Ich habe einen LCD-Fernseher von LG, der hat nur ganz miese Lautsprecher drin und nur einen digitalen Audioausgang. Ich möchte daran 2.1 PC-Lautsprecher (Logitech) anschließen. Die haben einen Eingang über Klinkenstecker (Kopfhöhrer) und besitzen einen eigenen Verstärker. Einen Schaltplan des Fernsehers habe ich nicht.
Da der Fernseher keinen Kopfhöhrerausgang hat will ich einen nachrüsten. Ich habe also die Lautsprecherkabel des Fernsehers gekappt und an eine Klinkenbuchse angeschlossen.
Solange ich nur einen Kanal anschließe funktioniert das prima. Wenn ich beide Kanäle anschließe kommt ein lautes Rauschen dazu und man hört nur noch ganz schwach den Fernsehton. Ich denke, die Ursache ist dass ich die Masse der beiden Ausgänge des Fernseher-Verstärkers an der Klinkenbuchse zusammenlegen muss, weil die ja nur 3 Kontakte hat.
Die Frage ist nun, wie man so ein Problem lösen kann.
Wie kann ich die Lautsprecher an den Fernseher anschließen, ohne dass es rauscht?
Vielen Dank im Vorraus!!!
Andreas
Hi Andreas,
zunächst einmal erscheint es mir sehr unüblich, dass 2 Lautsprecher in einem Fernseher keinen gemeinsamen Bezug zu Masse oder Plus haben. -
Wenn es dennoch so ist, dann müssen die Signale galvanisch entkoppelt werden.
Die Logitech-Lautsprecher haben sicherlich einen eigenen Audio-Verstärker; Zum Probieren ist das Einfachste und Billigste für jeden Kanal je ein Übertrager-Trafo im Verhältnis 1:1. Deren Sekundär-Windungen werden dann an einem Punkt zusammengefasst sind und an den Masseanschluss des Klinkensteckers gelegt. (z.B. www.conrad.de/ce/de/product/516686)
Suche auch mal unter dem Begriff „Trennverstärker“:
http://www.elv.de/optischer-trennverstaerker-fuer-an…
http://www.heise.de/ct/artikel/Brumm-Ex-289514.html
Gruß soldermaSTer
Hallo SoldermaSTer,
danke für die schnelle Antwort!!!
Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass es Probleme gibt aber so ist es nun mal. Vielleicht ist das ja der Grund, weshalb das Gerät nicht von Hause aus einen Kopfhöhrerausgang hat.
Auf die Lösung mit den Übertragern bin ich natürlich nicht gekommen - jaja, man wird halt langsam alt…
Vielen Dank,
Andreas
Hallo SoldermaSter,
noch eine Frage:
Die Übertrager gibt es mit Impedanzen zwischen 0,2 Ohm und 20KOhm. Der Lautsptecher hat wahrscheinlich 8 Ohm. Welchen Einfluß hat die Impedanz? Glüht die Endstufe wenn sie zu niedrig ist? Ist der Ton zu leise wenn sie zu hoch ist?
Danke,
Andreas
Hi Andreas,
hatte ähnliches Problem. Es gibt sog. Adapter- oder
Zwischenstecker für den Skartausgang schon mit ein-
gebautem Klinkensteckerausgang. Hat bei mir prima
funktioniert und hat nur ca. 2,50 € gekostet.
MfG Peter
Die Impedanz muss angepasst werden (Spannungsanpassung), sonst geht dein Kopfhörer schnell kaputt aufgrund der hohen Ausgangsspannung der Endstufe. Bei Lautsprechern sind es meist 4 oder 8 Ohm, bei Kopfhörern hingegen sind es ca. 100 Ohm.
Theoretisch reichen zwei Widerstände, die die Spannung auf etwa 1/10 bis 1/100 teilen (je nach Leistung der Endstufe). Da bei Dir anscheinend beide Massen nicht miteinander verbunden werden dürfen anscheinend wegen der Potentialtrennung der Endstufe geht nur ein Übertrager.
Was für welche du verwendest kommt darauf an, wieviel HiFi es sein muss. Die billigste Lösung besteht aus zwei 12V Netztrafos (Spannungsübersetzungsfaktor 230V/12V=19) mit ein paar VA Leistung
Die bessere aus speziellen (teuren) Audioübertragern.
Dann können 2 miteinander zur Masse verbunden werden, die beiden anderen jeweils für links und rechts.
…Welchen Einfluß hat die Impedanz? Glüht die Endstufe wenn sie zu niedrig ist? Ist der Ton zu leise wenn sie zu hoch ist?
Hallo Andreas,
zunächst mal sei festgestellt, dass ich kein Audio-Fachmann bin und mich solchen Herausforderungen am Liebsten durch Probieren annähere. -
Der Impedanzwiderstand des Übertragers belastet den Lsp.-Ausgang deiner LG-Fernseh-Endstufe.
