Probl. kindische Eltern/'erwachsene'Tochter

Hallo ihr Lieben,

ich denke, dass ich nicht die einzige Person bin, die das nachfolgende Problem hat – nur möchte ich mal eure Meinung dazu hören.

Wenn ich mich kurz fasse, könnte ich sagen: Ich bin erwachsener als meine Eltern!

Versteht mich nicht falsch; ich selbst würde von mir nie behaupten erwachsen zu sein (so steif und unlustig mein ich), aber vom Denken – oder Verstand – würde ich das schon behaupten.
Klingt natürlich sehr krass, aber ich merke es in verschiedenen Situationen immer wieder.

Meine Eltern haben z.B. immer noch nicht gelernt – nach 25 Jahren Ehe – ein vernünftiges Gespräch zu führen. (oder haben es verlernt? Meine Mutter bestreitet letzteres).
Ich nehme mich eben immer als Vergleich. Ich bin mit meinem Freund jetzt über 3 Jahre zusammen, wir wohnen zusammen (2 Jahre), wir können über alles reden, wir können unsere Streits (vor allem seit wir zusammen wohnen) an einer Hand abzählen. Oder ist das absolut kein Vergleich?! Aber vielleicht ein guter Start für die nächsten gemeinsamen 22 Jahre?!

Zur Zeit bauen meine Eltern ein Häuschen. Anstatt sich zusammen zu setzen und Pläne zu machen, wer welche Arbeiten übernimmt, wird nur gestritten, weil mein Vater zu ruhig ist und nichts redet und meine Mutter zu unruhig und viel zu viel redet!
Wobei ich denke, dass mein Vater einfach nur die Schnauze voll hat (er arbeitet 8 Std. tagsüber, danach geht´s auf´n Bau – heimgekommen, macht ihm Muttern vorwürfe, was er alles NICHT gemacht hat – sie sitzt daheim und hat Haus und Hund-auch nicht immer einfach, aber doch kein Vergleich zu der Arbeit meines Vaters!!!)

Zu wem kommt dann meine Mutter?! Zu mir! Auf der einen Seite schön (nur wenn ICH mal über meine kleinen Sorgen erzählen will, dauert es nicht lange und wir sind wieder bei den Problemen meiner Eltern angelangt), auf der anderen nervend, weil ich ihr schon seit mind. 5 Jahren sage, DIE BEIDEN sollen reden… ich kann aber sagen was ich will **, machen was ich will und es bringt nichts. So langsam aber sicher hängt mir das alles zum Hals raus, weil: Ist denn nicht jeder seines eigenen Glückes Schmied?!
** vor 2 Monaten habe ich den beiden nen zweiseitigen Brief geschrieben, habe den beiden mitgeteilt wie ich mich auch fühle, wenn ich das alles mitbekomme, mit Vorschlägen wie sie sich die Arbeiten rund um den Bau teilen können, extra Listen erstellt, in die sie eintragen sollten, wer was übernimmt! Und?! NICHTS aber auch GAR NICHTS hat sich geändert.
Die beiden sind sooo kindisch (vor allem Muttern): „Wenn dein Vater sagt, er kümmert sich drum, soll er´s auch machen!“ Ich: „Ja, aber wenn du weißt, dass er es sowieso nicht macht, ruf doch einfach dort an und frag selbst und mach nicht so ein Theater draus!“ Mutter. „ Nein, dann soll er mir sagen, dass ich das machen soll…“
Problem meiner Meinung nach: Sie sind zu stolz, von ihrer (kleinen) Tochter Ratschläge anzunehmen, weil sie (immer noch) denken, dass ich nicht mitreden kann…

Die beiden haben ein Problem: Sie sind noch nicht über ihre Kindergartenzeit rausgekommen… ich finde das furchtbar!

Werden alle Paare so nach einer gewissen Zeit?!

Meine Mutter ist auch eine furchtbare Zicke! Seit ich daheim ausgezogen bin, geht´s ja, aber ich bin nicht oft „daheim“ ohne dass sie irgendwas findet, mit dem sie mich aufziehen kann.
Sie weiß ganz genau, dass sie mich auf manche Sachen besser nicht anspricht, aber sie macht es trotzdem und lacht sich dann tot, wenn ich mich darüber ärgere – klingt jetzt auch nach KiGa, aber nach 23 Jahren nervts halt schon. Wenn ich´s dann mal umgekehrt mache, wechselt sie gekonnt das Thema oder ignoriert das einfach.
Das geht dann nicht nur mir so, sondern auch meinen Brüdern (20, 13) und meinem Vater…
An der Sache nervt mich am meisten, dass sie einfach nicht einsieht, dass ich 23 bin und sie mit mir nicht mehr das machen kann, wozu sie gerade Lust hat.

Ein Gutes hat das Ganze aber für mich: Ich weiß ganz genau, dass ich alles Versuche, nicht SO zu werden!

Was haltet ihr davon: Soll ich ihr einfach sagen, dass ich ihre Probleme nicht mehr hören will, weil sie eh nichts einsieht (würde mir schwer fallen, aber dann würd´s mir vielleicht auch besser gehen?)

Sorry, dass es soooo lange geworden ist, aber so langsam überfordert mich das alles…

Liebe Grüße und ein schönes WE

Anke

PS: Ansonsten haben meine Eltern und ich ein gutes Verhältnis :wink:

Meine Meinung
Hi Anke,

das was Du hier schilderst ist nicht unüblich!
Wenn Du Dich mit einem Paartherapeuten unterhälst, wirst Du noch weit haarsträubendere Sachen zu hören kriegen.

