Privater arzneiverkauf

hallo.

siehe:
http://www.gofeminin.de/forum/Couple3/__f550_Couple3…

was muß die verkäuferin befürchten, wenn die käuferin aufgrund des gekauften medikaments gesundheitliche schäden davonträgt und die verkäuferin verklagt?
welcher straf(?)tatbestand liegt allein des angebots wegen vor?
macht sich auch eine evtl. käuferin strafbar?

gruß

michael

Das Angebot ist schlichtweg verboten! Strafbar macht sich die Verkäuferin, weil sie keine Arzneimittel, egal woher sie hat, verkaufen darf. Das darf nur ein Apotheker(in) in den vorgeschriebenen Räumen.

Der Käufer macht sich nicht strafbar, außer wenn es sich hier um ein BTM (Betäubungsmittel) handeln würde. Es ist aber sehr riskant über das Internet einzukaufen. Wer garantiert, daß die Pillen auch wirklich den Wirkstoff haben, der draufsteht (Reklamationsgrund Kind? Wenn es nicht klappte, mit der Verhütung!). Wer garantiert, daß diese Pillen korrekt gelagert worden sind.

Wenn nun diese Pillen verseucht waren, dann kommt es auf die Beweise an. War tatsächlich die Substanz drin, die draufsteht. War diese Substanz auch richtig gelagert worden (Verfallen können sie noch nicht sein). In jedem Fall müßte der Staatsanwalt prüfen, ob hier ein Verstoß gegen das Arzeimittelgesetz vorliegt (einmaliges Handeln oder Geschäftemacherei). Wenn natürlich die Pillen alle brav geschluckt wurden, wird es schwierig mit der Beweislage. Solltest Du betroffen sein, dann befrage einen Anwalt, der sich mit medizinischen Fragen auskennt (Anwaltskammer, Amtsgericht kennt die Leute). Bedenke, daß ein Kind grundsätzlich kein Schaden ist.

Es gibt Untersuchungen der Apothekerverbände (www.abda.de), daß ein sehr gefährlicher Teil der über Internet angebotenen Pillen nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Besonders gerne wird in „Viagra“ alles mögliche hineingetan, bloß nicht der tatsächliche Wirkstoff. Selbst Gifte, aber auch stinknormalen Milchzucker wurden schon in „Import-Medikamenten“ gefunden. Ich will es nicht wissen, wieviele Leute durch gefälschte Pillen krank geworden sind bzw. starben.

Anmerkung: Ich bin kein Pharmalobbyist, sondern „nur“ mit einer ganz normalen Apothekerin verheiratet. Zu meiner täglichen Lektüre gehören fast alle wichtigen medizinischen Zeitschriften. Aus denen wähle ich dann die Artikel aus, die meine Frau zu lesen bekommt.

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