Probleme mit Air France

Hallo,
ich habe Probleme mit Air France und wollte mal in die Runde fragen wer mir Tips geben kann das Problem zu lösen. Ich denke da v.a. daran die richtigen Ansprechpartner zu finden, sei es nun bei Air France selber oder bei irgendwelchen druckausübenden Stellen wie Presse, Konsumentenschutz usw.
Ganz abgesehen von meinem persönlichen Anliegen eine passende Lösung zu finden möchte ich auch die Kehrseite der Medaille publik machen, welche die glitzernde, öffentlich zur Schau getragenen Welt der Fluggesellschaften gerne verheimlicht.
Danke im Voraus.
Ciao, Jochen.

Hier nun das Problem :
Air France - die mitlerweile größte europäische Fluggesellschaft kann laut einem dt. Mitarbeiter von AirFrance „auf so ein paar kleine Kunden problemlos verzichten“. Wie kam es nun zu dieser Aussage? Im März dieses Jahres flog ich zusammen mit 8 weiteren Studenten nach Chile um dort ein Studienjahr zu verbringen. Nach zeitaufwendiger Recherche hinsichtlich des bestmöglichen Flugtickets fiel unsere Wahl auf Air France, denn diese bot einen vernünftigen Preis für ein einjährig gültiges Ticket mit offenem Rückflugtermin. (Nur zur Information: ein Ticket mit solchen Konditionen ist in der Regel erheblich teurer als ein typiches Urlaubsticket mit einigen Monaten Gültigkeit und fest gebuchtem Rückflug)
Der Rückflug kann übrigens bei einem einjährigen Aufenthalt nur offen gelassen werden, da das Buchungssystem max. 10 Monate im voraus buchen kann. Im Juni 2003, also ca. 10 Monate vor geplantem Rückflug fragten wir bereits bei Air France in Chile nach einem passenden Rückflug. Leider waren schon oder noch (das wusste hier keiner) alle Flüge der entprechenden Klasse für diese Zeit ausgebucht. So warteten wir bis Ende August um einen neuen Versuch zu starten. Aber nach wie vor waren alle Plätze ausgebucht und zwar ab Ende Dezember 2003. Langsam wurden wir skeptisch, denn wieso sollten auf der einen Seite noch keine Plätze für März 2004 oder auf der anderen Seite schon alle Plätze 7 Monate vorher ausgebucht sein? Die folgenden Wochen waren durch etliche Telefonate mit Deutschland, Frankreich und England gekennzeichnet, denn bei Ticketproblemen stösst man immer wieder auf zwei Phönomene. Eines ist die Kompetenzratlosigkeit. „Darüber kann nur die Zentrale in Paris entscheiden“ ist eines der in diesem Zusammenhang so häufig gehörten Stellungnahmen. Ist man dann endlich mal bei einem Angestellten der Zentrale in Paris angelangt geht das selbe Spiel auf personaler Ebene weiter oder man hört, dass dieser Bereich nicht von der Zentrale in Paris sondern von der in London übernommen wurde (Buchbinder Wanninger lässt grüßen). Das zweite Phänomen ist das angebliche Expertenwissen, welches mit jeder weiteren Stellungnahme nur noch widersprüchlicher wird. Uns ist klar verdeutlicht worden, dass nicht nur der Kunde keinerlei Durchblick bei den Machenschaften der Fluggeselschaften hat sondern ebenso wenig der Mitarbeiter. Letzterer trägt durch sein Pseudowissen nur noch zur allgemeinen Verwirrung bei.
Wie geht unserer Erlebnisbericht aber nun weiter?
Wir haben herausgefunden, dass AirFrance die Anzahl der Sitzplätze unserer Klasse (Klasse V) drastisch verringert hat, angeblich wegen ihrer geringen Ergiebigkeit (man bedenke hierbei die höheren Ticketpreise für unser Ticket!). Somit müssen also all die Kunden, die sich bereits ein solches Ticket gekauft haben mit weniger Plätzen auskommen. Die Zahl der Flugpassagiere die ein Recht auf einen Platz haben und die Anzahl der Plätze klafft somit auseinander. Dabei kommt zwangsläufig die Frage auf inwiefern Air France überhaupt die schon gezahlte Dienstleistuntg komplett anbietet? Auswege aus diesem Dilemma sind bisher nur folgende von offizieller Seite herangebracht worden: früher fliegen (d.h. mehr als 3 Monate), Warten auf einen frei werdenden Flug (eher unwahrscheinlich unseren Recherchen zu Folge), Kaufen eines neuen Rückfluges höherer Klasse oder Ändern des Abflugortes.
Zwei von unserer Gruppe haben mittlerweile ihren Abflugort von Santiago de Chile nach Sao Paulo in Brasilien verlegt, da nur von dort eine Rückflugmöglichkeit bestätigt werden konnte. Natürich müssen diese die Kosten für den Flug nach Sao Paulo selbst tragen und zusätzlich noch eine Umbuchungsgebühr von 70 Euro zahlen! Der Rest hat sich erst mal entschieden „auf ihr Glück zu hoffen“ wie eine weitere Instanz des Kundenservices für nur 0,12 Euro die Minute (natürlich nur solange man in Europa ist) empfohlen hatte, denn aus zeitlichen und finanziellen Gründen lässt sich für uns keine der anderen Alternativen realisieren.
Ob das noch gut gehen wird?