Machen kannst Du leider nichts, wenn sich was ändert, wird es von Deinen Eltern aus kommen (müssen).

Bei mir war es z.B. das Verhältniss zu meinem Vater, der sich im Laufe der Jahre immer mehr zurückzog. Irgendwann war er einfach nur noch körperlich anwesend und es ließen sich nur noch Gespräche auf den Niveau ‚Schönes Wetter heute‘ führen. Da war eine Mauer, gegen die meine Geschwister und ich oft, aber immer erfolglos, gerannt sind. Meine Mutter resignierte irgendwann auch.

Um sich zu ändern, müssen Deine Eltern aber einsehen, daß da was nicht richtig läuft und das ist verdammt schwer, schließlich hat es die letzten 20 und mehr Jahre ja auch geklappt. Dann müßten sie sich selber zugeben etwas falsch gemacht zu haben. Dabei liegt die Betonung auf ‚selbst‘ und nicht auf ‚der Partner‘.

Wenn sie flexibel genug sind das einzusehen, kann es gutgehen, ansonsten sehe ich eher schwarz.

Was Dein Bild bei Deinen Eltern angeht.
Häufig ist es so (war auch bei mir so), daß erst mit der Gründung einer eigenen Familie das ‚Kindsein‘ im Kopf der Eltern vollständig zu Ende ist, aber das ist längst nicht immer so, manchmal bleibst Du Kind, egal was passiert.

Gandalf

Meine Vermutung
Hm, also ich kann beide Positionen gut nachvollziehen. Die deiner Eltern und auch deine. Ich habe da so ein paar Gedanken, wie das zusammen hängt…

Wobei ich denke, dass mein Vater einfach nur die Schnauze voll
hat (er arbeitet 8 Std. tagsüber, danach geht´s auf´n Bau
– heimgekommen, macht ihm Muttern vorwürfe, was er alles
NICHT gemacht hat – sie sitzt daheim und hat Haus und
Hund-auch nicht immer einfach, aber doch kein Vergleich zu der
Arbeit meines Vaters!!!)

Ich glaube das ist der Hauptgrund, warum es bei deinen Eltern so stressig abläuft.
Dein Vater ist geschafft von der vielen Arbeit und will wahrscheinlich einfach nur seine Ruhe und entspannen - und nicht mehr viel reden und erst recht nicht viel diskutieren. Deswegen wird er eher ruhig sein.
Deine Mutter dagegen wartet wahrscheinlich den ganzen Tag auf ihn, um mit ihm zu reden und stört damit sein Ruhebedürfnis. Außerdem hat sie mehr Zeit über die Dinge nachzudenken (sie ist nicht berufstätig, oder?), weswegen ihr auch mehr negative Sachen auffallen (die dein Vater wieder nicht erledigt hat). Der Ärger darüber staut sich auf bis er heimkommt. Und was noch dazu kommt, ist wahrscheinlich eine gute Portion Unzufriedenheit, weil sie keine Bestätigung für ihr Tun bekommt. Sie spürt genau, dass andere denken, sie tut im Gegensatz zu deinem Vater kaum etwas (so wie du ja auch denkst) und das knickt wohl ihr Selbstbewusstsein.

Ich würde an deiner Stelle vor allem mit deiner Mutter reden, an der Arbeitssituation deines Vaters kann man nix ändern. Lob sie mal, für das was sie unterm Tag erledigt. Und schlag ihr vielleicht vor, sie sollte mal etwas für sich tun, sich mit ner Freundin treffen, irgendeinen Kurs besuchen oder ähnliches. Einfach damit sie was anderes sieht und hört und unter andere Leute kommt. Dadurch wird sie zufriedener und die Gespräche deiner Eltern verlaufen leichter, was auch deinen Dad zum Reden bringen kann. Vielleicht kann sie auch mal mit zum Bau und dort selbst mit anfassen?

** vor 2 Monaten habe ich den beiden nen zweiseitigen Brief
geschrieben, habe den beiden mitgeteilt wie ich mich auch
fühle, wenn ich das alles mitbekomme, mit Vorschlägen wie sie
sich die Arbeiten rund um den Bau teilen können, extra Listen
erstellt, in die sie eintragen sollten, wer was übernimmt!

Ich vermute, dass das nicht funktioniert, weil der Tag deiner Eltern nicht so genau planbar ist. Dein Vater weiß nicht im vorraus zu was er kommt und was er nicht erledigen kann und deine Mutter weiß dadurch nicht, was sie übernehmen könnte.

Die beiden haben ein Problem: Sie sind noch nicht über ihre
Kindergartenzeit rausgekommen… ich finde das furchtbar!

Muss ehrlich zugeben, auch wenn du das scherzhaft meintest, dass ich das etwas überheblich finde. Sorry…

Sie weiß ganz genau, dass sie mich auf manche Sachen besser
nicht anspricht, aber sie macht es trotzdem und lacht sich
dann tot, wenn ich mich darüber ärgere – klingt jetzt
auch nach KiGa, aber nach 23 Jahren nervts halt schon. Wenn
ich´s dann mal umgekehrt mache, wechselt sie gekonnt das Thema
oder ignoriert das einfach.

Ich glaube Mütter sind halt so und vielleicht tut sie das, um von ihren Problemen abzulenken? Versuch doch auch, gekonnt das Thema zu wechseln!

Sorry, dass es soooo lange geworden ist, aber so langsam
überfordert mich das alles…

Beschränk dich doch auf kurze Ratschläge und zeig etwas Verständnis für beide Seiten und wenn sie wieder versuchen dich reinzuziehen, sage, dass du schon gesagt hast was du dazu denkst.

