Hallo,
wir hätten die Möglichkeit recht günstig einen Privatwald zu erwerben. Welche Vor- und Nachteile bzw. Rechte und Pflichten gibt es? Kann man „Forstwirtschaft“ für den Eigenbedarf (Brennholz für Holzheizung) betreiben? Gibt es Folgekosten?
Hallo,
was Rechte und Pflichten betrifft ist dies Ländersache. Deshalb empfehle ich, sich beim zuständigen Forstamt/Forstbehörde zu informieren.
Forstwirtschaft für den Eigenbedarf ist bei überschaubarer Waldfläche gut möglich. Dafür bitte ebenso beim Forstamt nachfragen, ob ein Motorsägenkurs vorgeschrieben wird, bevor man den ersten Baum schlägt.
Wichtig ist auch, ob das betreffende Waldstück von Naturschutzauflagen betroffen ist, wie Biotope, Vogelschutzflächen, usw.
Dies erfährt man bei der Naturschutzbehörde des zuständigen Landkreises.
Keine Ahnung. rag doch den Förster eines Forstes Deiner Region.
Ich kenne die Regeln nur in der Schweiz.
Erstens kostet das oft Wegrecht und Gemeindewerk. Ist aber nicht teuer. Man muss das Grundstück als Vermögen versteuern - ist aber auch kaum der Rede wert.
Man kann den Wald natürlich nutzen, allerdings untersteht auch der Privatwald dem Waldgesetz. Also keine unbewilligte Kahlschläge etc.
Ansonsten finde ich das eine tolle Sache, eine gesunde Freizeitbeschäftigung und gute Quelle für Brennmaterial.
Ich wünsche jetzt schon viel Spass
Stephan Schlatter
Eines vorweg: Kauf den Wald. Gerade in der jetzigen Zeit eine sichere Anlageform. Energie wird sicher nicht mehr billiger.
Ein paar Gedanken zu dem Thema von mir:
Klar kannst Du selber Waldarbeiter spielen und nach Belieben (Einschränkungen regelt das Waldgesetz) Bäume fällen. Die Fähigkeiten dazu erlangst Du bei einem Kurs.
Du wirst zu Beginn mit dem Wald kaum Geld sparen, dich aber unabhängiger machen und langfristig profitieren.
Laufende Kosten sind regional unterschiedlich, hier bei uns sind es z.B. Beiträge zur Berufsgenossenschaft, Waldbrandversicherung, Grundsteuer und Wasser- und Bodenverband. Aber bei 2 ha ist das nicht viel.
Aber Du wirst, wenn Du bisher kein Brennholz gemacht hast noch investieren müssen:
Eine ordentliche Brennholzausrüstung kostet knapp 2000 € (Säge 500-1000, Schutzkleidung und Helm 200, Spaltaxt, Keile, Packzange, Fällheber, Kanister, Werkzeug, Ketten und vielleicht Spaltgerät und Wippsäge). Außerdem brauchst Du genug Platz für die Lagerung. Der Feuchtegehalt ist das A und O, damit beeinflusst Du direkt Wirkungsgrad und Emissionen. Laubholz muss mindestens drei Sommer luftig trocknen.
Interessant wäre natürlich Standort und Baumbestand (Alter, Menge, Baumarten). Du solltest den Wald gut erreichen können (Entfernung, Weg und Hanglage beachten) und die Grenzen sollten klar sein. Ich wage mal die Aussage, ein guter Standort mit 2 ha nicht zu jungem, nicht zu lichtem Laubwald reicht für ein modernes Einfamilienhaus um sich unabhängig zu machen.
Verantwortung musst Du übernehmen, wenn Dein Wald an öffentlichen Wegen liegt, Straße, Fahrrad-, Reit- oder ausgewiesener Wanderweg. Dann bist Du für die Verkehrssicherung zuständig und musst kontrollieren, dass keine Bäume oder Äste auf die Wege stürzen können. Das kann unter Umständen nervig sein. Mal den örtlichen Förster fragen, die machen so was oft mit.
Nachteil von eigenem Wald:
Du brauchst Zeit und Hilfe. Brennholz macht sich nicht von alleine und wenn die Säge dabei ist muss man immer mindestens zu zweit sein.
Bei der Ausrüstung reicht nicht mehr die billige Baumarktqualität, die bei den Obstbäumen noch passte. Hier muss jetzt eine ordentliche STIHL o.ä. her und Schnittschutz und nötiges Werkzeug ist auch Pflicht.
Neben Verkehrssicherung kannst Du auch Ärger mit Nachbarn bekommen.
Du brauchst Platz für die Holztrocknung.
Dein Wald ist natürlichen Gefahren ausgesetzt, er könnte abbrennen, umgeblasen oder aufgefressen werden. Ein Totalverlust ist möglich, wenn auch sehr unwahrscheinlich.
Vorteile sind unter anderem:
Unabhängigkeit von Holz- bzw. Energielieferanten
Man betätigt sich in der Natur und entwickelt eine gesunde Einstellung zu Wald, Holz und Heizung
Wenn man Holz auch verkauft (Stichwort Durchforstung) ist man auch Forstunternehmer und das Finanzamt akzeptiert entsprechende Ausgaben (Vergleichbar mit Solaranlagen-Besitzern).
So, hoffe es waren ein paar interessante Infos dabei.
Hallo,
leider kann ich hierzu keine „fachkundige“ Auskunft geben. Dazu fehlt mir das nötige Wissen. Jedoch würde ich mich an das zuständige Forstamt bzw. Förster wenden, hier kennt man sich aus.
Viele Grüße
- Torsten -