Hi Jochen,

entschuldige wenn ich Deinen Artikel jetzt etwas auseinandernehme. So sehr Ich Deinen Ärger verstehe - einige Bemerkungen sind vielleicht etwas unsachlich…

Ganz abgesehen von meinem persönlichen Anliegen eine passende
Lösung zu finden möchte ich auch die Kehrseite der Medaille
publik machen, welche die glitzernde, öffentlich zur Schau
getragenen Welt der Fluggesellschaften gerne verheimlicht.

Probleme gibt es überall und die Welt der Airlines ist m.E. überhaupt nicht glitzernd. Die sind nämlich fast alle pleite…

Air France - die mitlerweile größte europäische
Fluggesellschaft kann laut einem dt. Mitarbeiter von AirFrance
„auf so ein paar kleine Kunden problemlos verzichten“. Wie kam
es nun zu dieser Aussage?

Warscheinlich weil Ihr miteinander gestritten habt :smile:

Für die zeitaufwendige Rechereche hinsichtlich des bestmöglichen Fluges kann die Air France nix. Wofür sie allerdings etwas kann und das ist in der Tat ein Problem ist der Einsatz einer Buchungssoftware.

Yield Management heisst das Zauberwort.

Die Buchungssoftware kann anhand von vergangenen Zahlen und Zukunftsprognosen sowie vorhandener Buchungen hochrechnen wie stark die Maschinen gebucht sein werden. Um ein Optimum an Auslastung und Rentabilität der jeweiligen Maschine garantieren zu können werden verschiedene Reservierungsklassen (innerhalb der Buchungsklassen First, Business und Economy) eingeführt. Auf Langstreckenflügen kann es durchaus vorkommen dass die Economy-Class in 10 oder 12 verschiedene Reservierungsklassen aufgeteilt ist.

Jede dieser Klassen hat unterschiedliche Preise und Konditionen. So kann es passieren dass man mit einem Ticket für € 600,-- neben jemandem sitzt mit einem Ticket für € 1.800,–. Allerdings kann der mit dem teureren Ticket jederzeit kostenlos umbuchen oder stornieren und bekommt leichter einen Platz da diese teurere Reservierungsklasse auf einer Maschine immer zuletzt ausgebucht sein wird.

Ihr habt nun mit der V-Class die günstigste Reservierungsklasse der Air France gebucht. Das Yield-Managementsystem sagt der Air France dass die Verbindung Santiago-Charles de Gaulle für die Monate März und April sehr stark gebucht sein wird und macht diese Klasse von vorn herein erst garnicht buchbar (oder nur ein paar Plätze an einigen Terminen).

Es kann nun durchaus vorkommen dass die V-class wieder aufgemacht wird wenn die Reservierungszahlen für die genannten Termine schlechter sind als prognostiziert. Genauso kann es aber passieren dass keine Buchungsmöglichkeit besteht weil die Prognosen sich als gut herausgestellt haben. Somit laufen die Maschinen langsam zu und Ihr sitzt auf Euren Tickets.

Schuld an diesem Debakel hat, ja wer eigentlich?

  • die Airline die ja bei Euren Open-Tickets nicht wissen kann wann Ihr fliegen wollt und daher nicht auf jeder Maschine innerhalb eines Jahres ab Abflug entsprechende Plätze vorhalten kann?

