Hallo,
ich habe Probleme mit Air France und wollte mal in die Runde fragen wer mir Tips geben kann das Problem zu lösen. Ich denke da v.a. daran die richtigen Ansprechpartner zu finden, sei es nun bei Air France selber oder bei irgendwelchen druckausübenden Stellen wie Presse, Konsumentenschutz usw.
Ganz abgesehen von meinem persönlichen Anliegen eine passende Lösung zu finden möchte ich auch die Kehrseite der Medaille publik machen, welche die glitzernde, öffentlich zur Schau getragenen Welt der Fluggesellschaften gerne verheimlicht.
Danke im Voraus.
Ciao, Jochen.
Hier nun das Problem :
Air France - die mitlerweile größte europäische Fluggesellschaft kann laut einem dt. Mitarbeiter von AirFrance „auf so ein paar kleine Kunden problemlos verzichten“. Wie kam es nun zu dieser Aussage? Im März dieses Jahres flog ich zusammen mit 8 weiteren Studenten nach Chile um dort ein Studienjahr zu verbringen. Nach zeitaufwendiger Recherche hinsichtlich des bestmöglichen Flugtickets fiel unsere Wahl auf Air France, denn diese bot einen vernünftigen Preis für ein einjährig gültiges Ticket mit offenem Rückflugtermin. (Nur zur Information: ein Ticket mit solchen Konditionen ist in der Regel erheblich teurer als ein typiches Urlaubsticket mit einigen Monaten Gültigkeit und fest gebuchtem Rückflug)
Der Rückflug kann übrigens bei einem einjährigen Aufenthalt nur offen gelassen werden, da das Buchungssystem max. 10 Monate im voraus buchen kann. Im Juni 2003, also ca. 10 Monate vor geplantem Rückflug fragten wir bereits bei Air France in Chile nach einem passenden Rückflug. Leider waren schon oder noch (das wusste hier keiner) alle Flüge der entprechenden Klasse für diese Zeit ausgebucht. So warteten wir bis Ende August um einen neuen Versuch zu starten. Aber nach wie vor waren alle Plätze ausgebucht und zwar ab Ende Dezember 2003. Langsam wurden wir skeptisch, denn wieso sollten auf der einen Seite noch keine Plätze für März 2004 oder auf der anderen Seite schon alle Plätze 7 Monate vorher ausgebucht sein? Die folgenden Wochen waren durch etliche Telefonate mit Deutschland, Frankreich und England gekennzeichnet, denn bei Ticketproblemen stösst man immer wieder auf zwei Phönomene. Eines ist die Kompetenzratlosigkeit. „Darüber kann nur die Zentrale in Paris entscheiden“ ist eines der in diesem Zusammenhang so häufig gehörten Stellungnahmen. Ist man dann endlich mal bei einem Angestellten der Zentrale in Paris angelangt geht das selbe Spiel auf personaler Ebene weiter oder man hört, dass dieser Bereich nicht von der Zentrale in Paris sondern von der in London übernommen wurde (Buchbinder Wanninger lässt grüßen). Das zweite Phänomen ist das angebliche Expertenwissen, welches mit jeder weiteren Stellungnahme nur noch widersprüchlicher wird. Uns ist klar verdeutlicht worden, dass nicht nur der Kunde keinerlei Durchblick bei den Machenschaften der Fluggeselschaften hat sondern ebenso wenig der Mitarbeiter. Letzterer trägt durch sein Pseudowissen nur noch zur allgemeinen Verwirrung bei.
Wie geht unserer Erlebnisbericht aber nun weiter?
Wir haben herausgefunden, dass AirFrance die Anzahl der Sitzplätze unserer Klasse (Klasse V) drastisch verringert hat, angeblich wegen ihrer geringen Ergiebigkeit (man bedenke hierbei die höheren Ticketpreise für unser Ticket!). Somit müssen also all die Kunden, die sich bereits ein solches Ticket gekauft haben mit weniger Plätzen auskommen. Die Zahl der Flugpassagiere die ein Recht auf einen Platz haben und die Anzahl der Plätze klafft somit auseinander. Dabei kommt zwangsläufig die Frage auf inwiefern Air France überhaupt die schon gezahlte Dienstleistuntg komplett anbietet? Auswege aus diesem Dilemma sind bisher nur folgende von offizieller Seite herangebracht worden: früher fliegen (d.h. mehr als 3 Monate), Warten auf einen frei werdenden Flug (eher unwahrscheinlich unseren Recherchen zu Folge), Kaufen eines neuen Rückfluges höherer Klasse oder Ändern des Abflugortes.
Zwei von unserer Gruppe haben mittlerweile ihren Abflugort von Santiago de Chile nach Sao Paulo in Brasilien verlegt, da nur von dort eine Rückflugmöglichkeit bestätigt werden konnte. Natürich müssen diese die Kosten für den Flug nach Sao Paulo selbst tragen und zusätzlich noch eine Umbuchungsgebühr von 70 Euro zahlen! Der Rest hat sich erst mal entschieden „auf ihr Glück zu hoffen“ wie eine weitere Instanz des Kundenservices für nur 0,12 Euro die Minute (natürlich nur solange man in Europa ist) empfohlen hatte, denn aus zeitlichen und finanziellen Gründen lässt sich für uns keine der anderen Alternativen realisieren.
Ob das noch gut gehen wird?

