Hi…
Ich habe ein Problem mit einem Frequenzumrichter. Ich verwende ihn mit 10V und etwa 5A und Frequenzen zwischen 0 und 20Hz.
Nun will ich eine eigene U/f-Kennlinie programmieren. Die Spannung soll unabhängig von der Frequenz immer konstant bleiben. Doch sobald ich diese Kennlinie über P1300 in Betrieb nehme fangen die Probleme an:
Der fliessende Strom wird 10mal höher als tatsächlich angegeben, eine Fehlerstrommeldung wird generiert, die Spannung wird heruntergeregelt und da die programmierte Kennlinie noch überhaupt nicht funktioniert wird auch die maximal mögliche Frequenz kleiner.
Wo soll ich den Fehler suchen, liegt es wirklich an der etwas ungewöhnlichen Betriebsumgebung, wie der Support behauptet?
Grüsse
Noooooooooos
Hallo Noooooooooos,
Wo soll ich den Fehler suchen, liegt es wirklich an der etwas
ungewöhnlichen Betriebsumgebung, wie der Support behauptet?
Vielleicht gibst du als erstes Hersteller und Modell an?
Da die Planwirtschaft abgeschafft wurde gibt es heute mehr als ein Modell auf dem Markt.
Das zweite wären dann die Parameter und was du zusammenprogrammiert hast …
MfG Peter(TOO)
Vielleicht gibst du als erstes Hersteller und Modell an?
Siemens Sinamics G110
Das zweite wären dann die Parameter und was du
zusammenprogrammiert hast …
Schnellinbetriebnahme:
Nennspannung P204=10V
Nennstrom P305=4.5A
Nennleistung P307=0.05kW
Nennfrequenz P310=15Hz
Frequenzsollwertquelle P1000=2
Minimalfrequenz P1080=0Hz
Maximalfrequenz P1082=15Hz
Regelungsart P1300=3
Analoge Frequenzquelle:
x1-Wert P757=0V
y1-Wert P758=-100%
x2-Wert P759=10V
y2-Wert P760=100%
Totzone P761=0V
Bezugsfrequenz P2000=15Hz
U/f-Kennlinie:
Reglungsart P1300=3
Konstante Spannunganhebung P1310=0
Spannunganhebung bei Beschleunigung P1311=0
Spannungsanhebung bei Anlauf P1312=0
Endfrequenz Spannungsanhebung P1316=0
Koord.1 P1320=1Hz
Koord.1 P1321=10V
Koord.2 P1322=2.5Hz
Koord.2 P1323=10V
Koord.3 P1324=12Hz
Koord.3 P1325=10V
Dann noch:
Motor-I2t-Zeitkonstante P611=0 (weil sonst immer Überhitzung gemeldet wird)
Gruss
Noooooooooos
So…Ich glaube ich weiss woran der Fehler liegt. Mein Wunsch einer konstant vertikalen U/f-Kennlinie ist nicht möglich, das heisst der induktive Widerstand nicht einfach vernachlässigbar.
Ich muss da eine Steigung reinbringen und dann halt mittels Spannungsanhebung den ohmschen Widerstand um 0Hz kompensieren.
Danke vielmals für alle Bemühungen
Nooooooooooos
Der Support hat Dir nicht helfen können? Mann, dabei ist das eigentlich simpel:
Wenn Du (wovon ich ausgehe) eine induktive Last am Umrichter betreibst, dann hast Du einen Scheinwiderstand, der sich aus dem ohmschen und dem induktiven Widerstand ergibt. Dabei ist die induktive Komponente stark frequenzabhängig, genau genommen ist sie zur Frequenz proportional. Wenn Du dann also die Nennspannung bei sehr niedriger Frequenz auf den Motor (nehme ich mal an, dass es einer ist) gibst, dann hast Du automatisch einen sehr niedrigen Scheinwiderstand, also einen (zu) hohen Strom.
Daher wird normalerweise eben eine U/f Kennlinie verwendet, bei der die Ausgangsspannung bei niedrigen Frequenzen abgesenkt wird.
Um trotzdem noch ein ausreichendes Drehmoment zu haben, kann man dann noch eine Spannungsüberhöhung für den unteren Drehazahlbereich programmieren, dabei ist aber extreme Vorsicht angesagt. Das beste ist, wenn man dann einen Motorvollschutz (Thermistor) vorsieht, um Überhitzung zu vemeiden. Manche Umrichter haben dafür auch programmierbare Eingänge, evtl. ist Fremdkühlung sinnvoll.