  • Ihr, die ihr im guten Glauben die Tickets gekauft habt weil Ihr dachtet dass die Rückflugbuchung kein Problem sei?

  • das Online-Buchungsportal welches Euch über die Gefahr hätte aufklären müssen/können/sollen bzw. das entsprechende Reisebüro?

Ich weiss es ehrlich gesagt nicht.

Ob das noch gut gehen wird?

Zur Zeit sind am 28.03. noch drei Plätze SCL-CDG frei. Sonst könnt Ihr nur den 25.12. vorab reservieren (der ist noch gut frei) und bei Eurem Buchungsbüro anfragen ob die die Sache unter Beobachtung halten d.h. immer wieder mal gucken ob sie noch spätere Flüge finden und diese dann umbuchen.

Sorry für die lange und nicht sehr hilfreiche Antwort

bye
Rolf

Hi Rolf,
danke für die schnelle Antwort! Übrigens ist es schon in Ordnung meinen Artikel auseinander zu nehmen, denn er war wirklich stark emotional geprägt und da kommt leicht eine unsachliche Note auf.
Im Folgenden möchte ich mich daher auch hauptsächlich um den diskussionswürdigen Aspekt des Yield-Management-Systems kümmern. Für Air France bedeutet der Einsatz dieses Systems natürlich einen erheblichen Vorteil, schließlich ist das Risiko einer leeren bzw. stark überbuchten Maschiene deutlich geringer als ohne dieses Prognosesystem. Richtet man sein Augenmerk nun einmal auf den Nutzen für den Kunden ist dieser schon nicht mehr so offensichtlich zu erkennen. Es mag weniger durch Überbuchung hervorgerufene Unannehmlichkeiten für den Fluggast geben - o.K.! Aber selbst hier ist ein Punkt zu bedenken. Aufgrund der hohen Strafen bei Überbuchung werden betroffene Fluggäste entweder in höheren Klassen befördert oder bekommen sonstige nicht unbedeutende Entschädigungen. Inwiefern diese Betroffenen nun von der Überbuchung leiden ist fraglich.
Zusammen mit dem Yield-Management haben sich viele Unterklassen in einer Buchungsklasse etabliert - einerseits besteht hierbei der Vorteil für den Kunden in einer größeren Auswahl an Billigtarifen, andererseits verwirrt dies aber auch den Fluggast, denn wie kann es möglich sein, dass der Flugnachbar für weniger als die Hälfte des eigenen Flugpreises anscheinend die gleiche Leistung erhält? Dass dem gar nicht so ist, zeigt sich ja unter anderem an meinem geschilderten Beispiel. Nur weiß der Kunde davon nichts bis er häufig schmerzlicherweise feststellen muss, dass er ein Kunde geringeren (ökonomischen) Wertes ist. Der bessere klasseninterne Kunde bemerkt hingegen nichts von seinem Vorteil, da der Service in gewohnter buchungsklassentypischer Weise erbracht wird (vor dem Einsatz des Yield-Management gab es ja nur offensichtliche, buchungsklassenübergreifende Unterschiede). Wenn er etwas merkt, dann am ehesten den Umstand dass der Nachbar den selben Service zum Bruchteil erhält - also ein Gefühl des „Abgezocktwerdens“.
Natürlich kann man nun fragen, inwiefern dies die Fluggesellschaft überhaupt zu interessieren hat, schließlich ist deren Vorteil ja kaum zu bestreiten. Im Zusammenhang mit den häufig zu hörenden Unternehmensstrategien der Kundenorientierung und des verstärkten Kundenservices ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Fragestellung aber empfehlenswert. Und um diese Ziele zu erreichen, sollten sich Air France und Co. im Klaren sein, dass das Yield-Managementsystem in dieser Form noch lange nicht das Optimum darstellt. In unserem Fall wäre es z.B. kein Problem gewesen den spätest möglichen Rückflugtermin (also ein Jahr nach Abflug) fest zu buchen und eine (einzige) Umbuchung ohne Gebühr zu gewähren. Somit hätten alle Kunden des Jahres-open-return-tickets zumindest einen sicheren Rücklug und Air France müsste nicht jeden Tag eine unbestimmbare Menge an solchen Fluggästen einplanen. Das Prozedere beim Umbuchen kann dann auch beim alten bleiben, d.h. hoffen auf die wenigen vom Yield System zugelassenen Plätze auch wenn dies nach wie vor nicht befriedigend ist. In der jetzigen Form wird allerdings der Rückflug nicht garantiert und dies ohne Vorwarnung und dazu auch noch unter einem höheren Preis als das einfache Ticket. Das sollte nicht akzeptiert werden! Und wie kann man die Fluggesellschaften in der aktuellen Krise (die von mir geschilderte glitzernde Welt sollte das gewünschte Fremdbild der Fluggesellschaften darstellen, wie es deren Werbung suggeriert) dazu bewegen etwas an diesen Praktiken zu ändern? Durch Gespräche hat es bisher nicht geklappt und an Verbesserungsvorschlägen besteht offensichtlich auch kein Interesse. Also vielleicht tut es ein schlechtes Image indirekt über zurückgehende Verkaufszahlen?
Saludos, Jochen.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Jockel,

