Salut.
Ich will das mit dem OT-Smalltalk mal nicht zu weit führen, sonst wird der Mod noch böse, aber einmal muss ich noch antworten:
Das ist deine Meinung, weil du dich selbst und auch objektiv
unter Drucks siehst.
Das bin ich ja auch.
Es ist ja nicht so, dass ich zu spät angefangen hätte zu lernen. Im Gegenteil, ich war im Referendariat von Anfang an sehr fleißig. Es gibt auch keine Themen, die ich noch lernen möchte, die mir gänzlich neu sind. Das Problem ist einfach die Stofffülle. Es ist so viel, dass man, auch wenn man anderthalb Jahre fleißig lernt, nicht immer alles parat haben kann. Um aber zu den Klausuren möglichst viel parat zu haben, finde ich es ungemein wichtig, gerade in den letzten Wochen vor den Klausuren (also jetzt) alles noch mal im Schnelldurchlauf zu wiederholen und dann die letzten Tage die absolut wichtigsten Dinge, die man wissen muss, noch nicht sicher im Gedächtnis hat ein paar mal anzusehen. Genau da stehe ich, und ich wüsste nicht, wie das anders gehen soll. Ich wüsste auch nicht, wie ich mir nur einen Tag frei nehmen könnte; dafür ist es einfach viel zu viel Stoff.
unüberlegten, unsorgfältigen Handlungen -> siehe dein
hartes Schuldeingeständnis zu diesem Tread
Das führe ich nicht auf Stress zurück. Ich bin auch nicht annähernd so ängstlich, verzweifelt und traurig und gestresst wie vor der ersten Staatsprüfung. Erstens bin ich jetzt ja viel besser vorbereitet als damals, zweitens darf ich in den Klausuren immerhin vier Kommentare benutzen. Den Umgang mit diesen Büchern habe ich geübt, ich hoffe, die gesuchten Informationen dann zu finden, und alles, was da drin steht, muss ich schon mal nicht mehr auswendig wissen. Jedenfalls nicht zu den Klausuren.
Der ganze Stoff muss
sich ja auch setzen.
Tut er ja. Es funktioniert ja. Mein Gehirn droht vor lauter §§ zu platzen, die sind da alle drin.
Das menschliche Hirn kann zwar viel, aber
ein unendliches Füllhorn ist es eben nauch nicht.
Und genau deswegen wird es zu den Prüfungen Dinge geben, die ich nicht weiß; ich habe das akzeptiert.
Das glaube ich dir unbesehen, aber schließlich habe ich
bemerkt, dass du Stresssymptome zeigtst
Ich finde, dafür, dass bald die wichtigste Prüfung meines Lebens ansteht, bin ich ziemlich ruhig, und das auch nur, weil ich eh alles Menschenmögliche getan habe.
Oh je, man merkt, dass du dich mit Juranoten nicht auskennst
Siehste, das ist MEIN Vorteil
.
Ehrgeiz ist gut und es ist auch gut, wenn du es mit 1 schaffen
willst.
Nein, nein, ich erkläre es dir mal kurz. Es gibt diese Noten:
Sehr gut
Gut
Vollbefriedigend
Befriedigend
Ausreichend
Mangelhaft
Ungenügend
Ein Sehr gut schafft (fast) niemand. Ein Gut ist sehr selten. Vollbefriedigend klingt zwar wenig spektakulär, doch auch ein Vollbefriedigend bekommt man nicht so leicht. Wer es hat, hat ein sog. Prädikatsexamen. Was ich damit sagen will: Ich wäre schon der glücklichste Mensch unter Gottes Sonne, wenn ich ein Vollbefriedigend schaffte. Das ist nämlich für Normalsterbliche bereits „sehr gut“. Ich zitiere mal die Wikipedia:
„Es zählt zu den traditionellen Besonderheiten der deutschen Juristenausbildung, dass die Benotung außerordentlich sparsam erfolgt. Die meisten bestandenen Prüfungen werden nur mit „ausreichend“ bewertet. Nur ca. 15 % der Absolventen erreichen die Notenstufen „vollbefriedigend“ oder besser. In beiden Staatsexamina werden die Abschlussnoten „sehr gut“ und „gut“ nur in Ausnahmefällen erreicht. Ein „sehr gut“ wird in manchen Bundesländern sogar nur alle paar Jahre vergeben.“
Aber man kann sich auch selbst unter Druck setzen und
damit gerade das Gegenteil erreichen.
Ich habe aber mit meinem Lernen erreicht, dass ich jetzt viel mehr weiß und kann als vor zwei Jahren.
Ein bisschen Lockerheit
und Mut zur Lücke kann evtl. zu mehr Erfolg führen.
Den habe ich! Was glaubst du, was ich mache, wenn ich einen Bebauungsplan auf Rechtmäßigkeit überprüfen soll? Nach Hause gehen. Zumindest könnte ich das dann.
Enstspanne dich und vetraue darauf, dass du weißt, dass du
fleißig warst und deshalb auch viel weißt. Du hast viel
gelernt und weißt viel, und genau das, was du weißt, wird auch
abgefragt und alles andere ist eh uninteressant oder nicht
sooo wichtig, um ein guter richter oder Anwalt zu werden.
Wichtig ist vor allem die Note. Ohne gute Note nix guter Job.
Was
du wissen musst, wird dir der Alltag ziegen und da hast du
noch genug Zeit, dich vorzubereiten um deine Sache gut zu
machen
Vertrau mir, ich bereite mich nicht auf meinen Beruf vor, sondern nur auf die Prüfung. Ich wäre völlig außerstande, morgen spontan als Volljurist zu arbeiten. Dass ich da noch ganz viel anderes lernen muss, versteht sich von selbst.
Noten sind das Eine.
In Jura nach wie vor fast alles, jedenfalls aber sehr viel.
Und wenn das bei der Wahl der
Richter anders ist, dann stimmt da was im System nicht.
Das sehe ich etwas anderes. Ich finde es schon richtig, wie es ist: Richter kann man überhaupt nur werden, wenn die Note stimmt. Es kann ja nicht sein, dass Leute, die kein richtiges Feeling für Jura haben, richten dürfen. Das heißt aber ja nicht, dass die Note allein ausreicht, um Richter zu werden. Natürlich gibt es auch hier eine weitere Auslese.
So, ich glaube, dabei sollten wir es belassen. Das interessiert hier ja außer Irubis, dir und mir keinen 
Levay
.
(