Problem: Engagement im Schuldienst

Hallo,

hiermit eröffne ich sicherlich einmal wieder einen Beitrag, der die Gemüter erhitzen wird – aber dazu soll er eigentlich nicht führen, denn ich möchte einfach nur ein paar Erfahrungen eurerseits hören.

Seit ca. 1 Jahr helfe ich an einer Schule als Deutschlehrerin aus. Ich bin ausgebildete Lehrerin, habe aber nach meinem Referendariat immer nur in der Wirtschaft im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und PR gearbeitet.

Ehrlich gesagt, verstehe ich die Welt nicht mehr. Mir macht der Schuljob sehr viel Spaß und wie es in meinem Job in der ÖA üblich war, engagiere ich mich auch so gut ich kann an meiner Schule. Ich übernehme gerne Projekte und Funktionsstellen, weil ich mich selbst auch gerne weiterbilden möchte und denke, dass man das am besten kann, wenn man sich an Aufgaben herantraut. Meine Erfahrungen im Bereich PR wurden zudem auch immer gerne angenommen. Allerdings bin ich auch nicht unbedingt eine bequeme Kollegin, denn ich sage, was ich denke und frage nach oder hinterfrage, wo ich mir nicht sicher bin.

Nun bekam ich von einer oberen Stelle vertraulich mitgeteilt, dass einer meiner Chefs (nicht Schulleitung, sondern höher) ein Problem mit mir habe. Ich trete zu forsch und zu selbstbewusst auf, hätte einen zu starken eigenen Kopf und müsse mich immer als etwas Besonderes darstellen. Das hat mich völlig schockiert. Nie hätte ich gedacht, dass die Mitarbeit an Projekten, die Weitergabe von Tipps und Erfahrungen so ausgelegt werden könnte - zumal ich mich nicht für eine Prahlerin halte. Nun bin ich drauf und dran mitten im Schuljahr zu gehen, weil ich das einfach nur unfair finde.

Meine Frage: Ist das im Schuldienst normal? Ist es im Schuldienst unschick seine Meinung (und das noch als Frau) zu sagen, sich mit Begeisterung engagieren zu können, Knowhow zu haben, das über den Durchschnittslehrer hinausgeht? Muss ich mich darauf einstellen, dass alles darauf hinausläuft, dass – wenn ich bleiben will - ich lernen muss, mich anzupassen und den Mund zu halten? Was sagen erfahrene Lehrer dazu?

Ich bin gespannt auf eure Erfahrungsberichte…und Tipps…Danke!

Celine

hallo,
das ist bei weitem kein schuldienstproblem:smile:

du bist jemand, der gerne mit dem kopf durch die wand will.

d.h. es koennen dir zwei arten von menschen begegnen.

  1. die, die es akzeptieren
  2. die, die es nicht akzeptieren

das kann dir ueberall passieren.

und um deine frage, ob du dich anpassen sollst, subjektiv zu beantworten.

ich mag leute mehr, die mir nicht die „wahrheit“ ins gesicht sagen. ganz alleine aus dem grund, weil es keine wahrheit gibt, sondern die leute dann ihre meinung so dominant rueberbringen, dass es einen aufregt. es gibt naemlich viele leute, die das nicht koennen oder wollen.

du nennst es „ich muss mich anpassen“…aber vielleicht ist es eher ein vorausdenken, ob es den anderen stoeren koennte, was man sagt. ob man ihn in seiner freiheit beschneidet, wenn man jetzt seinen senf dazugibt.

auch wenn das komisch oder verlogen klingt, manchmal ist ein ungewolltes kompliment oder ungewolltes laecheln mehr wert als alles andere auf der welt. die wahrheit jedoch oft sehr subjektiv und fehl am platz. wenn du alles wuesstest, was um dich passiert, es wuerde dich kaputt machen…soweit bringen, dass du womoeglich mitten im jahr kuendigst.

hoffe, ich konnte dir einen gedankengang nahebringen, der oefters(manchmal,muss ich gestehen,zu oft) den mund haelt…

mfg
rene

Gleichgesinnte suchen…
Hallo Celine,

bin zwar noch kein erfahrener Lehrer (erst drei Jährchen dabei), aber ich kann diesbezüglich auch ein wenig aus Erfahrung sprechen.
Ich bin Anfang des Schuljahres zum SV-Lehrer („Vertrauenslehrer“) gewählt worden, was keine so große Leistung war, da sich einschließlich mir nur 3 (!!) Kollegen zur Wahr gestellt haben. Sobald man nun versuchte, etwas frischen Wind und Engagement reinzubringen (z.B. die Wahl des Schülersprechers als Urwahl) gibt es immer meist versteckte Ablehnung und destruktive Kritik von einigen Kollegen. Ich sage bewusst „einige“, da der Großteil des Kollegiums der Sache unterstützend oder zumindest neutral gegenübersteht. Es hilft da durchaus, sich mit engagierten Kollegen zusammenzutun, die gibt es mit Sicherheit in jedem Kollegium.

Natürlich gehört zum Beruf des Lehrers eine bestimmte kommunikative Integrationsfähigkeit, d.h. man muss mit einer Vielzahl von Charakteren aus- und klarkommen, ob es sich nun um Schüler, Lehrer oder Schulleitung handelt. Vielleicht bist du da mit der Darstellung deiner PR-Erfahrung etwas über’s Ziel hinausgeschossen.
Ich kann mir vorstellen, dass einige routinierte Kollegen von dir diese Darstellung nicht akzeptieren möchten, da du im Schuldienst ja nur wenig Erfahrung aufweisen kannst.

Sicherlich muss man anmerken, dass die Verbeamtung des Lehrerberufs (und somit keine Bezahlung nach Leistung) dazu beitragen kann, dass es Lehrer gibt, die es nicht für nötig halten, mehr zu tun, als es die Dienstvorschriften verlangen und weiteres Engagement eher misstrauisch beäugen. Aber das wäre wieder ein anderes Thema…

Lass dich nicht unterkriegen!

Gruß Alex

Hallo Rene,

Sternchen von mir für dieses Statememt. Ich denke auch, dass das mit Schule absolut nichts zu tun hat. Das kann überall passieren.

Hallo, Celine,
offensichtlich treffen da zwei Welten aufeinander:
In der einen gilt „Das haben wir schon immer so gemacht …“, „Das haben wir noch nie gemacht …“, „Neuerungen bringen nur Unruhe …“
Und in der Deinen: „Ich sage meine Meinung, kompromisslos und schonungslos ehrlich.“ „Ich bin überzeugt davon, dass ich recht habe.“

Das kann nur zu Schwierigkeiten führen und die Kraft, den Rest der Welt von jetzt auf gleich nach seinem Bilde zu ändern, hat kein Mensch.

Du solltest vielleicht deine Strategie ändern. Du bist auch nach drei Jahren viel kürzer „im Geschäft“ als andere. Erfahrungen, die für die längst Selbstverständlichkeiten sind, musst du erst machen. Auch die anderen hatten ihre Phase, in der sie meinten, den Stein der Weisen gefunden zu haben und haben sich die Hörner an der Rigidität des etablierten Systems abgestoßen.

