Problem Brustkrebs

Hallo,
wir haben da ein größeres Problem mit meiner Mutter welche an Brustkrebs erkrankt ist. Ich habe dabei eigentlich zuviele fragen um sie genau benennen zu können. Desswegen wollte ich euch eigentlich hier die Geschichte erzählen und euch fragen was euch dabei einfällt.

Meine Mutter kahm mit starken Rückenschmerzen ins Krankenhaus. Dort stellte sich dann heraus das sie Metastasen im Rückenbereich, vor allem im Nackenbereich hat. Nach kurzer Suche wurde der Tumor dann in der rechten Brust gefunden.
Durch die starke Schädigung der Knochen im Nacken war dann erst mal eine Bestrhlung angesagt. Es waren 14 Bestrahlungen vorgesehen die in einem anderen Krankenhaus gemacht werden sollten.
Meine Mutter war natürlichgeschockt was ja auch normal ist wenn man so eine Diagnose bekommt.
Trotzdem nahm sie alles gut auf, nur die Verlegung in das andere Krankenhaus hat sie ziemlich beunruhigt. Dazu muss man sagen das meine Mutter 68 Jahre alt ist und vor diesem Krankenhaus schon immer eine Angst hatte. Das Gerüscht von „Dort kommen nur die schlimmen Fälle hin“ hatte sie wohl in sich aufgenommen.
Also war sie am ersten Tag in diesem Krankenhaus auch ziemlich down.
Ab der 3. Bestrahlung wurde der Rücken besser und sie konnte sich wieder bewegen. Sie wurde wieder fröhlicher und konnte ein paar Tage später sogar in die Kaffeteria gehen. Alles kief gut und nach Plan. Wenn die Bestrahlungen fertig sein wären sollte sie wieder zurück in das eine Krankenhaus wo man dann mit der weiterführenden Behandlung anfangen wollte.
Ab der 2. Woche, also 5. Bestrahlung merkte ich das meine Mutter immer unfreundlicher wurde. Das war Montags. Dienstags war sie dann noch unfreundlicher und war stolz darauf das sie den Schwestern mal so richtig ihre Meinung gesagt hatte. Das kannte ich nicht von meiner Mutter. Sie sagte auch das sie so schnell wie möglich wieder hier weg wollte. Am nächsten Tag war es dann vorbei. Sie redete plötzlich davon das sie nach Hause wollte. Sie wirkte unruhig und war nicht im Bett zu halten. Sobald man sie fragte was los war meinte sie hier wäre alles sche…e und niemand brauche sich um sie zu kümmern. Wenn sie zu Hause wäre würde es ihr besser gehen usw.
Abends bekam ich dann eine Anruf das sie meine Mutter daran hindern mussten das Krankenhaus zu verlassen. Sie hatte ihre Sachen gepackt und war unterwegs gewesen nach Hause zu kommen. Das muss wohl 3 mal in 1 Stunde gewesen sein.
Ich natürlich sofort dahin aber mit ihr war nicht mehr zu reden. Es kam nur noch der Spruch das sie nach Hause will und niemand kann sie aufhalten. Es blieb nichts anderes übrig als sie mit beruhigungmitteln ans Schalfen zu bekommen.
Ab dem Abend hatte meine Mutter jeglichen Bezug zur Realität verloren. In ihrem Kopf war und ist nur noch der Wille nach Hause zu kommen. Sie nahm keine Medikamente mehr, hat nicht gegessen oder getrunken. Agressiv war sie gegen jeden der sie hindern wollte aufzustehen und zu gehen. Logische erklärungen konnte sie nicht geben. Es war eher immer der Satz das sie entscheidet was gut ist und sonst niemand.
Das wurde natürlich immer schlimmer und die Strahlenstation war überfordert. Nachdem die Psychologen dort dann auch nur gesagt haben das man sie zwecks Terapiebeendigung am besten immer mit beruhigungsmitteln ruhig hält klappte die Terapie dann wenigstens.
Leider wurde die Psyche nicht besser und so kam was kommen musste, meine Mutter wurde auf die geschlossene des Krankenhauses verlegt. Dort, nach zwei Tagen, hatte sie dann ein akutes Nieren versagen welche sie natürlich auf die Intensivstation brachte. Dort war die Verweigerung der Medikament natürlich genauso wie vorher und auch die agressivität, was zur folge hatte das ein Pfleger verletzt wurde und sie wieder mit Mittel ruhig gestellt wurde und am Bett fixiert werden musste.
Die Niere ist wieder ok aber meine Mutter kommt nun nicht mehr richtig zu sich. Sie ist zwar ansprechbar aber kann nicht mehr sprechen und Körperlich ist sie auch sehr geschwäscht. Sie reagiert seit gestern wenigstens auch Ansprache und beantwortet manchmal auch Fragen dur Nicken oder Schütteln des Kopfes.
Die Ärtzte sagen das sie zur Zeit (seit ca 3 Tagen) keine Mittel mehr bekommt die sie ruhig stellen sollen. Trotzdem wird sie irgendwie nicht richtig wach. Sie macht auch ständig ein Geräusch beim AUsatmen. Ich habe sie gefragt ob sie damit aufhören kann und sie nickte ja aber aufgehört hat sie nicht.
Die Ärtzte sind zur Zeit alle Ratlos nach aussage des Oberarztes.
Es könnte nicht an den Medikamenten liegen, Organisch wäre auch nichts zu finden was so etwas auslösen könnte. Man müsse halt iM das beste hoffen.

