Privates Notebook am Arbeitsplatz

Ich fahre jeden Tag zur Arbeit 70 km mit der Bahn. Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, habe ich ständig mein Notebook mit dabei. Mein Arbeitgeber verlangt nun, daß ich das Notebook zu Hause lasse, da für die Firma damit ein Sicherheitsrisiko bestände. Ich könnte ja Daten aus der Firma mit nach Hause nehmen. Die Haltung kann ich im Prinzip ja nachvollziehen. Aber kann der Arbeitgeber wirklich verlangen, daß ich das Notebook zu Hause lasse, wenn ich zum einen ja dafür unterschrieben habe, keine Daten mitzunehmen und andererseits das Notebook tagsüber immer in meiner Tasche ist und nie auf dem Tisch liegt? Welche rechtliche Grundlage gibt es hierfür?

Im Prinzip gibt es doch ganz andere Möglichkeiten, Daten mitzunehmen als mit einem Notebook. Zum Beispiel könnte jemand ja auch Daten kopieren, oder per eMail verschicken, auf PDA oder Handy übertragen. Die heutige Technik ist doch im Prinzip unbegrenzt. Sollte nicht da auch ein gewisser Grad an Vertrauen zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber bestehen?

Vielen Dank im Voraus für jede erdenkliche Hilfe und

fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Hagen Mattik

Hallo,

mein Gott, eine OnTopic-Frage, wie kannst Du nur… first at all: IANAL.

Mein Arbeitgeber verlangt nun, daß ich das Notebook zu Hause
lasse, da für die Firma damit ein Sicherheitsrisiko bestände.
Ich könnte ja Daten aus der Firma mit nach Hause nehmen. Die
Haltung kann ich im Prinzip ja nachvollziehen.

Ich auch.

Aber kann der Arbeitgeber wirklich verlangen, daß ich das
Notebook zu Hause lasse, wenn ich zum einen ja dafür
unterschrieben habe, keine Daten mitzunehmen und
andererseits das Notebook tagsüber immer in meiner Tasche
ist und nie auf dem Tisch liegt?

IMHO: ja. Auf jeden Fall kann er Dir verbieten, eigene hardware in sein Netz zu integrieren (wie auch immer: WLAN geht mit laptop ja besonders schnell).

Welche rechtliche Grundlage gibt es hierfür?

Die kenn ich nicht. Im Zweifelsfall solltest Du Dich mit solchen Problemen an den Betriebsrat wenden, die sind fuer sowas da.

Im Prinzip gibt es doch ganz andere Möglichkeiten, Daten
mitzunehmen als mit einem Notebook. Zum Beispiel könnte jemand
ja auch Daten kopieren, oder per eMail verschicken, auf PDA
oder Handy übertragen.

Das waere eine Argumentation, die Du gegen die Begruendung Deines Arbeitgebers verwenden koenntest. Der Schuss kann natuerlich auch nach hinten losgehen: Handy/PDA-Verbot[1], keine zugaenglichen Wechsellaufwerke mehr, email nur an Adressen einer white list.

Die heutige Technik ist doch im Prinzip unbegrenzt.

Nein, nicht ganz.

Sollte nicht da auch ein gewisser Grad an Vertrauen
zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber bestehen?

In der Tat. Wende Dich mit genau dieser Argumentation an den Betriebsrat. Insbesondere, wenn Du auf den Arbeitswegen vielleicht sogar fuer den Arbeitgeber taetig bist (was Du natuerlich auf jeden Fall bist) sollte es im Interesse der Entscheider sein, dass Du das notebook mitbringst. Je nach Groesse des Unternehmens kannst Du vielleicht einen Kompromiss vorschlagen, dass Du beim Betreten des Firmengelaendes den Rechner in vertrauensvolle Haende (Pfoertner, Admin, $Vorgesetzten) gibst.

fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Danke gleichfalls.

HTH,
Gruss vom Frank.
===footnotes===
[1] Gesehen in einer grossen deutschen Firma: Linse der DigiCam im Handy wird am Eingang abgeklebt. Wer mit offener Linse erwischt wird, wird ‚nach draussen gebeten‘.

Also ich habe da eine ganz andere Erfahrung gemacht. Die Mitarbeiter welche ab und zu mal Langeweile haben öffnen Seiten an die ich zu Hause gar nicht denken würde. In einer Firma haben die Dialer und Co. wenig Wirkung wegen Hardwarefirewall usw. aber eine Firma hat mit ihren Standleitungen und ihren Mitarbeitern riesige Sicherheitslöcher. Ich habe nie einen Virus oder Dialer gehabt bis ich mein Notebook an so ein Firmennetz angeschlossen habe. Sie glauben gar nicht wie verseucht so ein Firmennetz ist!!! In Ihrem eigenen Interesse: Nehmen Sie sich einen USB Stick oder so etwas mit und bevor Sie ihn zu Hause anschließen auf Viren, Trojaner und Dialer überprüfen.

In einer
Firma haben die Dialer und Co. wenig Wirkung wegen
Hardwarefirewall

Kannst Du mir das erklären? Ich habe das noch nicht verstanden.

In Ihrem eigenen Interesse: Nehmen Sie sich einen USB Stick
oder so etwas mit und bevor Sie ihn zu Hause anschließen auf
Viren, Trojaner und Dialer überprüfen.

Uch?

Hallo,

rein rechtlich kannst du da nichts machen. Der Arbeitgeber kann bestimmen was du an Gerätschaften rein und raus aus dem Gelände bringen darfst, wenn es sich dabei um Sachen handelt, die eine potentielle Gefahr darstellen. Dieser Gefahrenbegriff ist dabei höchst vielschichtig, und so fallen unter entsprechende Verbote Dinge wie alkoholische Getränke, Waffen, aber durchaus auch eigene Arbeitsmittel, und Dinge, die geeignet sind der Industriespionage zu dienen. Speziell im IT-Umfeld gibt es dazu üblicherweise auch Betriebsvereinabrungen, die den Anschluss privater Hardware am Firmennetzwerk und den Austausch von Daten über private Datenträger, etc. verbieten. Dies ist inzwischen eigentlich Standard und es lohnt daher auch nicht, sich darüber aufzuregen. Dabei zählt das Argument, dass es ja auch andere Wege gibt nicht.

Gruß vom Wiz

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