Das soll nicht heißen, dass du in jedem Fall falsch liegst, und alle Bemühungen vergebens sind, nur, anstatt quer über den Fluß zu schwimmen, solltest du eher nach Brücken suchen. Statt dort, wo du mit dem Kopf durch die Wand gehen möchtest, einen Durchbruch zu machen, solltest du die vielleicht weit offene Tür direkt nebendran benutzen.

Versuche, den „Gegner“ nicht niederzumachen, sondern ihn zu umarmen und zum Verbündeten zu konvertieren. Rede weniger selbst, sondern höre mehr zu. Frage erfahrene Kollegen nach ihrer Meinung zu deinen Ideen. Nutze die Erfahrungen anderer.

Wie dir hier auch von anderen schon bescheinigt wurde: Dein Problem ist kein Schulspezifisches. Es ist Teil des Lernprozesses und des Hineinfindens in die Gesellschaft.

Oder, wie mir ein alter Kapitän mal über einem Bier sagte: „Es gibt nen guten Spruch auf Erden: Du musst noch sehr viel ruhiger werden!“ Denn ich war damals auch so einer, der jeden Tag die Welt neu erfinden wollte - erst später kam ich darauf, dass es die längst gab und dass sie, wenn auch knirschend, sich schon eine ganze Weile drehte - zwar nicht um mich, aber immerhin, tamen movetur!

Grüße
Eckard

Nun bekam ich von einer oberen Stelle vertraulich mitgeteilt,
dass einer meiner Chefs (nicht Schulleitung, sondern höher)
ein Problem mit mir habe.

Hoi Celine!

*g*
na ja… das reduziert das Problem ja nun auf einen Menschen!
Geh hin und frag ihn einfach!!!
Was hast DU zu verlieren???
„Ich habe gehört, Sie haben ein Problem mit mir?
Was mache ich Ihrer Ansicht nach falsch?“

Dann hast Du Gewissheit… sonst spukt es noch ewig in Deinem Kopf rum und bremst Dich aus!
Wenn Du da wirklich gegen Windmühlen kämpfst, stell Dir die Frage, ob Du das auf Dauer aushalten willst.
Zufrieden wirst Du da wohl kaum jemals werden.

Ulli, auch mit „höheren Stellen“, die anders denken… was solls???

Angestelltendasein
Hallo Celine,

Seit ca. 1 Jahr helfe ich an einer Schule als Deutschlehrerin
aus. Ich bin ausgebildete Lehrerin, habe aber nach meinem
Referendariat immer nur in der Wirtschaft im Bereich
Öffentlichkeitsarbeit und PR gearbeitet.

Warst Du selbständig/freie Mitarbeiterin? So wie ich den Bereich ÖA/PR kenne, ist freie Mitarbeit oder zumindest sehr selbständiges Arbeiten die Regel.

Nun bekam ich von einer oberen Stelle vertraulich mitgeteilt,
dass einer meiner Chefs (nicht Schulleitung, sondern höher)
ein Problem mit mir habe.

Das ist nicht gut. Als Angestellte wirst Du zunächst dafür bezahlt, das Umzusetzen, was Deine Vorgesetzten vorgeben. Anders als bei freier Tätigkeit hast Du nicht die Möglichkeit, Dir andere Kunden zu suchen. Deine Vorgesetzten sind zunächst einmal Deine Kunden: sie sorgen nämlich dafür, dass Du Geld für Deine Leistung bekommst. Natürlich sind auch die Schüler wichtig, allerdings solltest Du Dir Deiner Angestelltenposition bewusst sein. Die Schüler können mit Dir auch unzufrieden sein. Das macht den Alltag zwar schwierig, gefährded aber noch nicht Deine Position. Wenn ein Chef unzufrieden ist, ist das etwas ganz anderes.

Sei Dir auch bewusst, dass Du keine Beamtin (wie vermutlich vieler Deiner Kollegen) bist. Als Beamter ist der gute Draht zum Vorgesetzten zwar auch wichtig, allerdings schützet der Beamtenstatus auch.
Kurz: du solltest Dir Deiner eigenen Position als abhängig Angestellte (im Gegensatz zu freie MA und Beamtin) im Klaren sein.

Ich trete zu forsch und zu
selbstbewusst auf, hätte einen zu starken eigenen Kopf

Vorsicht: Diesen Eindruck kannst Du Dir als Angestellte eigentlich nicht erlauben (egal ob das jetzt gerechtfertigt ist oder nicht). Du wirst dafür bezahlt das zu tun, was Deine Vorgesetze von Dir wollen.

und
müsse mich immer als etwas Besonderes darstellen. Das hat mich
völlig schockiert. Nie hätte ich gedacht, dass die Mitarbeit
an Projekten, die Weitergabe von Tipps und Erfahrungen so
ausgelegt werden könnte - zumal ich mich nicht für eine
Prahlerin halte. Nun bin ich drauf und dran mitten im
Schuljahr zu gehen, weil ich das einfach nur unfair finde.

Das Arbeitsleben ist nicht immer fair, leider. Du hast in ein Umfeld mit ganz anderer (Dir zuvor unbekannten) Arbeitskultur gewechselt, als es in Deinem alten Beruf der Fall war. Feedback, seien es leiseste Töne oder auch nur fehlendes positives Feedback, von Kollegen und Vorgesetzten ist in dieser Phase sehr wichtig.

Meine Frage: Ist das im Schuldienst normal?

Das ist nicht nur im Schuldienst sondern in der Arbeitswelt völlig normal.

Ist es im
Schuldienst unschick seine Meinung (und das noch als Frau) zu
sagen, sich mit Begeisterung engagieren zu können, Knowhow zu
haben, das über den Durchschnittslehrer hinausgeht?

Es ist in der Arbeitswelt ganz allgemein unschick, sich mit den Vorgesetzten anzulegen. Natürlich soll ein AN eine eigene Meinung haben. Am Ende des Tages sollten jedoch die Vorgaben der Vorgesetzten umgesetzt sein.

Muss ich
mich darauf einstellen, dass alles darauf hinausläuft, dass –
wenn ich bleiben will - ich lernen muss, mich anzupassen und
den Mund zu halten?

Ganz allgemein wirst Du Dich als Angestellte in ein Team fügen müssen und Entscheidungen des Teams oder der Vorgesetzten umzusetzen müssen. Einsame Entscheidungen Deinerseits gibt es nicht.

Versteh’ mich nicht falsch. Für mich klingt Dein Text ganz einfach danach, dass hier ein sehr selbständiger Arbeitsstil mit den engen Vorgaben des Angestelltendaseins zusammenprallen. Das ist nicht nur im Schuldienst problematisch. Der Übergang von selbständiger Arbeit zu abhängiger Arbeit ist nicht einfach, da auf einmal ganz andere (ungeschriebene) Regeln gelten. Die Kundenorientierung muss einer Vorgabenorientierung weichen etc.

