Problemchen in der Schule

Hallo, Ihr Wissenden

wie bei allen 11jährigen gibt es auch auf der Schule meiner Tochter (altsprachliches Gymnasium) Probleme mit Pöbeleien, Spuckereien, verbalen Attacken und ähnlichem. Um die Sache wenigstens halbwegs im Rahmen zu halten (Spucken - Bauch boxen - sich die Klamotten mit Kugelschreiber beschmieren, also alles körperliche und alles was „unter die Gürtellinie“ schlägt) habe ich mal den Klassenlehrer angeschrieben. Er wieß mich darauf hin, mich doch an die betreffenden Eltern zu wenden.

Ich bin der Ansicht, dass es zuerst von Lehrers Seite kommen sollte Ruhe in die Klasse zu bringen. Der Schritt zu den betreffenden Eltern hat für mich was mit „letzter Instanz“ zu tun und fördert sicherlich nicht die Klassengemeinschaft. Leider gibt es in „unserer“ Klasse auch nicht die Elterngemeinschaft, die ich bis zum Schulwechsel eigentlich gewohnt war. Erwarte ich vielleicht zu viel vom Klassenlehrer? Wie würdet ihr denn mit der Situation umgehen?

Liebe Grüsse

Carina

Hallo, Carina!

Arme Lehrer …
Sie haben zuviel Urlaub, kümmern sich nicht, sollen andererseits aber Pisa ausbügeln (also die Studie, nicht die Stadt!), sollen den Kids Benimmregeln beibringen und dabei (zwangsläufig) aber auf Klassenausflüge verzichten und im Gegenzug Klassen mit bis zu 35 Schülern hinnehmen.

Was ich damit sagen will: Einerseits bin ich völlig Deiner Meinung; immerhin haben Lehrer ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen und sollten sowas eigentlich im Griff haben.
Andererseits finde ich die Forderungen, die an Lehrer gestellt werden, schon ziemlich üppig (kann natürlich differieren).

Ich würd mal das Gespräch mit der Schulleitung suchen. Vielleicht erreichst Du auf höherer Ebene was. Den Weg zu den anderen Eltern würd ich mir jedenfalls auch sparen; halte ich für nicht wirklich förderlich.

Viel Erfolg und lass mal bitte hören, wie´s weitergeht!
Vince.

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Arme Lehrer …
Sie haben zuviel Urlaub, kümmern sich nicht, sollen
andererseits aber Pisa ausbügeln (also die Studie, nicht die
Stadt!), sollen den Kids Benimmregeln beibringen und dabei
(zwangsläufig) aber auf Klassenausflüge verzichten und im
Gegenzug Klassen mit bis zu 35 Schülern hinnehmen.

Hallo Vince

Als ich deine Einleitung gelesen hatte war ich mir nicht sicher ob du es ernst oder nicht meinst aber anscheinend fühlst du doch stark mit den Lehrern mit.

So heilig sind sie nun wirklich nicht wie du sie hinstellst. Mal abgesehen von der positiven Ausnahme die ihren Lehrauftrag noch umsetzen und sich mit Ihrem Job auch identifizieren können, vermittelt die Mehrzahl doch eher den Eindruck einer auf hohem Niveau klagenden Gemeinschaft.

Wie kann es angehen das Eltern Vorfälle wie oben beschrieben wahrnehmen und die Initiative ergreifen müssen. Lehrer können ja nicht alle nur blind sein und ihr heil in dem Konferenzraum suchen. Vielmehr sollten sich Lehrer mal darüber klar werden, dass kaum noch jemand soviel Zeit mit den Kindern verbringt wie Sie und dadurch auch die Anforderungen gestiegen sind bzw. sich permanent ändern.

Früher gingen die Kinder Vormittags in die Schule und wurden danach von der Mutter betreut, welche heute meistens doppelt (Beruf + Haushalt) belastet ist. Auch die Väter heute haben neben Ihrem Job und den wirtschaftlichen Anforderungen (Bereitschaft zu Mehrarbeit, flexible Arbeitszeiten, verlängerte Wegstrecken zur Arbeit) noch diverse häusliche Pflichten, so dass es einfach zu Verschiebungen gekommen ist.

Ich für meinen Teil habe das Gefühl, das viele Lehrer sich der neuen Situation nicht bewusst sind oder den Konflikten absichtlich aus dem Weg gehen. Anders kann ich es mir nicht erklären wie sie ansonsten ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkommen.

