Probleme mit dem Chef

Hallo,

ich arbeite zwar schon länger in einem Anwaltsbüro, aber eine Verhaltensweise meines Chefs nervt meine Kolleginnen und mich schon lange: Wenn ihm etwas an uns nicht passt, sagt er es nicht uns direkt, sondern rennt zum Bürovorsteher (=Abteilungsleiter) und heult sich dort aus. Der wiederum geht dann zur Angestellten und heult sich bei ihr aus…Den Chef darauf angesprochen, spielt er die Geschichte herunter und ist will nicht diskutieren…Aber es passiert immer wieder. Kennt Ihr das vielleicht auch? Wie kann man als Angestellte da reagieren…?

Hallo,
nach meinen Erfahrungen kann man solche Patriarchen nicht ändern und Euer Bürovorsteher hat wohl schon eine braune Zunge, aber ändern kannste den auch nicht.
Ich sehe nur zwei Möglichkeiten, leise und im Hintergrund nach einer neue Arbeitsstelle suchen oder die Ohren zuklappen wenn´s mal rund geht. Auf Dauer ist das aber auch keine Lösung, den Deine Gesundheit geht dabei langsam und sicher kaputt.
Hätte Dir gerne einen effektiveren Vorschlag gemacht.
Gruß Peter

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Hallo,

Auch hallo erstmal,

ich arbeite zwar schon länger in einem Anwaltsbüro, aber eine
Verhaltensweise meines Chefs nervt meine Kolleginnen und mich
schon lange: Wenn ihm etwas an uns nicht passt, sagt er es
nicht uns direkt, sondern rennt zum Bürovorsteher
(=Abteilungsleiter)

Das ist auch O.K., den der ist verantwortlich für euren Bereich und bekommt dafür sein Geld. Weiterhin darf euer Chef sich nicht in Kompetenzbereiche des Abteilungsleiters einmischen. Er untergräbt dadurch die Position desjenigen.

und heult sich dort aus.

Ääh, ausheulen??? Ich frag mal so, was passiert wenn eine Problemsituation auftaucht? Wie laufen die Informationsstrukturen und welche Weisungsabläufe gibt es. Mit ausheulen kann ich hier wenig anfangen.

Der wiederum geht
dann zur Angestellten und heult sich bei ihr aus…

Tja und wieder hätte ich eine detailierte Darstellung. Welche Probleme stellten sich ein, welche Maßnahmen wurden ergriffen (Gespräche, etc.), welche konsequenzen und Weisungen ergaben sich daraus??

Den Chef darauf angesprochen, spielt er die Geschichte herunter und :ist will nicht diskutieren…

Ein Abteilungsleiter kann mit euch diskutieren, wenn es um die täglichen Abläufe geht. Aber euer Chef sagt dem AL wie er es haben will und diskutiert das mit ihm aber nicht den den „untergeordneten“ Weisungsempfängern.

Aber es passiert immer wieder. Kennt
Ihr das vielleicht auch? Wie kann man als Angestellte da
reagieren…?

Es gibt viele Möglichkeiten dafür. Als erstes solltet ihr euch im klaren sein, das nicht der Chef das Problem ist, sondern die Abfolge der Informations bzw. Weisungsbereiche. Wie stellt sich denn der AL zu euren Empfindungen?? Wurde darüber schon gesprochen??

Viele Grüße
Martin

Schließe mich den Anführungen von Martin voll an.

Hallo,

Auch hallo erstmal,

ich arbeite zwar schon länger in einem Anwaltsbüro, aber eine
Verhaltensweise meines Chefs nervt meine Kolleginnen und mich
schon lange: Wenn ihm etwas an uns nicht passt, sagt er es
nicht uns direkt, sondern rennt zum Bürovorsteher
(=Abteilungsleiter)

Das ist auch O.K., den der ist verantwortlich für euren
Bereich und bekommt dafür sein Geld. Weiterhin darf euer Chef sich nicht in Kompetenzbereiche des Abteilungsleiters:einmischen. Er untergräbt dadurch die Position desjenigen.

Ja. Stimmt irgendwie. Aber ich muss dazu schreiben, dass es in unserem Büro keine klaren Kompetenzbereiche gibt. Die vom Chef und AL sind fliessend. Beide möchten soviel wie mögich mitbestimmen, aber möglichst direkten Konflikten aus dem Wege gehen.

und heult sich dort aus.

Ääh, ausheulen??? Ich frag mal so, was passiert wenn eine Problemsituation auftaucht? Wie laufen die
Informationsstrukturen und welche Weisungsabläufe gibt es. Mit ausheulen kann ich hier wenig anfangen.

Ich weiss natürlich nicht genau, wie der Chef dem AL die Sache erklärt, weil ich noch nicht dabei war, aber m.E. geht das kanz kurz und knapp und der AL gibt einfach sinngemäss das weiter, was ihm der Chef gesagt hat, meist ohne Wertung, denn er möchte wiederum auch möglichst dem Konflikt aus dem Wege gehen…aber die Angestellte soll wissen, dass dem Chef etwas nicht passt.