Dir auch ein schönes WE!

Hallo Lara,

Ich glaube das ist der Hauptgrund, warum es bei deinen Eltern
so stressig abläuft.
Dein Vater ist geschafft von der vielen Arbeit und will
wahrscheinlich einfach nur seine Ruhe und entspannen - und
nicht mehr viel reden und erst recht nicht viel diskutieren.
Deswegen wird er eher ruhig sein.
Deine Mutter dagegen wartet wahrscheinlich den ganzen Tag auf
ihn, um mit ihm zu reden und stört damit sein Ruhebedürfnis.
Außerdem hat sie mehr Zeit über die Dinge nachzudenken (sie
ist nicht berufstätig, oder?), weswegen ihr auch mehr negative
Sachen auffallen (die dein Vater wieder nicht erledigt hat).
Der Ärger darüber staut sich auf bis er heimkommt. Und was
noch dazu kommt, ist wahrscheinlich eine gute Portion
Unzufriedenheit, weil sie keine Bestätigung für ihr Tun
bekommt. Sie spürt genau, dass andere denken, sie tut im
Gegensatz zu deinem Vater kaum etwas (so wie du ja auch
denkst) und das knickt wohl ihr Selbstbewusstsein.

Sie ist berufstätig, jedoch nur 1-2x/Woche halbtags.
Es ist auch nicht so, dass das „nicht-miteinander-reden-können“ erst seit letztem Jahr ist. Das geht schon so unendlich lange…

Ich würde an deiner Stelle vor allem mit deiner Mutter reden,

Kann ich knicken - hab ich schon soo oft versucht!
Ich bin Tochter = ich hab Unrecht bzw. hab GAR KEINE Lebenserfahrung! Krass, aber wahr und NICHT übertrieben!!! :frowning:

Und schlag ihr
vielleicht vor, sie sollte mal etwas für sich tun, irgendeinen Kurs besuchen oder
ähnliches.

Hat sie schon mehrere angefangen, aber nix zu Ende gemacht. Irgendwas passt immer nicht.

Vielleicht kann sie auch mal mit
zum Bau und dort selbst mit anfassen?

Hat sie auch schon gemacht, aber regt sich dann noch mehr über ihren Mann auf, weil er dort „auch nichts spricht!“ Aber es kann/will eben nicht jeder Mensch eine Unterhaltung führen, wenn er versucht konzentriert zu arbeiten (nicht dass das Häuschen später mal zusammenbricht) :wink:

Ich vermute, dass das nicht funktioniert, weil der Tag deiner
Eltern nicht so genau planbar ist. Dein Vater weiß nicht im
vorraus zu was er kommt und was er nicht erledigen kann und
deine Mutter weiß dadurch nicht, was sie übernehmen könnte.

Nee, ich hab doch keinen Tagesplan erstellt - um Gottes Willen! Ich hab nur vorgeschlagen, dass sie alles erledigt, was mit Küchenplanung, Fliesenplanung - halt eher die gestalterischen Dinge - erledigt, mein Vater sich dann ausschließlich um die zu bestellenden Baustoffe, deren Lieferung und Verarbeitung kümmert. (Da die Inneneinrichtung am Schluss eh an meiner Mutter hängen bleibt!)

Die beiden haben ein Problem: Sie sind noch nicht über ihre
Kindergartenzeit rausgekommen… ich finde das furchtbar!

Muss ehrlich zugeben, auch wenn du das scherzhaft meintest,
dass ich das etwas überheblich finde. Sorry…

Ja, da geb ich dir recht, aber anders ausdrücken kann ich das leider nicht, weil ich sehe, dass es auch anders geht (nicht nur bei mir!) Und das auch bei Ehepaaren, die noch viel mehr um die Ohren haben.

Ich glaube Mütter sind halt so und vielleicht tut sie das, um
von ihren Problemen abzulenken? Versuch doch auch, gekonnt das
Thema zu wechseln!

Ja und das verstehe ich nicht, denn warum kommt sie zu mir und erzählt mir das alles (ständig), um auf der anderen Seite davon abzulenken…

Beschränk dich doch auf kurze Ratschläge und zeig etwas
Verständnis für beide Seiten und wenn sie wieder versuchen
dich reinzuziehen, sage, dass du schon gesagt hast was du dazu
denkst.

Danke, aber leider habe ich das auch schon versucht.
Könnte sie ja mal zwangsweise zu nem Therapeuten mitschleifen :wink: *fiesgrins*

Hi,

ich dacht ich spinne: GENAU SO IST ES BEI MIR!

Meine Eltern pflegen Umgangsformen, die meiner Freundin & mir nie einfallen würden!

Wir sind aber beide ziemliche Exzentriker und haben etwas Temperament & einen Dickschädel (dh. SIE hat einen Dickschädel, ich bin eigentlich gar nicht so stur, wie sie immer behauptet…)

So richtige Streits gibt´s bei uns gar net, bei meinen Eltern min 1x pro Woche! Seit 27 Jahren!!

Denk Dir nix & mach´s besser

mfg

Hi,

ich dacht ich spinne: GENAU SO IST ES BEI MIR!

Na, das is ja beruhigend.

Meine Eltern pflegen Umgangsformen, die meiner Freundin & mir
nie einfallen würden!

… noch nicht?! …

Hi Anke,

ich vermute, dass Deine Eltern BEIDE glauben, zu kurz gekommen zu sein bzw. immer noch zu kurz zu kommen.

Daran kannst Du leider nichts ändern. Wenn Du darunter leidest und sie nicht bereit sind, sich wenigstens in Deiner Gegenwart „erwachsen“ zu benehmen, kannst Du nur den Kontakt auf reduzieren (um nicht unnötig zu leiden).

