer stürtzen :smile:

O.K., bin voll dabei!!

Ich will nur auf einen Punkt von Dir eingehen:
Die Tatsache, daß Betriebsirte Unternehmen führen, Ingenieure
einstellen und die technischen Rahmenbedingungen festelegen
steht leider nun mal fest. Die Frage was sie dazu qualifiziert
darf aber gestellt werden. Ich habe Betriebswirte
kennengelernt, die in mehrjähriger Betriebszugehörigkeit nie
den Fuß in die Produktion gesetzt haben. Denen es wurscht ist,
ob die Firma Bleistifte oder Solarmodule baut.

Korrekt, solche Leute gibt es. Wir haben ebenfalls einen solchen Kollegen im Controlling sitzen. Auf Dauer schießt man sich damit nur ab, denn in einem Unternehmen welches derart „technology-driven“ ist wie unseres, sind solche Leute schwer zu akzeptieren. Hier stehe ich auf der Seite der Technikfraktion.

Dort fehlt es
auch auf dieser Seite für jedwedes Verständnis für techn.
Belange. Nicht umsonst wurde ja auch der Studiengang Wi-Ing.
vor gut 10 Jahren aus der Taufe gehoben. Die katastrophalen
Fehler des Managements bezahlen i.d.R. ja die angestellten
Arbeiter, Techniker und Ingenieure mit ihrem Job, während das
Management zusammenhält. Als krasses Beispiel fällt mir die
KWU in Erlangen ein, wo 800 Techniker u. Ingenieure :1999 :entlassen
wurden, während die kaufmännischen Abteilungen nur kosmetisch
gelichtet wurden.

Das ist ähnlich wie in der Politik: die eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Bestes Beispiel: Enron. In solchen Fällen sprechen wir allerdings eher selten von BWLern, sondern von Juristen. Und diese Leute sind nun mal quasi per definitionem Parasiten am Volke und der unseriöseste Berufsstand im Lande.

Es geht aber auch anders:
Bei der BASF z.B. wurden die meisten Kaufleute aus Abteilungen
wie Anlagenplanung verbannt. Kostenrechnung, Angebote, Einkauf
etc. wird direkt von den Ingenieuren gemacht und siehe da: es
funktioniert.

Stimmt. gegenbeispiele kenne ich aus mneinem früheren Job allerdings auch. Im Vertrieb technischer Investitionsgüter kann man genauso gut BWLer einsetzen. Alles eine Frage des Trainings.
Kommt eben darauf an, worauf der Fokus liegt: Verkauf oder Technik.

Auch High-Tech Gründungen aus der Hochschule heraus kommen
meist prima mit schnell angeeignetem betriebswirtschaftl.
Grundwissen über die Runden. Wohlgemerkt: Umgekehrt ist das
nicht so ohne weiteres möglich.

Dies halte ich für einen Trugschluß. Die betriebswirtschaftliche Arbeit wird in solchen Fällen lediglich teuer outgesourced, an die Bank und an den Steuerberater.

Aus diesem Grund halte den Dünkel vieler Kaufleute, das ohne
sie der Laden nicht laufen würde für reichlich überzogen.

Naja, wir müssen uns ja nicht in jedem Punkt einig werden…

Grüße,

Mathias

Hallo!

Die HSG (Universität St. Gallen) ist nicht privat. M.W. die
Uni, die am meisten Sponsoren hat. Hier kannst du das „lustige
Studentenleben“ endgültig vergessen, der Leistungs- und
Selektionsdruck ist enorm. Das erklärt auch weitgehend den
hervorragenden Ruf dieser Uni.

hmm… ich überlege mir gerade, wo ich eventuell nach meinem BBA (an einer privaten Hochschule, ja! und es ist SUPERGEIL! wirklich!) einen MAster-Studiengang machen könnte, und danach einen PhD.

Vielleicht hast Du Lust, mal reinzuschauen?
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/www/service.fpl?..