Welche Probleme stellten sich ein, welche Maßnahmen wurden ergriffen Gespräche, etc.), welche konsequenzen und Weisungen ergaben sich daraus??

Oft geht es ums private Unterhalten/Telefongespräche während der Arbeitszeit etc. Maßnahmen oder Weisungen gibt es dann nicht. Die Angestellte schildert dem AL ihren Standpunkt und ein beliebtes Argument des AL ist: Sie wissen doch wie der Chef ist. Dies wird dann von den meisten Kolleginnen hingenommen bis zum nächsten Anpfiff…

Den Chef darauf angesprochen, spielt er die Geschichte herunter und :ist will nicht diskutieren…

Ein Abteilungsleiter kann mit euch diskutieren, wenn es um die täglichen Abläufe geht. Aber euer Chef sagt dem AL wie er es haben will und diskutiert das mit ihm aber nicht den den „untergeordneten“ Weisungsempfängern.

Aber auch wenn wir dem AL unsere Meinung dazu sagen etc. gibt er dies nicht weiter an den Chef, sondern behält es für sich, damit kein neuer Konflikt entsteht. Dazu kommt, dass er arbeitsmäßig total überlastet ist und kaum Zeit für solche Dinge hat…

Es gibt viele Möglichkeiten dafür. Als erstes solltet ihr euch im klaren sein, das nicht der Chef das Problem ist, sondern die Abfolge der Informations bzw. Weisungsbereiche.

Da stimme ich Dir zu. Aber müßte sich ein Chef in einem kleinen Büro nicht auch einer Diskussion stellen, wenn die „untergeordnete“ Angestellte ihn konkret auf das Problem anspricht, ganz objektiv?

Danke für Deine Anregungen.

Gruss Elke

Hallo,

nach meinen Erfahrungen kann man solche Patriarchen nicht ändern und Euer Bürovorsteher hat wohl schon eine braune Zunge, aber ändern kannste den auch nicht.
Ich sehe nur zwei Möglichkeiten, leise und im Hintergrund nach einer neue Arbeitsstelle suchen oder die Ohren zuklappen wenn´s mal rund geht. Auf Dauer ist das aber auch keine Lösung, den Deine Gesundheit geht dabei langsam und sicher kaputt.

Ich glaube nicht, dass ich wegen dem Problem eine ziemlich sichere Arbeitsstelle aufs Spiel setze. Inzwischen habe ich auch schon ein dickeres „Fell“ bekommen und meine Hoffnung ist, dass mein Chef (60 J.) wohl in einigen Jährchen in den Ruhestand geht. Ich weiss, ein ziemlich schwacher Trost…
Trotzdem Danke für Deine Anregungen.

Gruss Elke

Moin, Moin,

Ja. Stimmt irgendwie. Aber ich muss dazu schreiben, dass es in
unserem Büro keine klaren Kompetenzbereiche gibt. Die vom Chef
und AL sind fliessend. Beide möchten soviel wie mögich
mitbestimmen, aber möglichst direkten Konflikten aus dem Wege
gehen.

Hört sich irgendwie nicht so gut an. Grundsätzlich sollten tägliche Aufgaben ganz klar gegliedert sein und die Einflußnahme immer der entsprechenden Person zugeordnet sein. Zu dem Thema „Konflikt“ sag ich gleich noch was.

Ich weiss natürlich nicht genau, wie der Chef dem AL die Sache
erklärt, weil ich noch nicht dabei war, aber m.E. geht das
kanz kurz und knapp und der AL gibt einfach sinngemäss das
weiter, was ihm der Chef gesagt hat, meist ohne Wertung, denn
er möchte wiederum auch möglichst dem Konflikt aus dem Wege
gehen…aber die Angestellte soll wissen, dass dem Chef etwas
nicht passt.

M.E. sieht der AL dann etwas anderes als der Chef und kann diesen nicht von seiner Meinung überzeugen oder der AL will/kann euch nicht von der Richtigkeit der cheflichen Meinung überzeugen.

Oft geht es ums private Unterhalten/Telefongespräche während
der Arbeitszeit etc. Maßnahmen oder Weisungen gibt es dann
nicht. Die Angestellte schildert dem AL ihren Standpunkt und
ein beliebtes Argument des AL ist: Sie wissen doch wie der
Chef ist. Dies wird dann von den meisten Kolleginnen
hingenommen bis zum nächsten Anpfiff…

Ich an eurer Stelle würde daher auch keine privaten Telefonate mehr führen. Aus Erfahrung weis ich, das dieses manchmal überhand nehmen kann. Was die privaten Gepräche betrifft (unter den Kollegen) so kann ich keine direkten Empfehlungen geben, da ich die zeitliche Einteilung eurer Arbeit nicht kenne. Bedenkt bitte, das auch ein Anpfiff eine klare Anweisung ist. Z. Bsp. „Mußten Sie den jetzt mit Ihrer Mutter telefonieren??“ Hat einen klaren Inhalt und ihr solltet euch daran halten.