Ich weiss nicht was ich davon alles halten soll. Habe auch keine Ahnung welche Fragen ich genau stellen soll oder muss. Was ich beobachten soll oder was ich mal versuchen könnte.
Also bitte teilt mir doch einfach mal eure Überlegungen mit. Vielleicht kann ich ja da irgendwo einsteigen und dann was schlauer für mich oder auch für meine Mutter werden.

Noch ne kleine wichtige Info.
Meine Schwester und ich leiden unter Panikatakken. Meine Mutter hat nie irgend so etwas angedeutet das sie so etwas auch hat aber auszuschlissen ist es natürlich nicht. Andere Generationen gehen mit so einer Sache ja anders um als meine Generation.

mfg

Bert

ich habe keine ahnung und kann nichts dazu sagen. aber ich wollte dich fragen, ob du vielleicht per mail schon hilfe bekommen hast. mich haben deine zeilen recht berührt und so frage ich mich nun, ob du hier hilfe oder infos erhalten hast oder nicht und nun auf anderem wege nach hilfe suchst.

liebe grüsse und alles gute!

nina

hallo,
wurde schon ein Computertomogramm des Kopfes gemacht?
viele grüsse und alles Gute rico

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Hallo Bert,

ich kann dir leider nicht wirklich helfen.
Das Forum für Krebskranke und deren Angehörige ist leider geschlossen. Ich habe dort sehr gute Hilfe bekommen, woraus auch eine Freundschaft entstanden ist. Versuche über das Internet Gleichgesinnte zu finden. Mir hat es ungemein geholfen.

Ich kann auch bestätigen, dass es bei einigen Menschen, die an Krebs erkrankt sind, zu Verhaltensänderungen kommt. Das mag verschiedene Ursachen haben. Ich kenne das Gefühl, einen Menschen nicht mehr wieder zu erkennen, weil er sich so stark verändert hat. Man ist so hilflos…

Sei stark.

Gruß
Tato

Hallo, Bert

ich würde mir einen Termin beim Oberarzt geben lassen und dann genauso wie Rico, nachfragen, ob eine Computer-Tomographie des Kopfes gemacht wurde.

Erklärung Computer-Tomographie:
http://www.netdoktor.de/ratschlaege/untersuchungen/c…

Alles Gute und viel Kraft!

