Meine Mutter bekommt seit gut 1 Jahr Pflegegeld Stufe 1 von der Pflegeversicherung. Nachdem es meiner Mutter immer schlechter geht habe ich eine höhere Pflegestufe beantragt. Vom MDK kam eine Pflegefachkraft und hat meine Mutter begutachtet. Diese Pflegekraft ist zu der Auffassung gekommen, meine Mutter kann alles alleine braucht keine Pflegekraft mehr. Kurz muss ich dazu anmerken, ich bin nicht vor Ort und regle alle anfallenden Sachen per Computer. Wir haben für unsere Mutter eine Pflegerin, die alle anfallenden Aufgaben macht. Ich habe jetzt Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt und möchte gern wissen, wie es jetzt weiter geht.
Die Anhörung gem.§ 24 Sozialgesetzbuch Teil X habe ich erhalten, habe sie jedoch noch nicht gemacht, weil ich mir denke, wenn ich dabei Fehler mache, so kann ich nicht mehr wirklich gegen diesen Bescheid angehen.
Über Hilfe würde ich mich sehr freuen !!!
Vielen Dank !!!
Herzliche Grüße
Elke
Hallo Elke,
die Bearbeitung von Widersprüchen kann zwischen den verschiedenen MDKs etwas variieren. Manche entscheiden nach Aktenlage, andere schicken einen Zweitgutachter. In jedem Fall sollten Sie jetzt ein Pflegetagebuch über 14 Tage führen und bei der Kasse einreichen. Vordrucke gibt es bei der Pflegekasse oder im Internet. Wichtig wäre auch sich das vollständige Gutachten anzufordern. Da zicken manche Kassen, aber letztlich sind sie hierzu verpflichtet. Falls es zu einer Wiederholungsbegutachtung kommt, sollten Sie vor Ort sein.
Der formale Gang ist jetzt so, dass Sie nach Einreichung der Anhörung bzw. nach Zweitgutachten irgendwann einen Bescheid bekommen. Dann besteht die Möglichkeit der Klage vor dem Sozialgericht, was in der 1. Instanz kostenlos ist.
Um konkrete Hinweise zu geben, müssten Sie den Hilfebedarf und das Krankheitsbild genauer schildern.
Mit freundlichen Grüßen
Gert
Hallo Elke, ersteinmal ein paar Fragen vorweg: waren Sie bei der Begutachtung dabei?
Ganz wichtig ist nämlich was ihre Mutter bei der Begutachtung gesagt hat bzw.welche Übungen sie mit gemacht hat. Aufgrund welcher Tatsache hat ihre Mutter Pflegegeld erhalten? Der Widerspruch muss begründet werden, ansonsten wird dieser abgelehnt.
Bitte erstmal ein Feedback, dann kann ich detailliert antworten. Gruß Gaby
Hallo Elke,
gegen die Anhörung können Sie noch nicht in Widerspruch gehen. Sie können sich hier nochmal zu der Angelegenheit äußern und Ihren Standpunkt darlegen. Daraufhin erlässt die Pflegekasse einen rechtsgültigen Bescheid (in der Regel bleibt es bei der Einstellung der Pflegestufe)oder beauftragt nochmal eine Begutachtung. Gegen diesen Bescheid können Sie dann Widerspruch einlegen. Ich empfehle Ihnen, sich das Gutachten anzufordern und es mit der tatsächlichen Situation zu vergleichen. Die Pflegekraft sollte ein paar Tage Tagebuch über ihre Tätigkeiten führen, welches Sie dann auch der Anhörung beifügen. Sie können auch eine kostenfreie Pflegeberatung zu dieser Angelegenheit bei der Pflegekasse anfordern. Der Pflegeberater kann Sie unterstützen.
Viel Erfolg und viele Grüße
Katrin
Hallo, Elke,
ich würde in der Angelegenheit einen fachlichen Rat einholen. Sicher gibt es in Ihrer Stadt eine Sozialstation oder einen Fachanwalt für Sozialrecht. Die Beratung kostet nicht viel, wenn man bedenkt, was man gewinnen kann. Bei AKTE hat man dieses Thema auch abgehandelt und es ist sicherer, wenn ein Fachmann einem zur Seite steht. Oft meinen die Patienten zeigen zu müssen, was sie alles alleine können uns so entsteht ein falsches Bild. Ich würde bei der nächsten Untersuchung auf jeden Fall dabei sein. Außerdem wäre es gut den Hausarzt für eine Stellungnahme / einen ärztlichen Bericht über den Gesundheitszustand zu gewinnen.
