Pro und Contra

Hallo,

ich gehe dann auf die 30 zu…und da überlegt man sich schon mal, ob man sein Leben lang Miete zahlen will oder doch lieber Zinsen, Steuer und Tilgung.

Ich finde Miete zahlen eigentlich nicht so schlecht, man ist flexibel und muss sich um nichts kümmern.

Andererseits habe ich das Gefühl, Geld herzuschenken…und wenn ich mir die alten Rentner anschaue, die bei uns im Wohnblock wohnen…naja, so möchte ich eigentlich nicht enden.

ANDERERSEITS habe ich das Gefühl, dass Immo-Kauf doch eine verdammt teure Geschichte ist. Ich war neulich beim BHW-Berater und der erzählt mir mal ganz locker, dass ein 100.000er Bausparer 1.000 € kostet. (1%).

Tja, und die ganzen „Nebenher-Kosten“…da wird einem ja auch das Blaue vom Himmel runtergelogen…alles kein Problem…die Provision lockt eben.

Ich möchte halt vermeiden, dass ich mich übernehme. Kann hier jemand mal seine Erfahrungen berichten? Wer den Schritt gemacht hat, und vielleicht bereut? Oder absolut gute Entscheidung? Oder umgekehrt, KEINE Immo gekauft und nachher schlecht/gut gefunden?

DANKE!!

Hallo timekiller,

ich gehöre zur Fraktion der Proimmobilisten und hab selber eine Hütte gekauft.

Meine Argumente pro:

  • Ein Objekt dieser Größe gemietet, wäre teurer, als bei den momentanen Zinsen gekauft.

  • Ich kann in einem relativ weiten Rahmen tun und lassen was ich will, ohne vorher einen Vermieter zu fragen, ob ich es darf (An-, Aus- oder Umbauen z.B.)

  • Wenn die Hütte abgezahlt ist, hab ich das Geld, das ich dafür verwendet habe von dann an ‚frei‘

  • Ein gekauftes Objekt hat meist einen höheren Standard, als etwas gemietetes (man gönnt sich ja sonst nichts)

Natürlich gibt es auch Gegenargumente:

  • Man verschuldet sich auf recht lange Zeit recht massiv

  • Man wird sehr unfelxibel bezüglich Umzug (über eine längere Distanz)

  • Anfangs hat man weniger Geld zur Verfügung als Leute, die Miete zahlen

Das letzte Contraargument wird aber im Laufe der Jahre immer geringer, mein Chef z.B. zahlt mittlerweile mehr Miete (kalt), als ich zusammen für Zinsen und Tilgung berappe. Die Nebenkosten sind einigermaßen vergleichbar.

Ich hatte mir damals lange einen Kopf gemacht, ob ich ein Haus kaufen soll oder nicht, hab mich dann dazu entschlossen eines zu kaufen und bisher nicht bereut.

Pauschal läßt sich das aber nicht sagen.
Bei uns war z.B. ein großer Garten ein muß, weil wir Kinder wollten, die mittlerweile gerne in diesem Garten spielen, andere wollen unbedingt keinen Garten …

Finanziell rechnet sich das m.E. momentan schon, weil die Zinsen so hübsch niedrig sind.

Gandalf

Hallo,

Gandalf hat das Wesentliche schon gesagt.

Wir haben ein freistehendes Einfamilienhaus gekauft.
Wir müssen auf fast nichts Rücksicht nehmen, das ist Freiheit pur!
Und vor allem: Diese Freiheit hat man vom ersten Tag an.

Je nach beruflichen und privaten Zielen würde ich mich fragen, ob 1% Tilgung wirklich das Wahre ist, denn da zahlt man wirklich ewig, und im Gesamten gesehen auch viel.
Aber selbst bei 1% bezahlt man auf’s Leben betrachtet deutlich weniger als in Miete.
Geh mal zu einer grösseren Bank und lass dich beraten.

Gruss,
TR

Schweiz: Eigentümer garnieren drei Mal

Guten Tag, Timekiller

In der Schweiz fährt der Eigentümer finanziell deutlich besser als
der Mieter; dennoch sind die Schweizer ein Volk von Mietern. Weshalb?

