Probleme mit Tacho

Hallo,

vor einigen Tagen habe ich hier nach einem neuen IC für einen elektronischen Tacho gesucht und nach einigem suchen einen ähnlichen Typ gefunden.
Dieser ist inzwischen geliefert worden und ich habe eine neue Schaltung zusammengelötet, basierend auf der alten Schaltung und den Datenblättern des neuen IC.
Beim testen hat die Schaltung zuerst (bedingt) funktioniert. Der Tacho hat die Geschwiindigkeit angezeigt, als auch die Tageskilometer gezählt.
Der Tageskilometerzähler wird über einen Schrittmotor gestellt.
Jedes mal wenn der Motor einen Schritt weiter ging hat die Tachonadel geschwankt, beim testen im Keller nur recht leicht, beim Test im Auto jedoch um 20-30km/h!
Ebenso hat die Nadel stärker geschwankt wenn man z.B. den Blinker setzte.
Also zurück in den Keller und Fehler suchen.
Ach ja: getestet habe ich im Keller mit hilfe eines 12V-Trafos mit Gleichrichter. Dabei wurde die Gleichspannung hinter dem Gleichrichter (ungeglättet) für die Spannungsversorgung verwendet und das Tachosignal habe ich vor dem Gleichrichter abgegriffen, was auch zuerst funktioniert hat.
Beim 2. Test nachdem ich festgestellt hatte das die Tachonadel sehr stark schwankt hat der Motor nach einigen Sekunden keine sauberen Schritte mehr gemacht, sondern ist teilweise hängengeblieben und hat gebrummt, kurz darauf hat er dann gar nichts mehr gemacht.
Diagnose: IC wieder kaputt :frowning:
Da ich in weiser Vorausicht lieber zwei ICs bestellt habe habe ich jetzt noch einen Versuch :smile:

Bevor ich jetzt den 2. IC auch noch kaputt mache möchte ich lieber erst fragen wo wohl mein Fehler lag.
Die Schaltung (neu und alt) sowie die Datenblätter habe ich als Zip gepackt und hier hochgeladen, falls sich einer meinem Problem annehmen möchte:
http://rapidshare.com/files/263321206/Tacho_Unterlag…

Eine andere Möglichkeit warum mein IC den Dienst quittierte könnte auch sein:
Evtl. liefert der Trafo im Keller Spitzenspannungen die mein IC auf Dauer nicht verträgt, Induktion beim ausschalten?

Für alle die bis hier her durchgehalten haben schonmal vielen Dank fürs lesen :smile:

Freue mich auf eure Tipps.

viele Grüße
raicer

Hallo

Was Dein Trafo so macht, kann ich nicht sagen, aber Deine Schaltung ist extrem Versorgungsspannungsempfindlich wenn Sie auf den Blinker reagiert und den Schrittmotor würde ich möglichst vom IC entkoppeln.
Ich würde auch eine Spannungsstabilisierung empfehlen. Ist das IC schon mit 8 Volt zufrieden?
Wobei, ich hab mir die Schaltung angesehen und versteh sie nicht ganz. Zum Beispiel den Kondensator am Schrittmotor, und wie der Kondensator entladen wird usw.

MfG
Matthias

Hallo

kann sein das die Schaltung etwas empfindlich auf die Spannung reagiert, als Stabilisierung ist der 47uF hinter dem 33Ohm Widerstand gedacht, Wert laut Datenblatt. Der originale Kondensator der alten Schaltung hatte 22uF.
Evtl. sollte ich wirklich noch eine Stabilisierung vorsehen, alte Autos, Übergangswiderstände, Masse usw…
Laut Datenblatt arbeitet der neue IC typisch mit 9-16V.
Die Ansteuerung des Motors haben ich vom original übernommen. Ein Ausgang des ICs steuert den Transistor an, dieser schaltet die 12V an den Motor, Motor macht einen Halbschritt und Kondensator lädt, Transistor sperrt wieder wenn IC den Ausgang abschaltet. Der Kondensator entlädt sich in die andere Richtung, der Motor macht den 2. Halbschritt. Denke mal durch den Kondensator ist gewährleistet das der Motor nur einen kurzen Schritt macht, da dann der Kondensator geladen/entladen ist.

Hoffentlich lässt sich der Fehler noch finden.

viele Grüße
raicer

Hallo,
der UAF 2115 ist für einen 2 Phasen Schrittmotor ausgelegt. Das Impulsdiagramm ist im Datenblatt zu sehen.