Huhu Gandalf!

Machen kannst Du leider nichts, wenn sich was ändert,
wird es von Deinen Eltern aus kommen (müssen).

Und ich dachte, je öfter ich´s probiere…:frowning:

Bei mir war es z.B. das Verhältniss zu meinem Vater, der sich
im Laufe der Jahre immer mehr zurückzog. Irgendwann war er
einfach nur noch körperlich anwesend und es ließen sich nur
noch Gespräche auf den Niveau ‚Schönes Wetter heute‘ führen.
Da war eine Mauer, gegen die meine Geschwister und ich oft,
aber immer erfolglos, gerannt sind. Meine Mutter resignierte
irgendwann auch.

Ich find´s traurig, dass es soweit kommen kann…

Um sich zu ändern, müssen Deine Eltern aber einsehen, daß da
was nicht richtig läuft und das ist verdammt schwer,
schließlich hat es die letzten 20 und mehr Jahre ja auch
geklappt. Dann müßten sie sich selber zugeben etwas falsch
gemacht zu haben. Dabei liegt die Betonung auf ‚selbst‘ und
nicht auf ‚der Partner‘.
Wenn sie flexibel genug sind das einzusehen, kann es gutgehen,
ansonsten sehe ich eher schwarz.

Ok, ich denke nicht, dass die beiden sich je scheiden lassen würden. Weil dazu müssten sie sich die Dinge ja auch eingestehen.
Aber auch traurig ist, dass sie sich bis an ihr Ende nur ankeifen… Deswegen versuche ich´s vielleicht trotzdem weiter, damit sie daran erinnert werden und es vielleicht doch irgendwann *klick* macht…

Haben auch schon überlegt, den beiden ein gemeinsames WE zu schenken irgendwo auf ner Beauty-Farm o.ä. wenn ´s Häusle fertig is… aber Bedenken haben wir, dass sie sich dieses WE auch selbst versauen.
Naja, bis nächstes Weihnachten dauert´s ja noch :wink:

Gruß
Anke

Hai Gunter,

ich vermute, dass Deine Eltern BEIDE glauben, zu kurz gekommen
zu sein bzw. immer noch zu kurz zu kommen.

Ja, und das jeder nach seinem eigenen Empfinden. Vielleicht sieht von außen doch alles viel einfacher aus. Mir kommen aber immer sooo viele Vorschläge in den Sinn, die ich sehr toll finde und auch glauben, dass sie helfen könnten, aber die werden nichtmal ausprobiert (von beiden Seiten.

Gruß
anke

Hallo,

Werden alle Paare so nach einer gewissen Zeit?!

nein. Meine Eltern sind das positive Bsp. einer noch intakten Beziehung nach Dekaden einer Ehe.

Gruss
Enno

Hallo du,

Zur Zeit bauen meine Eltern ein Häuschen. Anstatt sich
zusammen zu setzen und Pläne zu machen, wer welche Arbeiten
übernimmt, wird nur gestritten, weil mein Vater zu ruhig ist
und nichts redet und meine Mutter zu unruhig und viel zu viel
redet!

Wer baut? Wo wohnst du?

Wobei ich denke, dass mein Vater einfach nur die Schnauze voll
hat (er arbeitet 8 Std. tagsüber, danach geht´s auf´n Bau
– heimgekommen, macht ihm Muttern vorwürfe, was er alles
NICHT gemacht hat – sie sitzt daheim und hat Haus und
Hund-auch nicht immer einfach, aber doch kein Vergleich zu der
Arbeit meines Vaters!!!)

Wo baut er?

„Wenn dein Vater sagt, er kümmert sich drum, soll er´s auch machen!“
„Ja, aber wenn du weißt, dass er es sowieso nicht macht, ruf doch einfach dort an und frag selbst und mach nicht so ein Theater draus!“

Eins nach dem anderen. Bloß weil sie ausspricht was sie denkt, zwingt dich das nicht, mehr zu tun, als im selben Raum zu sein. Damit bist du ihr schon wesentlich näher als er, ohne dich zwischen die beiden zu drängen. Während sie spricht, hört sie sich ja auch selbst. Oft genügt das, tröst.

„Nein, dann soll er mir sagen, dass ich das machen soll…“

Exakt das ist dann der nächste Schritt. So viel Zeit muss sein. Das ist eine Ehe und kein Formel1-Rennen. Oder brauchst du den entstehenden Wohnraum dringender als sie?

Problem meiner Meinung nach: Sie sind zu stolz, von ihrer
(kleinen) Tochter Ratschläge anzunehmen, weil sie (immer noch)
denken, dass ich nicht mitreden kann…

Baust du, baut er oder bauen sie? Wie weit beteiligst du dich finanziell?

Meine Mutter ist auch eine furchtbare Zicke! Seit ich daheim
ausgezogen bin, geht´s ja, aber ich bin nicht oft
„daheim“ ohne dass sie irgendwas findet, mit dem
sie mich aufziehen kann.

Hast du schon Kinder? Würdest du sie ihr anvertrauen? Was dürfte sie mit deinen Kindern auf keinen Fall tun?

Sie weiß ganz genau, dass sie mich auf manche Sachen besser
nicht anspricht, aber sie macht es trotzdem und lacht sich
dann tot, wenn ich mich darüber ärgere –

Bist du von ihr finanziell abhängig? Wie reagiert sie, sobald du dich wehrst?