Yield Management bedeutet auch für die Kunden einen Vorteil, enn wenn eine Fluggesellschaft reineweg auf Verdacht fliegen würde, müßten Tickets ein Vielfaches vo dem kosten, was sie heute kosten.

Man versucht - und das ist ein ausgesprochen diffiziler Job, der sowohl Computerbasiert als auch von Menschen noch feingesteuert wird - ein optimales Ergebnis zu erzielen, denn ein leerer Platz ist ab dem Moment, in dem die Maschine startet, VERLUST!

Ihr habt OFFENE Jahrestickets, also müßte Euch die Fluggesellschaft an jedem Tag einen Platz freihalten, der der Klasse folgt, die beispielsweise ein 180 Tage Ticket hat, denn es ist ja nicht gesagt, daß Ihr genau 365 Tage bleiben wollt, sondern es könnte ja sein, daß Ihr 181 Tage bleiben wollt und drum kein 180-Tage Ticket hättet nehmen wollen.

In meinen Augen leigt der Fehler bei Euch: Wenn Eure Reisedaten so fest stünden, hättet Ihr auch gleich den Rückflug festlegen können - nämlich zum gewünschten Termin. Hättet Ihr das bei Buchung gemacht und ggf. eine Umbuchungsgeühr bei einer Änderung auf Euch genommen, würde sich das Problem nicht stellen.

Wirtschaftliches Handeln muß bei jedem - Hotel, Fluggesellschaft etc. mittlerweile im Fordergrund stehen, sonst habt Ihr nämlich morgen das Problem, daß ihr ein Ticket habt, aber leider die Fluggesellschaft innerhalb des Jahres pleite gegangen ist und gar nicht mehr fliegt!

Das ist nicht nur einmal passiert - denk an Swiss Air, Aero lloyd (liegt etwas anders, weil Charterflieger zum großen Teil), German Wings in weiterer Vergangenheit! Sowas kann auch namhafte Gesellschaften betreffen.

Jeder wird - innerhalb von Erfahrugnswertern - versuchen, zu überbuchen - denn Erfahrugnswerte besagen, wieviele Leute zurücktreten werden - und das können immense Quoten sein in manchen Ländern! In Indien wird auf manchen Strecken 400 % überbucht! Und am Ende bekommt jeder, der fliegen will, einen Platz (und ich rede hier nicht von einer dubiosen Airline!)

Ich selbst habe in Ägypten Maschinen im Computer gesehen, die hatten 130 Sitzplätze, waren mit 70 Personen überbucht und ich habe ein OK bei einer Buchung bekommen - und es paßten auch alle, die beim Start wollten, in das Flugzeug.

Diese Erfahrungswerte sind halt das Geheimnis des Yield-Managements.

Versteh mich nicht falsch - es ist blöd für Euch, aber allein die Tatsache, daß Ihr so günstig ein jahresticket bekommen habt, zeigt doch, daß es richtig ist, Yield-Management zu betreiben - sonst wärt Ihr gar nicht dort, weil das Ticket 5000 Euro kosten müßte!

Grüße

Wendy

2 „Gefällt mir“

Moin Jochen,

Also vielleicht tut es ein
schlechtes Image indirekt über zurückgehende Verkaufszahlen?
Saludos, Jochen.