Kopf hoch,

R.

Hallo,

Warst Du selbständig/freie Mitarbeiterin? So wie ich den
Bereich ÖA/PR kenne, ist freie Mitarbeit oder zumindest sehr
selbständiges Arbeiten die Regel.

Nein, festangestellt.

Nun bekam ich von einer oberen Stelle vertraulich mitgeteilt,
dass einer meiner Chefs (nicht Schulleitung, sondern höher)
ein Problem mit mir habe.

Das ist nicht gut. Als Angestellte wirst Du zunächst dafür
bezahlt, das Umzusetzen, was Deine Vorgesetzten vorgeben.

Ja, selbstverständlich, das ist ja auch mein Anliegen, daher finde ich ja entsetzlich, das mein Engagement so ausgelegt wird. Schließlich tue ich ja alles, was man mir sagt. Hänge bis spät abends in Projekten und Schule ab.

Anders als bei freier Tätigkeit hast Du nicht die Möglichkeit,
Dir andere Kunden zu suchen. Deine Vorgesetzten sind zunächst
einmal Deine Kunden:

Da sagst du mir nichts Neues.

sie sorgen nämlich dafür, dass Du Geld

Kurz: du solltest Dir Deiner eigenen Position als abhängig
Angestellte (im Gegensatz zu freie MA und Beamtin) im Klaren
sein.

Wie gesagt, ich war keine freie Mitarbeiterin.

Ich trete zu forsch und zu
selbstbewusst auf, hätte einen zu starken eigenen Kopf

Vorsicht: Diesen Eindruck kannst Du Dir als Angestellte
eigentlich nicht erlauben (egal ob das jetzt gerechtfertigt
ist oder nicht). Du wirst dafür bezahlt das zu tun, was Deine
Vorgesetze von Dir wollen.

Hast du mich da eventuell missverstanden? Das sagt der Chef über mich, obwohl dem ja nicht so ist. Das bestätigen mir ja auch Kollegen. Da liegt ja das Problem, seufz. Egal was ich tue, es scheint alles falsch.

Du hast in ein

Umfeld mit ganz anderer (Dir zuvor unbekannten) Arbeitskultur
gewechselt, als es in Deinem alten Beruf der Fall war.

Du sagst es.

Meine Frage: Ist das im Schuldienst normal?

Das ist nicht nur im Schuldienst sondern in der Arbeitswelt
völlig normal.

Da muss ich dir leider widersprechen. Bei uns hieß: mit eigenen Ideen aufwarten, fähig sein, kleinere Entscheidungen selbst zu treffen - aber natürlich das Feingefühl zu haben, wann man nachfragen muss.Wer Erfahrung hatte, setzte diese auch zum Wohle alle ein. Jeder hat das übernommen, wo seine persönlichen Stärlen lagen. Erst daraus haben sich tolle Marketingkonzepte entwickelt. Teamarbeit stand bei uns hoch. Nichts anderes versuche ich auch. Mitarbeiten, wo ich kann, Arbeit mit anderen teilen - da ich denke, dass der Schuldienst für alle stressig genug ist.

Ist es im
Schuldienst unschick seine Meinung (und das noch als Frau) zu
sagen, sich mit Begeisterung engagieren zu können, Knowhow zu
haben, das über den Durchschnittslehrer hinausgeht?

Es ist in der Arbeitswelt ganz allgemein unschick, sich mit
den Vorgesetzten anzulegen.

Leider hats du mich völlig missverstanden. Ich weiß jetzt auch nicht, wo du hineininterpretierst, dass ich mich mit dem Vorgesetzten angelegt habe. Das habe ich nämlich nicht. Zumal ich diesen Vorgesetzten auch als äußerst sympathisch und kompetent finde und wir in gemeinsamen Gesprächen zu sehr positiven Ergebnissen gekommen sind. Daher schockiert mich dies ja auch sehr. Das ist ja zudem das Schlimme: mir selbst hat er das nie gesagt und den Eindruck erwekct, alles sei in Ordnung. Wie solle man auch etwas Gegenteiliges vermuten, wenn er auf einen zutritt und einen sogar bittet diese und jee Aufgabe noch zu übernehmen.

Natürlich soll ein AN eine eigene

Meinung haben. Am Ende des Tages sollten jedoch die Vorgaben
der Vorgesetzten umgesetzt sein.

NUn, dann frage ich mich, wie ich reagieren soll, wenn ich das umgesetzt habe, was ich tun soll und trotzdem so etwas im Raum steht.

Muss ich
mich darauf einstellen, dass alles darauf hinausläuft, dass –
wenn ich bleiben will - ich lernen muss, mich anzupassen und
den Mund zu halten?

Ganz allgemein wirst Du Dich als Angestellte in ein Team fügen
müssen und Entscheidungen des Teams oder der Vorgesetzten
umzusetzen müssen. Einsame Entscheidungen Deinerseits gibt es
nicht.

Wieder missinterpretiert: in diesen Projekten arbeite ich im Team. Wir setzen das um, was von uns gefordert wird. Vielleicht verstehst du jetzt mein Problem. Alles kann ich hier in der Kürze leider nicht so verständlich machen.

Seufz. Das ist mein Problem. Es ist ja nicht so, dass ich hier in dieses Forum getreten wäre, ohne einmal in meinem eigenen Umfeld um Rat zu fragen. Ich muss sagen, dass ich in einem tollen Kollegium arbeite und von dort bestätigt werde, dass da etwas nicht stimmen kann. Denn meine Kollegen sehen das so nicht. Zum einen wurden mir die Projekte angeboten, ich habe mich also nicht drauf gestürzt, zum anderen wurde ich aufgrund meines Zweitstudiums über meinen Rekrot auf verschiedene Funktionsstellen vermittelt, damit ich auch Vollzeit arbeiten kann. Und zu guter Letzt arbeite ich dort mit, wo ich denke, dass ich eine Hilfe sein kann. Das heißt, dass die einzigen Gespräche, die ich mit betreffender Person habe, die Ausgangsgespräche sind, in denen festgelegt wird, was erreicht werden soll und die Comtrollinggespräche, in denen überprüft wird, was wir in welcher Zeit erreicht haben. Und es war bisher immer positiv. Daher ergibt sich ja mein Problem. Ich kann dies nicht nachvollziehen, was mir betreffende Person vorwirft. Ich muss noch ergänzen, dass derjenige, der mir dies mitteilte, dies auch nicht recht nachvollziehen kann, weil er meine Art als erfrischend und spitzig bezeichnet und nicht als zu selbstsicher oder gar dickköpfig. Dieser Herr ist aber um einiges erfahrener und sitzt höher.

