Probleme mit Dialekt

Hallo,

woran kann es liegen, wenn jemand eine so starke Abneigung gegen einen gewissen Dialekt hat? Er ist selbst Sachse, kann aber kein typisch breites sächsisch hören, da „dreht sich ihm der Magen um“ so sagt er selbst. Er bekommt dann immer einen KOller, ist echt schlimm für ihn. Schon damals in der Schule konnte er sich bspw auch nicht konzentrieren, wenn Lehrer in starkem Sächsisch sprachen. Er kann dagegen einfach nicht an. Zum Spaß sächselt er auch mal, aber sonst spricht er normales deutsch, was aber auch kein Hochdeutsch ist.
Nun sucht er auch eine Partnerin und dadurch kam nochmal so hoch, was für ein großes Hindernis das ist, weil er eben kein übertriebenes sächsisch hören kann, beim besten Willen nicht, da kann die Frau noch so toll aussehen, noch so lieb sein - es geht einfach nicht. Aber viele Frauen sächseln nunmal auch stark.
Sein Kumpel und seine Nachbarn sprechen auch relativ starkes sächsisch, das lässt er sich ja auch gefallen.
Es geht übrigens nur um den sächsischen Dialekt, mit anderen Dialekten hat er kein Problem.

Woher kommt also so eine derart starke Abneigung?

danke für Eure Anregungen!

Hallo,

er hat ein geringes Selbstwertgefühl.
Er steht nicht dazu, wer er ist und woher er kommt, ja, er lehnt es geradezu ab. Bei sich und bei anderen.

Mag sein, dass es damit zu tun hat, dass sächsisch als der unbeliebteste Dialekt gilt (was im Grunde Quatsch ist, weil es keine wertvollen oder minderwertigen Dialekte gibt) und er nicht zu den Unbeliebten gehören will. Das gilt dann auch noch für die Menschen, mit denen er sich umgibt, bzw. nicht umgibt. Er denkt, wenn ihn niemand mit Sachsen in Verbindung bringt, dann ist er jeder Kritik entzogen.

Er wird schon noch merken, dass es bei Menschen - bei geschätzten und geliebten Menschen - nicht auf den Dialekt ankommt, den sie sprechen.

Die Sachsen haben keinen Grund sich zu verstecken und klein zu machen - im Gegenteil. Er soll sich mal mit der Geschichte beschäftigen. Er wird feststellen, dass er genauso stolz sein kann, ein Sachse zu sein, wie ein Bayer, ein Hanseat, ein Berliner, ein Hesse usw, usw.
Sag ihm das.

Gruß - Maralena

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Hallo Maralena,

er hat ein geringes Selbstwertgefühl.
Er steht nicht dazu, wer er ist und woher er kommt, ja, er lehnt es geradezu ab. Bei sich und bei anderen.

deine (doch sehr klare) „Diagnose“ in allen Ehren… aber manchmal wäre ein „meines Erachtens“ oder ein „ich denke“ gar nicht so verkehrt. Schon mancher ist tief gefallen, weil er sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hat. Nicht dass ich sagen möchte, das was du schreibst wäre falsch (!) – nur: du formuliert deine Meinung so, als ob dies „die einzige Wahrheit“ wäre. Und vor so „eindeutigen“ Fern(oder Fehl-)diagnosen sollte selbst der Fachmann die Finger lassen.

Schöne Grüße
gremlin

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Hallo FantasTiger,

woran kann es liegen, wenn jemand eine so starke Abneigung
gegen einen gewissen Dialekt hat? Er ist selbst Sachse, kann
aber kein typisch breites sächsisch hören, da „dreht sich ihm
der Magen um“ so sagt er selbst.

Das kann ich nachvollziehen. Habe selbst eine Antipathie gegenüber diesem sächsischen Dialekt. Dieser Dialekt hört sich sehr schrill an und tut mir in den Ohren weh. Egal was die Leute sagen, es hört sich immer schreiend und vorwurfsvoll an. Dabei mag ich die Sachsen.
Aber ich bin eine Fremde und dieser Dialekt ist mir fast neu (kenne es gerade mal 19 Jahre). Daher wundert es mich auch weshalb dein Freund diese Sprache als störend empfindet, obwohl er damit aufgewachsen ist. Vielleicht ist sein Gehör zu sensibel oder er hat so etwas wie eine innerbetriebliche Feindlichkeit aufgebaut.
Was es auch ist, es hört sich traurig an.