Was haltet ihr davon: Soll ich ihr einfach sagen, dass ich
ihre Probleme nicht mehr hören will,

Es reicht schon, wenn du dann nicht zuhörst. Das spürt sie eher, als du ahnst.

Liebe Grüße

Probleme unterm Teppich
Hallo Anke,

Hallo ihr Lieben,

ich denke, dass ich nicht die einzige Person bin, die das
nachfolgende Problem hat – nur möchte ich mal eure
Meinung dazu hören.

nein, du bist nicht die einzige…

Wenn ich mich kurz fasse, könnte ich sagen: Ich bin
erwachsener als meine Eltern!

kam mir damals auch so vor

Versteht mich nicht falsch; ich selbst würde von mir nie
behaupten erwachsen zu sein (so steif und unlustig mein ich),

steif oder unlustig hat nix mit Erwachsensein zu tun.

aber vom Denken – oder Verstand – würde ich das
schon behaupten.

Andere Länder, andere Sitten.
Du kannst die Vorderpfälzer z. B. nicht mit den Saarländern
vergleichen (andere Lebenseinstellung, andere Mentalität)

Klingt natürlich sehr krass, aber ich merke es in
verschiedenen Situationen immer wieder.

Schau mal über den Tellerrand raus.

Meine Eltern haben z.B. immer noch nicht gelernt – nach
25 Jahren Ehe – ein vernünftiges Gespräch zu führen.
(oder haben es verlernt? Meine Mutter bestreitet letzteres).

Warum sollten sie? Läuft doch alles korrekt (denken viele).
Um-Denken kann Schwerstarbeit sein.

Ich nehme mich eben immer als Vergleich. Ich bin mit meinem
Freund jetzt über 3 Jahre zusammen, wir wohnen zusammen (2
Jahre), wir können über alles reden, wir können unsere Streits
(vor allem seit wir zusammen wohnen) an einer Hand abzählen.
Oder ist das absolut kein Vergleich?! Aber vielleicht ein
guter Start für die nächsten gemeinsamen 22 Jahre?!

Eure Situation ist auf keinen Fall vergleichbar.
Versetz dich in die Lage deiner Mutter…
Glaubst du wirklich, dass du, an ihrer Stelle, nicht auch rebellieren würdest (Sie war der heimliche Familienregent, jetzt sind ihre „Untertanen“ fast alles weg, es gibt nix mehr zu kommandieren.
Neue (eigene) Pläne hat sie nicht.
Macht ist ein Wahnsinnsgefühl. Machtverlust ist herb.

Zur Zeit bauen meine Eltern ein Häuschen.

Warum?
Für dich und deine Geschwister?

Anstatt sich
zusammen zu setzen und Pläne zu machen, wer welche Arbeiten
übernimmt, wird nur gestritten, weil mein Vater zu ruhig ist
und nichts redet und meine Mutter zu unruhig und viel zu viel
redet!

Klar… Wieder dieses Machtgerangel.
Papa soll machen, wie Mama will. Sie hat ja immer schon gesagt, wos lang geht. Ihre Kinder sind ja nimmer da, umsomehr muß Papa die Launen ertragen.

Wobei ich denke, dass mein Vater einfach nur die Schnauze voll
hat (er arbeitet 8 Std. tagsüber, danach geht´s auf´n Bau

So…
was ist, wenn Papa aus den Latschen kippt?
Mein Vater war 46 als er nen Infarkt hatte.
Mit 47 war er, trotz Spenderherz, tot.

– heimgekommen, macht ihm Muttern vorwürfe, was er alles
NICHT gemacht hat –

Und immer druff auf den armen Kerle…

sie sitzt daheim und hat Haus und Hund-

Haus und Wuffi lassen sich aber nicht rumkommandieren.

auch nicht immer einfach, aber doch kein Vergleich zu der
Arbeit meines Vaters!!!)

Tja…

Zu wem kommt dann meine Mutter?! Zu mir!

Klar, Papa hat kapituliert und gibt ihr keine Angriffsfläche mehr.

Auf der einen Seite schön

noch…

(nur wenn ICH mal über meine kleinen Sorgen erzählen
will, dauert es nicht lange und wir sind wieder bei den
Problemen meiner Eltern angelangt),

Siehste mal, wie sehr sich deine Mom für die Probleme ihrer Lieben interessiert, so lange sie nicht selbst zufrieden ist.

auf der anderen nervend,
weil ich ihr schon seit mind. 5 Jahren sage, DIE BEIDEN sollen
reden…

Tja… so lange haben sie sich nix mehr zu sagen.

ich kann aber sagen was ich will **, machen was ich
will und es bringt nichts. So langsam aber sicher hängt mir
das alles zum Hals raus, weil: Ist denn nicht jeder seines
eigenen Glückes Schmied?!

Warum die Schuld bei sich suchen, wenn man nen anderen dafür verantwortlich machen kann bzw mit anderem ablenken kann.

** vor 2 Monaten habe ich den beiden nen zweiseitigen Brief
geschrieben, habe den beiden mitgeteilt wie ich mich auch
fühle, wenn ich das alles mitbekomme, mit Vorschlägen wie sie
sich die Arbeiten rund um den Bau teilen können, extra Listen
erstellt, in die sie eintragen sollten, wer was übernimmt!
Und?! NICHTS aber auch GAR NICHTS hat sich geändert.

Sei froh, dass dir deine Mom nicht die Augen ausgekratzt hat.
Wie kannst du es wagen, in den Machtbereich deiner Mom einzugreifen?