Alles Gute- Schaddie
Hallo Gert,
vielen Dank für Ihre Tipps. Ich werde jetzt diesen Anhörungsbogen an die Kasse schicken und warten, was dann passiert. Evtl. melde ich mich später nochmals bei Ihnen !!!
Liebe Grüsse
und nochmals D A N K E !!!
Elke
Hallo Gaby,
danke !!! gern werde ich die Fragen beantworten. Dazu muss ich einwenig ausholen. Ja, ich war bei der Begutachtung dabei.Leider hatte die private Pflegerin meiner Mutter zu diesem Zeitpunkt keine Zeit. Eigentlich hatte ich ein recht gutes Gefühl, aber ich muss dazu sagen, ich habe gar keine Ahnung. Also habe ich mich auch im Hintergrund gehalten. Die Pflegerin hatte mir ihre Aufzeichnungen gegeben. Ana ist eine ausgebildete Altenpflegerin. Sie kümmert sich um alle anfallenden Sachen, ich bin lediglich für alle schriftlichen Sachen zuständig.( Ich lebe in Ungarn und bin nur 3 x im Jahr für 1 -2 Wochen in Hamburg.) Ana sagte mir auch, ich solle eine höhere Pflegestufe beantragen, denn meine Mutter hat in der Zwischenzeit auch noch Diabetes bekommen. Ein Leben ohne Hilfe ist für meine Mutter nicht mehr möglich. Sie kann sich kaum noch bewegen, seit mehreren Jahren nur noch mit Rollator. Die Körperpflege ist gar nicht mehr möglich und die Haushaltsführung schon gar nicht.
Das Problem ist nur, meine Mutter ist der Meinung, sie kann noch alles. Ich dachte jedoch, dass die Frau vom MDK dieses Problem kennt. Meine Mutter wurde gefragt, welches Datum wir denn haben. Meine Mutter hat einen Abreisskalender auf dem Tisch liegen und wusste es. Meine Mutter wurde lediglich gebeten ihre Strümpfe auszuziehen. Das dauerte aber es funktionierte dann doch irgendwie. Beim Anziehen wurde ihr dann geholfen, denn das klappte nur wirklich gar nicht. Lediglich einen Tipp haben wir erhalten, dass ein Pflegedienst jetzt am Tag 2 x kommt um meiner Mutter die Kompressionsstrümpfe an und auch auszieht.Da habe ich jetzt ein Rezept von der Ärztin gekommen. Auch ich muss dazu noch anmerken, meine Mutter lebt seit einem Jahr in einem Altenpflegezentrum im Betreuten Wohnen allerdings in ihrem Appartment.
Meine Mutter ist hat das Problem, sie ist oft einfach nur so umgekippt und konnte dann nicht mehr hoch kommen. Nachdem wir dann den Arzt gewechselt haben, die Medis umgestellt wurden, ist meine Mutter dann operiert worden. Es wurden Kalkablagerungen entfernt.
Mit der Lösung ohne OP hat es nicht geklappt. Seit dem ist es zum Glück sehr viel weniger geworden. Jetzt bemerkt sie es vorher und legt sich hin, dann geht es wieder. Wir haben sie im Herbst für 4 Wochen in Kurzzeitpflege gehabt, da hat sie sich selber entlassen lassen, weil sie sich dort auf gar keinen Fall bleiben wollte. Meine Mutter ist ständig müde, hat keinen Elan, keine Kraft mehr.
Mein Bruder lebt in Hamburg und ist per Telefon sofort bei unserer Mutter, ansonsten 2 x die Woche.
Ich hoffe, ich habe Dir mit diesen Ausführungen geholfen, ansonsten gern mehr !!!
Vielen Dank !!!
Ganz herzliche Grüsse
Elke
Hallo Katrin,
vielen Dank !!!
da war ich einwenig zu schnell. Ich werde mich nach dem Pflegeberater erkundigen !!!
Da die Pflegerin meiner Mutter ein Pflegetagebuch geführt hat, werde ich das mit an die Pflegekasse schicken.
Nochmals vielen Dank !!!
Grüsse
Elke
Hallo Schaddie,
vielen Dank !! Mein Problem ist, ich war bei der Begutachtung dabei und hatte ein recht gutes Gefühl. Ich habe mich wohl zu wenig eingemischt.
