Hallo!
Ich las grad’ einen Artikel im Spiegel, http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,204456-3,00.html, zum Thema Karriere & Führungspositionen, und bin über folgenden Abschnitt gestolpert:
Ob für den künftigen Manager eine Universität oder eine Business-School die bessere Vorbereitung ist, meint Beiersdorf-Manager Welters, „da bin ich echt gespalten“. Die Absolventen der privaten Hochschulen „verkaufen mir ihr Studium ganz begeistert, ohne die Nachteile zu sehen, etwa die Verschulung“. An den Massenuniversitäten muss man sich durchkämpfen - auch keine schlechte Vorbereitung auf die Wettbewerbswelt.
Ich selbst bin auf einer Privatuni, und ja, es ist schon irgendwie „verschult“. Was mich jetzt interessieren würde: was heißt eigentlich „verschult“, warum ist das so schlecht, und was kann man machen um den oben erwähnten daraus evtl. entstehenden Nachteilen entgegenzuwirken? Also ich persönlich seh die Nachteile nämlich auch nicht… denn wir machen hier wirklcih so viele Präsentationen, Aufsätze etc. in Teamarbeit und können uns die Zeit selbst einteilen (müssen das sogar, weil wir sonst in der Arbeit ersticken würden) … oder meint der Beiersdorf-Manager da was anderes mit „verschult“ als „gesagt kriegen was man wann machen soll“?
Viele Grüße,
Dennis =o)
Hallo Dennis,
Ob für den künftigen Manager eine Universität oder eine
Business-School die bessere Vorbereitung ist, meint
Beiersdorf-Manager Welters, „da bin ich echt gespalten“. Die
Absolventen der privaten Hochschulen „verkaufen mir ihr
Studium ganz begeistert, ohne die Nachteile zu sehen, etwa die
Verschulung“. An den Massenuniversitäten muss man sich
durchkämpfen - auch keine schlechte Vorbereitung auf die
Wettbewerbswelt.
Ich selbst bin auf einer Privatuni, und ja, es ist schon
irgendwie „verschult“. Was mich jetzt interessieren würde: was
heißt eigentlich „verschult“, warum ist das so schlecht, und
was kann man machen um den oben erwähnten daraus evtl.
entstehenden Nachteilen entgegenzuwirken? Also ich persönlich
seh die Nachteile nämlich auch nicht… denn wir machen hier
wirklcih so viele Präsentationen, Aufsätze etc. in Teamarbeit
und können uns die Zeit selbst einteilen (müssen das sogar,
weil wir sonst in der Arbeit ersticken würden) … oder meint
der Beiersdorf-Manager da was anderes mit „verschult“ als
„gesagt kriegen was man wann machen soll“?
Nicht verschult meint meistens, dass man eine breitere Auswahl der zu belegenden Fächer hat, freier sich für nicht-Hauptfach-Sachen interessieren kann (Psychol., Phil., Architektur,…). Weiterhin ist auch eine fehlender verbindlicher Studienablauf gemeint, man muss/kann dasss Seminar nicht im Semester X machen, sondern im Semester X-1 oder X+2.
Tschuess Marco.
P.S.: Wie ist es mit der HP- Geschichte ausgegangen ?
Hallo Dennis,
nicht verschult heisst schlicht und ergreifend, dass Dir niemand Deinen Hintern pudert bei der Gestaltung Deines Studiums.
Du bist mit knapp Tausend Studies (pro Studienjahr!) bei einem unübersichtlichen Studienangebot (kaum Vorgaben) mit begrenzten Seminarplätzen (die ausgelost o.ä. werden) ohne jegliche Hilfe in einem Moloch von Riesenuniversität (bis zu 60T und mehr) Dir völlig selbst überlassen, nach dem Motto „Lern Schwimmen oder geh unter“.
Es gibt niemanden, der Dich am Anfang begrüsst und Dir den Weg zeigt, es gibt niemanden, der Dir hilft, Dein Studium zu organisieren, keiner ermahnt Dich, doch endlich mal fertig zu werden, Deinen Prof siehst Du nur von ferne und wenn Du verloren gehst auf Deinem Weg…
(War jetzt natürlich übertrieben…)
Das prägt Dich natürlich schon ganz anders, als ein rel. klar durchstrukturiertes Studium in kleinen Gruppen mit hoher Betreuungsquote, wie Du Dir denken kannst. (Im positiven wie negativen Sinne)
Grüße
Jürgen
Hallo Dennis,
Jürgen hat es ja sehr plastisch geschildert
), wo der
Unterschied zwischen einer Privatuni und einer staatlichen
Institution liegen KANN. Tatsächlich ist in vielen Studiengängen
(getrost kann ich hier aus eigener Erfahrung vor allem für den
geisteswissenschaftlichen Bereich sprechen) Hauptinhalt des
Studiums, die Arbeit selbst organisieren und sich selbst auch
über längere Zeit motivieren zu lernen.
Deine Frage hatte aber ja noch einen anderen Hintergrund, wenn
ich Dich richtig verstanden habe: wie kannst Du diesen
scheinbaren oder tatsächlichen „Nachteilen“ einer Privatuni
entgegentreten, wenn sie im Vorstellungsgespräch benannt werden?
Nun, eine Möglichkeit ist, Beispiele für selbstorganisiertes
Lernen zu finden, die Du erlebt hast. Dabei ist es egal, ob in
der Uni oder ausserhalb. Sicher musstest auch Du einige Hürden
überwinden, um an diesen Studienplatz zu kommen - ein gutes
Beispiel für Durchsetzungsvermögen, das Privatuni-Absolventen
leicht abgesprochen wird. Auch zum Bereich Selbstmotivation
fällt Dir sicher etwas ein.
Viel Erfolg
Claudia
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Dennis,
Ich selbst bin auf einer Privatuni, und ja, es ist schon
irgendwie „verschult“. Was mich jetzt interessieren würde: was
heißt eigentlich „verschult“, warum ist das so schlecht, und
was kann man machen um den oben erwähnten daraus evtl.
entstehenden Nachteilen entgegenzuwirken?
„verschult“ bedeutet schulartig organisiert. D.h. es gibt verbindliche Lehrpläne, einen organisatorischen Rahmen der auch funktioniert und zuzuordnende Verantwortlichkeiten wenn es Probleme gibt.
„Nicht verschult“ ist besonders an staatlichen Unis ein anderer Ausdruck für strukturelle und organisatorische Probleme aller Art, oft minderqualifiziertes Personal, Zeitarbeit und hohe Fluktuation, chronische Unterfinanzierung und die mit diesen Defiziten einhergehenden Probleme.
Viele Studenten sehen das sogar als Vorteil an weil sie dadurch „Überleben im Chaos“ trainieren können. Was teilweise sogar zutrifft. Zudem ist das Studium an einer Staatsuni (noch) weitgehend kostenlos. Und daher lässt sich studentenseitig gegen solche Missstände wenig machen - wer schaut schon dem geschenkten Gaul so genau ins Maul?
Viele Grüße,
Guido Strunck