ich habe voll Probleme aufzuschreiben was ich denke und mich so korrekt auszudrücken wie ich es eigentlich müsste.
Auch in den Klausuren sieht man das!!!
Was kann ich dagegen tun.Mein Lehrer empfiehlt mir immer viel zu lesen,jedoch habe ich das Gefühl,dass es nicht viel bringt.Was könnt ihr mir empfehlen??
ich habe voll Probleme aufzuschreiben was ich denke und mich
so korrekt auszudrücken wie ich es eigentlich müsste.
viel lesen ist auf jeden fall eine gute sache, besonders weil du dadurch alternativen zu floskeln wie „ich habe voll probleme“ in die hand bekommst („ich habe große probleme“, „es fällt mir schwer“ usw.), ganz abgesehen von der tatsache, daß du beim lesen vielleicht auch spaß hast und interessante dinge erfährst.
was auch helfen könnte wäre schreiben… und zwar regelmäßig, am besten täglich. ein tagebuch würde sich gut eignen, das muß es aber nicht unbedingt sein. es reicht auch, wenn du zb. morgens nach dem aufstehen eine halbe bis ganze a4-seite mit irgendwelchen dingen vollschreibst, die dir spontan einfallen, dich beschäftigen, dir durch den kopf gehen… es ginge nicht darum, zusammenhängende und unbedingt korrekte aufsätze zu schreiben, sondern einfach um das ordnen und zu-papier-bringen deiner gedanken.
weiterführend könnte man sich auch übungen vorstellen, die du mit einem partner durchführst, oder aber auch gruppenübungen… ganz spontan fällt mir zb. eine art stille post ein: du beschreibst ein ereignis, eine situation, einen gegenstand oder etwas anderes, und jemand mit einem ähnlichen problem muß deine beschreibung in seinen eigenen worten umformulieren, und zwar möglichst ohne deine formulierungen zu verwenden. das kann über mehrere stationen gehen, und wenn es zu dir zurückkommt, kannst du genau sehen, wo in deiner beschreibung die punkte waren, die andere falsch oder anders verstanden haben.
ausgehend von Gyuris Tips eine Frage und zwei Anregungen:
Frage: erkennst du selbst, wenn du dich (schriftlich) unglücklich ausdrückst, oder wirst du nur von anderen darauf hingewiesen?
Wenn du es selbst erkennst, hilft das Schreiben, aber du müsstest dich dann auch jeweils selbst verbessern. Also spontan schreiben, aber dann genau korrigieren, eventuell ein Synonymwörterbuch zur Seite.
Eine andere Hilfe: eine Kurzgeschichte (oder einen anderen, vorgegebenen Text) lesen und sie/ihn dann mit deinen eigenen Worten wiedergeben (aufschreiben). Versuche, dich an Formulierungen, die dir gut gefallen haben, zu erinnern, ähnliche zu finden, andere - vielleicht bessere?*lächel* - zu suchen.
Noch eine Übung: ein Gedicht, eine Ballade, etc. hernehmen, analysieren und dann das Thema mit deinen eigenen Worten wiedergeben.
Auch das hilft, den Wortschatz zu vergrössern und die Lust am Formulieren zu wecken.
Klingt nach viel Arbeit, kann aber auch anfangen, enormen Spaß zu machen!!!
Gyuris Tipps schliesse ich mich an.
Die Faehigkeit, sich gut auszudruecken, korrespondiert mit der
allgemeinen sprachlichen Bildung. Und diese foerderst du, indem du
genuegend anspruchsvolle Literatur liest und auf sprachlichen Stil
achtest.
Ich selbst glaube mich gut ausdruecken zu koennen und verschiedene
Stilebenen sicher zu beherrschen. Meine Forumsbeitraege schreibe ich
einfach so runter; schnell muss es gehen, ich feile dabei nicht viel
an meinem Ausdruck - und trotzdem sind sie gut formuliert (wer
anderer Meinung ist, kann mir eine mail schreiben und meine
Selbstwahrnehmung zurechtruecken). Ich bin mir fast sicher, dass dies
vom vielen Lesen kommt. Seit ich 7 Jahre alt bin, verging kaum ein
Tag in meinem Leben, an welchem ich nicht freiwillig ein Buch zur
Hand genommen haette, nur um des Vergnuegens willen. In
Schulaufsaetzen bekam ich im Ausdruck immer Einsen, waehrend jene,
die weniger lasen, sich mit schlechteren Noten begnuegen mussten.
Es geht mir nicht darum, mich zu preisen, sondern darum, anhand
eigener Erfahrung zu belegen, dass Lesen die Faehigkeit sich
auszudruecken schult.
Aber wenn du keinen Spass am Lesen und an Sprache hast, dann musst du
damit leben, dass deine Sprachfertigkeiten volkstuemlich und
ungeschliffen bleiben. Man kann eben nicht alles haben .
Achso: Dein Gefuehl, lesen bringe dir nichts, entspringt deinem
uebertriebenen Anspruch, dass sich Resultate in ein paar Tagen oder
Wochen einstellen sollten. Die sprachliche Entwicklung laeuft ueber
Monate und Jahre, und Versaeumnisse der Jugendzeit holt man nicht
damit auf, mal ein Buch zu lesen. Wenn du es dir zur Gewohnheit
machst, jeden Tag eine 3/4 Stunde gute Literatur zu lesen, dann wirst
du nach einem Jahr deutlich besser sein als heute. Wenn du das nicht
investieren willst, dann nicht.
Eine niveauvolle Ausdrucksweise ist ein bisschen wie eine
Fremdsprache und sie zu erlernen dauert etwa genauso lange und macht
genauso viel Muehe.
Gruss, Tychi
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du bist mit deinem problem nicht allein, selbst schriftsteller haben das. nichts anders ist die sogenannte schreibblockade.
meine übung:
1.) lesen, lesen, lesen (klar!)
2.) aufschreiben, was man aufschreiben will - egal mit welcher formulierung. dann den zettel weglegen. später zettel wieder in die hand nehmen, lesen und neu schreiben.
du wirst sehen, daß dir jetzt ganz andere formulierungen einfallen. wenn du diese übung öfter machst, erweiterst du schon dadurch deinen aktiven wortschatz.