Private oder gesetzliche Krankenversicherung?

Ich gehe demnächst ins Referendariat (Gymnasium) und brauche eine Krankenversicherung. Als Beamte auf Widerruf bin ich zu 50% beihilfeberechtigt, wenn ich mich privat versichern lasse. Daher ist es als Referendar günstiger, sich privat versichern zu lassen.
Wie sieht es aber langfristig aus? Ich muß davon ausgehen, nach dem Referendariat nicht unbedingt sofort verbeamtet zu werden, sondern zunächst in einem Angestelltenverhältnis zu stehen. Ist dann die private Versicherung immer noch günstig für mich? Oder wäre die gesetzliche KV besser? Wie schwierig ist es, nach 2jähriger Mitgliedschaft bei eine privaten Kasse in die Gesetzliche zurückzuwechseln? Kann mich eine gesetzliche Kasse wirklich verweigern, obwohl ich dann ja pflichtversichert sein muß?

Mir ist es vor allem wichtig, langfristig (auch hinsichtlich einer Versicherung im Alter - die private kann im Alter in Relation zum Einkommen sehr teuer werden!)gesehen die richtige Entscheidung zu treffen, mir geht es nicht um kurzfristige Ersparnisse!

Ich hoffe, meine Fragen können beantwortet werden, ich bedanke mich jetzt schon!
Gruß, Lynn Wallisch

Ich gehe demnächst ins Referendariat (Gymnasium) und brauche
eine Krankenversicherung. Als Beamte auf Widerruf bin ich zu
50% beihilfeberechtigt, wenn ich mich privat versichern lasse.
Daher ist es als Referendar günstiger, sich privat versichern
zu lassen.
Wie sieht es aber langfristig aus? Ich muß davon ausgehen,
nach dem Referendariat nicht unbedingt sofort verbeamtet zu
werden, sondern zunächst in einem Angestelltenverhältnis zu
stehen. Ist dann die private Versicherung immer noch günstig
für mich?

Ich würde es mal mit einer günstigen Betriebskrankenkasse versuchen. Ich möchte nicht sagen, daß das günstiger ist als eine PKV, aber interessant wäre es allemal. Leider darf ich hier keine Werbung betreiben, aber auf E-Mail-Anfrage nenne ich Dir gern ein paar Adressen.

Oder wäre die gesetzliche KV besser? Wie schwierig
ist es, nach 2jähriger Mitgliedschaft bei eine privaten Kasse
in die Gesetzliche zurückzuwechseln?

Wenn man nicht gerade versicherungspflichtig wird, ist es nur sehr schwer möglich, zurück in die GKV zu kommen. Ein beliebtes Sprichwort lautet ja auch „Einmal privat - immer privat“.

Kann mich eine
gesetzliche Kasse wirklich verweigern, obwohl ich dann ja
pflichtversichert sein muß?

Nein, das geht nicht. Es besteht ein sogenannter Kontrahierungszwang, d.h. eine Krankenkasse muß Dich aufnehmen, unabhängig von Vorerkrankungen etc.

Mir ist es vor allem wichtig, langfristig (auch hinsichtlich
einer Versicherung im Alter - die private kann im Alter in
Relation zum Einkommen sehr teuer werden!)gesehen die richtige
Entscheidung zu treffen, mir geht es nicht um kurzfristige
Ersparnisse!

Die privaten Krankenversicherer mußten vor einiger Zeit die Beiträge anheben, um für das Alter eine gewisse Rücklage zu bilden. Dies soll starke Beitragserhöhungen im Alter vermeiden. Leider kann ich Dir nicht sagen, wie das in der Realität genau aussieht.

Ich hoffe, meine Fragen können beantwortet werden, ich bedanke
mich jetzt schon!
Gruß, Lynn Wallisch

Ich hoffe, ich habe Dir damit weitergeholfen.

Gruß,
Henning

Hallo Radagast,

Ich würde es mal mit einer günstigen Betriebskrankenkasse
versuchen.

Dann zahlst du aber 100% Prämie, bekommst aber nur 50% Leistung… bei dem anderen bekommst 50% Leistung für 50% Prämie :smile:

Ich möchte nicht sagen, daß das günstiger ist als
eine PKV, aber interessant wäre es allemal.

Für einen Beamten wäre eine BKK ziemlich sicher nur dann eine Alternative, wenn er krank ist und somit nicht in die PKV kann. Leider aber war. Die Beamte haben da eben Status.

Wenn man nicht gerade versicherungspflichtig wird, ist es nur
sehr schwer möglich, zurück in die GKV zu kommen. Ein
beliebtes Sprichwort lautet ja auch „Einmal privat - immer
privat“.

Da hast du recht, aber es gibt immer Wege und Mittel :smile: nur es sind bedeutend weniger geworden.

Die privaten Krankenversicherer mußten vor einiger Zeit die
Beiträge anheben, um für das Alter eine gewisse Rücklage zu
bilden. Dies soll starke Beitragserhöhungen im Alter
vermeiden. Leider kann ich Dir nicht sagen, wie das in der
Realität genau aussieht.

Private haben auch früher schon diese Rückstellungen gebildet. Die einen mehr, die anderen weniger. Mindestens aber 2, irgendwas. Weiß ich nicht so genau. Neuerdings sind es 10% auf den Risikobeitrag ( für Tarife, die du auch im Alter haben musst). Und du solltest nicht jährlich die Versicherung wechseln. Erstens wirst nicht jünger und zweitens nicht gesünder und danach richtet sich hauptsächlich die Prämie. Dein Nachlass im Alter richtet sich auch nach der Dauer, die du bei dem Unternehmen warst, denn Rückstellungen werden dir zwar zugeordnet, aber du kannst sie nicht ins andere PKV - Unternehmen mitnehmen.