Bei einer Übertrager-Impedanz von (wahrscheinlich) 8 Ohm wäre für die Endstufe kein Unterschied zu einem Lautsprecher. Diesen Wert solltest Du wegen dem ‚Glühen‘ nicht unterschreiten; Andererseits könnte je nach Endstufen-Schaltung eine zu geringe Last-Impedanz auch Probleme mit sich bringen. Ich denke aber, dass man dies mit einem parallel zur Primärseite des Übertrager-Trafos geschalteten ohmschen Widerstand ausgleichen kann:
Wenn Dein Übertrager beispielsweise 600 Ohm hat und du schaltest 15 Ohm parallel sollte der Gesamtwiderstand bei 1/600 + 1/15 = 1/0,06833 = 14,63 Ohm liegen. - Der Widerstand muss dann allerdings die ganze Spannung ‚verheizen‘ - Also hinsichtl. Belastbarkeit (Watt) nicht zu klein dimensionieren!
Hat der Logitech-Lautsprecher einen eigenen Verstärker? (Hat er ein eigenes Netzteil?) Dann ist die Eingangsseite hochohmig und sollte mit der Impedanz von ebenfalls 600 Ohm auf der Sekundärseite deines Übertragers zurecht kommen.
Gruß soldermaSTer
Vielen Dank, so ähnlich habe ich es mir auch gedacht. Der Logitech hat einen eigenen Verstärker. Der Eingang ist für Kopfhöhrerausgänge gedacht, z.B. für Soundkarten und mp3-player. der sollte schon einiges vertragen. Da werde ich einfach mal rumprobieren…
Nochmal Danke!
Andreas
Halllo Peter,
den Scart-Steckr habe ich als erstes untersucht. Ich habe aber kein Sigal herausbekommen können. Offensichtlich sind nicht alle Pins belegt. In der Bedienungsanleitung steht bei Scart auch nichts von Ausgang - nur von Eingang.
Trotzdem vielen Dank für den Hinweis!
Andreas
Hallo Peter,
Vielen Dank für die Antwort. Sie deckt sich weitgehend mit der von SoldermaSTer. Ich weiß nun in welche Richtung ich weiterprobieren muss. Ich werde mal ein Übertrager-Pärchen bei Conrad ordern…
Viele Grüße,
Andreas
Hallo Ansim,
die meisten Flachbild-TV’s haben wirklich kleine Lautsprecher und daher auch keinen besonderen Klang. Ich nehme an, Dein PC-Lautsprecher ist deutlich größer, damit überhaupt ein Gewinn erzielt werden kann (mir bekannte PC-Lautsprecher sind auch nur „Miniboxen“).
Heutige NF-Verstärker haben am Ausgang keinen Trafo. Es ist also wichtig, dass immer nur der „kalte“ Pol der Lautsprecheranschlüsse miteinander verbunden werden, ansonsten gibt es einen internen Kurzschluss. In den meisten TV’s sind Kunstschaltungen, damit z.B. 4 Lautsprecher phasenverschoben angesteuert werden können, um eine „Stereo-verstärkung“ zu erzielen.
Ohne Schaltbild ist es schwer, einen Tipp abzugeben.
Einen Versuch kann ich empfehlen: 1. die Gleichspannungspotenziale mittels empfindlichem Messgerät festzustellen. Die Anschlüsse der beiden Kanäle, welche die geringste Spannungsdifferenz aufweisen, mit 2 Widerständen (ca. 1 K-Ohm) als Masse festzulegen und miteinander (über die Widerstände) zu verbinden. Den anderen Pol des jeweiligen Kanals ebenfalls über wenige k-Ohm an die vorderen Pins des Klinkensteckers zu legen.
So könnte es gehen, wenn… ja wenn der TV-Verstärker und der Logitec-Verstärker nicht über den Schutzleiter eine „falsche“ Verbindung bekommen. In diesem Fall würde ich für jeden Kanal einen kleinen NF-Trafo anschliessen und den Klinkenstecker an die Sekundärseite der Trafos legen.
Diese Lösung würde auf jeden Fall funktionieren!
Trenn-Trafos z.B. Typ „NFU 1-1“ von Reichelt-Elektronik.
Gruß, Edi
Hallo Edwin,
vielen Dank für die ausführliche Antwort!
Ich werde mal versuchen, die Verstärkerausgänge über 1:1 Übertrager potentialfrei an die Klinkenbuchse zu verbinden. Das muß eigentlich problemlos funktionieren und es erscheint mir als die „sauberste“ Lösung.
Viele Grüße,
Andreas
Hallo ansim,
um Dein Problem direkt zu lösen kannst Du einen Wandler nehmen, der Potentialfrei das Signal von Lautsprecher Pegel auf Line Pegel wandelt. Z.B. von Hama bei Reichelt Elektronik:
http://www.reichelt.de/Car-HiFi-Stecker-Adapter/KFZ-…&
Dann noch ein Adapter von Chinch Stecker auf Klinkenkupplung:
http://www.reichelt.de/A-V-Kabel-Cinch-/AVK-179/3//i…&
und dann noch ein Adapter von Chich Kupplung auf Chinchkuplung:
http://www.reichelt.de/A-V-Adapter-Cinch-Klinken-DIN…&
Macht mit Versandkosten 11,30 wobei der Mindestbestellwert bei Reichelt bei 10 Euro liegt. Du müsstest also noch für 4,30 Euro irgendwas anderes bestellen und dann belaufen sich die Gesamtkosten auf 15,90 Euro.