Würden viele Lehrer (die ich privat kenne) in der freien Wirtschaft arbeiten und Ihren Leistungsgrad beibehalten wären sie bald Arbeitsuchende oder könnten ihre Wände mit Abmahnungen tapezieren.

Solche Vorfälle müssten meiner Meinung nach ohne grossen Eingreifen von aussen (sozusagen innerbetrieblich) geregelt werden bzw. mit den Eltern der lieben Stenckerer.

Viele Grüsse und nichts für ungut
MeToo
Für deinen zweiten Absetzt gibt`s natürlich einen Stern.

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Hallo!
Also ich denke gerade noch in dem Alter kann es dem KLASSENlehrer zugemutet werden, da aml einzugreifen und für Ruhe zu sorgen, bzw. die Elten der stänkernden Kinder zu benachrichtigen. Bei uns in der Schule war das auch ganz normal so. Außerdem lernen angehende Lehrer eigentlich auch an der Uni, mit solchen Situationen umzugehen, dieses Konfliktsituationentraining ist Pflichtbelegungsfach an der Uni.
In diesem Sinne…

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Hi Carina,
bin zwar keine „Wissende“ (s. Artikel oben:smile:, aber:
ich habe immer sehr gute Erfahrungen damit gemacht den Lehrer per Telefon zu informieren und das Problem mit ihm persönlich zu besprechen. Das hatte zur Folge, dass er sich direkt mit der Problematik auseinandersetzen musste (statt nur mit einem weiteren Papier auf dem Schreibtisch) und ich konnte die Situation auch umfassender darstellen. Meistens hielt der Eindruck aus dem Telefonat bis zum nächsten Morgen an und er stellte das Sozialverhalten, Regeln, Wünsche etc. der Kinder in den Vordergrund seiner Überlegungen und ging anders auf die Gruppe ein.
Parallel dazu hilft sicher auch ein Gespräch mit Deiner Tochter, damit sie einen Weg für sich selbst finden kann mit dem Verhalten der anderen umzugehen (nutzt nichts, wenn die Tochter völlig hilflos ist und man selber ratlos, s.o.)
Viel Glück
Christine

Hallo Carina,
ohne Dich angreifen zu wollen wundere ich mich doch sehr, daß Du in schriftlicher Form mit dem Klassenlehrer kommunizierst!
Ich denke, daß auch Lehrer das offene Gespräch bevorzugen.
Ein Telefonat hätte Dir Aufschluß darüber geben können ob der Lehrer überhaupt von den Vorgängen in der Klasse/Schule weiss.
Während des Unterrichts Ruhe in die Klasse zu bringen ist schon Sache der Lehrer. Mit dem Verweis auf die Eltern hatte der Lehrer aber recht - wozu wählen wir Elternvertreter?
Wenn Du Dich nicht direkt mit den betroffenen Eltern auseinandersetzen willst, solltest Du die Elternvertreter kontaktieren. Das Gleiche gilt für Probleme mit Lehrern.
Als erfahrene Elternvertreterin grüßt Dich
Gabi

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Hi Gabi

da der Lehrer schwer zu erreichen ist und ich auch zeitlich gebunden bin haben wir uns darauf geeinigt, bei „Problemchen“ in schriftlicher Form zu kommunizieren. Bei akuten Sachen stehe ich natürlich auf der Matte.
Wie ich schon geschrien hatte, ist die Eltengemeinschaft leider nicht so toll (beim letzten Sommerfest waren gerade mal 3 Elternpaare von 30 aktiv beteiligt auch sonst ist wenig Interesse da), wie ich es auf der vorherigen Schule meiner Tochter gewohnt war und das ist IMHO kein besonders guter Start für eine Elterngemeinschaft, deswegen schrecke ich davor etwas zurück. Das wäre eigentlich Sache der Elternvertreter.
Weiterhin denke ich, dass es Sache des Pädagogen ist, in der Schule auch auf das Miteinander hinzuweisen. Sollten die betreffenden Schüler weiterhin „übergreifen“ sollte von Lehrers Seiten her die Eltern informiert werden. Ich bin ja eigentlich eine „Aussenstehende“ und kann mir eigentlich kein neutrales Urteil erlauben - bis auf das, dass körperliche Angriffe zu verurteilen sind.

Ich habe nächste Woche ein Treffen mit dem Lehrer und werde auf die Hausordnung der Schule verweisen, in der solche Sachen und die Maßnahmen eindeutig geklärt sind.

Liebe Grüsse

Carina