Probleme mit der Verdauung

Hallo liebe www-ler,

ich habe seit ein paar Wochen ein Problem mit meiner Verdauung und weiß mir nicht selbst zu helfen und hoffe, dass ihr ein paar Tipps habt (auch wenn mir die Schilderung ein wenig unangenehm ist). Ich entschuldige mich auch, dass der Text etwas länger geworden ist.

Ich habe im Herbst ein Studium begonnen, was für mich sehr viel Stress bedeutet. Seitdem vertrage ich viele Speisen nicht mehr so gut (wobei ich Kaffee früher schon nicht ganz so gut vertragen habe). Ich kann z.B. Pizza nicht mehr so gut essen. Dabei treten Symptome schon dann auf, wenn ich nur ein oder zwei Stück esse; damit hatte ich sonst nie Probleme. Ich muss dann innerhalb von 15-30 Minuten nach der Nahrungsaufnahme wirklich dringend auf die Toilette und der Stuhl ist so flüssig wie Wasser.
Dasselbe Problem hab ich bei Sahnesoße oder wenn ich von irgendetwas so viel esse, bis ich wirklich pappsatt bin.
Außerdem habe ich einen ähnlichen Effekt, wenn ich etwas esse (kann auch eine Kleinigkeit wie eine halbe Banane oder so sein) und ein Kleidungsstück trage, dass ein wenig auf den Bauchbereich drückt (z.B: der Gummizug einer Leggins). Wird dem Bauch durch den Druck von außen suggeriert, dass er zu voll ist und schnell geleert werden muss (deswegen der schnelle Durchfall) oder ist das nicht normal?

Ich weiß nicht, ob das eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist (wie gesagt: besonders bei eher fettigen Speisen, aber auch bei Kaffee) und - wenn ich zum Arzt gehe - an welchen ich mich wenden soll.
Wegen der Ferien momentan hat sich der Stress auch deutlich gemildert, aber die Verdauung ist immer noch nicht in Ordnung.
(Nachdem es zu Weihnachten mittags Nudeln mit Lachs-Sahnesoße gab, hat mein Bauch die nächsten sechs Stunden so laut gegrummelt, dass es jeder im Raum hören konnte. Das war mir ganz schön unangenehm.)

Ich bin 23 Jahre alt und habe sonst keine Krankheiten außer einem niedrigen Blutdruck und manchmal schlechten Eisenwerten, nehme an Medikamenten nur die Pille ein und rauche. Schmerzen habe ich auch keine dabei.

Also: Woran könnte mein Problem liegen? Was kann ich selbst an meiner Situation verbessern und welcher Facharzt wäre mein Ansprechpartner?

Ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt und bedanke mich schon einmal herzlich
Liete

Hallo Marianna-Theres,

deine Probleme können mannigfaltige Ursachen haben.

Angefangen von einer Laktose (psst zu Sahnesoße, Käse…) -Unverträglichkeit, weiter über Gluten-Unverträglichkeit (das ist in so gut wie allem drin) oder ein Magenproblem (Helico bacter, ein Keim in der Magenschleimhaut der je nachdem auch mal starke beschwerden machen kann).

Oder, das wäre die einfachste Möglichkeit: du reagierst sehr empfindlich auf Streß.

Es wird dir nichts anderes übrig bleiben als zu einem Arzt zu gehen.
Am besten ein Internist der auch Gastroenterologe ist.

Bis du dort den Termin hast, kannst du ein Tagebuch führen wann du in welcher Situation (gehen, stehen, ruhig am Tisch…), was und wieviel davon gegessen hast und wie dein Körper darauf reagiert hat.
Das erleichtert dem Arzt den Überblick und du vergißt nichts.
Evtl. zeichnet sich ja alleine da schon ein „Muster“ ab.

Alles Gute

Hi

Dass dein Bauch empfindlich auf Druck reagiert kann auf eine Reizung des Magens hinweisen.

