Probleme im Reitstall... (DP Psychologie)

Hallo zusammen,

stellt euch bitte folgenden Fall vor:

Familie A stellt das Pferd der Tochter in die Reitanlage des Herrn B; die Anlage ist ziemlich neu, es gibt noch mehrere leere Boxen.

Anfangs ist das Verhältnis der A’s zu B gut. Familie A findet auch schnell guten Kontakt zu den anderen Einstellern – alles wunderbar!

Ca. ein Jahr später beginnt B zu „sortieren“ und wirft das weniger zahlungskräftige Klientel raus. (Was nicht heissen soll, dass die Betreffenden nicht pünktlich gezahlt hätten! Es geht nur um den Unterschied, ob der Einsteller Unternehmer ist oder Zahnarzthelferin…)
In die nun leeren Boxen kamen und kommen „Pferde aus besseren Kreisen“ *g*

Familie A war einst im Mittelfeld, befindet sich aber allmählich in der Nähe der Abschussliste. Man kann dies klar daran erkennen, dass Abmachungen, die bisher selbstverständlich waren (z.B. Weidegang nur mit Hufglocken, etc.), inzwischen ignoriert werden. Die Kommunikation zwischen Tochter und B ist sehr schwierig; er ignoriert sie meistens, oder er blafft sie an.
Zudem versucht er, die Einsteller gegeneinander aufzuhetzen – bislang noch erfolglos.

Langer Rede kurzer Sinn: Familie A befürchet, über kurz oder lang aus dem Stall gemobbt zu werden. Das Problem dabei ist weniger, wie gut oder schlecht man selbst mit so einer Stresssituation umgehen kann. Es ist in erster Linie das Pferd, das darunter leidet. So wird z. B. auch die Box nicht mehr richtig gepflegt.
Familie A will da aber nicht weg.

Gibt es einen Weg? Familie A hat inzwischen keine Lust mehr, ständig zu Kreuze zu kriechen. Aber „scharf schiessen“ dürfte auch nicht das Mittel der Wahl sein… Herr B hat definitiv – vorsichtig ausgedrückt – soziale Defizite, für die aber die Einsteller weder verantwortlich sind, noch können sie sie beheben.

Für die Juristen: Wer hat welche Rechte? Kann B einfach kündigen, weil A’s Nase ihm nicht mehr passt? Wie geht der Einsteller vor, wenn Anweisungen (bezahlte!) ignoriert werden?

Für die Psychologen: Wie geht man mit so jemandem um? Familie A hat unter diesen Umständen keine Lust mehr auf „gut Wetter“. Der ganze Hof scharwenzelt um B herum und hält ihn bei Laune :frowning:

Danke für alle konstruktiven Gedanken!

Gruß,
agnes

Hallo!

Familie A will da aber nicht weg.

Ein zur Problemlösung untauglicher Standpunkt. Familie A ist unter solchen Umständen nicht zu helfen.

Wenn ein Dienstleister nichts taugt und er muss trotzdem nicht befürchten, dass ihm seine Kunden abhanden kommen, wird sich nichts ändern.

Gruß
Wolfgang

Danke dir, Wolfgang!

Familie A will da aber nicht weg.

Ein zur Problemlösung untauglicher Standpunkt. Familie A ist
unter solchen Umständen nicht zu helfen.

Tochter A ist fünfzehn, hat dort Freunde/Freundinnen gefunden und findet es (noch) schön dort. Die Eltern hätten mit einem Wechsel nicht so das Problem.

Wenn ein Dienstleister nichts taugt und er muss trotzdem nicht
befürchten, dass ihm seine Kunden abhanden kommen, wird sich
nichts ändern.

Naja, es kommen ihm ja keine Kunden abhanden; bislang hat ER noch immer alle rausgeworfen. Und die jeweiligen Boxen unmittelbar drauf wieder neu vermietet.

Gruß,
agnes

Hi,

was ist denn zum Thema Kündigung vertraglich vereinbart?

Die Einstellverträge, die ich kenne, hatten eine 4-wöchige Kündigungsfrist ohne Angaben von Gründen, für beide Seiten.

Wenn dem so wäre, könnte man gegen eine Kündigung nichts machen und ehrlich gesagt, wenn mein Pferd nicht mehr ordentlich versorgt werden würde, würde ich von selbst gehen, Stallklima hin oder her.

Gruß
Tina

Hallo,

Tochter A ist fünfzehn, hat dort Freunde/Freundinnen gefunden

mit denen (bzw. deren Eltern) kann man doch sicher reden, ob sie nicht auch wechseln wollen. Wenn die B „ergeben“ sind, wird man die Kündigung aber schneller haben, als man denkt…

Cu Rene

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Hallo Bernauerin,

ich bin weder Jurist noch Psychologe, aber dafür Pferdebesitzer und als solcher bin ich der Auffassung: Das wichtigste ist, dass das Pferd gut untergebracht ist.
Es handelt sich hier um ein Lebewesen und das sollte man nicht vergessen.

Also suchen Sie sich einen anderen Stall in der Nähe.
Sprechen Sie auch mit Ihrer Tochter, denn wenn es sich um Freunde handelt - die verliert man nicht wenn man den Stall wechselt.

Gruß Merger

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Hallo,

das Pferd wird nicht ordentlich (vertragsgemäß!) versorgt.
Das Verhältnis zum Stallbesitzer muss nicht unbedingt gut sein, aber ein schlechtes wie das Geschidlerte geht mit der Zeit doch schon aufs Gemüt und auf das Selbstbewußtsein vor allem der Tochter…

Der Besitzer benimmt sich zumindest so wie hier dargestellt wie ein Herrscher (zumindest gegenüber denen, die er nicht als gleichwertig betrachtet) und wem das nicht passt, kann ja gehen.
Hilft dieses Reizen nicht auf lange Sicht wird er selbst aktiv und kündigt…dann hat man schon deutlich Selbstwertgefühl verloren.
Man wird es in einem neuen Stall dann möglicherweise sehr viel schwerer haben Fuß zu fassen.

Nochmal, das Pferd wird nicht vertragsgemäß versorgt, man wird schikaniert und wenn man nicht Willens ist, nicht ins gesellschaftliche Bild passt oder nicht ordentlich spurt, gekündigt…was in aller Welt hält Euch da noch??
Die Betroffenen, die jetzt um ihn herumhüpfen wie um das goldene Kalb könnten sich ja alle gemeinsam einen neuen Stall suchen.

Man wird rechtlich hier kaum einen Stich landen können ohne bei nächster Gelegenheit (je nachdem was der Mietvertrag hergibt) gekündigt zu werden.

Gruß
M.

Ganz herzlichen Dank allen Antwortern für die nette Unterstützung.
Morgen Abend geht’s zur Stallbesichtigung ein paar Orte weiter…

Viele Grüße,
agnes