Private Nutzung des Rechners im Büro!

hallo da,

folgende fragen beschäftigen uns gerade im büro,
auf die wir nur bedingt anwort finden:

wie ist es, wenn man im büro seinen rechner pivat benutzt, also emails schreibt und private daten auf dem rechner hat.

  1. darf der kollege an den rechner gehen und mails lesen? unerlaubt.
    wie sieht hier die rechtsgrundlage aus?

  2. darf der chef einfach an den rechner und private mails lesen? unerlaubt.(ob man hier von unerlaubt reden kann…)
    rechtsgrundlage?

  3. ist es denn verboten, seinen rechner privat zu nutzen während der arbeitszeit? wo steht das geschrieben dass man das nicht darf?

  4. wie sieht es denn im allgemeinen mit dem datenschutz aus??

schon mal danke sehr für eure antworten.
grüsse swony

  1. ist es denn verboten, seinen rechner privat zu nutzen
    während der arbeitszeit? wo steht das geschrieben dass man das
    nicht darf?

Hallo,

Du wirst dafür bezahlt, Deine Arbeitskraft in den Dienst der Firma zu stellen. Daraus ergibt sich ohne weiteres, daß private Aktivitäten während der Arbeitszeit grundsätzlich unzulässig sind, es sei denn, sie wurden ausdrücklich erlaubt. Mit dem PC hat das alles überhaupt nichts zu tun. Es gilt immer. Oder kommst Du auf die Idde, zu fragen, ob Du die Firmenräume, die Firmenausstattung oder die Pkw der Firma nach Lust und Laune privat nutzen darfst?

Den Inhalt von eMails betreffend, ist entscheidend, ob private eMails im Betrieb ausdrücklich zugelassen wurden oder nicht. Gehören die Mails zu den Ergebnissen Deiner Arbeit, kannst Du schlecht erwarten, Deine Arbeitsergebnisse vor dem Chef geheim halten zu dürfen. Du wirst dafür bezahlt und Deine Arbeit gehört dem Betrieb. Sind private eMails ausdrücklich erlaubt, tust Du gut daran, sie getrennt von Dienstlichem zu speichern. Es geht jedenfalls nicht an, daß der Chef erst Männchen und Bitte-Bitte machen muß, um die Arbeitsergebnisse seiner Beschäftigten zu Gesicht bekommen zu dürfen.

Es geht dabei weniger um privat genutzten Speicherplatz, auch nicht um die Abnutzung der Tastatur o. ä… Vielmehr werden mit privaten Aktivitäten während der Arbeitszeit einige zig € pro Stunde vergeudet. Im übrigen werden private Mails wie auch die private Nutzung des Telefons wohl nur selten zum Thema, wenn Mitarbeiter verstehen, das rechte Maß einzuhalten. Wer täglich die privaten Ferngespräche in die Arbeitszeit verlegt, darf sich über Restriktionen nicht wundern und bei Zuwiderhandlungen ist sogar die Kündigung möglich.

Gruß
Wolfgang

Hallo.

Wolfgang hat weitestgehend Recht.

wie ist es, wenn man im büro seinen rechner pivat benutzt,
also emails schreibt und private daten auf dem rechner hat.

Dann kannst Du Glück haben, wenn Dein Chef das duldet. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Außerdem steht noch eine endgültige Klärung des steuerrechtlichen Teils aus („geldwerter Vorteil“).

  1. darf der kollege an den rechner gehen und mails lesen?
    unerlaubt.

Postgeheimnis gilt auch für Imehl. Wer aber seinen Rechner sperrangelweit offen lässt, ist selbst dran doof. Das ist ganz genauso, als wenn ich mit offenem Latz herum renne und dann den Erstbesten verklage, der meine Familienjuwelen gesehen hat. Das ist dann keine sexuelle Belästigung :wink:.

  1. darf der chef einfach an den rechner und private mails
    lesen? unerlaubt. (ob man hier von unerlaubt reden kann…)

Wenn er Dir gestattet, den Rechner privat zu nutzen, Deine privaten Mails als privat gekennzeichnet sind und in einem als privat gekennzeichneten Bereich abgelegt sind, darf er’s nicht. Sonst schon.

rechtsgrundlage?

zur Zeit noch gesprochenes Recht. Gesetze, Verordnungen etc.pp. explizit zu Imehl pipapo gibt es noch nicht.

  1. ist es denn verboten, seinen rechner privat zu nutzen
    während der arbeitszeit? wo steht das geschrieben dass man das
    nicht darf?

In Deinem Arbeitsvertrag, wenn auch verklausuliert. Während der Arbeitszeit hast Du zu arbeiten und nicht a) Tango zu tanzen; b) Tischfußball zu spielen; c) mit Papierfliegern zu werfen. a, b und c gelten natürlich nur, wenn dies nicht Bestandteil Deiner Arbeitsleistung ist.

  1. wie sieht es denn im allgemeinen mit dem datenschutz aus??

Ganz allgemein formuliert : Es gibt einen solchen. Etwas spezieller wird das Bundesdatenschutzgesetz http://www.uzzi.de/BDSG/bdsg.htm,

wobei viel Spaß beim Lesen außerhalb der Arbeitszeit wünscht
kw

Hallo dort, :wink:

wirf doch mal bitte einen Blick unter http://www.sakowski.de/arb-r/arb-r21.html; danach dürftest Du schlauer sein.

Und nun noch mein persönlicher Senf aus der Arbeitgebersicht dazu: ich halte es mit der Methode ‚eine Hand wäscht die andere‘. Im Klartext heißt es, daß ich nichts dagegen habe, wenn die Leutchen private Mails verschicken, Konzerttickets reservieren, meinetwegen auch eine Reise buchen oder shoppen. Ich tue es schließlich auch. Private Mails der Mitarbeiter sind - zumindestens bei uns im Büro - tabu; dazu brauche ich kein Urteil - daß man fremde Post nicht liest, hat mir meine Mom schon vor fast 30 Jahren eingetrichtert. *g*

Voraussetzung ist natürlich, daß keine Arbeit liegen bleibt und daß allen klar ist, daß der Kunde absolute Priorität hat. Wenn nötig (weil z. B. ein Auftrag fertig werden muß), ist Surfen & Co. für alle (also auch für mich) verboten. Mit dieser Regelung fahre ich seit Jahren hervorragend.

Beste Grüße

Tessa

Hi Swony,
wie bereits geschrieben wurde, kommt es auf die Regelungen im Betrieb und das rechte Mass an. Nachdem in unserem Büro das Handygeklingel überhand nahm und teilweise die Mitarbeiter lieber online waren als Kundenanfragen am Telefon entgegenzunehmen wurde das kurzerhand untersagt. Zu privater Software auf Firmenrechnern wurde von mir ein Verbot erteilt. Entdecke ich trotzdem private Software wird diese sofort gelöscht und der entsprechende MA steht kurz vor einer Abmahnung. In Zeiten immer komplexer werdenden Netzwerken kann das dödelhafte installieren privater Software einen ganzen Betrieb lahmlegen.
Gruss Sebastian