Und hier ist der springende Punkt. So lange unsere Kunden Tickets und Reisen nur aufgrund des günstigen Preises kaufen und nicht auf die Qualität schauen - so lange wird dieses System Bestand haben.

Du glaubst ja nicht wie oft ich an Kunden hinschwätze um ihnen klarzumachen dass die Airline „A“ für € 50,-- Mehrpreis besser ist als die Airline „B“. Gottseidank lassen sich auch viele überzeugen. Bei den Anderen ist dann hinterher der Katzenjammer da und die Onlinebucher haben sowieso ins Klo gegriffen - sie können die Qualität der Airlinie und der Preise (und damit verbundenen Einschränkungen) sowieso nicht einschätzen.

Weisst Du, mir kommt es in diesem Geschäft manchmal so vor wie bei Media-Markt: Da gehen die Leute auch hin und kaufen einen DVD-Player für € 50,-- und tragen ihn schimpfend zwei Wochen später zurück weil er bestimmte DVD-Formate oder VideoCD´s nicht abspielen kann. Nur dass bei uns das Kind dann halt schon in den Brunnen gefallen ist und die Reklamationsmöglichkeiten begrenzt sind.

Bye
Rolf

1 „Gefällt mir“

Moin Rolf!

Du glaubst ja nicht wie oft ich an Kunden hinschwätze um ihnen
klarzumachen dass die Airline „A“ für € 50,-- Mehrpreis besser
ist als die Airline „B“. Gottseidank lassen sich auch viele
überzeugen. Bei den Anderen ist dann hinterher der
Katzenjammer da und die Onlinebucher haben sowieso ins Klo
gegriffen - sie können die Qualität der Airlinie und der
Preise (und damit verbundenen Einschränkungen) sowieso nicht
einschätzen.

Aus gegebenem Anlaß hier zur Verdeutlichung ein aktuelles Beispiel:

Am kommenden Samstag fliege ich endlich in den wohlverdienten U*****.
Die zwei Wochen kosten uns - Flug, Transfers, ÜF - bei Veranstalter A rund € 1.200,- pro Person. Ich hätte dasselbe Arrangement (identisches Hotel, dieselben Flugtage) bei Veranstalter B auch rund € 100,-- p.P. billiger haben können, da Veranstalter B für Touristikmitarbeiter höhere Rabatte gewährt als Veranstalter A. Das ich mich dennoch für Veranstalter A entschieden habe liegt einzig und allein daran, daß Veranstalter A mit Thai Airways fliegt, Veranstalter B hingegen mit Condor. Und da ich weiß, wie die Condor ihre Flüge nach Südostasien bestuhlt und welches Gerät sie einsetzt, habe ich mit meinen zwei Zentnern sofort davon Abstand genommen. Vom besseren Service der TG einmal ganz abgesehen.

In diesem Fall war also für mich das billigere Angebot nicht das günstigere.

Gruß, Hartmann.
Noch vier mal schlafen bis Khao Lak :wink:

Hallo,
Wendy sagt „Ihr habt OFFENE Jahrestickets, also müßte Euch die
Fluggesellschaft an jedem Tag einen Platz freihalten…“. Genau, das ist ja wie wir mittlerweile erkannt haben das Problem. Ich hatte dafür aber auch schon einen Lösungvorschlag gennant, nämlich das feste Buchen des Rückfluges 365 Tage später. Falls ich mich dann doch umentscheiden würde, müsste ich mit dem Risiko leben keinen früheren Flug mehr zu kriegen - eben ganz nach dem jetzigen Prinzip! Mit diesem Ansatz müsste uns die Fluggesellschaft doch nicht jeden Tag einrechnen, oder?
Wendy sagt weiterhin "In meinen Augen leigt der Fehler bei Euch: Wenn Eure Reisedaten so fest stünden, hättet Ihr auch gleich den Rückflug festlegen können - nämlich zum gewünschten Termin. Hättet Ihr das bei Buchung gemacht und ggf. eine Umbuchungsgeühr bei einer Änderung auf Euch genommen, würde sich das Problem nicht stellen.
Wir hatten uns ja deshalb für dieses Ticket entschieden weil man hier noch keinen Rückflug buchen musste und somit auch keine Umbuchungsgebühr fällig ist. Und da das open return ticket etwas günstiger war als die Kombination von 180 Tage Ticket plus Umbuchungsgebühr war die Entscheidung gefallen. Jetzt kommt natürlich die Frage auf welche Variablen wir bei der Entscheidungsfrage hätten bedenken müssen und somit kommen wir auch gleich zur „Schuldfrage“. Nimmt man den grundsätzlich skeptischen Kunden mit ausreichend Zeit sich individuelles Expertenwissen anzueigenen zur Grundlage, dann kann man wohl mit Recht behaupten wir hätten die Schuld. Schließlich ist rein zweckrationales "Wirtschaftliches Handeln " nicht gerade geeignet blindes Vetrauen entgegenzubringen. Nimmt man hingegen den unerfahrenen Laien mit der Tendenz dem Interaktionspartner zu vertauen zur Grundlage dann würde ich die Schuld eher der Fluggesellschaft bzw. dem Reisebüro zuschieben. Diese wissen nämlich sowohl von der Unwissenheit des Laien als auch von den Gefahren des Open Returtn Tickets und müssten darauf hinweisen.
Jetzt steht die grundsätzliche Frage zur Diskussion ob ich als Kunde immer skeptisch sein muss und mir möglichst viel HIntergrundinformationen holen sollte (hierbei muss bedacht werden wie aufwändig das ist wenn man nicht schon Experte ist, wie wohl die meisten der hier antwortenden Autoren) oder ob ich mich unwissend an einen Informations- und Vermittlungsdienstleister wie das Reisebüro bzw. im gewissen MAße auch die Fluggesellschaft wenden kann. Im Zuge der rein zweckrationalen Praktiken in der momentanen Wirtschaft - skeptisch sein! In der Hoffnung mit dem Prinzip Kundenorientierung könnte ein Hauch Wertrationalität in das wirtschaftliche Handeln geraten - dem Dienstleister vertrauen und schlechtes Verhalten bekannt machen!
Ciao, Jochen.
Als Fazit kann man natürlich der Meinung sein

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

1 „Gefällt mir“

Hi Rolf,

Dein Artikel ist sehr interessant weil er sehr gut erklärt wie das vorliegende Problem entsteht und welche Faktoren eine Rolle spielen.

Trotzdem stellt sich für Kunden folgende Frage:

Gerade WEIL die Airline relativ genau und kompliziert plant um eine optimale Auslastung ihrer Maschine zu erzielen müßte sie auch wissen daß bestimmte Tickets (wie im vorliegenden Fall) nur sehr ungünstige Rückflugmöglichkeiten bedingen.

Ich weiß nicht ob es zu einer „guten“ Airline paßt den Kunden derartige Angebote zu machen, die dann am Ende - und ich unterstelle absehbar, weil sonst funktioniert die aufwändige Planung nicht - zu Ärger führen weil die Rückflugmöglichkeiten extrem begrenzt sind.

Wenn man trotzdem derartige Angebote in die Welt setzt muß den Kunden zumindest ganz deutlich gesagt werden welche Probleme später mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten, und von einer renommierten Airline erwarte ich eigentlich daß solche dubiosen Angebote gar nicht erst gemacht werden.

Es ist zwar sehr interessant zu lesen welche Abläufe im Hintergrund stattfinden - ehrlich geschrieben interessiert mich das als Kunde aber nicht. Ich möchte gerne möglichst preiswert und gut befördert werden, und zwar zuverlässig, ohne nachher Ärger wie hier beschrieben am Hals zu haben.

Ich kann mich auch nicht so ganz gegen den Eindruck wehren daß hier „wieder mal“ eine Air-France-typische Arroganz zutage tritt. Diese Airline ist im Gegensatz zu inzwischen fast allen anderen nicht vollständig privatisiert und der französische Steuerzahler kommt ggf. für Verluste der Airline auf.
Es ist schon bemerkenswert daß die Air France einen unglaublichen Flottenmix fliegt, den sich keine andere Airline der Welt so leisten würde, daß die Piloten horrende Gehälter haben, etc.
Air France hat es im eigenen Land auch nicht nötig sich an die internationale Vereinbarung - übrigens sicherheitsrelevant - zu halten daß der Flugverkehr generell in Englisch geführt wird, damit jeder mitbekommt was im Luftraum los ist.