Liebe Grüsse
karin

Hallo,

hallo,
wurde schon ein Computertomogramm des Kopfes gemacht?
viele grüsse und alles Gute rico

Ja sogar schon 2 mal. Beide Befunde waren negativ, also keine „sichtbaren“ schädigungen oder Metastasen. Ein Arzt sagte nur das man da trotzdem nie sicher sein kann.
Jetzt sollten nochmal Neurologen ran, obwohl die beim ersten befund auch nichts gefunden hatten.

mfg

Bert

Hallo und danke erst mal für eure Antworten.
Wie unten schon beschrieben wurde bereits 2 mal ein CCT von Kopf gemacht. Dort war aber nichts zu finden.

War natürlich gestern wieder da. Zustand noch immer wie beschrieben. Die Ärzte haben jetzt 2 Tage lang nur noch leichte SChmerzmittel verabreicht um sie vielleicht doch noch aus ihrem Halbschlaf raus zu bekommen.
Ansprechen konnte ich sie aber Antworten war wieder nur mit zaghaftem Nicken oder Kopfschütteln da. Ihre Augen blieben auch nur immer kurz auf.
Dieses monotone Geräusch beim Ausatmen war fast weg. Das bewerte ich nun als positiv. Auch waren die Beine nicht mehr fixiert. SCheint also zu klappen.
Jetzt hoffe ich das heute wenigstens alles so ist wie gestern oder vielleicht sogar noch was besser.
Das ist nämlich das einziege was ich zur Zeit mache. Hoffen.

mfg

Bert

Hallo Bert,

es tut mir sehr leid. Meine persönliche Meinung ist, dass das sehr wohl von der Behandlung (Medikamente und Bestrahlung) kommt, - für die Ärzte gilt leider oft, dass nicht sein kann was nicht sein darf. Bestrahlungen sind sehr belastend. Das richtige Forum findest du bei krebs-kompass.de, dort gibt es sehr viele Menschen in ähnlicher Situation und ihr könnt euch gegenseitig helfen.
Alles Gute und viel Kraft,

Matilda

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hallo bert,

das hört sich für dich vielleicht sehr befremdlich an: das krankenhaus hätte den wunsch deiner mutter, nach hause zu gehen, respektieren müssen. sie bieten eine dienstleistung an, haben aber kein recht zu einer zwangsbehandlung. sie haben deiner mutter das gefühl gegeben, eine gefangene zu sein. und in dieser situation haben die wenigsten die nerven, vernünftig zu reagieren. im gegenteil machen sie es durch ihre reaktion (aggressivität) nur schlimmer, indem sie so die argumente für eine zwangsbehandlung liefern.

allein der wunsch, nicht behandelt zu werden, ist noch kein hinweis auf geistige verwirrung. es muss untersucht werden, ob deine mutter orientiert ist (ort, zeit, situation, was passiert, was passiert, wenn sie nicht behandelt wird). wenn sie orientiert ist, kann sie entscheiden, wie sie will. auch wenn andere die entscheidung nicht gut heissen.

auch dass deine mutter nicht mit dir spricht oder mit dem personal und diese angreift, heißt nicht, daß sie geistig verwirrt sein muss. wenn man beachtet, daß sie quasi gefangen gesetzt wurde, ist ihr verhalten eigenlich normal: ihr verhalten könnte allein ausdruck von misstrauen und angst sein.

an deiner stelle würde ich mich um eine verlegung der mutter bemühen. ihr könnte es helfen, wenn sie sieht, daß sie „da“ rauskommt, egal ob sie nun geistig verwirrt ist oder nicht. sie muss zu den behandelnden ärzten vertrauen haben - ihr jetziger zustand ist doch keine alternative zu einer nichtbehandlung.

Hallo,

das hört sich für dich vielleicht sehr befremdlich an: das
krankenhaus hätte den wunsch deiner mutter, nach hause zu
gehen, respektieren müssen. sie bieten eine dienstleistung an,
haben aber kein recht zu einer zwangsbehandlung. sie haben
deiner mutter das gefühl gegeben, eine gefangene zu sein. und
in dieser situation haben die wenigsten die nerven, vernünftig
zu reagieren. im gegenteil machen sie es durch ihre reaktion
(aggressivität) nur schlimmer, indem sie so die argumente für
eine zwangsbehandlung liefern.

