Probleme Hausbank/DtA

Hallo liebe Experten,

hat jemand von Euch auch Erfahrungen mit kaum kooperativen Hausbanken gemacht, wenn es um die Beantragung/Durchleitung von DtA- oder ERP-Mitteln geht?

Ich begleite im Moment ein Existenzgründungsprojekt, dessen Konzept ok ist, dessen Geschäftsplan schlüssig ist, und dessen Umsatz bereits in dieser Gründungsphase für das 1. Geschäftsjahr gesichert ist.

Trotzdem lehnen die Hausbanken vor Ort eine Weiterreichung des Konzepts und des Antrags an die DtA ohne eine zufrieden stellende Begründung ab.

Gibt es hier irgendeine Handhabe? Es muss doch möglich sein, diese an sich zur Verfügung stehenden Mittel zu bekommen.

Ich wäre für jeden Hinweis dankbar.

Gruss
Ilka

hat jemand von Euch auch Erfahrungen mit kaum kooperativen
Hausbanken gemacht, wenn es um die Beantragung/Durchleitung
von DtA- oder ERP-Mitteln geht?

Trotzdem lehnen die Hausbanken vor Ort eine Weiterreichung des
Konzepts und des Antrags an die DtA ohne eine zufrieden
stellende Begründung ab.

Gibt es hier irgendeine Handhabe? Es muss doch möglich sein,
diese an sich zur Verfügung stehenden Mittel zu bekommen.

Hallo Ilka,

mit dem Problem siehst nicht nur Du Dich konfrontiert, insbesondere dann, wenn es sich um ein kleineres Vorhaben mit einem Volumen von nur wenigen 100.000 Euro handelt.

Eine wirksame Handhabe sehe ich nicht, immerhin kann sich jede Bank aussuchen, mit wem sie eine Geschäftsverbindung eingehen will und mit wem eben nicht. Auch wenn es Dich bitter trifft, ist diese kaufmännische Entscheidungsfreiheit letztlich gut so. Die Kreissparkassen in kommunaler Trägerschaft sind zwar satzungsgemäß der regionalen Entwicklung verpflichtet, das ist jedoch nur schöner Sonntagsredentext, aus dem sich keine Rechtsansprüche des Einzelfalls ableiten lassen.

An die tatsächlichen Entscheidungsträger und deren Entscheidungsgründe ist nur im Ausnahmefall heran zu kommen, so daß sich nach dem Einreichen noch so überzeugender Unterlagen erst einmal lange nichts tut, mit einem endlich folgenden Schreiben, daß man dem Vorhaben nicht näher treten kann. Beim Nachfassen stellt man regelmäßig fest, daß niemand die Unterlagen gelesen hat. Es interessiert nur die Branche und das Volumen. Sobald etwas mit Technologie vorkommt, keine banküblich verwertbaren Sicherheiten vorhanden sind, das eingebrachte Eigenkapital zu gering erscheint und/oder das Volumen des Engagements zu klein ist, wird es sehr schwer.

Manchmal geht noch etwas auf dem Wege persönlicher Beziehungen. So gibt es eine ganze Szene aus Förderberatern und Kapitalvermittlern mit manchmal guten Kontakten zu irgend einer Bank. Der „Berater“ greift dann ein paar tausend Euro ab und/oder wird mit einem ordentlich dotierten Beiratsposten bedacht und schon läuft es. Das ist Bakschisch- und Seilschaften-Wirtschaft.

Mir sind diverse chancenlose Fälle bekannt. Die Leute laufen von Bank zu Bank und verlieren jedesmal Wochen bis Monate.

Eine Alternative sind Beteiligungsgesellschaften. Um deren Interesse zu wecken, muß es sich aber um ein Engagement in Millionenhöhe handeln. Auf keinen Fall sind solche Beteiligungen geeignet, eine Existenzgründung zu begleiten, die letztlich nur den Gründer und wenige Angestellte ernähren soll.

Es ist absehbar, daß in wenigen Jahren Leidensdruck und Handlungszwang entstehen wird, weil es zu wenige Neugründungen gibt und den Regionalbanken ein wesentliches Standbein abhanden kommt. Aber im Moment träumen noch alle von Fusionen, vom großen Rad und vom großen Geld.

Für eine Existenzgründung braucht man nun einmal Kapital. Gehe davon aus, daß es im Moment kein Bankengagement gibt. Wer sich nach einigen vergeblichen Anläufen damit abfindet, spart Zeit und erspart sich viel Frust. Beschaffe, spare bescheidene Eigenmittel an und verändere Dein Konzept so, daß es ohne Fremdkapital geht. Das werden zwar kleine, aber freie, unabhängige Brötchen. Einen anderen Weg sehe ich nicht.