Aber auch wenn wir dem AL unsere Meinung dazu sagen etc. gibt
er dies nicht weiter an den Chef, sondern behält es für sich,
damit kein neuer Konflikt entsteht. Dazu kommt, dass er
arbeitsmäßig total überlastet ist und kaum Zeit für solche
Dinge hat…

Nehmt ihm doch einige Sachen ab. Arbeitet aktiv mitm, das ein reibungsloser Ablauf zustande kommt. Achtet dabei immer auf Kompetenzbereiche!!

Da stimme ich Dir zu. Aber müßte sich ein Chef in einem
kleinen Büro nicht auch einer Diskussion stellen, wenn die
„untergeordnete“ Angestellte ihn konkret auf das Problem
anspricht, ganz objektiv?

Es kommt darauf an, um was die Diskussion geht? Das am Arbeitsplatz keine privaten Telefonate gemacht werden sollen?? Das wäre keine Diskussion. Das am Arbeitsplatz keine privaten Gespräche gemacht werden?? Solange Arbeit da ist und ich denke das ihr einiges an Arbeit habt, ist das kein Diskussionspunkt. Das ihr das gefühl habt, das eine andere/neue/angepaßte Struiktur in eurem Arbeitsbereich nötig ist, um das Arbeitsklime weiterhin positiv zu gestalten?? Das ja. Es handelt sich hierbei um ein wichtiges Szenario zur Aufrechterhaltung der Arbeitsleistung am Arbeitsplatz.

Grundsätzlich sollte man sogn. Teambesprechungen in einem festgelegten zeitlichem Abstand einführen. Informiert euch doch da mal bei eurem Ausbilder o. ä. (IHK, etc.)

Zu dem Thema Konflikt möchte ich noch eines sagen. M.E. entstehen Konklikte am Arbeitsplatz meistens durch persönliche Disharmonie. Diese fehlende Harmonie ensteht durch Geschehnisse, die der AN, AL Chef nicht mit seiner Persönlichkeit vereinbaren kann. Geschlossenheit des Teams, Bereitschaft zuzuhören, Bereitschaft auch für den anderen da zu sein, das alles kann helfen. Ich würde euch empfehlen, sich mit dem Thema Konfliktbewältigung zu beschäftigen. Dazu ist eine Teambesprechung bestens geeignet.

Wenn einer von euch sich weiterqualifizieren will, kann er ja in diese Richtung lernen und dem AL anbieten ihn hier zu entlasten.

Ich hoffe, das Ihr einen Weg findet und das es nicht im Sande verläuft. Bedenkt, ihr müßt noch einige Jahre arbeiten und in jedem betrieb können solche Situationen auf euch zukommen.

Danke für Deine Anregungen.

Gern geschehen und alles Gute wünscht
Martin

Ich glaube nicht, dass ich wegen dem Problem eine ziemlich
sichere Arbeitsstelle aufs Spiel setze. Inzwischen habe ich
auch schon ein dickeres „Fell“ bekommen und meine Hoffnung
ist, dass mein Chef (60 J.) wohl in einigen Jährchen in den
Ruhestand geht. Ich weiss, ein ziemlich schwacher Trost…
Trotzdem Danke für Deine Anregungen.

Gruss Elke

Hallo Elke,

als ich noch Berufsanfänger war, hatte ich mit meinem Chef (und Firmeninhaber)auch so meine Probleme. Ich hatte ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und konnte Kritik, die nur einer Laune und nicht der eigentlich kritisierten Sache entsprang einfach schwer verarbeiten. Diskussionen waren natürlich zwecklos, Mitarbeiterführung ist nicht eben das Spezialgebiet meines (nach 10 Jahren übrigens immer noch!!) Chefs.

Eine dienstältere Kollegein gab mir damals einen Rat für’s Leben:

Wenn der Chef reinkommt und dich (auch das gelgentlich völlig an der eigentlichen Leistung vorbei)lobt, dann nimm das Lob vorbehaltlos an und sage Dir: Toll, ich habe gute Arbeit geleistet.

Wenn der Chef reinkommt und dich kritisiert, ohne daß du bei dir einen Grund erkennst, dann frage dich: Mist, wer hat den denn geärgert, daß er so mies drauf ist.

Reicht dies immer noch nicht, um den inneren Ärger runterzuschlucken, dann zucke mit den Schultern und sage (nicht laut bitte!!) im Gedenken daran, daß man an jedem eine positive Seite finden kann: Aber er stinkt nicht!

Dies hat mich ruhiger werden lassen und mit den Alltag tatsächlich erleichtert, heute kann ich ganz gut mit dem Chef umgehen und sogar manches Mißverständnis…wenn auch nicht sofort…in Ruhe klären.

Gruß Maid:smile: