Erst einmal grundsätzliches:
Im Gegensatz zur GKV zahlen die privaten (mit ganz wenigen Ausnahmen) nur die Heilbehandlung einer Krankheit. Vorsorge (außer den gesetzlichen Programmen), Kuren und Reha ist da nicht dabei.
jetzt im einzelnen
1.) Perücke
läuft unter dem Kapitel Hilfsmittel. Viele Tarife haben hier einen abschließenden Katalog. Für Perücken gibt es meist nur geringe oder keine Leistungen, da sie ja nicht der heilbehandlung einer Krankheit dienen (s.o.). Sie sind höchstens einzusätzliches Schmankerl.
2.) Reha bei Krebs
Ansprechpartner ist hier nicht die PKV sonder der Rentenversicherungsträger! Dies gilt insbesondere bei Krebserkrankungen. Die PKV ist nur zuständig, wenn es keine Rententräger gibt.
Wichtig hier: Die PKV trägt hier die Kosten nur solange, wie eine stationäre Behandlung in einem Akutkrankenhaus notwendoig wäre. Dafür ist auch noch eine zusätzliche schriftliche Zusage von nöten, die gibts aber ohne Probleme in solchen Fällen.
Bei einer Reha/Sanatoriumsaufenthalt werden die Kosten für die physikalischen Anwendungen in der Regel übernommen (kann tariflich ausgeschlossen sein). Es erfolgen aber keine oder nur kleine Leistungen für die Unterbringung, Fahrtkosten etc.
Die Abgrenzung zwischen diesen beiden (Akut-Reha) kann schwierig sein, hier lohnt es sich schon nachzuhaken, denn die Leistungen sind sehr unterschiedlich.
Nach einer Chemo ist aber immer erst eine Akutversorgung notwendig, also eine tägliche Arztüberwachung und Anwendungen. Also nachfragen, warum hier nur Leistungen für Kur/Reha bewilligt wurden.
Hier noch eine gute Adresse zu diesen Fragen: http://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adre…
- Medikamente
Im Gegensatz zu den gesetzlich Versicherten gibts da keine Zuzahlungen, keine Einschränkungen aufgrund Arzneimittelbudgets und Rabattverträgen. Auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente werden erstattet und darüberhinaus werden bei so schweren Erkrankungen auch alternative Arzneimittel anstandslos erstattet.
Der Grund fürs selber zahlen dürfte wohl eher, wie auch einem Vorposting geschrieben, in einem jährlichen Selbstbehalt liegen, der bei allen ambulanten Behandlungen anfällt.
4.) Fällt vielleicht nicht so auf, aber als Privatpatient zahlst Du natürlich auch keine Eigenbeteiligung im Akutkrankenhaus.
Zusätzlich kann man, falls versichert,
umsonst im Zweibettzimmer liegen
bekommst noch ein Krankenhaustagegeld
und die Chefarztbehandlung gibts auch noch
Alles in allem gibt also schon ein paar Unterschiede, im Guten wie im Schlechten. Insgesamt muss man sagen, ist eine PKV etwas für Leute, die lieber selbst etwas in die Hand nehmen möchten. Will man sich um nichts kümmern müssen, ist es in der gesetzlichen sicher bequemer.
Schöne Grüße, Bernhard