Zu St. Gallen:
also „lustiges Studentenleben“… hmmm… ich schreib mal ein bisschen was, ja? Ich bin hier an meiner Uni so ziemlich der beste, und ich mach auch mein Zeugs was ich so zu machen hab’ … also lesen, assignments, präsentationen etc. Allerdings BRAUCHE ich es, mit NETTEN leuten auf der uni zu sein, mit denen man auch mal so richtig SPASS haben kann. Nicht übertrieben, aber ab und zu halt. Ich möchte auf keinen Fall auf eine Uni wo alle 24 Stunden lernen, das wär nix für mich.

Das kommt ja wohl hauptsächlihc auf die Leute an? Ich möchte natürlich auch nicht auf eine Snob-Uni wo bloß stinkreiche söhne und töchter von irgendwelchen wirtschaftsbossen sitzen die eh in die firma vom papa einsteigen und sich über noten keine gedanken machen müssen. So die „gesunde Mitte“ suche ich – wo ich mich aber eben trotzdem noch akademisch RICHTIG GUT weiterbilden kann, mit gutem Kontakt zu den Profs usw. Auf ne „party-uni“ will ich nicht, dafür bin ich zu wissbegierig.

Nochmal zu den Profs: hier an meiner Uni (der IU in Bruchsal) ist das wie eine kleine „Familie“, ja? Du kannst mit den Profs einfach so mal labern, gestern hatten wir hier ein Konzert, ein Prof hat in seiner (natürlich) Freizeit unseren Chor geleitet, und das ganz hervorragend gemacht, ich bin total begeistert von seiner Motivation, die natürlich auch auf uns übergesprungen ist…

Ist klar, was ich mein? Wahrscheinlich gar nicht *gg* egal…

Wo finde ich SOWAS im ausland???

Danke!

Dennis =o)

Hallo auch!

Ich würd’ auch noch gern’ meinen Senf dazu geben, denn ich studiere grad’ an einer privaten Uni. Eh’ ich’s vergesse (hab’ grad den ganzen Thread gelesen): Ja, wir lernen hier auch mit Leuten umzugehen, und zwar FAST NUR DAS! (das meine ich jetzt nicht ganz so wie ich’s schreibe, aber wenn ich’s nicht vergesse zu schreiben wird das gleich hoffentlich klarer.

Hintergrund zu mir:
Ich studiere Business Administration (Bachelor Studiengang, englischsprachig, Spezialisierung in „International Management“) an der International University in Germany, Bruchsal. (http://www.i-u.de)

So machen die meisten Privatunis nur unzureichend von ihren
Möglichkeiten gebrauch, die besten Studenten auszuwählen. In

Ich hangel mich dann mal durch :o) Ja… meine Uni ist 1998 gegründet worden, und ganz am Anfang kann man sich als Uni natürlich noch nicht aussuchen, wen man so aufnimmt. Mittlerweile gibt es WEIT MEHR Bewerbungen als Studienplätze (genaues Verhältnis hab ich vergessen), es ist also doch nicht gaaaaaanz so einfach. Außerdem: ich finde, auch ein paar Leute die nicht suuuuupergut z.B. in der Schule waren haben oft ganz andere Kompetenzen, die, wie ich finde, auch an einer Uni wie meiner nicht negativ auffallen, sondern eher eine Bereicherung sind. Und dafür brauch ich nicht ein 1.0 Abi mit Aufnahmetest an der Uni. Dafür brauch ich eine Stunde in relaxter Atmosphäre mit dem Bewerber, dann weiß ich idealerweise, wen ich vor mir habe.

der Regel werden sowieso nur Heiße-Luft-Fächer wie BWL (sorry,
MBA) angeboten, was den Unis die Abzocke ihrer Studenten
erleichtert, da keine teuren Investitionen für Labors fällig
werden die vermeintlichen Elitestudenten aber gewaltig zur
Kasse gebeten werden.