Für mich hat das den Touch von Mobbing…

Viele Grüße von Celine

Hallo,

da hast du völlig recht. Und schon komisch, dass ich hier um Rat frage. Aber ich frage mich tatsächlich, ob das im Schuldienst normal ist. Denn in ganzen 12 Jahren habe ich das in der Wirtschaft nicht erlebt. Und warum ich nicht nachfrage? Weil ich das, was da passiert, als Kindergarten empfinde, als ein Spiel, in das ich hineingezogen werden soll und das ich nicht mitspielen will. Du hast Recht, am besten wäre es, dieses Spiel zu unterbrechen, indem ich hingehe und frage, wo das Problem liegt. Aber derjenige, der mit mir geredet hat, hat es mir untersagt. Wenn ich nun doch hingehe, dann trifft das ja alles zu, was man mir unterstellt: Ich hätte meinen eigenen Dickkopf und sei zu selbstsicher. Alles Vorwürfe, die ja bis jetzt so nicht stimmen. Aber dann hätte man etwas in der Hand…

Viele Grüße von Celine

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Hallo,

ich fürchte, Du hast mich ebenfalls nicht ganz verstanden.

Ja, selbstverständlich, das ist ja auch mein Anliegen, daher
finde ich ja entsetzlich, das mein Engagement so ausgelegt
wird. Schließlich tue ich ja alles, was man mir sagt. Hänge
bis spät abends in Projekten und Schule ab.

Da wärest Du nicht die erste, der es so ergeht.

Hast du mich da eventuell missverstanden? Das sagt der Chef
über mich, obwohl dem ja nicht so ist.

Hier hast Du mich falsch verstanden. Es ist völlig egal ob dem so ist oder nicht. Für Deine Karriere dürfte alleine entscheidend sein, wie es Deine Vorgesetzten sehen. Was Deine Kollegen sagen dürfte karrieretechnisch egal sein.
Du wirst durch Deine Chefs beurteilt und evtl. sind es genau diese Chefs, die bei eine Vertragsverlängerung/Verbeamtung befürworten müssen.

… Mitarbeiten, wo ich kann,

Arbeit mit anderen teilen - da ich denke, dass der Schuldienst
für alle stressig genug ist.

Genau da liegt der Unterschied zum Schuldienst: "das Feingefühl zu haben,

wann man nachfragen muss".

Du kommst aus dem Kreativbereich mit seinen Freiheiten in ein sehr starres Arbeitsumfeld.

Leider hats du mich völlig missverstanden. Ich weiß jetzt auch
nicht, wo du hineininterpretierst, dass ich mich mit dem
Vorgesetzten angelegt habe. Das habe ich nämlich nicht.

Weshalb ist er dann nicht von Dir überzeugt? Es geht nicht darum, was du willst, sondern wie er es empfindet.

… Wie solle man auch etwas Gegenteiliges vermuten, wenn
er auf einen zutritt und einen sogar bittet diese und jee
Aufgabe noch zu übernehmen.

Vorgesetzte sind auch nicht immer leuchtende Beispiele der Kommunikation.

Wieder missinterpretiert: in diesen Projekten arbeite ich im
Team. Wir setzen das um, was von uns gefordert wird.
Vielleicht verstehst du jetzt mein Problem. Alles kann ich
hier in der Kürze leider nicht so verständlich machen.

Ich glaube, ich verstehe es sehr gut. Du tust Dich mit Deinem neuen Umfeld schwer. Dein Umfeld reagiert auf das Neue positiv, nur weiter óben gibt es Widerstand.

Seufz. Das ist mein Problem. Es ist ja nicht so, dass ich hier
in dieses Forum getreten wäre, ohne einmal in meinem eigenen
Umfeld um Rat zu fragen. Ich muss sagen, dass ich in einem
tollen Kollegium arbeite und von dort bestätigt werde, dass da
etwas nicht stimmen kann.

Wenn Dein Umfeld Dir das sagt, dann stimmt das. Nur ändert das nichts an der Sichtweise dieses OStD/MB (?) .

… Daher ergibt sich ja mein Problem. Ich

kann dies nicht nachvollziehen, was mir betreffende Person
vorwirft. Ich muss noch ergänzen, dass derjenige, der mir dies
mitteilte, dies auch nicht recht nachvollziehen kann, weil er
meine Art als erfrischend und spitzig bezeichnet und nicht als
zu selbstsicher oder gar dickköpfig. Dieser Herr ist aber um
einiges erfahrener und sitzt höher.

Für mich hat das den Touch von Mobbing…

Gott sei Dank hat das nichts Mobbing zu tun. Es ist nur so, dass Dich ein Chef nicht leiden mag (1 Person).
(Beim Mobbing haben sich Deine Kollegen gegen Dich verschworen. Das geht dann über falsche Anschuldigungen, Disziplinarverfahren, grundlose Suspendierung vom Dienst usw. bis zum Freispruch 2. Klasse und der entsprechen ruinierten Karriere)

In der freien Wirtschaft würde ich Dir raten, nach einer Schamfrist (auf ausreichende Dienstzeit, min 2 Jahre achten!) den AG zuwechseln. Mit Gegenwind von ganz oben kommt man nicht weiter.

Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Betreffende in absehbarer Zeit selbst wegbefördert wird/ das Referat wechselt oder sonstwie nicht mehr für Dich zuständig ist, kannst Du selbst am besten beurteilen.
Du solltest bei der kurzen Dienstzeit keinesfalls jetzt schon das Handtuch werfen.

Ciao R.

Hallo,

erst einmal Danke für die Rückmeldung. Eigentlich hätte mich eher interessiert, wie der Schulalltag so aussieht. Denn ich wurde hier missverstanden und erhalte Rat, der in eine andere Richtung weist, wie das eigentliche Problem. Daher nehme ich noch einmal ausführlich Stellung. Aber vorsicht, sehr lang :smile:

Hallo, Celine,
offensichtlich treffen da zwei Welten aufeinander:
In der einen gilt „Das haben wir schon immer so gemacht …“,
„Das haben wir noch nie gemacht …“, „Neuerungen bringen nur
Unruhe …“
Und in der Deinen: „Ich sage meine Meinung, kompromisslos und
schonungslos ehrlich.“ „Ich bin überzeugt davon, dass ich
recht habe.“

Und genauso eben ist es nicht! Mir ist es so etwas von bewusst, dass ich erst seit so kurzer Zeit an dieser Schule bin. Ich kleide alles, was ich tue und sage in Watte: könnte, würde, vielleicht