Die Bevorteilung der Eigentümer liegen vor allem beim Schuldenabzug
in der Steuererklärung und bei der (viel zu tiefen) Ansetzung des
Eigenmietwerts als Einkommen. Wer bei uns also bereits so gut
gestellt ist, dass er Wohneigentum vermag, wird vom Staat belohnt.
Wer so gut gestellt ist, dass er eine sehr hohe
Hypothekarverschuldung eingehen kann, kann ausserdem mehr Kapital in
gewinnbringenden Bankgeschäften anlegen.

Wer keine Reserven hat oder anlegen kann, wird schwer belastet und
daran gehindert, je Wohneigentum zu erwerben.

Stellen wir uns vor, ein Eigentümer und ein Mieter wohnen in einer
identischen Wohnung: Dann hat der Mieter in der Schweiz über 20%
höhere Lebenskosten (nach Steuern) als der Eigentümer. (Du kannst ja
ein solches Beispiel für Deutschland durchrechnen, falls du dort
wohnst.)

Freundlich grüsst

Rolfus

Hallo,
der Hauptgrund gegen Wohnen in der eigenen Immobilien ist die fehlende Flexibilitaet, Arbeiten an anderem Ort kostet dann zusaetzlich.

Rein finanziell ist es wohl guenstiger als Mieten, rechne doch mal durch, die Tabellenkalkulation ist doch schon da. Bitte mit Inflation, so 2 Prozent Mietsteigerung, und dann bis Du aufhoeren willst zu wohnen, nicht nur 20 oder 30 Jahre. Selbst bei diesen kurzen Zeitraeumen lohnt es sich meist schon zu kaufen. Die Miete duerfte ewig teurer werden, Dein Eigenheim hat seinen Kaufpreis fest, dann noch die Zinsen einige Jahre, und dann nur noch Reparaturen, und zwar fast wenn Du willst.

Gruss Helmut

Hallo,

ein wichtiger Aspekt ist auch, daß man nur eine Immo, sollte sie denn auch für die Altersvorsorge sein, sofort nutzen kann. Dies kann man mit keiner anderen Altersvorsorge machen, soweit mir bekannt ist.

Gruß
Tobi

Hallo timekiller und alle Anderen!

Zur berühmten „Pro und Contra“-Frage möchte ich auch meinen Senf dazugeben:
Ich habs vor ein paar Jahren getan (ETW) und bereue es bis jetzt (noch) nicht. Im Gegenteil, ich könnte mich in den Hintern beissen, weil ich es nicht schon eher gemacht habe. Aber irgendwann zb. bei der nächsten Mieterhöhung kommt der Zeitpunkt, da es dann „klick“ macht und das Rechenwerk im Kopf zu rattern anspringt. Aber es gibt dennoch einige wenige Punkte, bei denen ich es heute anders machen würde:

  1. Möglichst alleine Eigentümer (ohne Frau, Freundin etc.) werden. Die Finanzierung sollte daher natürlich auch für einen alleine tragbar sein.

  2. Die Tilgung nicht zu hoch, aber auch nicht zu niedrig ansetzen. Bitte keinesfalls eine 1%-Tilgung erwägen, da bleibst du besser weiterhin Mieter. Aber die Belastung auch nicht zu hoch ansetzen, denn in Deinem Alter braucht man doch noch mehr Geld zum Leben als etwa ein 50-Jähriger.

  3. Bei einem älteren Bestands-Objekt möglichst vorher einen Sachverständigen (Gutachter etc.) ansetzen, damit Dich keiner übern Tisch zieht.

  4. Wenns dann passiert ist, nie die Geduld verlieren. Irgendwann, etwa nach etwa 10 Jahren ist die Vergleichsmiete höher als Deine Belastung.

  5. Wenn dann noch der Arbeitsplatz sehr sicher ist (z.B. in der öffentlichen Verwaltung), gibts fast nichts mehr weiter zu überlegen.

Hast Du schon ein Objekt in Betracht gezogen? Kannst ja mal die Daten reinstellen, wenn Du möchtest.

Viele Grüsse von

Eckehart

Hallo timekiller und alle Anderen!

