Hallo lieber Psychologe,
Ich brauche einen guten Rat im Umgang mit Menschen. Hierzu schildere ich am besten meine Lage:
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren in einem großen Unternehmen in einer kleinen Abteilung. Unsere Abteilung besteht aus 6 Frauen und einem Chef.Die Frauen sind alle gleich gestellt.
Eine Frau ist sehr schwierig - aber bisher waren wir in der Überzahl und Sie wußte Ihre Grenzen.Vor etwa einem Jahr kam eine Neue dazu - und mit der Zeit hat sich das Arbeitsklima erheblich verschlechtert.
Das Team sehe ich inzwischen nicht mehr als Team, das gemeinsame Ziele verfolgt … sondern es geht inzwischen um Machtkämpfe,Rechthaberei, Grundsatzdiskussionen auf persönlicher Ebene, die vor allem auf meine Person gerichtet sind. Meinem Chef habe ich mich anvertraut - er bekommt das leider nicht mit… und habe aus diesem Grund ein Teambuilding einberufen: Thema: Wie verhalte ich mich - daß ihr so reagiert? und wie kann ich mein Verhalten ändern?
Ergebnis: wieso - is doch alles in Ordnung.
Meine Wahrnehmung wurde also eher als „Einbildung“ hingestellt - mit stetigem Themenwechsel. Dabei konnten mir die Betroffenen nicht in die Augen sehen - und ein Spruch von der neuen Mitarbeiterin war: „super, jetzt haben wir ne ganze Stunde totgeschlagen“.
Es hat sich nichts geändert. Außer daß ich von diesem Zeitpunkt an auch an meiner „Überempfindlichkeit“ gezweifelt habe. Sogar die restlichen 3 Kolleginnen sahen das Klima als ok an. Mein Chef hat außerdem alle einzeln zum Thema Mobbing befragt - und niemand hat etwas bemerkt.
Mein Chef hat mir vorgeschlagen zu einem Psychotherapeuten zu gehen - ich fühl mich nicht ernst genommen.
Ich habe mich abgeschottet und versuche jegliche privaten Gespräche und Kontakte zu vermeiden, was gar nicht meine Art ist. Meine Unbeschwertheit und auch die Liebe für meinen Job sind dahin.
Endlich vor etwa 2 Wochen kommt eine Arbeitskollegin H. auf mich zu und sagt mir, daß Sie es nicht mehr aushält… und auch schon durchgerechnet hat, daß sie mir Ihrem angesparten 1Jahr über die Runden kommen würde.
Leider sind das nur Reden…
Eine Andere hat mir anvertraut, daß sie es auch schon bemerkt hat - sich aber nicht einmischen möchte.
Jedenfalls wußte ich nun, daß ich es mir nicht nur einbilde (ich glaubte schon, daß ich die Zicke unter den Normalen bin).
letzte Woche habe ich nochmals mit den beiden „Terror-Frauen“ gesprochen - einzeln - aber in unserem Großraumbüro. Nicht laut - aber wenn jemand seine Ohren an die Trennwände gehalten hätte, dann hätte dieser es auch gehört, um was es ging.
Die beiden waren schockiert - eine hat es hingenommen, die andere versuchte sich zu rechtfertigen.
Als ich weg war haben die Beiden meine Kollegin H. angesprochen, was mit mir los ist und ob Sie das auch so empfindet, daß die Piesackereien speziell mich betreffen. Meine Kollegin H., die mir eine Woche vorher von sich aus erzählt hat, daß sie das Mobbing beobachtet hat, hat nur geantwortet: ne… nicht so schlimm.
Wie H. mir geschildert hat, möchte sie sich nicht in die Gelegenheit einmischen. (ich sehe das als ausrede, sie hat gelogen - besser hätte sie gar nichts gesagt - nun sind die Beiden Terrorfrauen bestätigt - nichts zu ändern)
Ich bin enttäuscht… ich weiß nicht, was ich schlimmer empfinden kann: Die Zicken oder die Kuscher…
Seit dem „Monolog“, den ich gehalten habe, der sehr direkt war - sprechen die Terrorfrauen nicht mehr mit mir. Eigentlich ganz angenehm - aber leider besteht mein Job hauptsächlich aus Teamarbeit. Mir fällt es schwer mich in Gruppendiskussionen mit einzubringen - auch wenn es meine Kompetenz betrifft… da grundsätzlich alles was ich an Ideen anbringe degradiert wird.
Ich möchte meine restlichen Kollegen nicht mobilisieren, aber irgendwie erwarte ich, daß sie die Wahrheit sagen.
Was kann ich tun? wie kann ich mich gegenüber Kollegin H. verhalten, ohne Ihr Vertrauen zu missbrauchen oder Ihr das Gefühl zu geben, daß sie Schwach ist.
Wie soll ich mich den beiden Terrorfrauen verhalten.
Vielen Dank
Stefanie