Problem mit Kinderlosigkeit

Hallo ihr lieben…

Ich habe ein Problem dass anfängt sich immer weiter in meinem Kopf und einfach überall zu drehen und manifestieren …
Aufgrund eines Gendefekts sollte ich keine Kinder bekommen…es wäre zu fahrlässig für das Kind. Meine Nichte ist vor 3 Jahren verstorben…
Ich bin jetzt 26 Jahre alt und eigentlich wäre für mich jetzt sowieso noch nicht der Zeitpunkt für ein Kind… Aber ich liebe Kinder und es hat für mich immer für meinen erfüllten Lebensplan dazugehört… Jetzt ist auch noch meine beste Freundin schwanger und ich komme einfach absolut nicht damit klar - wenn ich so weitermache zerstöre ich auch noch die Freundschaft…ich rutsche immer weiter in diese Frustspirale …bin traurig, fühl mich alleine und von niemanden mehr verstanden …Ich hab soo Angst das ich so eine frustrierte ‚alte Frau‘ werde aus lauter Frust…
Aber ich weiß nicht mehr was ich machen soll…Ich möchte eine Therapie machen aber ich weiß nicht wo und welche…ich möchte schon, dass es eben spezialisiert auf diese Thematik ist.
Vielleicht kann mir irgendwer weiterhelfen oder einen Anstoß geben …ich möchte einfach daran arbeiten dass es mir wieder besser geht denn im moment wird es immer schlimmer und die phasen an denen es mir gut geht und ich damit umgehen kann immer kürzer und seltener …
vielen dank

Hallo Olga!

Das ist wirklich schlimm! Ich kann Dich gut verstehen. Dass die Gefühle, die Dich überfallen, immer ärger werden, ist irgendwie klar.

Ich weiß da nur einen Rat für Dich: ein Kind adoptieren! Da es einige Zeit dauert, bis es soweit ist, ist es natürlich gut, rechtzeitig darum anzusuchen.

Ich habe drei Kinder in der Schwangerschaft verloren, und ich kann Dir wirklich nachfühlen, was Dich bedrückt und was in Dir vorgeht.

Wenn Du meinst, dass Dir eine Therapie zur Bewältigung deiner Seelenkämpfe gut tun würde, dann mach eine. Wie steht denn Dein Partner zu dem ganzen Problem?

Beste Grüße

Waldi

Hallo…
danke für deine Antwort…

Das Problem ist nur ,je mehr man sich mit dem Thema Adoption beschäftigt, desto mehr platzen die Seifenblasen die man so hatte… Es ist so wahnsinning schwierig ein kind zu adoptieren …In Österreich (ich bin aus Österreich) ist es eigentlich auch fast ein Ding der unmöglichkeit, und eine Auslandsadoption ist mit so vielen Hürden, Enttäuschungen, usw verbunden…Ich weiß nicht ob ich die Kraft dazu habe.

Um meine Beziehung steht es mittlerweile auch nicht mehr wirklich gut. Ich fühle mich einfach missverstanden. Ich würde mir immer wünschen dass er anders damit umgeht, er sagt er kann mir nicht wirklich dabei helfen dass zu verarbeiten und dass es für ihn auch nicht leicht ist. Und er sagt dass ich was tun muss,weil ich so viele unverarbeitete Dinge habe, nur was?
Ich habe die letzten 3 jahre neben einem Vollzeitjob , die Matura (Abitur) gemacht - in dieser zeit ist meine Nichte verstorben und ich habe eben von diesem Gendefekt erfahren… Jetzt wo ich wieder mehr Zeit habe kommt das einfach alles hoch.

Darf ich dich fragen ob du jetzt Kinder hast?

Hallo Olga,

mir hat damals Pro Familia als Anlaufpunkt sehr geholfen.
Die haben mir verschiedene Fachadressen gegeben.

Liebe Grüße

Hallo Olga,

vielleicht gelingt es dir, dir eine andere Sichtweise zuzulegen. Es ist ja nicht so, dass du keine Kinder bekommen kannst. Es ist lediglich so, dass du entscheiden musst, ob du du Risiko eines kranken Kindes eingehen willst oder nicht. Kein Mensch auf der Welt kann dir verbieten, ein Kind zu bekommen.

Und nein: Ich würde es nicht für verantwortungslos halten. Niemand weiß, was in einem behinderten Kind vorgeht, also kann auch niemand bewerten wollen, wie lebenswert dessen Leben ist. Und auch die Möglichkeit, dass dein Kind stirbt, ist nichts Außergewöhnliches. Jedes Kind kann sterben. Den Unterschied macht, dass man es in deinem Fall vorher weiß. Dem Kind absprechen zu wollen, dass es sein Leben nicht leben darf, nur weil dessen Ende absehbar scheint, ist durchaus nicht die einzig Richtige.

Heißt: Du wirst nicht entschieden, ob du ein Kind haben kannst oder nicht. Du kannst aktiv entscheiden, ob du das, was wahrscheinlich scheint, annehmen möchtest oder nicht. In früheren Zeiten hättest du mangels Wissen keinen Gedanken daran verschwendet, ob du schwanger werden darfst oder nicht. Wissen ist nicht immer eine Gnade.

