Es geht bei meinem Problem um Betrug, zumindest glaube ich das, aber ich kenne mich bei Rechtsdingen nicht wirklich aus, daher habe ich mir gedacht, ich frage mal in diesem Forum nach.
Also ich schildere am besten einmal die ganze Geschichte von Anfang an, vielleicht weiß irgendjemand Rat:
Eine Freundin und ich haben 10 Tage in Barcelona verbracht und wollten in Jugendherbergen wohnen, um Geld zu sparen. Allerdings wollten wir uns nicht vor Ort umsehen (was rückblickend betrachtet sinnvoller gewesen wäre), sondern übers Internet vorreservieren.
Bei einer Herberge hat das auch gut funktioniert, das 2-Bett-Zimmer war groß und gut ausgestattet und mit dem Bezahlen gab es keine Probleme. (Lob an Gat Raval!)
Leider konnten wir in dieser Herberge nur für 2 Tage reservieren, also brauchten wir noch eine zweite Unterkunft. Wir entschieden uns für das „Ideal Youth Hostel“, wo die Zimmer zwar 50 EUR pro Nacht kosteten (20 EUR mehr als in Gat Raval), dafür die Lage aber etwas besser war und Frühstück inklusive.
Schon das Buchen dieser Herberge stellte aber ein Problem dar. Zuerst riefen wir dort an und es hieß, wir könnten telefonisch buchen und sollten auf ein Bestätigungsfax warten. Dieses kam jedoch niemals bei uns an. Also telefonierten wir noch einmal und bekamen nur die unfreundliche Auskunft „E-mail, E-mail“, von unserer Reservierung per Telefon hatte man angeblich noch nie etwas gehört. Die Leute von der Herberge wollten dann, dass wir ihnen eine Kreditkartennummer per E-mail schicken und sie dann so viel abbuchen können, wie sie wollen. Da uns das zu unsicher war, buchten wir über die Seite www.hostelworld.com und bekamen dann auch eine Bestätigung für unsere Reservierung. Wir mussten allerdings eine Anzahlung machen und eine Bearbeitungsgebühr entrichten. (Bei der ersten Herberge war das nicht so.)
Vor Ort in Barcelona mussten wir sofort beim Einchecken die gesamte Summe für die reservierten 7 Tage entrichten, also insgesamt 700 EUR. Erst danach erfuhren wir, dass sich unser Zimmer in einem Nebengebäude im 6. Stock (ohne Lift!) befand. Das Zimmer war außerdem sehr klein, was aber an sich kein Problem gewesen wäre. Jedoch war es mit keinerlei Kühlsystem (Klimaanlage, Ventilator, …) ausgestattet, so dass man sich in dem Raum praktisch nicht aufhalten konnte. Schließlich hatte es tagsüber um die 40°, und auch in der Nacht wurde es in dem Zimmer nicht merklich kühler. Daher hielten wir uns kaum in dem Raum auf und schliefen auf der Dachterrasse, die zum Glück vorhanden war.
Es gab aber noch weitere Probleme:
Zum einen das „Frühstück“, das aus Aldi-Kuchen und einem 2cl-Glas Orangensaft ODER Kaffee bestand.
Dann die Putzfrau, die jeden zweiten Tag unser Zimmer „aufräumte“. Anscheinend war es notwendig, unsere Sachen kreuz und quer durchs Zimmer zu werfen, um putzen zu können. Uns unverständlich ist besonders, warum das Waschbecken und die Ablagen komplett leer geräumt wurden (und wir unser Zeug dann wieder mühsam zusammensuchen mussten). Einmal holte die gute Frau sogar alles, was wir auf die Terrasse getragen hatten, herein und stopfte es ausgerechnet in meinen Sack mit teurer Keramik. (Zum Glück ging nichts kaputt!)
Das Personal in der Herberge war überhaupt äußerst unfreundlich und behandelte uns sehr herablassend.
Schließlich fanden wir im Gespräch mit den Bewohnern der beiden Zimmer neben uns heraus, dass diese nur 30 EUR pro Nacht zu zahlen hatten. (Obwohl die Zimmer gleich groß waren und es auch sonst keine Unterschiede gab.)
Wir fragten daraufhin bei der Rezeption nach und bekamen die Auskunft, dass wir mehr zu zahlen hätten, weil wir im Voraus übers Internet gebucht haben und sich die Preise im Internet ändern. Die Dame an der Rezeption meinte außerdem, dass, wenn wir heute gebucht hätten, der Preis nideriger gewesen wäre, da nicht so viele Zimmer belegt wären.
Wir machten die Probe aufs Exempel und überprüften ihre Aussage im Internet: Kein Preisunterschied zu unserem Buchungstag, man hatte uns also schlichtweg belogen!
Schon zu diesem Zeitpunkt beschlossen wir, uns darüber zu informieren, was wir rechtlich gegen diese Leute unternehmen könnten.
Nach den 7 Tagen in der Herberge benötigten wir noch einen weiteren Tag. Zuvor hatte man uns gesagt, dass, wenn wir vor Ort buchen und zahlen würden, der Preis nur 30 EUR wäre.
Wir gingen also zur Rezeption und sagten, dass wir noch eine weitere Nacht bleiben wollten. Die Angestellte meinte: „Ihr habt bis jetzt 50 EUR bezahlt, also kostet es 50 EUR.“ Wir darauf: „Warum? Sie haben uns gesagt, dass, wenn wir vor Ort buchen und zahlen, der Preis 30 EUR beträgt.“ Angestellte: „Nein, die Preise ändern sich pro Tag. Manche Leute zahlen 30, andere sogar 60.“ Wir haben das Zimmer dann schließlich für 40 EUR bekommen.
Leider war es an diesem Tag schon zu spät, um noch eine andere Herberge zu suchen, sonst hätten wir das bestimmt getan.
Was können wir also tun?
Haben wir irgendeine Chance, Geld zurückzuverlangen?
Ich finde, dass das „Ideal Youth Hostel“ damit nicht durchkommen darf. Hier werden junge Leute über den Tisch gezogen, die sowieso nicht viel Geld haben und einfach einen problemlosen Urlaub verbringen wollen!
Anscheinend bestimmt die Herberge die Preise rein nach dem Aussehen der Leute bzw. nach dem Zeitpunkt ihrer Ankunft oder die Zimmer werden quasi „versteigert“: Je mehr Interessenten, desto teurer.
Das kann doch nicht legal sein, oder?? Theoretisch könnten die dann ja auch 100 EUR pro Nacht verlangen, wenn sie einen Blöden finden, der das zahlt … oder der verzweifelt ist, weil er nichts mehr anderes findet …
Wenn es aber keine Möglichkeit gibt, die Leute von der Herberge zu verklagen, dann möchten wir uns wenigstens überall über sie beschweren, wo es nur möglich ist.
Also wenn ihr Adressen von Herbergsverbänden, Konsumentschutz, etc. oder wohin wir uns sonst noch wenden können, wisst, schreibt sie uns bitte.
Hoffentlich können wir irgendetwas gegen diese Herberge unternehmen! Bitte helft uns!
Vielen Dank im Voraus!
Martina Kienberger
)