Supervision empfehlenswert
Hallo Andreas,
zu dem Konflikt in toto:
Was sagt die externe Teamsupervision dazu, die der Chef, wie es (leider nicht überall) üblich ist, eh regelmäßig engagiert?
Ein guter Teamsupervisior kennt das Problem (hier: die Ineffizienz des Teams) aus der Perspektive
- des Chefs
- des Teams - und speziell eines jeden Teammitglieds
- des (alten) Teamleiters
und hat daher Wissen über die Ursachen, die sonst keine der drei Instanzen hat. Ohne dieses Wissen ist die Inthronisation, anders gesagt: ein VordieNasesetzen eines neuen Teamleiters für die Katz.
Ad „starke/schwache Persönlichkeit“: Das ist immer eine kontextrelative Eigenschaft. Ein Teamleiter ist „stark“ nicht durch eine (selbstverständlich vorauszusetzende) Durchsetzungs- und Strukturierungsfähigkeit, sondern durch die Fähigkeit zu motivieren. Das heißt: Er muß in der Lage sein, die jeweiligen Potentiale der Mitarbeiter zu erkennen und zu verstärken (Ressourcenaktivierung).
Fehlt es also (ich nehme deine Stichworte) bei den Mitarbeitern
- an Motivation, dann muß eindeutig geklärt sein, ob der Grund auf Seite des MA liegt oder auf Seite des TL. Wenn Letzeres, dann → Supervision
- Durchsetzungsvermögen (wem gegenüber?): Hier wäre „Hilfsbereitsschaft“ des TL wie öl aufs Feuer: Fehler des TL, der aber korrigierbar ist (das sollte dito die Supervision leisten)
- Bildung: Liegt in Verantwortung und Initiative des Chefs
- Selbstvertrauen: ist eine Sache der Führungsfähigkeit (zu er btw auch Empathie gehört) des TL. „Hilfsbereitsschaft“ alleine genügt da nicht, kann sogar den Mangel verstärken. Ist aber ebenfalls Sache einer speziellen TL-Supervision.
Er wird von allen gebraucht,alle sind von ihm abhängig
Das ist nicht unbedingt ein positives Resultat einer schon länger bestehen Teamarbeit. Jenachdem, um was für ein Projekt es geht, könnte das sogar eine Katastrophe sein, die aber ebenfalls nicht unbedingt am TL liegen muß. Manchmal auch am Chef (bzw. dessen Menschenkenntnis), der in der Regel das Team anfangs zusammengestellt hat.
Im Team herrscht Harmonie.
Ein unbedingtes Lob für den bisherigen TL. Dazu muß ein ggf. neuer TL erstmal viel Arbeit investieren - Arbeit an seiner Akzeptanz im Team. Dadurch kann viel unnötige Zeit verbraten werden.
Der Chef will einen neuen Teamleiter einsetzen, um Leistung und Erfolg zu steigern.
Ein TL ist etwas ganz anderes als ein Abteilungsleiter. Den kann man meist risikolos oktroyieren. Hier kommt es drauf an, woher der neue TL kommt. Aus dem Kollegium? Von sonstirgendwoher aus dem Unternehmen?
Ist jedenfalls erfahrungsgemäß nicht das erste Mittel der Wahl, um das o.g. Problem zu beheben.
Der neue Teamleiter ist eine noch stärkere Persönlichkeit als der bisherige und ist ihm in allen Bereichen überlegen.
Wenn der der bisherige im Team bleibt, werden die o.g. Punkte (Sympathie der Teammitglieder usw.) das Team sprengen. Die neue Teamarbeit wird mit Opposition des Teams beginnen - was andererseits nicht schlecht für dessen erwähnte fehlende Eigenschaften sein könnte.
Der alte Teamleiter versucht mit allen Mitteln und vielen Vorwänden zu verhindern, dass ein neuer Teamleiter ins Team kommt. Vielleicht kann mir jemand von euch den Grund erklären.
Ich kann nicht glauben, daß dir der Grund dafür undurchsichtig ist. Er wird degradiert, vor allen gedemütigt, und vor allem: Sein bisheriges, offenbar großes Engagement wird mit Auskanzeln belohnt.
Was wird passieren, wenn der Chef trotzdem den neuen Teamleiter einsetzt?
Siehe oben.
Ist das ratsam?
Auf der Bssis der bisherigen Informationen: Nein.
Gruß
Metapher (u.a. langjährig tätig als Team- und TL-Supervisor)