Stimmt. Punkt. Heiße Luft: nein, aber das wurde schon gesagt.

Jetzt möchte ich doch noch etwas zu meiner Uni und meinem Studium erzählen. Es hat hier so etwa 200, 250 Studenten insgesamt, und in meinem Jahr und Programm so 35 etwa. Das ist auch die Klassengröße für Vorlesungen, wenn alle da sind (Schnitt 25, tät ich daher sagen *grins*). Hier gleich: natürlich gibt es hier Leute, die was die Noten angehen ziemlich mies sind. Tja.

Zusätzlich zu den Vorlesungen haben wir in JEDEM Fach IMMER Präsentationen in Teams vorzubereiten, oder auch mal „Papers“ zu schreiben, auch oft in teams. Und das, finde ich, fördert auch enorm soziale Kompetenz, auch wenn es mir manchmal nicht gelungen ist, die etwas „unmotivierteren“ zum arbeiten zu motivieren… egal.

Der Kontakt zu den Profs ist natürlich der Hammer schlechthin… man kann meistens jederzeit zum Prof (zu jedem!) ins Büro marschieren, und wenn er von außerhalb ist, schickt man halt eine e-mail… und die antworten ausführlich und schnell! Die Atmosphäre ist auch so, dass man die Profs nicht als „Wesen vom anderen Stern“ behandelt, sondern dass man sich einfach auch privat gut versteht, wenn man halt will.

Die Fächer, die wir haben – das nur nebenbei – finde ich übrigens durchaus wichtig, und es ist auch nicht nur pures auswendig lernen, außerdem sehr vielfältig.

So, jetzt werd’ ich fix noch einen Bericht fürs Jahrbuch über unser Konzert gestern schreiben…

Schönes Wochenende!

Dennis =o)

PS: Ich wollt’ ja noch mehr schreiben… naja, vielleicht ein andermal :o) Oder ich wart’ erstmal die Antwort ab…

Hallo Dennis

Unter HSG.ch findest du jede Menge über die St. Galler Uni.

Ich kenne diese Uni nicht persönlich. Ein Freund von mir hat da seinen Dr.nat.oec. gemacht und bastelt nun noch am Dr. iur…

Er, als top-seriöser Krampfer, findet dieses Haus erträglich, aber sehr anforderungsreich. Sein Lohn: Seit zwei Jahren erhält er von seinem zukünftigen Arbeitgeber an hübsches Stipendium.
Und wie’s aussieht, braucht er auch in Zukunft alles andere als zu darben. (In dieser Beziehung habe ich glatt das „falsche“ Studium hinter mich gebracht! Viel Steine gibts und wenig Brot…)
An dieser Uni findest du Kommilitonen aus allen Gesellschaftschichten und Ländern. Hier ist Leistung und nicht Herkommen gefragt. Das Kultur- und das Sportprogramm sollen gut sein.
Mit grosser Wahrscheinlichkeit nimmt St. Gallen auch am Erasmus-Programm teil. Erkundigen! Aufenthaltserlaubnis kein Problem.
Wenn du konkrete Fragen hast, werde ich meinen Freund löchern.

Gruss
Mäni

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Der Kontakt zu den Profs ist natürlich der Hammer
schlechthin… man kann meistens jederzeit zum Prof (zu
jedem!) ins Büro marschieren, und wenn er von außerhalb ist,
schickt man halt eine e-mail… und die antworten ausführlich
und schnell! Die Atmosphäre ist auch so, dass man die Profs
nicht als „Wesen vom anderen Stern“ behandelt, sondern dass
man sich einfach auch privat gut versteht, wenn man halt will.

naja, das kannst du an staatlichen Unis auch haben. Jedenfalls in Physik/Mathe ist so ein Verhaeltnis die Regel. Bei BWL (> 1000 Anfaenger, Anzugszwang fuer HiWis) mag das anders sein.

nur eine kleine anmerkung…

michaela