Vielleicht hätte ich ausführlicher schreiben müssen, aber vielleicht zeigt mir auch, dass mich die meisten hier missverstehen, dass ich schlicht im Bereich Schule eine Art habe, missverstanden zu werden. Mein Problem liegt nicht darin, dass mein Charakter der beschriebene ist, von dem ihr alle auszugehen scheint. Es geht wirklich um das Problem, dass mir eine einzelne Person in hoher Position unterstellt, dass ich so sei. Ich dies aber von niemand anderem bestätigt bekomme. Ganz im Gegenteil. Teamarbeit, Zuhören - das steht für mich an oberster Stelle. Ich habe kein Problem mich unterzuordnen. Nur das, was ich im Schuldienst in so kurzer Zeit erlebe, ist mir in ganzen 12 Jahren Wirtschaft nicht begegnet. Wie oft wurden meine Ideen als die Ideen anderer verkauft. Ich habe meinen Mund gehalten, denn jemand der gut und fleißig ist, wird auch irgendwann dafür belohnt. Ich war innerhalb kürzester Zeit die rechte Hand des Marketingleiters und ein Jahr später selbst leitende Angestellte. Und jeder Wirtschaftler wird mir bestätigen, wie wichtig es ist im Marketing und ÖA im Team und miteinander zu arbeiten, Befehle entgegen nehmen zu können und das umzusetzen, was der Firma dient. Es wäre falsch zu glauben, man könne da nach seiner eigenen Fasson zu leben. Diese Arbeitsweise ist mir also mehr als vertraut. Und wenn ich nicht umgezogen wäre, kein Kind bekommen hätte, wäre ich dort wohl auch glücklicher. Denn mein Problem ist wirklich dies, dass mir etwas unterstellt wird, was ich nicht bin. Je grauer ich mich mache, je bunter werde ich in den Augen dieses Mannes.

Das kann nur zu Schwierigkeiten führen und die Kraft, den Rest
der Welt von jetzt auf gleich nach seinem Bilde zu ändern, hat
kein Mensch.

Ich wiederhole mich: auch in der Wirtschaft kann man nicht kommen und wollen. Warum wird unterstellt, dass Wirtschaftler so seien. Zudem muss ich einmal sagen, dass man in Firmen weitaus größerer Kontrolle unterliegt als im Schuldienst. Jede Woche Sitzungen, jeden Monat mindestens einmal ein Milestone- oder Controllinggespräch. In der ganzen Zeit, in der ich im Schuldienst bin, hatte ich erst einen Besuch! Ich versuche kein Bild zu malen. Ich versuche mit meinen Kräften zu helfen, meine Kollegen zu unterstützen. Ist es jetzt verständlicher, warum es mich so frustriert, dass dieser Mann mich so bewertet? Natürlich könnte es mir egal sein, was dieser eine Mensch von mir sagt und denkt, denn die Rückmeldung Menschen, mit denen ich täglich zu tun habe, sollte mir wichtiger sein. Aber es lässt mich einfach nicht kalt, wenn ein Chef sich über mich aus wenigen Treffen eine Meinung bildet, die der Realität nicht entspricht. Ein Gespräch mit meinen direkten Vorgesetzten oder Kollegen würde dies ins richtige Licht setzen. Aber das Schlimme ist, dieser Mann geht ja nicht einmal direkt auf mich zu. Und derjenige, der es mir mitteilte, untersagte mir ein Gespräch. Was soll ich denn da tun? Für mich ähnelt dies einem Spiel, einem kleinen Kindergarten. Und das verblüfft mich schon, weil ich den Sinn nicht verstehe.

Du solltest vielleicht deine Strategie ändern. Du bist auch
nach drei Jahren viel kürzer „im Geschäft“ als andere.
Erfahrungen, die für die längst Selbstverständlichkeiten sind,
musst du erst machen. Auch die anderen hatten ihre Phase, in
der sie meinten, den Stein der Weisen gefunden zu haben und
haben sich die Hörner an der Rigidität des etablierten Systems
abgestoßen.

Auch hier wiederhole ich mich: ich bin mir dessen bewusst und habe kein Problem damit. Aber ich kann es auch nicht ändern, wenn fast ich immer diejenige bin, die man um Rat fragt, wenn Gäste kommen, ich die erste bin, mit der man spricht, ich die erste bin, die man fragt, ob sie hier und da eine Fortbildung geben kann. Ich kann mich förmlich verstecken und man findet mich. Ich dränge mich wahrlich nicht auf. Aufgaben werden an mich herangetragen, mein Direktor schlägt mich für Funktionsstellen und Projekte vor usw. Ich habe das Gefühl, dass in meiner Schule ein Durst besteht, zu wissen, wie es die Wirtschaft macht. Ich kann nicht verleugnen, dass ich 12 Jahre lang Projektmanagement betrieben habe, Marketingkonzepte entworfen habe, auf Sponsorensuche war, unwillkürlich im Rampenlicht stand. Und ich habe das Gefühl, dass sich alle auf mich stürzen, weil an die Schulen Anforderungen gestellt werden, die Fähigkeiten erfordern, die ich seit Jahren bereits eingesetzt habe. Aber ich bin nicht in die Schule gekommen mit einem: Hier bin ich! Sondern man hat mich beobachtet mit Argusaugen. Dann kam das erste Musicalprojekt, man fragte mich, ob ich hier mithelfen könnte und so kam alles ins Rollen. Steht ein Projekt an, heißt es: Frau Celine macht das. Steht ein Pädagogischer Tag an: Frau Celine macht das! Aber ich schreie nicht hier. Nur ist dies für mich einfach ein tolles und interessantes Feld. Und ich sage nicht nein, weil das, um was ich gebeten werde, mir Spaß macht. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich die Welt verändern will.

Das soll nicht heißen, dass du in jedem Fall falsch liegst,
und alle Bemühungen vergebens sind, nur, anstatt quer über den
Fluß zu schwimmen, solltest du eher nach Brücken suchen. Statt
dort, wo du mit dem Kopf durch die Wand gehen möchtest, einen
Durchbruch zu machen, solltest du die vielleicht weit offene
Tür direkt nebendran benutzen.

Wo entnimmst du meinem Text, dass ich mit dem Kopf durch die Wand will? Es erschreckt mich, weil ich mir dies genauso vorstelle, wie es im Schuldienst läuft: ein Mann in hoher Position sagt etwas über mich und ungeachtet dessen, ob es stimmt, wird es für bare Münze gehalten. Und es verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Natürlich sage ich meine Meinung, aber man sollte dies nicht missverstehen und glauben ich würde wie ein Elefant im Porzellanladen herumtrampeln. Im Gegenteil, dazu habe ich zu viel Gespür in den Jahren als Marketer entwickelt.

Versuche, den „Gegner“ nicht niederzumachen, sondern ihn zu
umarmen und zum Verbündeten zu konvertieren. Rede weniger
selbst, sondern höre mehr zu. Frage erfahrene Kollegen nach
ihrer Meinung zu deinen Ideen. Nutze die Erfahrungen anderer.