So long…

Marco :smile:

Vielen Dank für die Beiträge. Ich möchte jedoch eine wichtige Frage nochmals präzisieren:
Wenn ich durch einen neuen Job versicherungspflichtig werde, muß mich dann jede gesetzliche Kasse nehmen, auch wenn ich vorher privat versichert war? Oder können die mich trotz Versicherungspflicht ablehnen?

Gruß, Lynn

Hallo,
also nach der derzeitigen Rechtslage tritt dann keine
Versicherungspflicht mehr ein, wenn man das 55. Lebensjahr
vollendet hat und in den letzten fünf Jahren immer privat
oder nicht krankenversichert war.
Das hat natürlich zur Folge dass der Zutritt in die
gesetzliche Krankenkasse (auch nicht als freiwilliges
Mitglied)für immer verwehrt bleibt.
Tritt dagegen vor dem 55. Lebensjahr Versicherungspflicht
ein oder war man in den 5 Jahren davor auch nur für einen
Tag in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, dann kann man
Mitglied in einer gesetzlöichen Krankenkasse werden, aber nur dann.

Gruss

Günter

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ich muss hier Günther nur in einem verbessern: die GKV muss Dich nehmen! Du hast auch keine Wahl. Daher der name Pflichtversicherung. Bei Arbeitslosigkeit sieht es so aus: wenn Du noch nicht 5 Jahre privat versichert warst musst Du zurück. Ab 5 Jahre kannst Du wählen. Nunzu den Altersbeiträgen.Bei Freiwoillig versicherten ist es sehr oft der Fall, dass sie in der privaten billiger versichert sind als in der GKV. Das kommt daher, dass Du bei der GKV sämtliche Einkünfte als Rentner angeben musst. Daraus errechnet sich der Beitrag. Im Extremfall kommt schon mal knapp 900,- DM ´raus!. Zuschüsse vom Staat gibts auch keine mehr! Die privaten habe 2 Altersrückstellungen. Beide zusammen bewirken eine Nivellierung der Beiträge im Alter. Doch spielen wir mal den Fall durch, dass die Versicherung irre teuer wurde. Jede Versicherung muss seit 1995 einen Standart-Tarif zur Verfügung stellen, der nicht teuerer als die GKV sein darf… hat aber auch nicht mehr Leistungen. Z. Zt ist dieser Tarif günstiger, als die GKV. Du gehst also absolut kein Risiko ein. Als Beihilfeberechtigter schon gleich gar nicht. Du erhältst als Pensionär 70% Beihilfe, musst also nur 30 % versichern. Das ist enorm günstig.
Also schlage zu, geh in die Private!
Grüße
Raimund

hallo, Radagast,
willst Du die güntigste Kase wissen? Sieh mal auf http://versicherungs-hilfe.cityfinanz.de/vergleich/d….
Die ist zwar noch nicht auf 2001 umgestellt, doch als Hilfe ist sie immer noch gut geeignet.
Grüße
Raimund

…„Einmal privat - immer privat“.

Dieser Satz ist, wie so vieles, was die GKV von sich gibt falsch. Einmal heißt es nicht: privat, sondern aus der Solidargemeinschaft der GKV. Du wirst also nicht „bestraft“, weil Du in die private Konkurrenz gegangen bist. Und zum zweiten, Du musst in die Kasse zurück, wenn Du unter der BBG verdienst (bis um 55 LJ). Das ist oft traurige Wirklichkeit. Es gibt auch so gut wie keinen Grund, warum man in die GKV gehen sollte.

Kann mich eine
gesetzliche Kasse wirklich verweigern, obwohl ich dann ja
pflichtversichert sein muß?

Die privaten Krankenversicherer mußten vor einiger Zeit die
Beiträge anheben, um für das Alter eine gewisse Rücklage zu
bilden. Dies soll starke Beitragserhöhungen im Alter
vermeiden. Leider kann ich Dir nicht sagen, wie das in der
Realität genau aussieht.

Das ist eine Falschausage: Eine Private erhöht wie die GKV auch die Beiträge, wenn die Kosten die Einnahmen auffressen. Die Privaten machen im Gegensartz zu den GKV´s seit jeher Altersrückstellungen. Wie marco schon sagte, die einen mehr die anderen weniger. In den letzten Tagen des dezembers von 1999 versuchte die jetzt geschasste Frau Fischer (Grüne) den Privaten ein Bein zu stellen und führte dfie vom Versicherungswilligen zu zahlende AR von 10% ein. Ich würde ihr am liebst die Hände küssen (trotz BSE-Verseuchung)! Früher musste ich mir den Mund fusselig reden, damit meine Kunden etwas nebenher ansparten. Jetzt werden sie gezwungen. Trotzdem geht die Schere GKV-PKV immer weiter auf. Die Beiträge im Alter sind auch schon längst kein Problem mehr! Wenn Du mit 25 - 30 in die Private gehst, kannst Du mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass Du so gut wie keine Anpassungen mehr hast. Ob das, was geplant wurde, tatsächlich eintritt, auch kommen wird, ist Zukunftsspekulation: AB (= jahren soll der Beitrag dann auf fast 0,- DM sinken.
Wenn die Kasssen so weiter machen, sind sie überhaupt keine Alternative mehr!
Leider! Denn sie haben eine wichtige, soziale Aufgabe!
Grüße
Raimund