Probleme mit Hashimoto-Diagnose

Hallo an alle!

Vor vier Wochen habe ich nach einer Reihe von Beschwerden (Ohnmachtsanfälle, Herzrasen, Panik-Attacken, Depressionen) die Diagnose erhalten, ich sei an Hashimoto erkrankt. Der TSH-Wert liegt seither nach der Einnahme von 75 mg L-Thyroxin immer noch bei knapp 6.
Mir geht’s immer noch schlecht, am Abend habe ich schon Angst vor dem nächsten Tag und stelle mir die Frage, wie ich den wieder bewältigen soll. Ich war nie wehleidig und eigentlich immer gesund und leistungsfähig, aber inzwischen fühle ich mich wie eine gebrechliche, alte Frau.
Der Nuklear-Mediziner sagte zu mir: „Ihr Körper befindet sich jetzt dauerhaft im Kriegszustand, die Wahrscheinlichkeit, dass er auch andere Organe angreift, liegt bei 1:4.“ Diese Aussage hat mich erstmal nicht so sehr geschockt, aber in meinem Kopf hat sich jetzt festgesetzt, dass ich nicht mehr stimme.
Gibt es unter Euch andere Betroffene, die auch in einem solchen Loch steckten? Wie kann man sich da selbst wieder rausholen?

Vielen Dank für alle Antworten
Andrea

Hallo Andrea,

fühl Dich erstmal gedrückt.

Eine Freundin von mir hat die gleiche Diagnose.

Sie ist seit ein paar Jahren in folgenden Seiten unterwegs.

http://www.ht-mb.de/forum/

Da findest Du Gleichgesinnte in Selbsthilfegruppen, die Dir sicherlich Mut machen können.

Alles Liebe für Dich… und halt die Ohren steif

Motorradmieze

Hallo an alle!

Vor vier Wochen habe ich nach einer Reihe von Beschwerden
(Ohnmachtsanfälle, Herzrasen, Panik-Attacken, Depressionen)
die Diagnose erhalten, ich sei an Hashimoto erkrankt. Der
TSH-Wert liegt seither nach der Einnahme von 75 mg L-Thyroxin
immer noch bei knapp 6.

Zunächst einmal ist der TSH-Wert immer noch zu hoch, was bedeutet, daß L-Thyroxin 75 zu wenig sind.
Und jetzt kommt’s

Mir geht’s immer noch schlecht, am Abend habe ich schon Angst
vor dem nächsten Tag und stelle mir die Frage, wie ich den
wieder bewältigen soll. Ich war nie wehleidig und eigentlich
immer gesund und leistungsfähig, aber inzwischen fühle ich
mich wie eine gebrechliche, alte Frau.

Das ist das Bild der nicht korrekt = ausreichend arbeitenden Schilddrüse, was zu dem erhöhten TSH-Wert paßt.

Ich würde die Sache so sehen: Sie hatten eine Hashimoto-Thyreoiditis. Diese Kranknheit „brennt aus“, das heißt, sie hinterläßt eine praktisch funktionslose Schilddrüse. Diesen Mangel an Schilddrüsenhormon spüren Sie jetzt, das bedeutet, daß man die Thyroxin-Dosis (wahrscheinlch kräftig) erhöhen muß, dann schwinden auch die Beschwerden.
Ziel ist eine Senkung des TSH auf unternormale Werte, damit man keinen Kropf kriegt. Und natürlich normale Werte des Schilddrüsenhormons, welches regelmäßig zu kontrollieren ist.

Die Behandlung ist selbstverständlich lebenslang. Eine Alternative gibt es nicht. Das Schilddrüsenhormon gehört zu den absolut lebenswichtigen Hormonen und kann durch nichts ersetzt werden (nur falls hier ein Heilpraktiker oder eine eine Hausfrau mit Trieb zu medizinischen Ratschlägen auftaucht).

Der Nuklear-Mediziner sagte zu mir: „Ihr Körper befindet sich
jetzt dauerhaft im Kriegszustand, die Wahrscheinlichkeit, dass
er auch andere Organe angreift, liegt bei 1:4.“ Diese Aussage
hat mich erstmal nicht so sehr geschockt, aber in meinem Kopf
hat sich jetzt festgesetzt, dass ich nicht mehr stimme.

Sie stimmen schon! Sie haben eine Autoimmunkrankheit, weiter nichts. Das kann man heutzutage sehr gut behandeln.

Ich gebe zu bedenken: Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Krankheit, die man oft gar nicht bemerkt, erst die Folgen kommen später, wenn kein Hormon mehr da ist. Und eben diese spüren Sie jetzt.

Gibt es unter Euch andere Betroffene, die auch in einem
solchen Loch steckten?

Ich bin nun kein Betroffener, sondern ich weiß nur, was man dagegegen machen kann.

Wie kann man sich da selbst wieder
rausholen?

Gar nicht. Das ist eine Frage der Medikamenteneinnahme, vor allem in richtiger Dosis. Und in Ihrem Fall scheint mir diese zu niedrig zu sein.
Aber wenn Sie gar so verzweifelt sind: Suchen Sie einen Endokrinologen auf.

Hallo Priamos,

vielen Dank für die Antwort! Mich irritierten auch die widersprüchlichen Aussagen des Nuklearmediziners und meines Hausarztes. Ersterer meinte, es sei auf jeden Fall der Zielwert von 1 beim TSH-Wert medikamentös anzustreben. Sport, auch moderater, sei derzeit für mich ausgeschlossen (Blutdruck bei 140/90, Ruhepuls knapp bei 80, früher, im austrainierten Zustand bei 65). Der Hausarzt sagte mir, der Wert von 6 sei noch ok und meinen Sport (wie früher 3 bis 4 mal wöchentlich 10 km laufen) solle ich wieder aufnehmen.

Was nun? Einen Termin beim Endokrinologen bekomme ich frühestens Mitte Februar und die Aussicht, so lange auf Sport zu verzichten, zieht mich unheimlich runter. Was meinen Sie, ist der Verzicht auf Sport wirklich indiziert?

Beste Grüße
Andrea

Danke, Motorradmieze! Ich habe mich soeben angemeldet!
Vielen Dank für die aufmunternden Worte!

Andrea

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Hallo Talüü!

Bin auch ein Hashi und kenne Deine Probleme gut.

Es dauert eine Zeit, bis der Körper wieder im normalen „Drehzahl-Bereich“ arbeitet.

Viele Hashis laufen jahrelang mit unklaren Beschwerden herum, und leider ebensoviele Hausärzte beschränken sich nur auf Labortests wie T3 und T4, aber eben keine Antikörperbestimmung etc.

Möglich, dass Du schon lange eine Schilddrüsenfehlfunktion hast, also gibt Deinem Körper ein bisschen Zeit.

Wenn die individuelle Dosis gefunden ist, kommt auch das Wohlbefinden wieder!

Angelika

Hallo Angelika,

welche Werte gilt es denn überhaupt zu berücksichtigen. Laut Meinung meiner Ärzte ist in meinem Fall nur der TSH-Wert von Interesse. Was bedeutet T3 und T4?

Beste Grüße
Andrea

Informiere Dich bei Selbsthilfegruppen, die wissen am besten Bescheid - mal abgesehen von den Ärzten :wink: … eine Selbsthilfegruppe ist zum Beispiel „Die Schmetterlinge e.V.“; die sind bundesweit aktiv.

Hallo Priamos,

vielen Dank für die Antwort! Mich irritierten auch die
widersprüchlichen Aussagen des Nuklearmediziners und meines
Hausarztes. Ersterer meinte, es sei auf jeden Fall der
Zielwert von 1 beim TSH-Wert medikamentös anzustreben. Sport,
auch moderater, sei derzeit für mich ausgeschlossen (Blutdruck
bei 140/90, Ruhepuls knapp bei 80, früher, im austrainierten
Zustand bei 65).

Für neinen Außenstehenden ist es schwierig, sich da reinzuhängen: Grundsätzlich: T3 und T4 (bzw. fT3 und fT4) sind Soffwechselprodukte des Thyroxins, wobei fT3 die eigentlich wirksame Substanz ist (ich sag’s nur, weil sonst gleich einer aufsteht und energisch darauf hinweist, was aber Ihnen im Prinzip nichts nutzt, aber er hat’s bei Google gelesen).

Wenn ein mensch Thyroxin einnimmt, muß man die drei Werte TSH, T3 und T4 bestimmen, um die Medikamentendosis nfestzulegen. Diese Werte müssen in einem bestimmten Bereich liegen.

Die alleinige Bestimmung von TSH ist mögich, jedoch nur bei Menschen, die kein Thyroxin einnehmen.