Deine Schaltung ist schon sehr abenteuerlich, weil sie einen Kurzschluss an den Stepperausgängen erzeugt.
Wenn du dir das Diagramm ansiehst, wirst du sehen, dass beide Ausgänge (2 und 12)über eine gewisse Zeit auf GND geschaltet sind.

Dann schaltet der BD520 die Spannung durch und über die Diode geht die Spannung auf den Eingang 12 der auch auf GND geschaltet ist.

Dieser Kurzschluss macht den Spannungseinbruch im Auto und das IC geht irgendwann mal kaputt.

Wie der richtige Schaltplan auszusehen hat, kann ich erst dann sagen, wenn ich die Daten vom Steppermotor habe.

Gruß
Axel

Hallo Axel,

Wenn du dir das Diagramm ansiehst, wirst du sehen, dass beide
Ausgänge (2 und 12)über eine gewisse Zeit auf GND geschaltet
sind.

Wie der richtige Schaltplan auszusehen hat, kann ich erst dann
sagen, wenn ich die Daten vom Steppermotor habe.

Die 1N4148 an Pin 2 durch einen NPN-Transistor ersetzen, BC546 o.ä.

Emitter an Pin2, Kollektor an den 560R Widerstand und die Basis an Pin 12. Von Pin 12 käme dann noch ein Pullup-Widerstand ( etwa 50k) nach Vs (Pin 1 & 6).

MfG Peter(TOO)

Schritt für Schritt testen
Hallo raicer,

Jedes mal wenn der Motor einen Schritt weiter ging hat die
Tachonadel geschwankt, beim testen im Keller nur recht leicht,
beim Test im Auto jedoch um 20-30km/h!
Ebenso hat die Nadel stärker geschwankt wenn man z.B. den
Blinker setzte.

Es sieht danach aus, dass die Schwankung der Tachonadel durch einen Spannungseinbruch infolge einer recht hohen Strombelastung stattgefunden hat. Um zu testen, ob die Ansteuerung des Schrittmotors diese Strombelastung verursacht hat, klemme den Schrittmotor ab und teste die Schaltung dann nochmal. Wenn die Tachonadel dann nicht mehr schwankt, stimmt etwas mit der Ansteuerung des Schrittmotors nicht. Vielleicht hast Du da einen Verdrahtungsfehler.
Wenn die Tachonadel im Auto durch Betätigung des Blinkers immer noch schwankt, dann ist die RC-Stabilisierung nicht ausreichend, bzw. dann schalte nach dem 33Ohm-Widerstand des Eingangsspannungsfilters noch eine 1N4148 (Kathode an 47µF) und vergrößere den Pufferkondensator von 47 auf 150µF.

Betreibe die Schaltung eine Zeit lang ohne Schrittmotor, und prüfe, ob sie einwandfrei arbeitet. Wenn „ja“, liegt das Problem wirklich am Schrittmotor-Teil der Schaltung.

Ach ja: getestet habe ich im Keller mit hilfe eines 12V-Trafos
mit Gleichrichter. Dabei wurde die Gleichspannung hinter dem
Gleichrichter (ungeglättet) für die Spannungsversorgung
verwendet

Keine Elektronik kann vernünftig arbeiten, wenn sie mit ungeglätteten Gleichspannungspulsen versorgt wird!
Schalte also unbedingt einen Glättungskondensator nach dem Brückengleichrichter. Da ein 1000µF-Kondensator in Reihe zum Motor liegt, sollte der Glättungs-Elko mindestens 2000µF besitzen, besser 4700µF.

Beim 2. Test nachdem ich festgestellt hatte das die Tachonadel
sehr stark schwankt hat der Motor nach einigen Sekunden keine
sauberen Schritte mehr gemacht, sondern ist teilweise
hängengeblieben und hat gebrummt, kurz darauf hat er dann gar
nichts mehr gemacht.

Prüfe neben der Verdrahtung des Schrittmotors, ob seine Welle vielleicht mechanisch schwergängig ist, bzw. ob der Tageskilometer nur schwer zu drehen ist. Ein Schrittmotor brummt nämlich dann, wenn er sich infolge einer zu hohen Last nicht mehr drehen kann.