Magengrummeln, Blähungen und Durchfall nach dem Genuss von milchhaltigen Speisen kann auf eine Laktoseintoleranz hinweisen, allerdings wäre die bei dir schon recht spät dran. Trinkst du deinen Kaffee mit Milch? Kondensmilch hat sehr viel Laktose. Dennoch kann dies einfach beim Gastroenterologen getestet werden. Du musst dann nüchtern kommen und bekommst ein großes Glas gelöster Laktose. Dann wird immer per Viertelstunde der H2 Wert in deinem Atem gemessen. Wenn du eine LI hast, kannst du auf Milchprodukte entweder ganz verzichten, laktosefreie Produkte zu dir nehmen wie Minus L Milch oder auf Soja umsteigen.

Der Gastroenterologe kann auch feststellen ob du eine Gastritis oder eine pyorii Infektion hast. Dafür gibt es dann Protonenpumpenhemmer und falls nötig Antibiotika.

Der Stress spielt auf jeden Fall auch eine Rolle und das mit dem Rauchen solltest du dir in dem Falle auch abgewöhnen, denn dieses wirkt sich negativ auf den Magen aus.

lg
Kate

Hallo,

Das meiste habe Kate und Trashi schon ausgeführt. Daher hier nur mögliche Ergänzungen:

(wobei ich Kaffee früher schon nicht ganz so gut
vertragen habe). Ich kann z.B. Pizza nicht mehr so gut essen.
Dabei treten Symptome schon dann auf, wenn ich nur ein oder
zwei Stück esse; damit hatte ich sonst nie Probleme. Ich muss
dann innerhalb von 15-30 Minuten nach der Nahrungsaufnahme
wirklich dringend auf die Toilette und der Stuhl ist so
flüssig wie Wasser.

Kaffee reizt den Magen. Fertigpizzas enthalten Zusatzstoffe, die früher oder später zu Reaktionen - Allergien führen können. Versuche mal nur selbst-gekochtes zu essen (also ohne alles industriell Vorgefertigte).

Dasselbe Problem hab ich bei Sahnesoße

Fett kann zu einer Beschleunigung des Durchsatzes durch den Darm führen - also Durchfall.

Wird dem Bauch durch den Druck von außen suggeriert, dass er zu
voll ist und schnell geleert werden muss (deswegen der
schnelle Durchfall) oder ist das nicht normal?

Druck bei Blähungen kann schmerzhaft sein, aber nicht zu Druchfall führen, lediglich zu schnellerer Entleerung.

und - wenn ich zum Arzt gehe - an welchen ich
mich wenden soll.

Zunächst zum Hausarzt, der dich dann, je nach Diagnose, zum Facharzt schickt.

Ich bin 23 Jahre alt und habe sonst keine Krankheiten außer
einem niedrigen Blutdruck und manchmal schlechten Eisenwerten,
nehme an Medikamenten nur die Pille ein und rauche.

*Rauchen beschleunigt die Verdauung ebenfalls und verhindert zudem, daß die Nahrungsmittel richtig verdaut werden.
*Ebenfalls überprüft werden sollte, ob die Pille an diesen Problemen beteiligt ist - Nebenwirkungen können sich sofort, aber auch erst nach längerer Zeit einstellen. Hier wäre wichtig zu wissen, welche du nimmst.
*Auch ein Eisenmangel kann eine Ursache für die Beschwereden darstellen - hier sollte geklärt werden, ob es schlicht an einem Mangel in der Nahrung liegt oder an einer Resorptionsstörung.
*Falls du aus irgendeinem Grund vor kürzerer oder längerer Zeit eine Antibiotikabehandlung hattest, sollte an die Sanierung der Darmflora gedacht werden.

Gruß,
p+p

Hallo,

vielen Dank schon einmal für deine Antwort und natürlich auch den anderen.
Lieb, dass ihr euch die Zeit genommen habt.

*Ebenfalls überprüft werden sollte, ob die Pille an diesen
Problemen beteiligt ist - Nebenwirkungen können sich sofort,
aber auch erst nach längerer Zeit einstellen. Hier wäre
wichtig zu wissen, welche du nimmst.

Die heißt Attempta ratiopharm 35. Leider bin ich gerade beim letzten Blister und habe die große Packung mit Beipackzettel schon weggeworfen.

*Falls du aus irgendeinem Grund vor kürzerer oder längerer
Zeit eine Antibiotikabehandlung hattest, sollte an die
Sanierung der Darmflora gedacht werden.