Meine Schwiegertochter - eine Biologin - hat sich ganz bewusst gegen sämtliche Frühdiagnostiken für bestimmte Gendefekte während der Schwangerschaft entschieden. Nicht weil sie blauäugig gewesen wäre, sondern weil sie (und auch mein Sohn) die Entscheidung getroffen hatten, ihr Kind anzunehmen, wie auch immer es geboren würde. Beide wollten nicht vor der für sie zweifelhaften Wahl stehen, über das Leben ihres Kindes entscheiden zu müssen.

Wenn du eine Entscheidung für dich und dein Kind treffen willst, kann dich niemand daran hindern. Egal, wie sie ausfällt. Entscheidend ist, dass du nicht ausgeliefert bist. Vielleicht hilft dir das dabei, nicht über einen Verlust trauern zu müssen, den du in dieser Weise nicht in Kauf nehmen musst.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo Olga!

Das Problem ist nur ,je mehr man sich mit dem Thema Adoption
beschäftigt, desto mehr platzen die Seifenblasen die man so
hatte… Es ist so wahnsinning schwierig ein kind zu
adoptieren …In Österreich (ich bin aus Österreich) ist es
eigentlich auch fast ein Ding der unmöglichkeit,

Eine Unmöglichkeit ist es nicht, aber es dauert halt lange. Bei uns galt damals eine Wartezeit von zwei Jahren (das war für 33 Jahren). Wahrscheinlich ist die Wartezeit jetzt länger, aber Du bist ja noch jung genug.
und eine

Auslandsadoption ist mit so vielen Hürden, Enttäuschungen, usw
verbunden…Ich weiß nicht ob ich die Kraft dazu habe.

Da müsstest Du wahrscheinlich nur die richtige Organisation finden, die Dir dabei hilft. Aber ich wäre auch eher dafür, ein Kind in Österreich zu adoptieren.

Um meine Beziehung steht es mittlerweile auch nicht mehr
wirklich gut. Ich fühle mich einfach missverstanden. Ich würde
mir immer wünschen dass er anders damit umgeht, er sagt er
kann mir nicht wirklich dabei helfen dass zu verarbeiten und
dass es für ihn auch nicht leicht ist. Und er sagt dass ich
was tun muss,weil ich so viele unverarbeitete Dinge habe, nur
was?

Vielleicht solltest Du wirklich eine Psychotherapie machen. Und noch besser wäre es, wenn er mitmachen könnte. Das das aber fast unmöglich ist, einen Mann dazu zu überreden, weiß ich.

Ich habe die letzten 3 jahre neben einem Vollzeitjob , die
Matura (Abitur) gemacht - in dieser zeit ist meine Nichte
verstorben und ich habe eben von diesem Gendefekt erfahren…
Jetzt wo ich wieder mehr Zeit habe kommt das einfach alles
hoch.

Gratuliere zur Matura! Das ist großartig neben dem Beruf!

Hast Du Dich bezüglich dieses Gendefekts wirklich gut beraten lassen? Wäre da nicht vielleicht die In-Vitro-Befruchtung eine Möglichkeit, wo schon vor der Einpflanzung in Deine Gebärmutter geklärt werden kann, ob das Kind wirklich diesen Gendefekt hat, bzw. dass eben gesunde Föten ausgesucht werden zur Einpflanzung. Lass Dich da wirklich ausführlichst beraten!

Darf ich dich fragen ob du jetzt Kinder hast?

Ja, ich habe dann eine Tochter bekommen (8 Monate im Spital, Gebärmutter bei Geburt gerissen, Bauchfellentzündung, Gelbsucht usw. Habe nämlich eine Fehlbildung der Gebärmutter). Inzwischen habe ich drei Enkelkinder, mit denen ich einiges nachholen kann.

Beste Grüße

Waldi

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Moin,

Beide wollten nicht vor der für
sie zweifelhaften Wahl stehen, über das Leben ihres Kindes
entscheiden zu müssen.

nur damit sich das nicht weiter manifestiert: Bei einem Schwangerschaftsabbruch wird genau das getan was der Name sagt. Es werden keine Kinder ermordet wie man deinen o.g. Satz interpretieren könnte.

VG,
J~

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Hallo,

Es werden keine Kinder ermordet wie man deinen o.g. Satz interpretieren könnte.

Woraus liest du das denn bitte? Da scheint mir doch eher deine Phantasie Vater des Gedankens zu sein. Ich bewerte einen Abbruch nicht, da ich die Entscheidung dafür oder dagegen einzig und allein der betroffenen Frau zugestehe.

Schöne Grüße,
Jule

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Selbstwertgefühl
Dein Problem scheint mir weniger die Kinderlosigkeit zu sein, als vielmehr ein geringes Selbstwertgefühl.

Du denkst, deinem Leben nur durch ein Kind „Sinn“ einverleiben zu können, was Unsinn ist - durch ein Kind würde sich deine Unzufriedenheit und dein Frust nicht ändern - oft tritt das Gegenteil ein.

Ich denke auch nicht, dass du leidest, weil du Kinder so sehr liebst und du keine haben kannst. Wenn du Kinder tatsächlich so sehr lieben würdest, würde es keinen Unterschied machen, ob du dich um deine eigenen kümmerst oder um andere. Wenn du tatsächlich Kinder über alles liebst, dann solltest du dir eine Tätigkeit suchen, in der du bedürftigen oder benachteiligten Kindern helfen kannst.

Ich hoffe sehr, Du läßt den Gedanken, den jemand hier äußerte, auch ein behindertes Kind oder eines, dass vermutlich bald sterben würde,
einfach „zu riskieren“.

Nicht nur, was Du wissentlich dem Kind zufügst, auch was Du Dir damit
antust,ist wichtig.
Wenn Du Dich jetzt schon in eine solche Spirale hineinmonöverierst, weil Du nicht schwanger werden solltest, wie groß wird diese Spirale
erst, wenn das KInd leiden und sterben mußt, weil Du -Entschuldigung-
egoistisch die Schwangerschaft riskiert hast.

Ich schrieb bewußt von „nicht schwanger werden“. Niemand hat gesagt,
Du darfst kein Kind haben. (wobei „haben“ ein ganz schlechtes Wort ist)

Du liebst Kinder. Dann tue was für Kinder. Adoptiere, übernimm
Pflegekinder, arbeite beruflich oder ehrenamtlich für Kinder.

Ein „eigenes“ hast Du während der Schwangerschaft und die ist nach
9 Monaten vorbei.

Die Frage auf Ehre und Gewissen muss Du Dir stellen:
Warum will ich schwanger sein und was macht den Unterschied in der Liebe zum „Haben“ eines „eigenen Kindes“ und einem Kind, das draussen
in der Welt auf Hilfe und Liebe wartet.
dem

Hallo,

angesichts der massiven Fortschritte in der Frühgeborenenversorgung (die noch lange an keinem Ende sind) ziehst Du Du die Grenze zum lebensberechtigten Kind genau wo?

Nachdenklicher Gruß vom Wiz

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  1. hast du dich schon mal um ein schwerstbehindertes Kind gekümmert?
  2. habe ich die letzten 3 Jahre nur deswegen die matura nachgemacht damit ich jetzt endlich im Oktober mein Studium zur Volksschullehrerin starten kann
  3. Habe ich mich beworben (als Betreuerin) mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen und Kinder aus sozial schwachen Familien an die Adria zu fahren für 10Tage
  4. hat meine Schwester ein Pflegekind mit dem ich viel Zeit verbringe
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Danke für deinen Denkanstoß.
Ich persönlich halte prinzipiell nichts von vorgeburtlichen Untersuchungen. Denn ich würde das Kind sowieso bekommen. Um gleich klarzustellen :smile: - würde ich aber auch nie eine Frau verurteilen die anders handelt.
Es ist für mich nur so , dass ich mich nie über eine Schwangerschaft trauen würde , weil meine Nichte so sehr leiden musste.

Du setzt beim Leser hellseherische Fähigkeiten voraus.

Es ging mir primär darum, zum Ausdruck zu bringen, dass du auch ohne „eigenes“ Kind glücklich werden kannst. Wenn du dein Glück an einem eigenen Kind festmachst, ist es bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt.

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Diese Aussage kann ich sehr gut nachvollziehen…da hast du sicher recht…
Ich versuche es auch nicht daran festzumachen…und genau das versuche ich gerade zu lernen … Ich versuche es als Trauerprozess zu sehen durch den ich durchmuss. Ich hatte eine Vorstellung - die für mich zu einem erfüllten glücklichen leben gehört - und von dieser Vorstellung und von den unerfüllten wünschen und sehnsüchten die daran gekoppelt sind muss ich mich jetzt verabschieden. Ich habe nie ein eigenes Kind verloren aber im Moment kommt es mir so vor als müsste ich mich von meinem Kind verabschieden. Und MIR tut das einfach so weh.

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Hallo Wiz,

angesichts der massiven Fortschritte in der
Frühgeborenenversorgung (die noch lange an keinem Ende sind)
ziehst Du Du die Grenze zum lebensberechtigten Kind genau wo?

dein Satz enthält bei genauem Hinsehen sogar zwei Begriffe. Erstens den der Grenze und zweitens den der Lebensberechtigung. Man sollte diese IMHO nicht gemeinsam betrachten.

Natürlich weißt du, dass ich dir keine genaue Grenze sagen kann. Darüber diskutieren allein die deutsche Gesellschaft schon seit langer Zeit. Es gibt zeitliche Bereiche die ganz sicher noch kein Leben existiert und solche, bei denen es ganz sicher existiert. Ein Schwangerschaftsabbruch wird (in Deutschland) in den überwiegenden Fällen nur im erstgenannten Zeitraum stattfinden. Und ich finde es wichtig, dass betroffenen Frauen weder direkt noch gesellschaftlich vorgeworfen würde, sie würden durch einen Abbruch prinzipiell ein Kind töten.

Zum Stichwort Lebensberechtigung möchte ich grade mich nicht äußern.

Viele Grüße,
J~

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