Gruß
Wolfgang

Hallo Ilka,

es gibt keinerlei Rechtsanspruch auf Fördermittel, der einklagbar o.ä wäre.
Letztendlich hat die Hausbank vor Ort die Gelder aus ihrem Topf bereitzustellen (von ein, zwei kleinen Ausnahmen abgesehen, bei denen die Gelder aus einem öffentlichen Topf fliessen), sie versichert sich nur zum Teil (!) bei der dta zurück, die zusätzlich noch eine gewisse Subventionierung hinsichtlich Zins und Tilgung bereitstellt (=>Subventionstatbestand). Das hat also zur Folge, daß die Bank tatsächlich ein eigenes Risiko übernimmt und zum Teil sehr wenig daran verdient.

Wenn also die Hausbank vor Ort selber ein Liquiditätsproblem hat (einige große Kreditnehmer vor Ort zahlen nicht mehr), auf faulen Krediten im großen Maßstab hockt (z.B. Immobilienfinanzierungen in Krisenregionen) o.ä., dann wird sie kein Interesse haben, sich weitere Risiken ans Bein zu binden. Dann kann Dein Konzept noch so gut sein, sie wirds einfach nicht machen und Du kannst sie ohne Beziehungen auch nicht umstimmen, das ist dann leider Politik.
Was dabei noch dazu kommt, ist der zunehmende Druck auf die öffentlichen Banken, ihre Risiken strikter zu beurteilen (Ranking von Kreditnehmern). Dies führt zu einem deutlich kritischeren Blick auf die vorgestellten Konzepte.

Allerdings wenn das Konzept wirklich gut ist, sollte sich irgendeine Bank sicher finden, da es ja noch öffentliche (und private) Beteiligungskonzepte (z.B. Beteiligungsgesellschaft des Mittelstandes o.ä) gibt, um die Risiken der Hausbank zu minimieren. Der Antragsprozess dauert dann allerdings wieder deutlich länger (pro beteiligter Instanz minimum 4-6 Wochen!)

Eine Möglichkeit, Beziehungen zu regionalen Banken aufzubauen, ist ggf. der Kontakt zu einem Existenzgründungszentrum, in dessen Kuratorium häufig Bankenvorstände sitzen oder zu Existenzgründungsinitiativen der Kreise (ebenfalls enger Kontakt zu den Banken vorhanden)

Grüße Jürgen

Vielen Dank …
… Euch Beiden für die ausführlichen -wenn auch etwas desillusionierenden - Antworten :wink:.

Wir werden wohl über „bankfreie“ Alternativen nachdenken müssen.

Gruss
Ilka

Hallo Ilka ,

versuch doch zumindest mal den umgekehrten Weg :

direkter Kontakt zur DTA
mit der Bitte eine entsprechendes Hausbank - Institut "vor Ort " zu empfehlen .

http://www.dta.de/dtaportal/Kontakt/Kontakt.jsp

Gruß

HC

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… hab ich schon
Hallo Heiner,

Danke für den Tipp.

Über die DtA hab’ ich es schon versucht, die dürfen leider (aber verständlicherweise) keine Bank empfehlen.

Gruss
Ilka

Hallo liebe Experten,

hat jemand von Euch auch Erfahrungen mit kaum kooperativen
Hausbanken gemacht, wenn es um die Beantragung/Durchleitung
von DtA- oder ERP-Mitteln geht?

Das wichtigste ist, bei Gründungsvorhaben sich nicht auf eine Bank, dh. die Hausbank des Gründers zu verlassen.

Gerade die Hausbank gerät schnell in die Gefahr der Vermögensübernahme, besonders, wenn dort bereits Privat- oder Hypothekenkredite laufen.

Deswegen besser „fremde“ Banken ansprechen, zumal das fürs spätere Geschaft besser ist. Wenn das Geschäftskonto mal Probleme kriegt, dann sind die Privatkonten nicht sofort mitbelastet. (Verrechnungsklausel).

Ich begleite im Moment ein Existenzgründungsprojekt, dessen
Konzept ok ist, dessen Geschäftsplan schlüssig ist, und dessen
Umsatz bereits in dieser Gründungsphase für das 1.
Geschäftsjahr gesichert ist.

Trotzdem lehnen die Hausbanken vor Ort eine Weiterreichung des
Konzepts und des Antrags an die DtA ohne eine zufrieden
stellende Begründung ab.

Gibt es hier irgendeine Handhabe? Es muss doch möglich sein,
diese an sich zur Verfügung stehenden Mittel zu bekommen.

Zwingen kann man Banken nicht, es wäre zudem ein schlechter Beginn einer Parnerschaft. Das Problem in Deutschland ist, daß die sog. Hausbanken die Anträge entgegennehmen, prüfen und dann erst weiterleiten müssen.

Zumal die Banken für „geringes Entgelt“ die Haftung übernehmen müssen. Es sei denn im Konzept ist die Übernahme von Bürgschaften ein wesentliches Finanzierungsstützungsmoment. D.H.
daß die DtA oder andere auch die Bürsgschaft z.T. übernehmen, bzw. die Eigenkapitalbasis durch EKH-Darlehen angehoben ist.

Ein guter Weg ist vor allem mit der IHK/HWK zu sprechen, und sich dort Testate zu holen. Dann Banken ansprechen, die in der Branche erfahren sind. (Auf die Briefe der Mitbewerber gucken).

mfg Winkel