Private Krankenversicherung

Hallo zusammen!
Ich habe mal eine Frage, im Namen meiner Mutter.
Sie hat seit Oktober Brustkrebs und ist mittlerweile einseitig amputiert und hat die Chemo schon zur Hälfte rum (Bestrahlung folgt noch…)
Meine Frage ist- meine Eltern sind Privatversichert, ich habe immer wieder hier gehört und gelesen, dass kein Unterschied gemacht wird bei der Bezahlung der Behandlungsmaßnahmen. Jetzt habe ich aber gehört, dass die Versicherung meiner Mutter nur einen ganz minimalen Betrag übernimmt und meine Eltern auf den restlichen Kosten Sitzenbleiben. Als Beispiel- die Perrücke die meine Mutter braucht, wird nur gering bezuschusst, oder beim anstehenden Rehaaufenthalt wird nur ein Bruchteil der Kosten bezahlt. Auch die Medikamente die sie für die Chemo nehmen muss- also da weiß ich dass sie 300,-€ selber zahlen soll.

Meine Frage ist-- Ist das Normal???
Und wenn nicht, welche Möglichkeiten haben meine Eltern um dagegen anzugehen? an wen Können sie sich wenden?
gibt es im Internet vielleicht Foren die sich mit solchen Fragen beschäftigen?

Danke schonmal für die Antworten!

Lieben Gruß
rický

Hallo Ricky,

Meine Frage ist- meine Eltern sind Privatversichert, ich habe
immer wieder hier gehört und gelesen, dass kein Unterschied
gemacht wird bei der Bezahlung der Behandlungsmaßnahmen.

Es ist etwas schwierig zu beantworten, was Du mit Unterschied bei der Bezahlung von Behandlungsmaßnahmen meinst.

Grundlage eines jeden Versicherungsvertrags sind die sogenannten Versicherungsbedingungen. Hier wird genau festgelegt, was bei welcher Behandlung gezahlt wird und was nicht. Im Zweifelsfall hilft ein Blick in dieselben. Falls Dir die Bedingungen nicht vorliegen, frag bei der Versicherung nach, ob sie Dir die Bedingungen und die Leistungsbeschreibungen des Tarifes zusenden.

Jetzt
habe ich aber gehört, dass die Versicherung meiner Mutter nur
einen ganz minimalen Betrag übernimmt und meine Eltern auf den
restlichen Kosten Sitzenbleiben. Als Beispiel- die Perrücke
die meine Mutter braucht, wird nur gering bezuschusst, oder
beim anstehenden Rehaaufenthalt wird nur ein Bruchteil der
Kosten bezahlt. Auch die Medikamente die sie für die Chemo
nehmen muss- also da weiß ich dass sie 300,-€ selber zahlen
soll.

Offenbar haben Deine Eltern eine Selbstbeteiligung im Tarif, müssen also 300,- Euro selber zahlen.

Meine Frage ist-- Ist das Normal???

ja

Und wenn nicht, welche Möglichkeiten haben meine Eltern um
dagegen anzugehen? an wen Können sie sich wenden?
gibt es im Internet vielleicht Foren die sich mit solchen
Fragen beschäftigen?

Im Zweifelsfall würde ich bei der Versicherung anrufen und nachfragen, allerdings sollte zuerst Einblick in die Bedinungen genommen werden.

Viele Grüße

Andreas

Meine Frage ist-- Ist das Normal???

Bei der PKV gibt es eine unübersehbare Vielfalt von Tarifen. Esgibt Spar-Tarife und de Luxe-Tarife. Jenachdem welche Leistungen der Tarif Deiner Mutter vorsieht, kann das durchaus normal sein.

Und wenn nicht, welche Möglichkeiten haben meine Eltern um dagegen anzugehen?

Keine, die Versicehrung wird nur die Leistungen erbringen, die der versicherte Traif vorsieht. Und wenn man an den Beiträgen gespart hat, werden auch die Leistungen nicht allzu üppig sein.

Erst einmal grundsätzliches:
Im Gegensatz zur GKV zahlen die privaten (mit ganz wenigen Ausnahmen) nur die Heilbehandlung einer Krankheit. Vorsorge (außer den gesetzlichen Programmen), Kuren und Reha ist da nicht dabei.

jetzt im einzelnen

1.) Perücke
läuft unter dem Kapitel Hilfsmittel. Viele Tarife haben hier einen abschließenden Katalog. Für Perücken gibt es meist nur geringe oder keine Leistungen, da sie ja nicht der heilbehandlung einer Krankheit dienen (s.o.). Sie sind höchstens einzusätzliches Schmankerl.

2.) Reha bei Krebs
Ansprechpartner ist hier nicht die PKV sonder der Rentenversicherungsträger! Dies gilt insbesondere bei Krebserkrankungen. Die PKV ist nur zuständig, wenn es keine Rententräger gibt.

Wichtig hier: Die PKV trägt hier die Kosten nur solange, wie eine stationäre Behandlung in einem Akutkrankenhaus notwendoig wäre. Dafür ist auch noch eine zusätzliche schriftliche Zusage von nöten, die gibts aber ohne Probleme in solchen Fällen.

Bei einer Reha/Sanatoriumsaufenthalt werden die Kosten für die physikalischen Anwendungen in der Regel übernommen (kann tariflich ausgeschlossen sein). Es erfolgen aber keine oder nur kleine Leistungen für die Unterbringung, Fahrtkosten etc.

Die Abgrenzung zwischen diesen beiden (Akut-Reha) kann schwierig sein, hier lohnt es sich schon nachzuhaken, denn die Leistungen sind sehr unterschiedlich.

Nach einer Chemo ist aber immer erst eine Akutversorgung notwendig, also eine tägliche Arztüberwachung und Anwendungen. Also nachfragen, warum hier nur Leistungen für Kur/Reha bewilligt wurden.

Hier noch eine gute Adresse zu diesen Fragen: http://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adre…

  1. Medikamente
    Im Gegensatz zu den gesetzlich Versicherten gibts da keine Zuzahlungen, keine Einschränkungen aufgrund Arzneimittelbudgets und Rabattverträgen. Auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente werden erstattet und darüberhinaus werden bei so schweren Erkrankungen auch alternative Arzneimittel anstandslos erstattet.

Der Grund fürs selber zahlen dürfte wohl eher, wie auch einem Vorposting geschrieben, in einem jährlichen Selbstbehalt liegen, der bei allen ambulanten Behandlungen anfällt.

4.) Fällt vielleicht nicht so auf, aber als Privatpatient zahlst Du natürlich auch keine Eigenbeteiligung im Akutkrankenhaus.

Zusätzlich kann man, falls versichert,
umsonst im Zweibettzimmer liegen
bekommst noch ein Krankenhaustagegeld
und die Chefarztbehandlung gibts auch noch

Alles in allem gibt also schon ein paar Unterschiede, im Guten wie im Schlechten. Insgesamt muss man sagen, ist eine PKV etwas für Leute, die lieber selbst etwas in die Hand nehmen möchten. Will man sich um nichts kümmern müssen, ist es in der gesetzlichen sicher bequemer.

Schöne Grüße, Bernhard