hat jemand von Euch auch Erfahrungen mit kaum kooperativen
Hausbanken gemacht, wenn es um die Beantragung/Durchleitung
von DtA- oder ERP-Mitteln geht?
Trotzdem lehnen die Hausbanken vor Ort eine Weiterreichung des
Konzepts und des Antrags an die DtA ohne eine zufrieden
stellende Begründung ab.
Gibt es hier irgendeine Handhabe? Es muss doch möglich sein,
diese an sich zur Verfügung stehenden Mittel zu bekommen.
Hallo Ilka,
mit dem Problem siehst nicht nur Du Dich konfrontiert, insbesondere dann, wenn es sich um ein kleineres Vorhaben mit einem Volumen von nur wenigen 100.000 Euro handelt.
Eine wirksame Handhabe sehe ich nicht, immerhin kann sich jede Bank aussuchen, mit wem sie eine Geschäftsverbindung eingehen will und mit wem eben nicht. Auch wenn es Dich bitter trifft, ist diese kaufmännische Entscheidungsfreiheit letztlich gut so. Die Kreissparkassen in kommunaler Trägerschaft sind zwar satzungsgemäß der regionalen Entwicklung verpflichtet, das ist jedoch nur schöner Sonntagsredentext, aus dem sich keine Rechtsansprüche des Einzelfalls ableiten lassen.
An die tatsächlichen Entscheidungsträger und deren Entscheidungsgründe ist nur im Ausnahmefall heran zu kommen, so daß sich nach dem Einreichen noch so überzeugender Unterlagen erst einmal lange nichts tut, mit einem endlich folgenden Schreiben, daß man dem Vorhaben nicht näher treten kann. Beim Nachfassen stellt man regelmäßig fest, daß niemand die Unterlagen gelesen hat. Es interessiert nur die Branche und das Volumen. Sobald etwas mit Technologie vorkommt, keine banküblich verwertbaren Sicherheiten vorhanden sind, das eingebrachte Eigenkapital zu gering erscheint und/oder das Volumen des Engagements zu klein ist, wird es sehr schwer.
Manchmal geht noch etwas auf dem Wege persönlicher Beziehungen. So gibt es eine ganze Szene aus Förderberatern und Kapitalvermittlern mit manchmal guten Kontakten zu irgend einer Bank. Der „Berater“ greift dann ein paar tausend Euro ab und/oder wird mit einem ordentlich dotierten Beiratsposten bedacht und schon läuft es. Das ist Bakschisch- und Seilschaften-Wirtschaft.
Mir sind diverse chancenlose Fälle bekannt. Die Leute laufen von Bank zu Bank und verlieren jedesmal Wochen bis Monate.
Eine Alternative sind Beteiligungsgesellschaften. Um deren Interesse zu wecken, muß es sich aber um ein Engagement in Millionenhöhe handeln. Auf keinen Fall sind solche Beteiligungen geeignet, eine Existenzgründung zu begleiten, die letztlich nur den Gründer und wenige Angestellte ernähren soll.
Es ist absehbar, daß in wenigen Jahren Leidensdruck und Handlungszwang entstehen wird, weil es zu wenige Neugründungen gibt und den Regionalbanken ein wesentliches Standbein abhanden kommt. Aber im Moment träumen noch alle von Fusionen, vom großen Rad und vom großen Geld.
Für eine Existenzgründung braucht man nun einmal Kapital. Gehe davon aus, daß es im Moment kein Bankengagement gibt. Wer sich nach einigen vergeblichen Anläufen damit abfindet, spart Zeit und erspart sich viel Frust. Beschaffe, spare bescheidene Eigenmittel an und verändere Dein Konzept so, daß es ohne Fremdkapital geht. Das werden zwar kleine, aber freie, unabhängige Brötchen. Einen anderen Weg sehe ich nicht.
Gruß
Wolfgang