Gruss
Paula

Hi Gremlin,

deine (doch sehr klare) „Diagnose“ in allen Ehren… aber
manchmal wäre ein „meines Erachtens“ oder ein „ich denke“ gar
nicht so verkehrt. Schon mancher ist tief gefallen, weil er
sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hat. Nicht dass ich sagen
möchte, das was du schreibst wäre falsch (!) – nur: du
formulierst deine Meinung so, als ob dies „die einzige
Wahrheit“ wäre.
Und vor so „eindeutigen“ Fern(oder
Fehl-)diagnosen sollte selbst der Fachmann die Finger lassen.

Danke für diese deutlichen Worte. Wollte auch etwas dazu schreiben, aber mit diesen Zeilen hast du das nötige gesagt.

Gruss

Hi,

ich weiß zwar nicht wie es ist, den eigenen Dialekt nicht zu mögen, doch ich mag manch andere Dialekte auch nicht. Allerdings erlebe ich es so, dass selbst wenn ich im ersten Moment stutze und es mir auch den Magen umdreht, ich sehr schnell nicht mehr höre welchen Dialekt jemand spricht, sondern was der Inhalt der Worte ist und wie dieser sonst auch z.B. mittels Emotionen transportiert wird.

Für mich ist Dialekt auch in gewisser Weise ein i-Tüpfelchen sich in seinem unmittelbaren Kulturkreis ausdrücken zu können. Den Hamburgern sagt man gerne nach, sie wären kühl und die Bayern sollen stur sein. Doch hier drückt sich eben auch ganz pauschal die Mentalität der Menschen der jeweiligen Regionen ab. Und wem seine Sprache nicht gefällt, der gefällt sich möglicherweise auch selbst nicht bzw. das was er mit seiner Kultur / mit seiner Region verbindet?

Anbei noch ein ganz anderer Link: http://www.focus.de/schule/lernen/forschung/wissen-m…

Ciao,
Romana

Das spricht für seinen unbestechlichen Geschmack!
Hi Fantas
Der Mann imponiert mir - spricht das doch für seinen unbestechlichen und guten Geschmack, wenn er sächsisch nicht hören mag, obwohl er selber in Sachsen aufwuchs.
Ich weiß da übrigens, wovon ich spreche: In Berlin geboren und aufgewachsen, also nach 58 Jahren Berlin, mag ich das „fette“ Berlinern immer noch nicht.
Außer dem Berlinischen und dem Sächsischen gibt es ja noch einen dritten (für mich) ganz schrecklichen Dialekt: den schwäbischen.
Natürlich gibt es auch hier Unterschiede. Wenn Schäuble schwäbelt, hört sich das vergleichsweise gut an, wenn Frau Däubler-Gmelin schwäbelt, wird mir… ungefähr so wie dem sächsischen Landsmann.
Gruß,
Branden

Sächseln beim sexeln…
…kann einfach nur urkomisch sein, wenn man selbst anders spricht, oder? :smile:

Hallo FantasTiger,

man stelle sich nur vor, wie sich das Liebesgesäusel auf hardcore-sächsisch anhört und fängt sofort an zu kichern :smile: - oder sich zu gruseln…

Dann kann man den guten Mann verstehen, dass er bei Freunden und Nachbarn drüber weg sieht, aber bei einer Partnerin das nicht haben möchte.

Und ich glaube nicht, dass es ihm bei anderen starken Dialekten anders geht.

Stimme und Aussprache sind sozusagen auch ‚Sexualorgane‘, und können nun mal an- oder abturnen und sächsisch ist seltsamerweise überhaupt nicht sexy.

Gruß,
Maja

Deutschunterricht
Hallo,

hiermit kannste Deinen berliner Dialekt wieder auffrischen:

http://www.youtube.com/watch?v=7T8orc0LiuM

Gruß

Soziolekt

Hallo,

Hi,

die Sachsen, zu selbigem Stamm ich auch zähle, haben das Problem, dass ihr Dialekt, der eigentlich eine thüringisch-meißnische Mundart ist, im deutschen Sprachraum eher belächelt wird.

Früher galt diese Mundart einmal als vornehm, bis unglücklicherweise Sachsen politisches Ungemach ereilte: Die Herrscher setzten immer auf das falsche Pferd und verloren stellvertretend für andere die Kriege.

Im Preuß. Staatstheather gab es den Depp vom Dienst, den „dummen August“. Der sprach sächsisch und die Zielscheibe für kollektiven Spott war geboren.

Nach der deutschen Wiedervereinigung kennzeichnet die sächsische Mundart(und ihr verwandte Thüringens und Sachsen-Anhalts) den Sprecher zunächst als Ostdeutschen, den man mit einem jammernden Arbeitslosen assoziiert, woran einschägige Berichterstattung der Medien über die erschreckend tatsächliche Wirklichkeit nicht ganz Unschuld hat.

Das Sächsische hat derzeit keinen Sympatieträger, der sich öffnetlich dazu bekennt.

Persönlich habe ich keine Probleme, Sachse zu sein. Unsympatisch bin ich (im wirklichen Leben) nicht und meine Partnerin ist altbundesländisch-hochdeutsch, so dass ich auch den Vorwurf des Unerotschen hiermit zurückweise. Dazu sei aber hinzugefügt, dass meine Aussprache vielleicht nicht ganz so ist, wie man es aus dem Fernsehen kennt.

M

Hi Hagen
Bei mir lässt sich kein flash-Player installieren.
Aber im Gegenzug kann ich Dir was schönes Berlineisches empfehlen (ich bauchs ja nicht mehr zu lernen, da ich es seit 58 Jahren höre und beherrsche, aber selten anwende *g*).
Google mal nach „Tukka“.
Das ist was Feines!
Gruß,
Branden

Lieber Herr Meyer,
alle Achtung bezüglich deiner Geschichtskenntnisse, aber ich fürchte, das erklärt noch nicht hinreichend die Abneigung (fast hätte ich „natürliche Abneigung“ geschrieben) so vieler Leute, die nichts davon wissen und nur nach ihrem Gehör bzw. Geschmack urteilen.
Ich habe ja wiegesagt den Sächsischen Dialekt neben den Schäbischen und den Berliner gestellt. Allen dreien kann man einfach etwas nicht-so-angenehmes nachsagen, ohne historische oder soziologische Erwägungen.
Natürlich ist vieles reine Geschjmackssache, aber es fällt doch auf, dass manche Dialekte von vielen als weniger schön empfunden werden.
Übrigens gilt das ja auch für Sprachen. Fast jeder Mensch erfreut sich an den romanischen Sprachen; der eine liebt Französisch, der andere eher Italienisch, der dritte Spanisch. Es gibt aber nur wenige Menschen, die diese Sprachen hässlich finden. Was man von vielen anderen, z.B. asiatischen Sprachen, nicht sagen kann.
Gruß,
Branden

Hallo,

danke für Eure Antworten. Ja da es gerade seine eigene Landessprache ist, drum finden es alle merkwürdig, wieso er so drauf ist. Wie gesagt nicht beim Kumpel, Arbeitskollegen o.ä., sondern vielmehr was die Partnerwahl betrifft, lieber bleibt er Single, weil er es nicht haben kann wenn seine Partnerin so spricht, zumal auch im Bett gerade so abtörnend. Er hat noch ein Kind und da hat er auch Sorge, dass sein Kind sich den Dialekt angewöhnt. Wie gesagt aus Spaß sächseln ja, aber so im Alltag eher nicht bzw nur im normalen/geringen Maß.
Was ich vielmehr hören oder wissen wollte ist, ob es noch andere gibt, die so denken bzw so diese Abneigung haben und unter was das nun zählt. Er findet seine Stadt übrigens superschön, gut mit Geschichte hat er nicht viel am Hut, aber verleugnet er seine Herkunft, nur indem er eben nicht ganz so krass spricht und so eine Partnerin nicht an der Seite haben möchte? Einige sagen ihm genau das und wie oberflächlich das ist, was ihn schon krämt, denn das ist er eigenlich nicht, eher tiefsinnig, aber er kann halt nicht anders in Bezug auf die Sprache.

Viele Grüße
Tigerin

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Lieber Branden,

Ich habe ja wiegesagt den Sächsischen Dialekt neben den
Schäbischen und den Berliner gestellt.

Dieser Steilvorlage konnte ich nicht widerstehen!

Lachenden Gruß
Renate

Problem mit sich oder Problem der anderen? (lang)
Hallo!

Zuerst einmal: Es gibt kein Sächsisch! Wenn in Umfragen angegeben wird, dass „Sächsisch“ der unbeliebteste Dialekt ist, dann ist das genauso undifferenziert wie „Bairisch“, wobei „Bairisch“ wenigstens noch eine Dialektgruppe bezeichnet, ich allerdings fest davon überzeugt bin, dass nur ein Bruchteil derer, die Bairisch gut finden, zwischen all den Ausprägungen oder gar Unterschieden zum Fränkischen oder anderen angrenzenden Dialekträumen unterscheiden können. Wer von „Sächsisch“ spricht, mein „Talkshow-Sächsisch“, und damit sind wir, denke ich, schon recht weit drin in der Materie.

Mein eigener Dialekt ist der der Übergangsregion vom obersächsisch-thüringischen, ostfränkischen und vogtländischen - ich bezeichne es der Einfachheit halber aber als „nahe am Sächsischen“. Also für das fremde Ohr nicht zwangsläufig schön. Ich vermute, das hängt damit zusammen, dass, wie schon von Vorpostern angedeutet wurde, das „Sächsische“ schlechthin mit „Ostdeutsch“ gleichgesetzt wird, was wiederum heißt: Jammern, Meckern und Geld kosten. Schon zu DDR-Zeiten war das „Sächsische“ verpönt - das Berlinerische stand dazu als Gegensatz: Provinz gegen Hauptstadt.
Mir sind aber auch schon Menschen begegnet, die meinen Dialekt „niedlich“ fanden. „Schön“ fand ihn eigentlich noch keiner :frowning:

Wie dem auch sei, ich lebe seit nunmehr 6 Jahren nicht mehr in meiner Heimat und spreche deshalb - so weit ich es hinbekomme! - ein standardnahes Deutsch mit regionalem Einschlag. Kehre ich nach Hause zurück (und sei es nur auf Wochenendbesuch) empfinde die Mundart meiner Mitbürger als unangenehm. Es klingt so provinziell, hinterhergeblieben, ja, sogar Ostdeutsch. Wenn ich es im Fernsehen höre (alles vom Vogtland über Thüringen bis Leipzig, Dresden, usw.) stellen sich mir die Armhaare auf. Ich finde, es klingt schrecklich.

Die Frage, die ich mir in letzter Zeit nun immer häufiger stelle, ist: Liegt es an mir oder liegt es an „den anderen“?
An der Uni (ich bin in Bayern) bin ich gezwungen, meinen Dialekt zu verheimlichen. Ein Oberpfälzer würde nie auf die Idee kommen zu versuchen, Hochdeutsch zu sprechen! Ein Lehrer sagte mal zu mir: „Ihre Unterrichtsstunde war inhaltlich und methodisch gut - aber legen Sie diesen Dialekt ab, damit nimmt Sie keiner ernst!“. Es ist jetzt nicht so, dass er Hochdeutsch gesprochen hätte. Trete ich in ein Gespräch mit einem Fremden, werde ich sofort als „eine aus dem Osten“ entlarvt. Wird irgendein „Ost-Thema“ im Fernsehen behandelt, spricht einer „Ostdeutsch“. Irgendwann beginnt man sich zu fragen: Willst du darauf reduziert werden? Kann es passieren, dass du eines Tages einen Nachteil haben wirst? Was kannst du tun?

Und so fängst du an, deinen Dialekt abzulegen. Wie gesagt, ich habe es in 6 Jahren nicht geschafft, ihn vollkommen abzulegen, weil ich einfach zu viel in Kontakt mit der Heimat bin. Und mittlerweile entwickelt sich diese Verleumdung für mich zu einem Problem. Ich mag meine eigene Herkunft nicht mehr, weil sie mit diesen Vorurteilen behaftet ist. Ich mag meine Heimat, keine Frage, aber selbst in Examensprüfungen darauf angesprochen zu werden nervt. Ich benutze standarddeutsche Lexik, nur meine Intonation ist regional gefärbt. Aber sie verrät mich. Niemand käme darauf, einen Schwaben zu fragen: Ach, ich höre, du kommst aus Schwaben?! Wie ist es denn da so? Wie kommst du mit den Leuten dort klar? Wie stehst du zu deiner Geschichte? Warst du auch in einem dieser Kindergärten? Wählst du die Linke? Möchtest du dorthin zurück?
Es nervt, nervt, nervt.

Ich weiß nicht, warum dein Freund sich gegen seinen Dialekt (hei, ich sehe gerade: Dresden. Viel besser als Leipzig :wink: ) sträubt, ich weiß aber, warum ich meinen nicht mehr mag. Für mich ergeben sich daraus subjektiv empfundene Nachteile. Wenn ich ‚meinesgleichen‘ in einer Talkshow sehe, denke ich: „Leute, ihr repräsentiert uns, ihr stellt uns bloß. Ihr habt gar keine Ahnung, was ihr hier anrichtet.“ Diese Entwicklung ist schade. Viele derer, die aus unserer alten Heimat hierher gekommen sind, haben ihren Dialekt abgelegt und passen sich sogar dem hiesigen Dialekt an. Was übrig bleibt, ist eine Reihe von Dialektsprechern, die für einen Dialekt stehen, aus dem das Bild einer ganzen Region geformt wird.

Und aus genau diesem Grund ist „Bairisch“ für mich der Dialekt von Hinterwäldlern, und so richtige Schwaben-Sprecher haben in meiner Fantasie auch nicht gerade Abitur. Ich weiß aber, dass das ein Bild ist, was von außen aufprojeziert wird und mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Dialektsprechen ist in Deutschland ab einer gewissen Position ein Makel. Glück hast du, wenn du dem „richtigen“ Dialektbereich angehörst. Wir haben halt Pech. :wink:

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn es geht, stehe ich dazu (in sog. „informellen“ Gesprächssituationen). Wo es angebracht ist, lege ich den Dialekt weitestgehend ab. Ich WEIß, dass eigentlich die anderen ein Problem mit meinem Dialekt haben und ich es zu meinem Problem mache. Ich könnte auch keinen Partner haben, der es so richtig raushängen lässt, dass er Sachse ist (meiner ist Sachse, aber er spricht mit mir (m)eine Mischform - zu Hause wird böse gesächselt, und ich finde es einfach nur lustig). Die Frage ist halt: Haben wir zu wenig Selbstbewusstsein (für mich würde ich sagen: Jein) oder haben wir Angst vor Repressionen (Ja)?

Als Lösung könnte ich vorschlagen: Mache es wie die anderen gefühlten 50% der jungen Leute: Geh dorthin, wo ein anderer (oder kein) Dialekt gesprochen wird. Aber glaube mir: „Sächsisch“ wirst du nicht los. Denn sie sind überall… :smile:

LG
Sonne

P.S.: Ein ehemaliger Kollege von mir, ein Urfranke: „Also die Katharina Witt ist schon eine ganz scharfe, die würde ich nicht von der Bettkante stoßen - aber sobald die den Mund aufmacht, ist bei mir alles tot in der Hose…“ :smile:)

Ich oute mich mal =)
Hallöchen!

Hiermit möchte ich mich outen!
Ich spreche so einen Mix aus Brandenburger-Berliner-Sächsisch =)Wohnte 23 Jahre Grenze Sachsen/Brandenburg also viel „nee“ und „gor ni“ und so ^^ und ich muss sagen, dass mir ganz viele Männer sagen, dass das bei mir sehr niedlich klingt! Ich bin auch sehr stolz darauf, dass ich aus Sachsen komme, denn die meisten Menschen hier sind besonders hilfsbereit und erfindungs- sowie fantasiereich durch die Probleme der Vergangenheit. Und ja ich kann das beurteilen, da meine Freunde+ Bekannten in allen Himmelsrichtungen Dtlds verteilt sind und ich oft herumreise :smile:
auch muss ich sagen, wenn mir jnd begegnet und Berliner-Brandenburger-Art spricht ist mir das schonmal prompt sehr sympatisch =) Ich habe einfach zu viele nette und auch kesse Leute mit dem Dialekt kennengelernt!

Liebe Grüße

PS: Es kommt auf die Erfahrungen an die man sich eingespeichert hat, zB schöne Person? schlaue Person? nette Person?

Hallo,

woran kann es liegen, wenn jemand eine so starke Abneigung
gegen einen gewissen Dialekt hat? Er ist selbst Sachse, kann
aber kein typisch breites sächsisch hören, da „dreht sich ihm
der Magen um“ so sagt er selbst. Er bekommt dann immer einen
KOller, ist echt schlimm für ihn. Schon damals in der Schule
konnte er sich bspw auch nicht konzentrieren, wenn Lehrer in
starkem Sächsisch sprachen. Er kann dagegen einfach nicht an.
Zum Spaß sächselt er auch mal, aber sonst spricht er normales
deutsch, was aber auch kein Hochdeutsch ist.

Vermuten könnte man zweierlei, entweder bewertet er
sich selbst mit dem Blick der für ihn maßgeblichen
Gruppe (Westdeutsche?) oder er hatte ein Kindheits-
trauma, in welchem gesprochene Sprache (eben Sächsisch)
vorkommt oder eine Rolle spielt.

Nun sucht er auch eine Partnerin und dadurch kam nochmal so
hoch, was für ein großes Hindernis das ist, weil er eben kein
übertriebenes sächsisch hören kann, beim besten Willen nicht,
da kann die Frau noch so toll aussehen, noch so lieb sein - es
geht einfach nicht. Aber viele Frauen sächseln nunmal auch
stark.

Das sind imho zwei Dinge in einem. Ein starker Dialekt
verknüpft mit Intellekt wirkt auf mich immer äußerst an-
ziehend, während ein *inhaltsloser* Dialekt komisch/
abstoßend wirkt.

Sein Kumpel und seine Nachbarn sprechen auch relativ starkes
sächsisch, das lässt er sich ja auch gefallen.

Aha. Bedeutungszusammenhang gegeben?

Es geht übrigens nur um den sächsischen Dialekt, mit anderen
Dialekten hat er kein Problem.
Woher kommt also so eine derart starke Abneigung?

s.o.

Ich persönlich finde den sächsischen Dialekt als einen
der Angenehmsten überhaupt. Meine eigenes Ur-Idiom ist
ja eher fränkisch/nordwestböhmisch aber ich verbessere
mein Sächsisch immer mehr - ich kann schon ganze Sätze :wink:

http://www.youtube.com/watch?v=OrgQKh9aJzI

Grüße

CMБ

Frage zum ‚Bairischen‘
Hallo!

dass „Sächsisch“ der unbeliebteste Dialekt
ist, dann ist das genauso undifferenziert wie „Bairisch“,
wobei „Bairisch“ wenigstens noch eine Dialektgruppe
bezeichnet…

Du meinst du sicherlich den Dialekt, der in Bayern gesprochen wird?!

Wieso schreibst du Bairisch? Müsste das nicht „Bayrisch“ sein?

Sieht so fremd aus…

LG ChrisTine

Hallo!

P.S.: Ein ehemaliger Kollege von mir, ein Urfranke: „Also die
Katharina Witt ist schon eine ganz scharfe, die würde ich
nicht von der Bettkante stoßen - aber sobald die den Mund
aufmacht, ist bei mir alles tot in der Hose…“ :smile:)

… geht’s doch erst richtig los (in der Hose) wenn Frau den Mund aufmacht.

*duck und wech*
Renate

Hi Tigerin,

lieber bleibt

er Single, weil er es nicht haben kann wenn seine Partnerin so
spricht, zumal auch im Bett gerade so abtörnend.

Also, wenn er so denkt, ist es vielleicht tatsächlich besser, wenn er keine abbekommt. :smile:

Er hat noch
ein Kind und da hat er auch Sorge, dass sein Kind sich den
Dialekt angewöhnt. Wie gesagt aus Spaß sächseln ja, aber so im
Alltag eher nicht bzw nur im normalen/geringen Maß.

Ab einer gewissen Schicht trennen sich beizeiten die Dialektfärbungen aus dem Sprachbild heraus.

Ich wurde von Haus aus immer angehalten, ordentlich zu sprechen. Vor allem dann, wenn ich mal einen fürchterlichen Verschliff aus Kindergarten oder Schule mitbrachte. Dabei sind wir (meine Familie) nichts Besonderes. Untere Mittelschicht, würde ich sagen. Arm, aber sauber :wink:

Was ich vielmehr hören oder wissen wollte ist, ob es noch
andere gibt, die so denken bzw so diese Abneigung haben und
unter was das nun zählt. Er findet seine Stadt übrigens
superschön, gut mit Geschichte hat er nicht viel am Hut, aber
verleugnet er seine Herkunft, nur indem er eben nicht ganz so
krass spricht

Ich hab noch nie gehört, und ich komme immerhin so 15 km im Radius von meiner Heimatstadt entfernt rum, das ein Dialekt ein Hinterungsgrund für eine Partnerschaft sei, oder im positiven Fall das Entstehen einer solchen maßgeblich beeinflusst hätte.

Wer auch im Erwachsenenalter im örtlichen Dialekt/Soziolekt verbleibt, ist entweder stur oder sich der Tragweite dessen nicht bewusst, denn wie die Welt, wächst auch Deutschland kommunikativ zusammen.

und so eine Partnerin nicht an der Seite haben
möchte? Einige sagen ihm genau das und wie oberflächlich das
ist, was ihn schon krämt, denn das ist er eigenlich nicht,
eher tiefsinnig, aber er kann halt nicht anders in Bezug auf
die Sprache.

Sei stolz auf deine Wurzeln, dein Volk, deine Nation. Liebe dich selbst und achte andere. Aber schau, dass man dich im gleichen Land auch versteht.

M

Viele Grüße
Tigerin