Die beiden sind sooo kindisch (vor allem Muttern): „Wenn
dein Vater sagt, er kümmert sich drum, soll er´s auch
machen!“ Ich: „Ja, aber wenn du weißt, dass er es
sowieso nicht macht, ruf doch einfach dort an und frag selbst
und mach nicht so ein Theater draus!“ Mutter. „
Nein, dann soll er mir sagen, dass ich das machen
soll…“

Hat deine Mom zu deinem Dad gesagt: Mach das
oder hat er angeboten, dass er sich darum kümmert?
Dein Dad kann nicht mehr. Und trotzdem sieht er die Peitsche.

Problem meiner Meinung nach: Sie sind zu stolz, von ihrer
(kleinen) Tochter Ratschläge anzunehmen, weil sie (immer noch)
denken, dass ich nicht mitreden kann…

Nicht zu stolz, sondern sie müßten denken…
Aber warum, funzt doch auch so…
und denk an die Macht…

Die beiden haben ein Problem: Sie sind noch nicht über ihre
Kindergartenzeit rausgekommen… ich finde das furchtbar!

Die Geschichte klingt wirklich wie ne Zickenstory…

Werden alle Paare so nach einer gewissen Zeit?!

Nein, aber die Erziehung und das persönliche Umfeld spielen ne Rolle.
Du wohnst in LU. Elsass ist net weit entfernt.
In D lebt man, um zu arbeiten, in F arbeitet man, um zu leben.

Meine Mutter ist auch eine furchtbare Zicke! Seit ich daheim
ausgezogen bin, geht´s ja,

du bist aus der Schusslinie, bekommst nimmer alles mit.
Zicke hatte ich ja oben erwähnt…

aber ich bin nicht oft
„daheim“ ohne dass sie irgendwas findet, mit dem
sie mich aufziehen kann.

Klar… du machst nicht so, wie sie will.
Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass deine Mom neidisch auf dich ist.

Sie weiß ganz genau, dass sie mich auf manche Sachen besser
nicht anspricht, aber sie macht es trotzdem und lacht sich
dann tot, wenn ich mich darüber ärgere – klingt jetzt
auch nach KiGa, aber nach 23 Jahren nervts halt schon.

Klar, wie soll sie sich sonst an dir rächen?

Wenn
ich´s dann mal umgekehrt mache, wechselt sie gekonnt das Thema
oder ignoriert das einfach.

Klar. Siehe oben…

Das geht dann nicht nur mir so, sondern auch meinen Brüdern
(20, 13) und meinem Vater…

die sie noch ertragen müssen…

An der Sache nervt mich am meisten, dass sie einfach nicht
einsieht, dass ich 23 bin und sie mit mir nicht mehr das
machen kann, wozu sie gerade Lust hat.

Aber diese Macht will sie nicht verlieren.

Ein Gutes hat das Ganze aber für mich: Ich weiß ganz genau,
dass ich alles Versuche, nicht SO zu werden!

Toi, toi, toi…
Ich habs mir auch vorgenommen.
Meine Minizicken (13 und fast 15) kennen meine Mutter.
Das gleiche Spiel wie bei dir…
Meine Töchter wollen auch, dass ich meinen Plan durchzieh, auch wenn es mir finanziell schlechter geht als meiner Mutter damals.
Für meine Kinder bin ich ein Vorbild, dem sie nacheifern wollen.
Meine Mutter ist für mich ein abschreckendes Beispiel, für meine Kinder auch.

Was haltet ihr davon: Soll ich ihr einfach sagen, dass ich
ihre Probleme nicht mehr hören will, weil sie eh nichts
einsieht (würde mir schwer fallen, aber dann würd´s mir
vielleicht auch besser gehen?)

Wäre sinnlos.
Außerdem würde sie sich über deinen Vater an dir rächen
(kann es sein, dass dir dein Vater sehr am Herzen liegt?)

Sorry, dass es soooo lange geworden ist, aber so langsam
überfordert mich das alles…

nicht nur dich… Auch deine Brüder und dein Dad leiden,
auch wenn sie es nicht zeigen.

Liebe Grüße und ein schönes WE

danke, ebenso

Anke

Daggi

PS: Ansonsten haben meine Eltern und ich ein gutes Verhältnis
:wink:

guck mal unter den Teppich…

Hallo Anke!

Ich kann dir da wohl kaum weiterhelfen,
kann dir aber berichten, dass es mir
ähnlich ergeht. Deine Überlegungen,
wie du dich verhalten könntest
hören sich schon recht gut an und ich
würde auch versuchen, diese umzusetzen.
Ich habe jedoch auch große Scheu, meinen
Eltern zu sagen, was ich über sie denke,
mache es aber mittlerweile schon öfter.

Es gibt viele Dinge, die mich an meinen
Eltern nerven. Sie behandeln mich wie ein
Kind, obwohl ich bereits 26 Jahre alt bin.

Hier einige Beispiele:

Sie fliegen eine Woche in Urlaub und
fragen mich, ob ich denn ohne sie zurecht-
kommen würde. Daraufhin habe ich gegengefragt,
ob sie denn ohne mich zurechtkommen würden.
Fakt ist nämlich, dass ich ohne sie
besser klarkomme als mit ihnen. Sie haben
das jedoch nur als Scherz angesehen…es
war toternst gemeint. Vielleicht sollte ich
doch besser mal ausziehen.

Meine Mutter kommt seit einigen Monaten
jeden Morgen und weckt mich (angeblich, da
mein Wecker bereits geklingelt hat). Da ich
aber immer noch ne Weile rumdöse, kommt sie
nach 10 Minuten wieder angedackelt.
Sie versteht einfach nicht, dass ich aufstehe
wann ich will und nicht wann sie will. Ich
kann das bereits selbst entscheiden, denke ich.

