Probatorische Sitzungen bei der Psychoanalyse

Wieviele probatorische Sitzungen hat man denn in der analytischen Therapie? War jetzt schon zum vierten oder fünften Mal bei meiner Therapeutin.

Werden diese Stunden über die Kasse abgerechnet?

Wie lange muss ich dann warten bis der Antrag genehmigt wird? Und darf ich in der Zwischenzeit auch Stunden in Anspruch nehmen?

Vielen Dank schon mal im Voraus für aufklärende Antworten.

Hallo Abendrot

Wieviele probatorische Sitzungen hat man denn in der
analytischen Therapie?

Maximal 5. Da diese aber bugetiert sind (zu deutsch: der Therapeut bekommt keinen Pfennig dafür), wird kaum noch ein Behandler einem Kassenpatienten 5 probator. Sitzungen anbieten, höchstens ein Anfänger, der noch nicht so viel Erfahrung hat und auch noch viel Zeit übrig.
Bei Privatpatienten werden die 5 probatorischen allerdings voll bezahlt (92,50 Euro pro Probesitzung, genau wie die bewilligten später), so dass da natürlich so gut wie jeder Therapeut alle 5 veranschlagt.
:wink:
War jetzt schon zum vierten oder

fünften Mal bei meiner Therapeutin.

Glückwunsch - oder auch nicht :wink:

Werden diese Stunden über die Kasse abgerechnet?

Ja, wiegesagt, siehe oben.

Wie lange muss ich dann warten bis der Antrag genehmigt wird?

Von Antragstellung (erst nach der letzten probatorischen Sitzung möglich) bis Bewilligung vergehen manchmal nur drei Tage, manchmal auch drei Wochen - wenn es übern Gutachter geht (bei Anfängern immer), kann es auch mal ein bis drei Monate dauern.

Und darf ich in der Zwischenzeit auch Stunden in Anspruch
nehmen?

Nur, wenn du sie aus eigener Tasche bezahlst. Die Kasse bezahlt keine einzige Stunde zwischen Antragstellung und Bewilligung. Denn - was wäre bei blehnung des Antrages? Zahlst du dann rückwirkend cash deine Stunden aus der Portokasse?

Vielen Dank schon mal im Voraus für aufklärende Antworten.

You’re welcome!
Gruß,
Branden

Hallo Branden,

vielen Dank für Deine prompte und ausführliche Antwort!

Du schreibst:
Von Antragstellung…bis Bewilligung vergehen manchmal nur drei Tage, manchmal auch drei Wochen - wenn es übern Gutachter geht (bei Anfängern immer), kann es auch mal ein bis drei Monate dauern.

Wen bezeichnest Du in diesem Kontext mit „Anfänger“? Den Patienten, der noch nie zuvor eine Analyse gemacht hat oder den Therapeuten, der noch nicht so lange zugelassen ist?

Nächste Frage: Woran erkennt man in der Psychoanalyse einen guten Therapeuten?

Danke und lieber Gruß von Nicole

den Therapeuten meint er! (es geht …

Du schreibst:
Von Antragstellung…bis Bewilligung vergehen manchmal nur
drei Tage, manchmal auch drei Wochen - wenn es übern Gutachter
geht (bei Anfängern immer), kann es auch mal ein bis drei
Monate dauern.

Wen bezeichnest Du in diesem Kontext mit „Anfänger“? Den
Patienten, der noch nie zuvor eine Analyse gemacht hat oder
den Therapeuten, der noch nicht so lange zugelassen ist?

… um die Befreiung von der Gutachterpflicht für Therapeuten ab einer bestimmten Anzahl bereits eingereichter Gutachten.

Aber das gilt doch nur für Kurzzeittherapien, oder Branden?

Erstanträge gehen bei der KK m.W. übrigens fast immer durch, da musst du keine großen Bedenken haben, Nicole.

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Aber das gilt doch nur für Kurzzeittherapien, oder Branden?

Stimmt eigentlich … hatte ich vergessen, zu erwähnen.
Danke, Candide!

Erstanträge gehen bei der KK m.W. übrigens fast immer durch,
da musst du keine großen Bedenken haben, Nicole.

Ja, im Großen und Ganzen.
Nochmal @ Abendrot:
Einen guten Analytiker kann der unbefangene Patient oft schwer von einem weniger guten unterscheiden. Hinzu kömmt ja, dass der eine Therapeut für den einen gut ist (und ihm gut tut), für den anderen Patienten wieder nicht so. Auch die Erkrankung/Störung spielt eine Rolle. Ein Kollege von mir konnte z.B. mit zwanghaften Persönlchkeiten garnichts anfangen, ein anderer tut sich schwer mit Hysterikern.
Es grüßt euch beide
Branden

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