Was heißt denn längere Zeit?
Ich hatte im Juli eine Blasenentzündung und musste für eine Woche lang eins nehmen. Mit Antibiotika, hatte ich noch nie Probleme und habe in der Regel auch höchstens einmal pro Jahr Krankheiten, in denen ich Antibiotika brauche.

Ich wünsche, einen guten Rutsch gehabt zu haben!
Gruß
Liete

Hallo,

*Ebenfalls überprüft werden sollte, ob die Pille an diesen
Problemen beteiligt ist - Nebenwirkungen können sich sofort,
aber auch erst nach längerer Zeit einstellen. Hier wäre
wichtig zu wissen, welche du nimmst.

Die heißt Attempta ratiopharm 35. Leider bin ich gerade beim
letzten Blister und habe die große Packung mit Beipackzettel
schon weggeworfen.

Hier die Daten aus dem Beipackzettel:
Gegenanzeigen : Kardiovask. Erkrank. wie Herzkrankh., Herzklappenerkrank., Herzrhythmusstör., besteh. od. vorausgegang. Prodromalzeichen von Thrombosen (z. B. transitor. ischäm. Attacken, Angina pectoris), Hyperhomocysteinämie od. Phospholipid-Antikörper (Antikörper gegen Kardiolipin, Lupusantikoagulans), besteh. od. vorausgegang. Lebertumore (gutartig od. bösartig), persist. Ikterus, Pankreatitis, Hyperlipoproteinämie, Raucher.
Anwendungsbeschränkung : Thrombose, depress. Zustände, Porphyrie, Leberfunktionsstör., Cholelithiasis. Nach erfolgter Behandl. einer viralen Hepatitis sollte mit der Einnahme oraler Kontrazeptiva erst nach einer 6-mon. Wartezeit begonnen werden. Frauen mit Neigung zu Chloasma sollten unter der Anw. von KOK Sonnenlicht u. UV-Strahlung meiden.
Nebenwirkungen : Migräne, Brustschmerzen, Begünstigung einer vaginalen Candidiasis, unspezif. Fluor, Juckreiz, Ödeme, Subarachnoidalblut., Überempfindlichkeitsreakt., Erhöh. der Blutsenkungsgeschwindigk., Anstiege von Serumkupfer, Serumeisen u. alkal. Leukozytenphosphatase, Folsäure- u. Tryptophan-Stoffwechselstör.
Wechselwirkungen : Antikoagulanzien, Lipidsenker (Bezafibrat, Clofibrat, Etofibrat), Antihypertensiva, Antidepressiva: erhöhte Toxizität, Erhöh. der Wirksamk. von Glukokortikoiden, Theophyllin, Diazepam, Chlordiazepoxid. Johanniskraut-halt. pflanzl. Präp. nicht gleichz. mit Attempta-ratiopharm einnehmen, da dies u. U. zum Verlust der empfängnisverhütenden Wirk. führen kann.
Warnhinweise : Gründe f. sofortiges Absetzen: Schwang., häufig u. ungewohnt starke Kopfschmerzen, plötzl. Seh- od. Hörstör., erste Anzeichen von Thrombophlebitis od. thromboembol. Sympt., Schmerz- u. Engegefühl im Brustraum, Cholestase, Ikterus, Hepatitis, generalisierter Pruritus.

Die u.a. genannte Stoffwechselstörungen können (müssen aber nicht) zu Verdauungsproblemen führen.

*Falls du aus irgendeinem Grund vor kürzerer oder längerer
Zeit eine Antibiotikabehandlung hattest, sollte an die
Sanierung der Darmflora gedacht werden.

Was heißt denn längere Zeit?

Das kann individuell sehr unterschiedlich sein. Manche erholen sich davon schnell, andere nur langsam, andere gar nicht. Wiederholte Anwendung macht eine Erholung für den Organismus jedes mal schwerer.

Ich hatte im Juli eine Blasenentzündung und musste für eine
Woche lang eins nehmen. Mit Antibiotika, hatte ich noch nie
Probleme und habe in der Regel auch höchstens einmal pro Jahr
Krankheiten, in denen ich Antibiotika brauche.

Da Verdauungsstörungen ein Hinweis auf eine gestörte Darmflora sein können, sollte eine Regerierung in Betracht gezogen werden. Weitere Infos zu dieser Problematik findest du u.a. hier: http://www.emev.de/?q=journal

Gruß,
p+p