Es mag sein daß andere Airlines vergleichbare Buchungspraktiken haben und man als Kunde dort genauso auf die Nase fallen kann.
Der Lufthansa wird in Luftfahrtkreisen - wie ich finde zu Recht - auch eine gewisse Arroganz in verschiedener Hinsicht vorgeworfen.

Wie auch immer, hier fällt „wieder mal“ Air France auf weil ein Kunde nicht zufriedengestellt wird. Genau das wäre aber wichtig für dieses Unternehmen…

MecFleih

Noch vier mal schlafen bis Khao Lak :wink:

–> TZE!! … :smile:

Noch vierzehmal schlafen bis Santiago de Chile. Fliege übrigens mit LAN Chile … wer fliegt schon europäisch nach Lateinamerika … :smile: ('tschuldigung für den Kommentar Jockel.)

Grüsse an alle

Tiburón

Hi Jochen,
ich hab mir nicht alle Antworten genau durchgelesen, aber:
Es liegt wohl nicht am Prinzip des yield managements, dass ja (wie jemand
erklaert hat) noetig ist.
Es liegt m.E. daran, dass Dir/Euch ein OFFENES JAHRESTICKET in der V Klasse
verkauft wurde. Wenn man ein offenes Jahresticket kauft, geht man davon aus,
dass es OFFEN ist, dh das man FLEXIBEL ist. Ein Jahresticket fuer einen
‚normalen Erwachsenen‘, also keinen Studenten etc, wuerde sicherlich ein
vielfaches von Eurem Ticket kosten, dann aber in der Y Klasse wirklich flexibel
sein. Y Klasse gibt’s immer, solange es noch Plaetze auf dem Flieger gibt. Sie
sind kein Sondertarif, und nicht begrenzt.
Ihr habt evtl angenommen, dass ihr einen Studenten-Rabatt auf diese Art von
Jahresticket kriegt, nicht dass ihr mit einem Billigtarif (von der Tarifklasse
aus gesehen, nicht dem Preis) auf einmal versuchen muesst, euren Rueckflug zu
buchen. Die anderen auf dem Flieger, die ein V klasse ticket besitzen, haben
evtl eins mit maximal zwei monaten Gueltigkeit, wobei Aenderungen nicht erlaubt
sind. Da brauchen sie sich nicht drum zu scheren, dass der Rueckflug ausgebucht
ist - sie haben ihren Rueckflug schon.

Da Du erfahren hast, dass AF ihre V Klasse stark reduziert haben, wuerde ich das
man als Ansatzpunkt fuer ne Argumentation nehmen - eben dass sie schon x tickets
mit offenem Rueckflug in der V Klasse verkauft haben, dann aber durch die
Kuerzung es unmoeglich machen, einen Rueckflug zu buchen.

Und ja, obwohl sie dir das natuerlich normalerweise nicht sagen: Auf so nen paar
Studenten koennen die schon gerne verzichten. Eigentlich auf alles, was in
economy sitzt. Ok, bei Billigfliegern ist das anders - aber allgemein machen die
Fluggesellschaften ihr Geld mit den teuren Plaetzen in business und first class

  • wenn die beiden Klassen voll waeren (und nicht voll mit upgrades), dann machen
    sie Profit. Alles andere ist ‚extra‘.

Na, zumindest wuensche ich Dir, dass irgendwas noch klappt.
Good luck & all the best,
Isabel

Hallo Isabel,

ich hab mir nicht alle Antworten genau durchgelesen, aber:
Es liegt wohl nicht am Prinzip des yield managements, dass ja
(wie jemand
erklaert hat) noetig ist.

Da Du erfahren hast, dass AF ihre V Klasse stark reduziert
haben, …

Aber genau das IST Yieldmanagement. Wenn man merkt dass man die günstigste Klasse nicht zu verkaufen braucht weil die Nachfrage groß genug ist - dann schmeisst man die für einen bestimmten Zeitraum halt einfach raus.

Bye
Rolf

jetzt mal Butter bei die Fische
Hi Jochen,

schick mir doch bitte mal folgende Infos lt. Ticket:

  • Farebase
  • „Not valid after, not valid before“
  • Filekey

Dazu Euren gewünschten Rückflugtermin.

Bitte per Mail!

bye
Rolf

Hi Jochen,

schick mir doch bitte mal folgende Infos lt. Ticket:

  • Farebase
  • „Not valid after, not valid before“
  • Filekey

Dazu Euren gewünschten Rückflugtermin.