Da erzählst du mir nichts Neues. Und mein Problem liegt genau hierin. Gespräche mit betreffender Person waren bisher immer nur positiv. Ich hätte nie gedacht, dass derjenige so etwas von mir hält! Deswegen bin ich ja so schockiert und entrüstet! Wir haben Gespräche zur Zielformulierung geführt und Gespräche, um die Umsetzung zu überprüfen. Nie gab es etwas zu beanstanden. Umso unverständlicher für mich, dass es jetzt heßt: ich würde nur das tun, was ich will. Kann man denn da nicht verstehen, dass mich das zum Verzweifeln bringt? Nun, in meiner Firma lief auch nicht alles rosig. Aber man hat schnell verstanden, dass Ziele nur dann erreicht werden, wenn man persönliche und fachliche Ebene trennt. Ich gebe mir unendlich Mühe, opfere Zeit und Kraft, um alles so zu gestalten, wie es von mir gewünscht wird, erwarte keinen Dank, aber doch bitte eine richtige Beurteilung dessen, was ich tue. Da kann ich mich nur wiederholen: mein damaliger Chef hat meine Ideen oft als seine verkauft, aber ich wusste, dass er meine Arbeit schätzte und dies meine Probephase war. Aber hier wird nur genommen und gerafft, was man bekommt und der, der es geleistet hat, wird mit Füßen getreten, in dem etwas über ihn verbreitet wird, was nicht stimmt. Und genauso schnell, wie hier im Forum übernommen wird, dass ich so bin, genauso stelle ich mir dies vor, dass dies seine Kreise macht. Und meine Hoffnung oder gar mein Wunsch beispielsweise im Schuldienst auf höherer Ebene Projektmanagement zu betreiben und Fortbildungen zu geben, wird sich nie erfüllen können, weil etwas im Raum steht.

Wie dir hier auch von anderen schon bescheinigt wurde: Dein
Problem ist kein Schulspezifisches. Es ist Teil des
Lernprozesses und des Hineinfindens in die Gesellschaft.

Oder, wie mir ein alter Kapitän mal über einem Bier sagte: „Es
gibt nen guten Spruch auf Erden: Du musst noch sehr viel
ruhiger werden!“ Denn ich war damals auch so einer, der jeden
Tag die Welt neu erfinden wollte - erst später kam ich darauf,
dass es die längst gab und dass sie, wenn auch knirschend,
sich schon eine ganze Weile drehte - zwar nicht um mich, aber
immerhin, tamen movetur!

Und da liegt noch ein Problem: von sich auf andere schließen. Ich bin kein Jungspunt mehr und habe meine Erfahrungen gemacht. So unterschiedlich ist die Wirtschaft in Bezug auf Gehorsam und Freiheit nämlich nicht. Aber auf Engagement wird anders reagiert.

Nochmals: ich maße mir nicht an, eine Schule nach kurzer Zugehörigkeit zu verändern. Denn zu Veränderung gehören ein Prozess der Vorbereitung, des Begleitens und vor allem ein Team. Wenn du mir diese Empfehlung als Studienabgänger geben würdest, kann ich das dankbar annehmen. Aber du sprichst hier mit jemanden, der Berufserfahrung hat, seine grundlegenden Lehrjahre hinter sich hat und sehr wohl weiß, wie er sich zu benehmen hat. Aber anscheinend weiß das besagter Mann nicht. Und das bekümmert micht :frowning: weil ich das Gefühl habe, dass ich nichts dagegen tun kann.

Viele Grüße von Celine

Hallo :smile:

Hast du mich da eventuell missverstanden? Das sagt der Chef
über mich, obwohl dem ja nicht so ist.

Hier hast Du mich falsch verstanden. Es ist völlig egal ob dem
so ist oder nicht. Für Deine Karriere dürfte alleine
entscheidend sein, wie es Deine Vorgesetzten sehen. Was Deine
Kollegen sagen dürfte karrieretechnisch egal sein.
Du wirst durch Deine Chefs beurteilt und evtl. sind es genau
diese Chefs, die bei eine Vertragsverlängerung/Verbeamtung
befürworten müssen.

Ja, da hast du völlig recht und das ist auch mein Problem. Das ich weiter möchte und von ihnen abhängig bin. Noch zur Ergänzung: es ist bisher eben nur dieser eine Chef. Sein Vorgesetzter kennt mich schon länger (aus der Zeit meiner Wirtschaftstägikeit) und sieht dies nicht so. Das heißt: bisher ist es nur ein Vorgesetzter und ich habe schlicht Angst, dass das seine Runden zieht.

… Mitarbeiten, wo ich kann,

Arbeit mit anderen teilen - da ich denke, dass der Schuldienst
für alle stressig genug ist.

Genau da liegt der Unterschied zum Schuldienst: "das
Feingefühl zu haben,

wann man nachfragen muss".

Du kommst aus dem Kreativbereich mit seinen Freiheiten in ein
sehr starres Arbeitsumfeld.

Teils teils. Auch hier muss man viel Feingefühl haben. Natürlcih auch abhängig in welcher Position man ist und wie lange man dabei ist. Denke, dass ist im Schuldienst nicht naders. Daher versuche ich mich ja dementsprechend angepasst zu verhalten. Meine Kollegen sagen bereits über mich, dass ich mich völlig unter den Scheffel stelle. Daher ist es ja für mich so unverständlich so gegenteilige Aussagen zu hören. Man sollte es nicht glauben, dass man mich nach 12 Jahren hartem Business so aus der Balance bringt. Aber liegt wohl daran, dass ich weiß, wie wichtig die Probezeit ist.

Weshalb ist er dann nicht von Dir überzeugt? Es geht nicht
darum, was du willst, sondern wie er es empfindet.

Und da ist der Kasusknaktur. Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe. Nicht einmal der Vorgesetzte, der es mir zugetragen hat, kann mir das sagen. Er war bei allen Gesprächen dabei und bekommt alle Korrespondenz zwischen mir und besagter Person.

Ich glaube, ich verstehe es sehr gut. Du tust Dich mit Deinem
neuen Umfeld schwer. Dein Umfeld reagiert auf das Neue
positiv, nur weiter óben gibt es Widerstand.

Nur an dieser einen Stelle. Und warum mich das bedrückt? Weil ich diese Person sehr schätze und wir sehr ergebnisreiche Gespräche hatten und ich es nicht verstehen kann, warum diese Person mir ihr Problem nicht ins Gesicht sagt.

Wenn Dein Umfeld Dir das sagt, dann stimmt das.

Und das macht mich rasend. Weil ich das Gefühl habe, ich laufe in eine Sackgasse. Egal, was ich tue, es ist falsch. Denn, wenn das, was ich tue, richtig ist und er es aber schon als falsch einstuft, welche Möglichkeiten habe ich da noch?

Ich frage mich schon, ob mir ein Bär aufgebunden wurde und etwas ganz anderes bezweckt wird, weil es mir so unglaubwürdig erscheint.

Gott sei Dank hat das nichts Mobbing zu tun. Es ist nur so,
dass Dich ein Chef nicht leiden mag (1 Person).
(Beim Mobbing haben sich Deine Kollegen gegen Dich
verschworen. Das geht dann über falsche Anschuldigungen,
Disziplinarverfahren, grundlose Suspendierung vom Dienst usw.
bis zum Freispruch 2. Klasse und der entsprechen ruinierten
Karriere)

Nun, das hängt davon ab, wie du Mobbing definierst. Mobbing geht noch viel weiter und beginnt schon viel früher, aber darüber diskutieren wir jetzt nicht oder? Lächel.

Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Betreffende in
absehbarer Zeit selbst wegbefördert wird/ das Referat wechselt
oder sonstwie nicht mehr für Dich zuständig ist, kannst Du
selbst am besten beurteilen.

Er sitzt da erst seit kurzem und das unfreiwillig.

Du solltest bei der kurzen Dienstzeit keinesfalls jetzt schon
das Handtuch werfen.

Würde ich aber gerne, weil ich mir sehr viel erarbeitet hatte, was mit einem Schlag hinüber ist: Umzug etc. und ich hier schon an oberer Stelle anecke. Einen Start, den ich mir so nicht vorgestellt und gewünscht habe und gegen das ich eigentlich schon immer gearbeitet habe.

Viele Grüße von Celine

Hallo,

danke dir! Nur das Problem habe ich nicht mit meinen Kollegen. Ganz im Gegenteil: ich bin, glaube ich, in einer der besten Kollegien geraten, die es gibt :smile: *Srahl* Es ist viel schlimmer: ein oberer Vorgesetzte hat dieses Problem mit mir. Bisher nur als einziger und Kollegen und Direktor bestätgien mir immer wieder, dass sie mich so nicht sehen. *Seufz*

Viele Grüße von Celine

Hallo,

danke dir für deine Antwort. Ich habe weiter oben auf einen ähnlichen Beitrag ausführlich geantwortet. Ich hatte mich bemüht, alles sehr kurz darzustellen. Für das Verständnis wohl leider zu kurz, da ich doch missverstanden wurde. Wenn du magst, einfach den Beitrag weiter oben lesen. Denn das Problem liegt darin, dass ich nicht so bin, wie diese eine (!) Person mir vorwirft. Ich habe 12 Jahre in der Wirtschaft gearbeitet und denke, dass ich schon weiß, wie man sich als Neuling zu verhalten hat. Ich verhalte mich schon sehr angepasst und wenn ich meine Meinung sage, ist dies mit würde, könnte und vielleicht in Watte gepackt :smile:Das Feingefühle, denke ich, habe ich mir aus meinen Zeiten als Marketer bewahrt. (Hat nämlich sehr viel mit Marketing zu tun :wink:Was ich mit anpassen im Schuldienst meinte, war eher sich möglichst kaum zusätzlich zu engagieren, nur das zu tun, um was man gebeten wird und auch dann nicht helfen, wenn man sieht, man könnte seinen Kollegen damit eine große Hilfe sein.

Ach, sehr komplizierte Angelegenheit, die sich wirklich nicht in der Kürze darlegen lässt :frowning:

Viele Grüße von Celine

ich mag leute mehr, die mir nicht die „wahrheit“ ins gesicht
sagen. ganz alleine aus dem grund, weil es keine wahrheit
gibt, sondern die leute dann ihre meinung so dominant
rueberbringen, dass es einen aufregt. es gibt naemlich viele
leute, die das nicht koennen oder wollen.

Ich verteile keine Ohrfeigen! :smile: Ich glaube schon, dass ich genügen Feingefühl für das Übermitteln meiner Meinung besitze, die ich nicht für absolut halte!!! Man kann noch so viel lernen - will man nicht stillstehen.

auch wenn das komisch oder verlogen klingt, manchmal ist ein
ungewolltes kompliment oder ungewolltes laecheln mehr wert als
alles andere auf der welt. die wahrheit jedoch oft sehr
subjektiv und fehl am platz.

Viuelleicht ein Beispiel, wo ich meine Meinung gesagt habe: Kollegin verzweifelt an ihrer 9. Klasse. Heult in der Pause. Nur ich und Conrektor im Zimmer. Konrektor will sie zwingen in diesem Zustand in diese 9. Klasse zu gehen. Ich biete an, da ich nebenan unterrichte, der 9. Klasse erst einmal eine Aufgabe zu überbringen und Aufsicht zu führen bis die Kollegin sich besser fühlt. Weil sie so verheult den restlichen Respelt verlieren würde. Dazu muss ich sagen, diese Kollegin ist sehr erfahren und beliebt (was die Wahl zur Lieblingslehrerin bewies). Aber privates Unglüvk (Tod) habe sie an diesem Tag empfindlich gemacht. Konrektor wollte dies nicht, also habe ich etwas nachdrücklicher erklärt, dass sie moch über ein einhalb Jahre in dieser Klasse stehen muss und es sicherlich sinnvoller sei, dass sie sich erst fange und man eine 9. Klasse durchaus 20 Minuten frembeaufsichtigt alleine arbeiten lassen kann.

Das verstehe ich unter Meinung sagen: höflich, bittend und auf das Gemeinwohl schauend. Mein Konrektor hat mir dies nicht verübelt und im Nachhinein entschuldigt.

Mit Meinung sagen, meine ich sicher nicht: das müssen sie so und so machen, alles andere ist unfähig.

Auch ich verabscheue diese Art und daher liegt sie mir fern!

Vielleicht konnte ich mich jetzt ein wenig besser erklären.

Viele Grüße von Celine

Hallo,

dann bin ich beruhigt. Aber in 12 Jahren Arbeit habe ich dies selbst in einem der als mit unfairen Mitteln verschrienen Bereichen nicht erlebt. Nur jetzt im Schuldienst.

Viele Grüße von Celine

die Mitteilung einer Mitteilung
Hallo Celine,

Ich bin gespannt auf eure Erfahrungsberichte…und Tipps…Danke!

Eventuell könnte dir eine Überlegung von mir nützlich sein.

Nun bekam ich von einer oberen Stelle vertraulich mitgeteilt,
dass einer meiner Chefs (nicht Schulleitung, sondern höher)
ein Problem mit mir habe.

Ich kann deine Beunruhigung und deine Verwirrung verstehen, mir wäre es da nicht anders ergangen. Aber ich würde mit solcher Form der Informationsweitergabe vorsichtig umgehen, denn

  1. es ist nicht offiziell und damit nicht aktenkundig als Kritik an deiner Arbeit
  2. es ist nicht dir direkt mitgeteilt worden, dass Interesse an deiner Verhaltensänderung besteht
  3. wie sicher ist es, dass der Übermittler der Information dich nicht mit Halbwahrheiten oder Lügen versorgt hat - Marke „stille Post“

Ich habe den Verdacht, dass die Person der sogenannten „oberen Stelle“ eine Absicht verfolgt, die nichts damit zu tun hat dich und deine Leistungsfähigkeit in Frage zu stellen, sondern das Drumherum (Personen und Aktionen) aus einem Schatten zu holen.

Nun bin ich drauf und dran mitten im
Schuljahr zu gehen, weil ich das einfach nur unfair finde.

Wem nützt du und wem schadest du dadurch? Was erreichst du damit?
Berufstätigkeit ist mehr, als nur sein knowhow anzubieten und sich zu engagieren. Im Team spielen zwischenmenschliche Beziehungen und Verknüpfungen eine große Rolle. Das Zusammenspiel eines Teams kann nicht zuletzt den Klügsten unter ihnen lahm legen, wenn es um Anerkennungen und Klärung von Machtverhältnissen geht.