Freundliche Grüße
Winfried Münch
Ohne Schaltplan ist es schwierig, da du nicht weißt, wie die Lautsprecher angeschlossen sind im Fernseher. Das Verbinden der Massen kann zu diesen Problemen Führen.
Möglich ist auch, dass du Masse und Ausgang verbunden hast. Außerdem ist bei der Kopplung eines Lautsprecherausganges ein Kondensator in Reihe pro Kanal und ein Dämpfungswiderstand ganz brauchbar.
Bedenke auch, dass du bei dieser Schaltung von der Lautstärkeeinstellung am Fernseher abhängig bist.
Möglicherweise sind die Lautsprecher am Fernsehgerät in Brückenschaltung, dann hast du erst mal keine Masse und müstest mit zwei Operationsverstärkern die Kanäle zusammenführen.
Checke mal ab, ob du einen Line out, AUX out oder Scart-Anschluss hast, da sind die Tonkanäle vorhanden zur weiteren Verarbeitung an externen Verstärkern.
Die Massen beider Geräte müssen verbunden werden, was bei digitalen Fernsehgeräten zu „Brummen“ im analogen Empfänger führt.
Du hast aber einen digitalen Ausgang!
Es gibt einen digital/analog-Umwandler (Eingang digital/Ausgang Analog, meist Cinch für ca. 19,- €. Damit bist du alle Probleme los.
Viel Erfolg
Hallo Winfried,
na das ist eine supergute Idee! Herzlichen Dank!! Ich muss nur noch mal ausprobieren ob der Konverter ins Fernsehergehäuse passt, oder ob ich eine externe Lösung schaffen muss.Nochmals Danke!!!
Viele Grüße,
Andreas
Hallo H.Fritsch,
Vielen Dank für die Mühe! Ich wollte eine möglichst einfache Lösung. Wenn ich OpAmps einsetzen muss, dann brauche ich wieder eine doppelte Spannungsversorgung etc. Das sprengt den rahmen des „Projektes“.
Die anderen Ausgänge habe ich bereits „gecheckt“, sie scheinen z.B. bei den scart-Anschlüssen nicht beschaltet zu sein. Im Augenblick nutze ich tatsächlich den digitalen Ausgang mit d/a Umwandler. Aber ich hebe einen neuen BluRay Player und der hat keine Lautstärkeregelung im Ausgang. Daher muss nun die Lautstärkeregelung über das Fernsehgerät erfolgen. Der Digitale Audioausgang kann nicht geregelt werden. deshalb dieser ganze Aufwand…
Vielen Dank fürs Gehirnschmalz,
Viele Grüße,
Andreas
Dann viel Erfolg. Bevor Du alles ins Gehäuse einbaust bitte Testen. Alternativ gibt es auch einen Wandler von Digital Audio nach Analog Audio, kostet aber ca. 50 Euro:
http://direkt.jacob-computer.de/lindy-audiokonverter…
Herzliche Grüße
Winfried Münch
Hi, Andreas!
Probiere doch mal folgendes aus:
Von den ehemaligen Lautsprecheranschlüssen nur einen verwenden (evtl. gleiche Farbe, ist aber nicht immer Garantie auf gleiche Phasenlage!)+ Kondensator (47 µ) in Reihe + Wiederstand (4,7 k) auf Masse und dann die Audio-Masse aus dem Scartanschluß (Eingang)!
Hallo Winfried,
jetz6t muss ich ja doch noch mal schildern, wie es ausgegangen ist:
Ich habe den Übertrager bei Reichelt geordert: http://www.reichelt.de/Car-HiFi-Stecker-Adapter/KFZ-…&
Dann habe ich wirklich ALLE möglichkeiten ausprobiert, das Ding anzuschließen! Immer war ein Kanal total verzerrt. Ich bin fast wahnsinnig geworden! Dann habe ich die Plastikhülle aufgesägt. Heraus kam eine kleine Platine mit 2 Widerständen und 2 Übertragern. Was soll ich dir sagen: Der Lötpunkt des einen Eingangskabels hatte sich von der Platine gelöst und die Leiterbahn war abgerissen… Wahrscheinlich bei der Herstellung, beim Abzwicken des überstehenden Kabelendes passiert. Habe heute das Kabel angelötet, alles eingebaut, und nun funktioniert alles genau so wie es soll!!!
Nochmals Dir und allen Anderen Danke für die Mithilfe!!!
Grüße,
Andreas
Nur gut dass Du es noch hinbekommen hast. Eigentlich ist es ja ein Garantiefehler, aber wie will man dass nachweisen, wenn man so ein spezielles Projekt durchführt.
Nun dann alles gute.
Winfried Münch