Mein Frühstücksbrot macht sie mittlerweile nicht
mehr. Hier allerdings wirklich zu meinem Leidwesen,
da ich so den Bäcker regelmässig bereichere…
was mir aber doch bedeutend lieber ist, als wenn
sie mir es immer noch machen würde.

Wenn ich eine kurze Strecke mit dem Auto fahren
will, bekommt meine Ma schon Panik. Wenn die wüßte,
was ich im Urlaub in Norwegen für aufregende
Strecken gefahren bin. Sie dachten jedoch, dass
es dort harmlos ist, weil man nur so langsam
fahren kann…das war ein Vorteil für mich.
So musste ich mir nicht stundenlang anhören,
wie vorsichtig und langsam ich doch fahren soll.

Dinge, über die sie sich keinen Kopf machen
müssten interessieren sie wahnsinnig. Über Dinge,
wo ich meine, sie sollten sich mehr für
interessieren, wie z. B. meine Schizophrenie
interessieren sie überhaupt nicht.
Da habe ich ihnen extra einen Film zu dem
Thema und sie sagen bloß, dass die Schau-
spieler gut spielen würden und ihnen der Film
zu aufregend wäre…als ob mir als quasi-Haupt-
darsteller das nicht zu aufregend war.
Furchtbar. Dann läuft z. B. eine Doku zu dem Thema
im Fernsehen und meine Mutter sieht es kurz, sagt
mir aber keinen Ton darüber, obwohl sie weiss, wie
brennend mich das interessiert und sagt dann bloss,
die hatten doch Haluzinationen. Schön, die hatte
ich auch. Wenn man mal drüber sprechen könnte und
sies nicht tabuisieren würden, wüssten sie das.
Aber was solls, wozu hat man Freunde…spreche
ich eben mit denen, ist mir eh viel lieber.
Meine acht Jahre ältere Schwester verhält sich
leider auch nicht anders.
Sie haben alle nur ihre Probleme im Kopf und
sülzen einen voll. Ich höre natürlich gerne mal
zu, aber es sollte doch etwas ausgewogener sein.

So könnte ich jetzt noch ne Weile weiterschreiben,
was aber wohl doch keinen interessiert…

Mit meinem Mann, mit dem ich sechs Jahre zusammen
war, konnte ich leider auch nur schlecht reden.
Ja, reden finde ich schon sehr wichtig…und ich
würde dich dazu ermuntern. Die Idee mit dem Brief
finde ich auch gut. Schon mutig! Weiter so!

Dann würde ich sagen, drücken wir uns gegenseitig
die Daumen und sagen den „erwachsenen Eltern“ mal
richtig die Meinung!

Liebe Grüße,

Kerstin!

Hallo Anke,

Nachdem du bis jetzt hauptsaechlich von Leuten gehoert hast, bei deren Eltern es aehnlich zugeht und die dich verstehen koennen, moechte ich jetzt mal eine andere Perspektive reinbringen.

Wenn ich mich kurz fasse, könnte ich sagen: Ich bin
erwachsener als meine Eltern!

Das klingt schon ziemlich arrogant.

Versteht mich nicht falsch; ich selbst würde von mir nie
behaupten erwachsen zu sein (so steif und unlustig mein ich),
aber vom Denken – oder Verstand – würde ich das
schon behaupten.

Das auch.

Meine Eltern haben z.B. immer noch nicht gelernt – nach
25 Jahren Ehe – ein vernünftiges Gespräch zu führen.
(oder haben es verlernt? Meine Mutter bestreitet letzteres).
Ich nehme mich eben immer als Vergleich. Ich bin mit meinem
Freund jetzt über 3 Jahre zusammen, wir wohnen zusammen (2
Jahre), wir können über alles reden, wir können unsere Streits
(vor allem seit wir zusammen wohnen) an einer Hand abzählen.
Oder ist das absolut kein Vergleich?! Aber vielleicht ein
guter Start für die nächsten gemeinsamen 22 Jahre?!

Deine Beziehung ist anders. Klingt tatsaechlich nach einem guten Start, aber Garantie hast du deswegen noch keine.
[…]

Die beiden haben ein Problem: Sie sind noch nicht über ihre
Kindergartenzeit rausgekommen… ich finde das furchtbar!

Ohne auf die Details einzugehen - du empfindest das als furchtbar. Bei meinen Eltern sah das aehnlich aus (zumindest das ‚nicht miteinander reden‘ und die Streitereien). Ich kann mich an ein Gespraech mit meiner Mutter erinnern, da war ich wohl ungefaehr 16 (und meine Eltern 30 Jahre verheiratet), in dem ich direkt fragte: „Warum laesst du dich eigentlich nicht scheiden?“ Meine Mutter war total geschockt. Nicht, weil eine Scheidung an sich so abartig gewesen waere, sondern dass ihre Tochter das so sehen koennte. Nach dem Tod meiner Mutter (nochmal fast 30 Jahre spaeter) habe ich Tagebucheintragungen von ihr gefunden, die mich tief beruehrt haben - in der Intensitaet der Liebe zwischen ihr und meinem Vater … auch zu Zeiten, als ich bei ihnen nur Streit gesehen habe (sehen konnte?). Es hat mich manches ueberdenken lassen und mich dazugebracht, meine eigenen Perspektive zu ueberdenken. Was hab ich zu einseitig gesehen, was hab ich ganz uebersehen, was habe ich durch verbogenen Linsen meiner eigenen Probleme damals gesehen?

Werden alle Paare so nach einer gewissen Zeit?!