Hallo Rolf,

ich glaube nicht, dass du da was bewegen kannst, weil es mit Sicherheit ein Studententicket (STA, USIT, Kilroy) war. Es sei denn, du hast eine entsprechende Agentur. Das Ticket muss er sich dann sowieso in SCL bei der in seinem Ticket angegeben Agentur umschreiben lassen. Wieso geht Jochen eigentlich nicht mal dorthin?

Gruß
Michael

Rückflugsicherheit kostet Geld
Mal losgelöst von Beurteilung(en) einer / mehrere Fluggesellschaften:

Rückflugsicherheit kostet Geld: will ich genau wissen, wann, wie und mit wem ich (zurück-)fliegen möchte, muss ich bereit sein, einen höheren Tarif zu bezahlen.

Die Probleme, die immer wieder auftreten, gehen im Grunde immer auf fehlende Information zurück. Klar, wer ist ein Fachmann? Für den Laien wird diese Beurteilung immer schwieriger. Wahrscheinlich wird halt doch das Internet nicht das praktische Wissen und die Erfahrung eines „alten Hasens“ am Schalter ersetzen können.

Aber die Frage: und wie viele Plätze gibt es für die V-, Q- usw. Klasse? Kann in der Regel jedes IATA-Büro richtig beantworten: Wenige… Daran schliesse sich die Frage an: und wie sicher ist es, dann einen Rückflug zu bekommen? …sollte fairer Weise so oder ähnlich beantwortet werden: das können wir heute von hier aus nicht beurteilen und es kann auch schon etliche Tage dauern, bis man wieder zurückfliegen kann. Aber dafür sparen Sie sich ja viel Geld.

Es bleibt also meine Vermutung, dass auch in der heutigen Zeit Fernflüge Fernreisen bleiben , mit all den damit verbundenen mentalen, kontinentalen und lokalen Eigenheiten, die eben 15.000 km von uns entfernt sein können. Es ist eben ein Trugschluss zu meinen, nur weil wir 70 SAT-TV empfangen können und via Mail und Internet in die weite Welt schauen können, dass diese weite Welt auch genauso denkt, arbeitet und lebt wie wir!

Prof. Max Reisch bereitete seine Fahrt 1934 rund um die Welt mit einem Steyr-Puch-Automobil fast zwei Jahre vor - die Menschen von heute?

Gruß
Peter

Hallo,
das Problem scheint mittlerweile gelöst zu sein, denn gut 4 Wochen nach schriftlicher Kontaktaufnahme mit Air France in Deutschland haben wir per e-mail Antwort bekommen. Darin wird uns angeboten via Sao Paulo zurück nach Deutschland zu fliegen und all das ohne Zusatzkosten. Hier ein Ausschnitt aus dem Originaltext:
„Wir haben nun alle diese Personen gleichzeitig gebucht auf einen Flug mit der VARIG von Santiago de Chile nach Sao Paulo am 25. Februar mit Weiterflug Air France nach Paris und dann weiter zu den jeweiligen Deutschland Destinationen. (der 28.Februar war leider fuer weitere Passagiere nicht mehr verfuegbar.) Wenn Sie Zugang zum Internet haben, koennen Sie sich die gesammte Reiseroute(inkl. Flugnummern und Uhrzeiten) im Internet aufrufen unter www.checkmytrip.com unter Angabe des Reservierungscodes und Familiennamens. Falls ein Internetzugang Ihnen nicht moeglich ist, kontaktieren Sie bitte Air France in Santiago de Chile unter (56/2) 290 9330 und geben Sie Ihre Reservierungscodes an. Diese werden Ihnen gerne die genauen Flugdaten ueber Telefon geben. Sie koennen dann Ihre Tickets entweder im Stadtbuero Santiago oder ab 3 Stunden vor Ihrem gebuchten Abflugsdatum revalidieren lassen. Es entstehen Ihnen keine zusaetzlichen Kosten.“

Das ist doch wirklich lobenswert!
Hoffentlich haben aus diesem Fallbeispiel auch andere ihre Lehre ziehen können und wissen nun im Voraus worauf man bei Flugtickets im Detail achten soll.
Saludos aus Santiago, Jochen.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]