Hallo Klaus,
nein, ich wollte nicht die Förderungen an sich bemängeln. Das es sie gibt ist richtig und gut. Jedoch kann man hier in Deutschland niemals eine Idee verkaufen, das geht einfach nicht.
Wenn das Geschäft erst mal läuft, so fließen Gelder. Für manche Sachen braucht es nur ein Telefon, für andere Gewerke benötigst du einige Tausend Euro. Schließlich gilt es noch in einem an sich übersättigtem Markt noch eine Nische zu finden. Hast du diese Nische dann fest in der Hand, willst du dein Geschäft (was gut geht und erfolgreich ist) eben erweitern. Doch dazu brauchst du Geld, was du nicht hast. Erarbeiten kannst du dir das nicht, dazu brauchst du Aufträge, die du aber ohne Investition nicht bekommen (bedienen) kannst. Gehst du nun zur Bank, Sparkasse oder sonst wo hin, so schauen sich diese Leute deine Firma und die Zahlen an. Und ganz genau hier ist Ende der Fahnenstange. Gute Zahlen heißen noch lange nicht, das dir jemand Geld gibt. Auch Fördermittel greifen hier seltenst, da die Banken daran nicht interessiert sind. Und nur über Banken kommst du an die dich interessierenden Gelder.
Für Banken lohnt das Geschäft über Fördergelder (sagen wir mal „Kleinmengen“ bis 50 TEuro) nicht so sehr, also bist du außen vor. Zu hoch kannst du nicht rangehen, einmal weil es deine Zahlen nicht hergeben, andererseits weil du nicht so viel Geld brauchst (und auch nicht abzahlen könntest). Wie ich schon sagte, es geht hier nicht mehr um Existensgründungszuschüsse wie Übergangsgeld oder ESF. Alle anderen Möglichkeiten sind an Banken geknüpft.
Ich habe selbst genug Erfahrung sammeln dürfen, das kannst du mir glauben. Es gibt für bestimmte Gewerke in den Banken Negativlisten, da gibt es keine Förderung, egal wie gut du bist. Und das weißt du nicht vorher, diese Listen ändern sich auch andauernd. Außerdem liegt so was auch nicht am Bankschalter aus. Nachfragen bleibt ergebnislos, Bankgeheimnis. Ich selbst habe so eine Liste nur durch Zufall zu Gesicht bekommen bei einer deutschen Großbank. Nimmst du dir nun vor bei Stadtsparkassen oder Volksbanken nachzufragen, so stehen die Chancen gering höher, da diese sich auf kleinere Summen in dieser Richtung spezialisiert haben. Doch auch hier gibt es diese Listen… (regional angepasst).
Eine konkrete Lösung gibt es nicht. Für viele bedeutet das dann Aufgabe. Genau hier endet auch die Praxis der Banken und das Wunschdenken der Politik. Die eigenen Chancen gehen stark gegen Null, sozusagen Branche wechseln (mit unsicherem Ausgang) oder weiterwurschteln (ebenso unsicher). Und wie oben schon gesagt, du kannst dich strecken wie du willst, ein nein ist ein nein. Da bleibt nur noch die Oma zu fragen. Und die ist auch meist nicht vermögend…
Entschuldige, ist etwas länger geworden.
Gruß
André