Meiner Meinung nach solltest bei all deiner Beunruhigung nicht so sehr von deinem Kurs abrücken, nicht nur dir zuliebe, sondern auch weil du dein Gesicht verlieren würdest, wenn du etwas an deiner Authenzität verändern würdest. Das bedeutet aber nicht Augen zu und durch, sondern ein bißchen mehr das Geschehen drumherum beobachten, vielleicht auch manche Aktion schlichter verpackt auf den Weg zu bringen (ein Produkt kann noch so gut sein, es wird nicht gemocht, wenn die Umverpackung nicht gefällt).
Ansonsten solltest du derartige Mitteilungen eines Boten (egal welche Postion er inne hat) als nicht gesagt betrachten. Wenn sie Tragweite von oben bekommen soll, dann wirst du es direkt erfahren.

Ich glaube nicht, dass Derartiges, wie du es erfahren hast, typisch für einen Schulbetrieb ist. Mir ist das jedenfalls nicht fremd.

viele Grüße
claren

hi noch mal,

also ich kenn das von einer neuen lehrkraft bei uns. frisch aus der wirtschaft, voller elan und tatenkraft…er hatte es gleich mit dem dekan verschissen:smile:
er hatte schwierigkeiten mit einem laecheln zu sagen, dass er nicht der meinung ist. er war etwas direkter…

Viuelleicht ein Beispiel, wo ich meine Meinung gesagt habe:
Kollegin verzweifelt an ihrer 9. Klasse. Heult in der Pause.
Nur ich und Conrektor im Zimmer. Konrektor will sie zwingen in
diesem Zustand in diese 9. Klasse zu gehen. Ich biete an, da
ich nebenan unterrichte, der 9. Klasse erst einmal eine
Aufgabe zu überbringen und Aufsicht zu führen bis die Kollegin
sich besser fühlt. Weil sie so verheult den restlichen Respelt
verlieren würde. Dazu muss ich sagen, diese Kollegin ist sehr
erfahren und beliebt (was die Wahl zur Lieblingslehrerin
bewies). Aber privates Unglüvk (Tod) habe sie an diesem Tag
empfindlich gemacht. Konrektor wollte dies nicht, also habe
ich etwas nachdrücklicher erklärt, dass sie moch über ein
einhalb Jahre in dieser Klasse stehen muss und es sicherlich
sinnvoller sei, dass sie sich erst fange und man eine 9.
Klasse durchaus 20 Minuten frembeaufsichtigt alleine arbeiten
lassen kann.

ich denke, dass dich deswegen auch niemand anzinken wuerde. du musst wohl mal was anderes gemacht haben, was jemand sehr persoenlich nahm.

ich stimme dir zu, dass der schuldienst, da er nicht ums ueberleben kaempfen muss, ein wenig schneller einrostet als die wirtschaft…ein wenig:smile:
da koennten manche leute das engagement als belaestigung verstehen und sich unter druck gesetzt fuehlen. jeder lehrer ist ja irgendwie sein eigner chef und wenn da jemand kommt und ihn irgend etwas neues vorschlaegt, was der lehrer schon immer anders gemacht hat, koennte eine art alterssturheit durchkommen.
ich moechte nicht in den oeffentichen dienst, da dort der sogenannte „trotteleffekt“(psych.) sehr haeufig vorkommt. das ist der effekt, dass wenn einer keine lust hat, sich ihm andere anschliessen, mit ihm zusammen nichts zu tun.

ich denke, es gibt jemanden in deinen reihen, der dich nicht mag oder gar hasst, der es aber vor dir nicht zeigt.das alleine ist nicht das schlimme…das ist ok. aber wenn derjenige dich deswegen irgendwo oben anzinkt, hoert der spass dann auf.

also wie gesagt, ich denke, du hast mal irgendjemandem eine unpassende oder zu harte antwort gegeben oder so was:smile:etwas, was du selbst vielleicht nicht so gemerkt hast. das ging mir auch schon so - bei eigenen freunden sogar.

trotzdem viel glueck:smile:und warte nicht auf den trotteleffekt:smile:gehe vorher zurueck in die wirtschaft:smile:

mfg
rene

Hallo Celine,

Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Betreffende in
absehbarer Zeit selbst wegbefördert wird/ das Referat wechselt
oder sonstwie nicht mehr für Dich zuständig ist, kannst Du
selbst am besten beurteilen.

Er sitzt da erst seit kurzem und das unfreiwillig.

hab doch einfach Mitleid mit dem Herrn, er ist offensichtlich kreuzunglücklich. So hat er sich zum „auslassen“ halt die gesucht, die auch nicht lange da ist.

Das kann eigentlich nur besser werden, wenn sonst das Umfeld stimmt.

Gruß, Karin

Halli,

irgendeine Form, einen Weg finden, ihn dennoch anzusprechen. Nur so kannst du herausfinden, ob das alles stimmt und vor allem, was genau stimmt. Claren hat das Ganze gut auf den Punkt gebracht. Ich kann verstehen, dass man enttäuscht ist, wenn man engagiert mitarbeitet, zu tollen Ergebnissen kommt und die Stellen, auf die es ankommt, wissen es nicht zu schätzen. Aber so lange du das nicht weißt und nur mitgeteilt bekommen hast von jemanden, der es auch nicht versteht und richtig weiß, ist da etwas Ungeklärtes, das im Raum steht, dich belastet und vielleicht gar keine Basis hat. Als Schülerin hat mir meine Vertrauenslehrerin einmal den Tipp gegeben, als ich vermutete, ein Lehrer könne mich nicht leiden: Frag ihn direkt, ob er was gegen dich hat. Entweder er sagt nein und muss sich zukünftig am Riemen reißen oder er sagt ja und ihr habt die Möglichkeit darüber zu sprechen.

Viele Grüße von Kim

hallo Celine,

ich denke bei Deinem Beitrag an mindestens 5 Lehrer meines (eigentlich guten!) Gymnasiums, deren Elan und Freude an ihrem Fach/ Beruf ich Welten an zusätzlicher Anregung, Einsicht, Horizonterweiterung verdanke, und mindestens 4 davon waren sehr bald wieder weg … von mir unvergessen, einschließlich mancher Inhalte, die ich ihnen verdanke.
Was Dir ein „Vorredner“ schrieb, finde ich richtig: bleibe nicht allzu lange da ( zugunsten Deiner Persönlichkeit) und auch nicht allzu kurz ( zugunsten Deiner Karriere). Und dann suche Dir eine andere Stelle: am besten in einer guten und anspruchsvollen Privatschule.
Mir kommen Deine Situation und Teile der Diskussion hier vor wie eine Illustration zu bestimmten Details der PISA-Studie und ihren Gründen.
Wenn unser bester „Rohstoff“, die Begabung der Kinder, unsere größte Kostbarkeit - ihre Freude, Neugier und Begeisterungsfähigkeit - von geduckten Charakteren verwaltet wird, was kann daraus werden? Dir freundliche Grüße, I.