Ich lebe in Ungarn und bin nur 2-3 m im Jahr für 1-2 Wochen in Hamburg. Leider hatte die Pflegerin meiner Mutter, sie ist eine ausgebildete Altenpflegerin, zu dem Zeitpunkt leider keine Zeit. Ich dachte auch, dass die Gutachterin wissen müsste, was bei den alten Leuten wirklich möglich ist, und was wirklich geht.
NOchmals vielen Dank !!!
Grüsse
Elke
Hallo Elke, genau das habe ich mir gedacht.
Die Situation ist folgende, der MDK ist keine Freund sondern sie wollen Geld sparen auf Teufel komm heraus.
Den Widerspruch werden sie ablehnen, weil er nicht begründet wurde.
Du musst auf alle Fälle eine Begründung schreiben und deine Mutter vor dem nächsten Besuch impfen das sie nichts kann und nicht sagt. In der Begründung schreibst Du rein was deine Mutter nicht mehr kann und das sie es nicht wahr haben will.
Meine Mutter guckt mich immer an, bevor sie beim MDK antwortet.
Bei meiner Mutter sage ich immer, wir beide wissen, dass du noch alles kannst (stimmt natürlich sowieso nicht) aber das Pflegegeld brauchen wir auch.
Hast Du bei der Begutachtung angegeben, dass deine Mutter eine private Pflegerin hat,weil du in Ungarn lebst, wichtig.
Diese Pflegerin muss ein Tagesprotokoll anfertigen, ihr braucht mind. 180 Stunden reine Pflege für Stufe II. Haushalt wird fast gar nicht angerechnet.
Nur wenn sie gefüttert wird oder das Essen zubereitet wird weil sie dies nicht mehr kann.
Ihr müsst hier alles angeben auch wenn es lächerlich erscheint: Zähne, Prothese putzen, Haare bürsten, waschen, Vorlagen o. Windeln einlegen u. entsorgen, anziehen, ausziehen Tageskleidung und Nachtbekl. wechseln, Bettwäsche wechseln usw., usw.
Für den MDK wichtig schafft sie es noch zur Toilette besser ist nein!Also sage deiner Mutter das doch öfter erwas in die Hose geht sie soll sich nicht schämen dafür wird sie begutachtet. Meine Mutter hat mal mehrere Tage nicht mit mir gesprochen weil ich gesagt habe dass sie viel vergisst. Es ist leider so wenn du Pflegegeld willst musst du alles dnoch einen großen Tick schlimmer machen als es ist.
Ich habe noch ein Pflegeprotokoll von meiner Mutter wenn du willst,
gebe mir deine Mail und ich schicke dir das.
Herzliche Grüße Gaby
Hallo Gabi,
vielen Dank !!! gern würde ich das Protokoll von Dir haben. Sende es mir doch bitte an meine Mail-Adresse:[email protected], ich würde mich sehr freuen. Ich werde es dann der Pflegerin meiner Mutter weiterleiten.
Ich habe in der Erklärung von „Verwahrlosung“ geschrieben. Ich hoffe, es kommt zu einer weiteren Begutachtung.
Wenn Du willst, dann halteich Dich auf dem Laufenden !!!
Ohne das Geld sind wir wirklich aufgeschmissen, denn dann können wir uns die Pflegerin nicht mehr leisten
Grüsse
Elke
Wichtig ist das Führen eines Pflegetagebuchs. Zu erhalten bei allen Krankenkassen. Die Pflegerin die die Betreuung der Mutter durchführt, müsste doch ihre Leistungen dokumentieren. Somit gäbe es einen Leistungsnachweis. Worin besteht das „schlechter gehen“ der Mutter??? Ist das beim Hausarzt aktenkundig???
Hallo,
zuerst will ich die Fragen gern beantworten. Ja, es werden Aufzeichnungen von der Pflegerin geführt und auch ja, die Ärztin ist informiert. In der Zwischenzeit habe ich einen ärztlichen Befund angefordert, den ich dann an die Pflegekasse senden will. Ich hoffe es kommt zu einer 2. Begutachtung meiner Mutter.
Diese Aufzeichnungen waren bei der Begutachtung nicht wirklich von Bedeutung, denn sie hat sie lediglich „überflogen“, wenn überhaupt.
Ich dachte es kämen zu solchen Begutachtungen wirklich speziell ausgebildetete Leute !!
So ist es aber nicht. Irgendwie müssen wir alle einwenig Angst haben, wenn wir dieses Alter erreicht haben !!
Vielen Dank !!!
Grüße
Elke