Problem mit umgebautem Monitor

Hi,

ich habe mir einen alten 15" Computermonitor so umgebaut, dass ich Musiksignale darauf als Kurve oder Differenzdiagramm vom Rechten zum linken Kanal darstellen kann. Um den Monitor zu aktivieren nutze ich zur Zeit eine Grafikkarte. Ich greife dort H / V Sync ab sowie das Signal für ein komplett weißes Bild.

Nun habe ich 3 Fragen:

(1) Hat jemand ein Brauchbares Pegeldiagramm für den Aufbau des Synchronisationssignales. Vielleicht sogar mit Zeitangaben. Bei Google hab ich nichts nützliches gefunden.
So, dass ich einen Mikrocontroller mit diesen Aufgaben betrauen kann.

(2) Hat jemand einen Tipp für einen guten Mikrocontroller,der über mehrere Analoge Ein-/Ausgänge verfügt und das Synchronisationssignal, sowie Pixeltakt und ein Sägezahnsignal sowie Auswertung mehrerer Potis gleichzeitig schafft? Müsste ja mindestens mit 80MHz laufen.

(3) Mein größtes Problem!: Ich musste das Ablenksystem komplett abklemmen um das zu realisieren. Nun muss man die Elektronik ein wenig
an der Nase herum führen damit sie weiterhin den Zeilentrafo mit voller Leistung fährt. Für die Vertikalablenkung reicht ein Widerstand an der Ansteuerung. Bei der Horizontalablenkung ist das jedoch nicht so einfach weil der Zeilentrafo mit den Spulen selbiger einen Schwingkreis bildet. Ich habe nun schon mehrere Spulen gewickelt um diesen Schwinkreis herzustellen ohne das das Ablenksystem dafür benötigt wird.
Es hängt jedoch immer an der Wärmeentwicklung. Durch den hohen Strom und die hohe Freqenz entsteht ein enorm energetisches Magnetfeld. Wenn man einen Runden Leiter in das Zentrum der Spule legt, wird die Spule selber nicht mehr warm aber beginnt dann trotzdem langsam durch die Wärme des leiters zu schmilzen. Ich kann mein tolles Gerät also nicht sehr lange betreiben. Nun die Frage: Wie kann man eine solche Spule so bauen, dass der Schwingkreis funktioniert und die Wärmeentwicklung im akzeptablen Bereich bleibt?
(In der Spule hat schon mal eine 18mm Stahlmutter angefangen leicht rötlich zu glühen. Lag allerdings auf einer Stahlunterlage.)

Vielen Dank für die Antworten XD

PS.
Ich habe schon in vielen Foren gelesen, dass das GAR NICHT möglich ist. Es stimmt, dass man damit kein 100% genaues Messgerät realisieren kann aber zur Musikvisualisierung eignet es sich weitaus besser als ein Oszilloskop.XD Ich kann, das für ERFAHRENE Bastler nur empfehlen. Das macht wirklich was her! Vor allem, da diese Figuren, im gegensatz zu den von Software berechneten, sehr hell erscheinen, da die Elektronen nur auf die benötigten Punkte treffen. Aber immer daran denken: 30000 Volt sind kein Spaß. Vorsicht mit der Einstellung der Helligkeit des Punktes, da der Leuchtschirm sonst sehr schnell verbrennt.

Hallo Neutrino,

Bei einem Monitor oder sagen wir bei der Bildröhre eines Monitors wird die vertikale und horizontale Ablenkung durch ein Magnetfeld (Sattelspulen) realisiert. Diese sind in ihrer Bandbreite und in ihrem Arbeitsbereich stark eingeschränkt. Diese Monitore eignen sich absolut nicht für die direkte Ansteuerung der X-Y Ablenkung!

Dafür werden spezielle Röhren gebaut, die erstens Ablenkplatten besitzen um mit Hilfe eines elektrischen Feldes die XY Ablenkung zu realisieren. Damit erreicht man eine wesentlich höhere Bandbreite als bei elektromagnetischer Ablenkung. Zweitens wird bei hoch qualitativen Röhren eine Laufzeitkompensation entlang des Elektronenstrahls vorgenommen, um Signalverzerrungen zu vermeiden. Die Röhre eines Oszilloskops ist eines der wichtigsten Bestandteile um die erforderliche Qualität zu erreichen. Und sind deshalb auch nicht ganz billig!

Glaub mir! Das wird nichts, mit der direkten Ansteuerung.

Viele Grüße
acuario

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
Vielleicht nochmal nachlesen: es geht nicht um ein TV-Gerät, sondern einen Computermonitor. Und es geht auch nicht um Hochfrequenz, sondern NF. Und drittens ist es kein Versuch, es funktioniert bereits und soll verbessert werden.
Gruß
loderunner

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Hallo,

(1) Hat jemand ein Brauchbares Pegeldiagramm für den Aufbau
des Synchronisationssignales. Vielleicht sogar mit
Zeitangaben. Bei Google hab ich nichts nützliches gefunden.
So, dass ich einen Mikrocontroller mit diesen Aufgaben
betrauen kann.

http://lslwww.epfl.ch/pages/teaching/cours_lsl/ca_es…
http://www.epanorama.net/documents/pc/vga_timing.html

(2) Hat jemand einen Tipp für einen guten Mikrocontroller,der
über mehrere Analoge Ein-/Ausgänge verfügt und das
Synchronisationssignal, sowie Pixeltakt und ein Sägezahnsignal
sowie Auswertung mehrerer Potis gleichzeitig schafft? Müsste
ja mindestens mit 80MHz laufen.

Wieso soll der einen Pixeltakt produzieren? Es reichen doch die Synchronsignale, oder nicht?

(3) Mein größtes Problem!: Ich musste das Ablenksystem

betreiben. Nun die Frage: Wie kann man eine solche Spule so
bauen, dass der Schwingkreis funktioniert und die
Wärmeentwicklung im akzeptablen Bereich bleibt?

Am einfachsten mit einem passenden Ablenksystem aus einem zweiten Monitor.

Gruß
loderunner

Hallo Neutrino,

Bei einem Monitor oder sagen wir bei der Bildröhre eines
Monitors wird die vertikale und horizontale Ablenkung durch
ein Magnetfeld (Sattelspulen) realisiert. Diese sind in ihrer
Bandbreite und in ihrem Arbeitsbereich stark eingeschränkt.
Diese Monitore eignen sich absolut nicht für die direkte
Ansteuerung der X-Y Ablenkung!

Dafür werden spezielle Röhren gebaut, die erstens
Ablenkplatten besitzen um mit Hilfe eines elektrischen Feldes
die XY Ablenkung zu realisieren. Damit erreicht man eine
wesentlich höhere Bandbreite als bei elektromagnetischer
Ablenkung. Zweitens wird bei hoch qualitativen Röhren eine
Laufzeitkompensation entlang des Elektronenstrahls
vorgenommen, um Signalverzerrungen zu vermeiden. Die Röhre
eines Oszilloskops ist eines der wichtigsten Bestandteile um
die erforderliche Qualität zu erreichen. Und sind deshalb auch
nicht ganz billig!

Glaub mir! Das wird nichts, mit der direkten Ansteuerung.

Viele Grüße
acuario

Hallo acuario,

wie soll ich glauben, dass das mit der direkten Ansteuerung der X/Y ablenkung nichts wird wenn es bereits etwas geworden ist?
Es geht ja hier nicht darum etwas genau zu messen oder Derartiges. Es geht darum ein Musiksignal zu visualisieren. Der Vorteil bei Monitorbildröhren ist, dass der Punkt sehr hell ist und sehr gut wirkt.

Die Ansteuerung funktioniert perfekt, das Problem war nur bisher die Überhitzung.

LG

Hallo ihr Lieben,

für alle, die es interessiert. Ich bin in meiner Entwicklung in der Zwischenzeit deutlich weiter gekommen. Das Problem mit der Spule habe ich behoben. Der Trick ist, das der Draht schön dick sein muss. Er muss nicht besonders lang sein. Es eignet sich sogar die Spule aus einfacher Schaltlitze zu wickeln, auch wenn das nicht die feinste Art ist. XD
Wichtig ist dabei nur, dass die Spule mit der Ansteuerung des Zeilentrafos und dem Zeilentrafo selber in Resonanz schwingt.

Die Synchronisationssignale müssen nicht von einem Mikrocontroller erzeugt werden. Es eignet sich besser eine Schaltung explizit aus Frequenzteilern aufzubauen. Dabei gilt Folgendes:

F(Oszillator) = X-Auflösung * Y-Auflösung * Bildwiederholrate

Dabei sollten Werte gewählt werden, die der Monitor unterstützt.

Ich habe z.B. 800*600*50= 24 000 000 Hz = 24 MHz

Der Oszillator kann mit einem Schwingquarz realisiert werden. Dannach habe ich zwei 8-Bit Binärzähler als 800:1 Teiler benutzt und das H Sync. Signal abgegriffen. Nun können zwei weitere 8-Bit Binärzähler als 600:1 Teiler benutzt werden um das Signal für die V Sync. zu erzeugen.
Achtung! Das Signal muss ggf. in einem RS-FF zwischengespeichert werden. Als Reset kann über einen Negator die Rückflanke benutzt werden.

Nun müssen noch die Farbkanäle angesteuert werden. Das wird am besten über einen Mikrocontroller realisiert. Die Ausgabe sollte hier über ein Interrupt mit dem Pixeltakt laufen. Nun kann man z.B. 3 Potis nehmen um über 4Bit A/D-Wandler die 3 Farbkanäle per Hand zu regeln und weiterhin einen Taster verwenden um ein automatisches Farbwechselprogramm zu starten. Wichtig ist, dass die Ausgabe genau im Pixeltakt erfolgt und immer wieder auf 0 fällt, da der Monitoreingang über Kondensatoren gekoppelt ist und es ansonsten zu hässlichem Interferenzverhalten kommt.
Es eignet sich weiterhin eine Auswertung des Eingangssignales (X und Y) vorzunehmen und bei geringem Pegel die Farbkanäle automatisch runter zu regeln, da sonst die fluoreszierende Schicht des Monitors in der Mitte verbrennt.

Die Verstärkung der Ablenksignale nehme ich über einen einfachen NF-Verstärker vor. Verstärkermodule eignen sich nicht, da sich hier die Signale zu stark gegenseitig beeinflussen. (Zumindest bei denen, die ich habe) Der Verstärker selber muss nicht viel Leistung haben. Ich komme mit 2x20W hin. Es muss aber auf eine sehr stabiele Stromversorgung geachtet werden, da sich die Signale sonst gegenseitig beeinflussen. In dem Ablenksystem fließt ein hoher Strom. Ebenfalls, sollte die Endstufe gut gekühlt werden.

Die X-Ablenkung kann ich je nach belieben mit dem rechten Musikkanal ansteuern, sodass ich ein Differenzdiagramm erhalte, oder mit einem Multifunktionsgenerator jeweils mit Sinus-, Sägezahn- oder Rechteckschwingungen versorgen, sodass ich eine art Oszilloskop erhalte. Achtung: Durch die Kopplungen des Verstärkers kann es zur Verzerrung dieser Signale kommen!
Die Y-Ablenkung läuft bei mir immer mit dem Musiksignal.

Ich kann nur erneut betonen, dass sich das Ganze lohnt. Es wirkt wirklich ausgezeichnet.
Damit viel Spaß beim Basteln und schön vorsichtig sein!XD

LG
NeutrinoBox