Da sehe ich auch so. Bei meiner Mutter war dieses Gefühl und der Wille nicht dort zu bleiben allerdings schlagartig. Von gestern auf heute sozusagen.

allein der wunsch, nicht behandelt zu werden, ist noch kein
hinweis auf geistige verwirrung. es muss untersucht werden, ob
deine mutter orientiert ist (ort, zeit, situation, was
passiert, was passiert, wenn sie nicht behandelt wird). wenn
sie orientiert ist, kann sie entscheiden, wie sie will. auch
wenn andere die entscheidung nicht gut heissen.

Das war aber leider nicht der Fall. Für sie war tagelang Freitag. Wenn man ihr etwas naderes sagte glaubte sie einem nicht. Die Fernsehzeitung war für sie ausschlag gebend. Wenn man dann das Programm von Freitag mit dem Istzustand im TV aufzeigte ignorierte sie das Ergebniss einfach.
Auch ihr Wunschziel wechselte ständig von zu Hause nach Stolberg, welches nicht ihr zu Hause ist.
Es waren sehr viele Fehler in ihren AUsführungen.

auch dass deine mutter nicht mit dir spricht oder mit dem
personal und diese angreift, heißt nicht, daß sie geistig
verwirrt sein muss. wenn man beachtet, daß sie quasi gefangen
gesetzt wurde, ist ihr verhalten eigenlich normal: ihr
verhalten könnte allein ausdruck von misstrauen und angst
sein.

Das wäre schön wenn es nur das gewesen wäre. Aber wenn man überhaupt kein vernünftiges Wort mehr mit ihr sprechen kann und immer alles nur auf diesen einen Punkt fokusiert ist hatte ich da meine Zweifel ob das normal ist.

an deiner stelle würde ich mich um eine verlegung der mutter
bemühen. ihr könnte es helfen, wenn sie sieht, daß sie „da“
rauskommt, egal ob sie nun geistig verwirrt ist oder nicht.

Wohin denn? Sie ist zur Zeit ein Vollpflegefall. Sie kann sich nicht bewegen, kann nichts essen und nichts trinken. Spechen geht auch nicht mehr. Es geht iM einfach nichts mehr obwohl sie laut Ärzte keine beruhigende Mittel mehr bekommt. Fixiert ist sie auch nicht mehr aber das hielft jetzt auch nicht.

sie muss zu den behandelnden ärzten vertrauen haben - ihr
jetziger zustand ist doch keine alternative zu einer
nichtbehandlung.

Bei der schwere ihrer Erkrankung im Wirbelsäulenbereich gehen die Ärzte von akuter Genikbruchgefahr aus. Die Bestrahlungen haben scheinbar nichts gebracht. Wir sind also weiter weg von einer Heilung als zu Anfang. Ihr akutes Nierenversagen kahm eindeutig von Flüssigkeitsmangel. Da bin ich ehrlich gesagt froh das sie nicht zu Hause war und ihr sofort das Leben gerettet werden konnte.
Jetzt kann man zwar drüber nachdenken ob sie getrunken hätte wenn sie zu Hause gewesen wäre aber für mich ist das leider nicht normal wenn man essen und trinken bewusst verweigert und das Risiko des Todes eingeht. Das kommt für mich schon nem Selbstmordversuch gleich.

Es gibt viele Fragen die ich mir stelle ob das alles so richtig gelaufen ist aber was passiert ist ist passiert. Ihr jetzieger Zustand ist eine Art Delierium. Sie starrt nur zur Decke und macht bei jedem Ausatmen ein seuftsgeräusch. Manchmal nickt sie auf Fragen aber meist reagiert sie garnicht.
Die Ärzte sind ratlos und suchen Organische Ursachen.

Wir warten nur ab und können nichts tun.

Danke für deine Antwort. Drüber schreiben hielft mir auf jeden Fall besser damit umzugehen.

mfg

Bert