Nein. Ich hab zumindest 3 Beispiele, wo es anders laeuft (bei meinen zwei Schwestern und mir, nach respektive 36, 33 und 24 Ehejahren).

Meine Mutter ist auch eine furchtbare Zicke! Seit ich daheim
ausgezogen bin, geht´s ja, aber ich bin nicht oft
„daheim“ ohne dass sie irgendwas findet, mit dem
sie mich aufziehen kann.
Sie weiß ganz genau, dass sie mich auf manche Sachen besser
nicht anspricht, aber sie macht es trotzdem und lacht sich
dann tot, wenn ich mich darüber ärgere – klingt jetzt
auch nach KiGa, aber nach 23 Jahren nervts halt schon. Wenn
ich´s dann mal umgekehrt mache, wechselt sie gekonnt das Thema
oder ignoriert das einfach.

Nun frag mich mal, wem ich da eher „Kindergartenverhalten“ vorwerfen wuerde? Fuer mich hat Reife viel damit zu tun, dass man sich ueber manches hinweghoeren kann, besonders, wenn es immer das Gleiche ist.

Das geht dann nicht nur mir so, sondern auch meinen Brüdern
(20, 13) und meinem Vater…
An der Sache nervt mich am meisten, dass sie einfach nicht
einsieht, dass ich 23 bin und sie mit mir nicht mehr das
machen kann, wozu sie gerade Lust hat.

Fuer Eltern bleibt die Perspektive „Kinder“ meist bestehen. Besonders, wenn man ausserhalb wohnt, und dann ‚zu Besuch‘ nachhause kommt - da ist schnell wieder das alte Rollenverstaendnis da. Was mich stutzig macht, ist nicht, dass du auf Reife, Erfahrung, Taten deinerseits Anspruch erhebst, sondern lediglich auf deine 23 Jahre (die von jenseits der 40 oder 50 gesehen, wirklich nicht so viel sind :wink: )

Ein Gutes hat das Ganze aber für mich: Ich weiß ganz genau,
dass ich alles Versuche, nicht SO zu werden!

Lass deine Eltern das regelmaessig merken. Sie werden sich freuen, von dir nur als Negativbeispiel geachtet zu werden.

Was haltet ihr davon: Soll ich ihr einfach sagen, dass ich
ihre Probleme nicht mehr hören will, weil sie eh nichts
einsieht (würde mir schwer fallen, aber dann würd´s mir
vielleicht auch besser gehen?)

Da du dich sowieso als die Reifste in euerem Dreieck siehst, warum lernst du nicht aus einem Elternratgeber (ist nun nicht Sarkasmus, sondern ernstgemeint). Meine zwei Jungs (11+12) beschweren sich oft bei mir ueber den jeweils anderen. Ich hoere beiden (einzeln) immer zu, ohne mich emotional auf die eine oder andere Seite zu schlagen. Ich hoere einfach nur zu, ich spiele nicht Schiedsrichter, ich bestrafe nicht, ich lobe nicht, ich handle nicht. Zuhoeren reicht. Fast immer erzaehlen sie mir ihr Problem und damit ist es fuer sie gegessen. Handlungsbedarf meinerseits besteht sehr selten. Und seit ich gelernt habe, meine Gefuehle rauszuhalten, funktioniert das wunderbar.

Sorry, dass es soooo lange geworden ist, aber so langsam
überfordert mich das alles…

Dann sag ihnen das. Wenn mein Vorschlag von oben nicht funktioniert, dann brich jedes Gespraech, das dich in die Mitte zieht, ab mit dem ruhigen Hinweis, dass du ihnen erklaert haettest, dass du das nicht mehr machen kannst/willst.

PS: Ansonsten haben meine Eltern und ich ein gutes Verhältnis
:wink:

Diese Bemerkung verstehe ich im Kontext nun allerdings nicht.

Gruesse, Elke

Hallo Anke,

Du kannst andere Menschen nicht ändern, das muß von ihnen selber kommen. Als Außenstehender, und das bist in dem Falle auch Du, kann man nie wirklich beurteilen, was da abgeht. Vielleicht brauchen sie ja ihren täglichen Stress miteinander.

Alles was Du tun kannst ist, Dich um Dein eigenes Leben kümmern und Dich von Deinen Eltern soweit wie nötig zu distanzieren, daß es Dich nicht mehr belastet, damit meine ich sowohl räumlich als auch psychisch distanzieren.

Natürlich wird man nicht automatisch auch so, gerade ein schlechtes Beispiel kann auch dazu nützlich sein, daß Du erkennst was Dir wichtig ist und was Du auf keinen Fall willst.

Ich kann Dein Problem sehr gut verstehen und ich spreche aus eigener Erfahrung.

Viele Grüße
Petra

Hallo nochmal,

ich wollte nur noch Danke sagen, bevor der Artikelbaum ins Archiv verschwindet!
Ich weiß wohl, dass ich einiges zu arrogant formuliert habe, das waren jedoch nur meine Eindrücke. Es macht mich einfach verrückt, mitansehen zu müssen, wie die beiden miteinander umgehen! Und noch verrückter macht es mich, dass sie alle Ratschläge (von Kindern - auch denen, die noch im Haus wohnen, ihren Eltern) in den Wind schlagen und sich dann aber natürlich nicht daran hindern lassen, sich weiter zu beschweren… dass sie sich einfach nicht helfen lassen!

Es waren wirklich sehr viel unterschiedliche Ansichten - dafür bin ich auch froh. Ich werd sicher auch noch einiges überdenken und dann sehen, wie ich ihnen weiterhin helfen kann - oder auch nicht…

Also nochmal danke und liebe Grüße
anke