Probleme mit ABC-Analyse

Hallo Zusammen.
Ich bin Student und schreibe gerade an meiner Diplomarbeit.
Habe ein Problem, zu dem ich im Web bisher nix finden konnte.

Im Rahmen der Arbeit führe ich gerade eine Artikel ABC-Analyse eines Unternehmens durch. Habe die Analyse nach den geltenden Regeln aufgebaut. Also Verkaufsmengen/Jahr, Wert der Mengen (Umsatz). Die Umsatzzahlen habe ich dabei absteigend sortiert und dann die %-Werte und die kummulierten Werte berechnet. Es handelt sich um ein Artikelsortiment von ca. 11.000 Artikeln.
Mein Problem ist jetzt, dass die in der Literatur beschriebenen Szenarien in keinster Weise auftreten. (20%-80% Regelungen, …)
Als Beispiel kommt bei mir folgende Aussage zustande: Mit 50% der Jahresmengen wird ein Umsatz von 40% erzielt. Dies kann ja nicht Sinn der sache sein. Habe schon etwas gegrübelt und denke dies liegt an den Mengen-Wert Verhältnissen.

Habe die Analyse deshalb etwas verändert. Jetzt nehme ich anstatt der Verkaufsmengen, die prozentualen Werte der Artikel an den Gesamtartikeln, also bei 10 Artikeln macht jeder Artikel 10% aus.
Damit sieht mein Ergebnis dann folgendermaßen aus:

Die Aussage diesmal lautet: Mit 20% der Artikel wird ein Umsatz von 80% erzielt. Dies macht in meinen Augen viel mehr Sinn oder???

Wäre nett, wenn ihr etwas dazu schreiben würdet!!
Gruß TLM-Rocker

Hallo,
also die ABC Analyse ist eine Analysemethode, die helfen soll, sich auf das Wesentliche zu fokussieren.
(Ich finde die Methode ja recht putzig, aber darum geht es ja hier nicht)
Bei einer Analyse überlege ich mir zuerst den fundierten Ansatz der Analyse.
Es bringt nichts, ohne das anzufangen und zu rechnen.
Mir fehlt hier der Business Case vollständig. Wozu machst du die Analyse (ausser Grund Diplomarbeit)? Was soll da für ein Mehrwert rauskommen? Was ist das Ziel?
Die „geltenden Regeln“ haben Leute aufgeschrieben, die das so gemacht haben, weil sie es wohl für sinnvoll erachtet haben. Oder sie haben bestimmte Regelmässigkeiten festgestellt und diese aufgeschrieben.
(Das ist aber kein Naturgesetz.)
Den Teil habe ich bei dir nicht verstanden/gesehen und da liegt das Problem.
Was bedeutet „Jetzt nehme ich anstatt der Verkaufsmengen, die prozentualen Werte der Artikel an den Gesamtartikeln, also bei 10 Artikeln macht jeder Artikel 10% aus.“? 10% von welchen Werten genau?
Man kann doch nicht so lange rumrechnen, bis das Ergebnis passt. Und sich dann den Rest dazu ausdenken.

Als Beispiel kommt bei mir folgende Aussage zustande: Mit 50%
der Jahresmengen wird ein Umsatz von 40% erzielt.

Das kann nicht sein - warum nicht? Gesetzt den Fall du hast keinen Fehler gemacht und das Konzept ist stimmig: du lehnst die Realität ab?

Grüße
Michael

Hallo!
Danke für die Antwort.
Also das die ABC-Analyse dazu dient das wesentliche vom unwesentlichen zu trennen, ist mir klar. Aus diesem Grund will ich sie ja in die Dipl.Arbeit mit einbeziehen. Ich bin mir nur nicht sicher, wie sie richtig anzuwenden ist.
Ich will herausfinden welche Artikel einen großen Beitrag zum Umsatz beisteuern und welche nur einen geringen.
In den einschlägigen Beispielen in der Literatur ist die Vorgehensweise ja folgende:

Jahresverbrauchsmengen, Einstandspreise, Umsatz (Jahresverbrauchsmengen * Einstandspreis); die Umsaätze werden absteigend sortiert. Dann werden von den Jahresverbrauchsmengen die prozentualen Mengen an der Gesamtverbrauchsmenge berechnet und in der nächsten Spalte kummuliert. Das gleiche geschieht mit den Umsatzzwerten. Aus diesen kummulierten Werten ist dann abzulesen, das mit 20% der Mengen ein Umsatz von 80% erzielt wird.

Ich habe aber auch ein Beispiel gefunden, bei dem es anders gemacht wurde.
Hier wurden anstatt der Verbrauchsmenengen, die prozentualen Anteile der Artikel an den Gesamtartikeln verwendet. Wie in meinem vorrigen Beispiel.
Also wir nehmen an, ich habe insgesamt 10 Artikel. Wenn ich jetzt die prozentualen Anteile nehme, so hat jeder Artikel einen Anteil von 10%.
Jetzt lautet die Aussage mit 20% der Artikel (nicht der Mengen) mache ich einen Umsatz von 80%.

Welche Vorgehensweise ist jetzt richtig. Wenn ich die erste anwende, mit den Mengenverhältnissen, passen die Ergebnisse nicht ansatzweise mit denen aus der Literatur zusammen. Wenn ich allerdings die zweite methode wähle, so bekomme ich ein respektables Ergebnis. Ich will auf keinen Fall die Realität verleugnen, ich will nur wissen, welche Methode die richtige ist???

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Hallo,

Aus
diesen kummulierten Werten ist dann abzulesen, das mit 20% der
Mengen ein Umsatz von 80% erzielt wird.

also - ich werde jetzt etwas direkter: du hast sie einfach nicht verstanden. Lies dir z.B. mal http://de.wikipedia.org/wiki/ABC-Analyse sorgfältig durch.
Wie kommst du darauf, das grundsätzlich alle Unternehmen auf der ganzen Welt die gleiche Produkt/Umsatz-Struktur haben? Das ist einfach völlig unrealistisch. Wieso muss 80/20 immer rauskommen? Wer behauptet so etwas? Ist das Originalliteratur?
Du wirst tasusende Beispiele finden, wenn du nur lange genug suchst - das wird dir nicht weiter helfen.
Es ist einfach so: erst der Ansatz - dann die Analyse.
Du überlegst nicht, warum du was machst, sondern willst nur wissen, was du rechnen sollst. Das klappt so einfach nicht.
Es kann nämlich alles richtig sein, das kommt auf die Fragestellung an.
Wenn ich z.B. Lagerkapazität oder Logistikfragen habe, dann spielt Umsatz dafür u.U. keine Rolle, sondern vielleicht Gewicht oder Volumen.
Andere Fragestellungen führen zu Umsatzbetrachtungen wieder andere zum Thema Einkaufspreise usw. usw.
Grüße
Michael