Zur berühmten „Pro und Contra“-Frage möchte ich auch meinen
Senf dazugeben:
Ich habs vor ein paar Jahren getan (ETW) und bereue es bis
jetzt (noch) nicht. Im Gegenteil, ich könnte mich in den
Hintern beissen, weil ich es nicht schon eher gemacht habe.
Aber irgendwann zb. bei der nächsten Mieterhöhung kommt der
Zeitpunkt, da es dann „klick“ macht und das Rechenwerk im Kopf
zu rattern anspringt. Aber es gibt dennoch einige wenige
Punkte, bei denen ich es heute anders machen würde:

  1. Möglichst alleine Eigentümer (ohne Frau, Freundin etc.)
    werden. Die Finanzierung sollte daher natürlich auch für einen
    alleine tragbar sein.

Viele Grüsse von

Eckehart

Hallo Eckehart,

ich habe eine kurze Frage zum aufgeführten Punkt 1.
Warum sollte man die Frau nicht als Eigentümer mit einbeziehen?
Hat die Variante monetäre oder zwischenmenschliche Gründe?

Hallo Sören,

natürlich war mein Statement gendermässig nicht korrekt; ich hätte wohl besser formuliert, möglichst ohne Partner (Männlein, Weiblein oder mit wem auch immer) Eigentum zu erwerben.
Grund ist in erster Linie natürlich die hohe Scheidungsrate. Und nicht immer wird man sich bei einer Trennung gütlich einigen. Meistens muss dann mit hohem Verlust verkauft werden und der Streitwert treibt die Anwaltskosten hoch usw.
Fast jede 2. Ehe wird geschieden; also durchaus ein Grund, sich Gedanken über die Folgen zu machen. War also bestimmt nicht gegen Frauen gerichtet!

Viele Grüsse

Eckehart

Hallo Sören,

natürlich war mein Statement gendermässig nicht korrekt;

Doch, war es absolut und es gibt keinerlei Grund, hier einen Rüchzieher zu machen!

Deine Info war absolut wichtig und richtig…sieht man an denen, die sie nicht beachtet haben!

mfg

Hallo,
eine Immobilie sollte man kaufen, weil man das persönlich möchte.
Ich halte sie i.d.R. als Altervorsorge für völlig ungeeignet.
Das spricht nicht gegen Immobilien (habe selber eine) an sich.

Der Kauf einer Immobilie bedeutet fast immer, ein existentielles Risiko einzugehen (es sei denn man hat das Geld dafür komplett flüssig).
Siehe die vielen Zwangsversteigerungen (und die Notverkäufe, von denen man nichts weiß).

Hauptgründe:

  • mit 30 konzentriert man sich i.d.R. auf Familie und Freizeit und eine entspr. große Immobilie - die ist im Alter dann häufig zu groß
    (teuer im Unterhalt, aufwendig zu putzen etc.)
  • nur die wenigsten sind altersgerecht (Lage, Treppen, Türbreite, Sanitäranlagen etc.) gebaut - nicht jeder nimmt mit 80 noch am Ironman teil
  • man kann sie nur ganz verkaufen, wenn man Geld benötigt (wer weiß, wie dann gerade die Preise sind?)
  • viele Sanierungen klopfen an, wenn man so gerade sich vom Arbeitsleben verabschiedet. Da muss man schon sehr ausreichend an den Rücklagen gearbeitet haben. Und dann der Halligalli mit Handwerkern…
  • möchte man sich im Alter noch um alles selbst kümmern?
  • die demographische Entwicklung sieht je eher nach weniger Menschen in D aus. Das wird sich auch auf den Immobilienmarkt auswirken.
  • die 50er-70er sind vorbei. Ich denke nicht, dass die Immobilienpreise sich in Zukunft so entwickeln werden, wie sie es in der Vergangenheit getan haben.
  • einige Kosten tauchen einfach unvorhergesehen auf (z.B. mussten in den vergangenen Jahren funktionierende Heizungen ausgetauscht werden, da sie den Abgasnormen nicht entsprechen)
  • nichts bei einer Immobile ist „günstig“. Wenn mal etwas getan werden muss, ist man super schnell im 4-5 stelligen Bereich

Grüße
Michael