In Deinem neuen Schaltplan zieht der Treiberausgang an Pin 12 die Schrittmotorphase über die Diode 1N4148 zu gegebener Zeit auf Masse. Dies bewirkt in Kombination mit dem 1000µF-Kondensator in Reihe zum Schrittmotor, eine Stromumpolung in der Wicklung des Schrittmotors und dadurch dreht sich der Schrittmotor weiter. Wenn der 1000µF-Kondensator voll geladen ist, dann fließt kurze Zeit ein sehr hoher Entladestrom in den Pin 12 hinein. (Anmerkung nebenbei: Da Pin 12 und Pin 2 vom IC niemals gleichzeitig eingeschaltet werden - siehe Figur 4 im Datenblatt - findet auch kein Kurzschluss der 12V-Spannung statt.) Um den Treiberausgang vor diesem hohen Spitzenstrom zu schützen, wäre es vorteilhaft, ebenfalls einen PNP-Transistor an diesen Treiberausgang wie bei Pin 2 zu schalten. Der Emitter des PNP-Transistors muss dann natürlich an die Schrittmotorphase angeschlossen werden, der Kollektor an Masse.

Im Grunde genommen ist die hier beschriebene Schrittmotoransteuerung mit Kondensator eine zwar recht einfache, aber ziemlich undefinierte Methode, eine Stromumpolung im Motor zu erzeugen. Elektronisch korrekt wäre der Aufbau einer H-Brücke mittels zweier PNP-Transistoren und zweier N-Kanal-MOSFETs. Zusätzlich wären noch 2 Freilaufdioden erforderlich und insgesamt 4 Widerstände. Allerdings dürfte Dein IC dann nie mehr wegen Überlastung der Treiberausgänge kaputt gehen. Schreibe mir eine Mail, wenn Dich der Aufbau so einer H-Brücke interessiert.

Eine andere Möglichkeit warum mein IC den Dienst quittierte
könnte auch sein:
Evtl. liefert der Trafo im Keller Spitzenspannungen die mein
IC auf Dauer nicht verträgt, Induktion beim ausschalten?

Das IC hält laut Datenblatt 40V an den Treiberpins 2 und 12 aus, ebenso an Pin 3. Es ist richtig, dass im Auto evtl. höhere Spannungsspitzen entstehen können. Mit einer H-Brücke verlagerst Du das Problem der Spannungsfestigkeit vom IC auf die Transistoren, was jedoch den Vorteil hätte, dass Du dann die freie Wahl hast, wie viel Spannung Du diesen zumuten möchtest. Pin 3 (Taximeter-Impuls) lässt Du einfach unbeschaltet, dann können dort auch keine hohen Spannungsspitzen anliegen.

Achtung vor Spannungsspitzen am Tachosignal:
Du hast an Pin 9 zwar eine 12V Z-Diode angeschlossen plus 680nF-Kondensator, doch bedenke, dass jede Z-Diode eine gewisse Zeit braucht um eine Überspannung abzubauen. In Deinem Fall gelangt die Überspannung ungehindert an Pin 9 und wird dann erst von der Z-Diode abgebaut. Doch dann ist es bereits zu spät. Der 680nF-Kondensator hilft in diesem Falle auch nicht, sofern der Innenwiderstand der Tachosignalquelle entsprechend klein ist.
Meine Empfehlung: Schalte einen Vorwiderstand zwischen Tachosignal und der Schutzbeschaltung. Vielleicht reichen 56 Ohm.

Gruß, Hilarion

Hallo

Du hast ja Glück gehabt, den richtigen Chip gefunden zu haben.

Ich hab noch den Tip, einmal bei der Fahrzeugelektrik die Batterieanschlüsse zu überprüfen, das da auch kein Wackelkontakt vorliegt. Das könnte nämlich zu Überspannungen und zu dem beschriebenen Einfluss der Blinker passen.

Überhaupt ist ein modernes Multimeter sehr empfehlenswert, und natürlich auch, es zu benutzen. Soll heißen, die Spannungen der Batterie bzw. des Trafos prüfen.
Man kann damit auch prüfen, wo zuviel Strom fließt.(außer Impulse)
Brumm im Motor kann zum einen vom Klemmen des Motors kommen, aber auch von Deinem Trafo. Den Motor kann man auch mal mit Taster testen, damit nicht jedesmal der Chip durchbrennt.

IC’s sind eigentlich sehr robust, es sei den, sie werden überlastet, also da ist irgendwo zu viel Strom, zu viel Temperatur oder Spannung.
Induktive Elemente können beim Schalten hohe Spannungsspitzen erzeugen.

MfG
MAtthias

Hallo,

Die Batterieanschlüsse und die verwendeten Leitungen habe ich nochmals geprüft, sitzt aber alles fest und hat guten Kontakt, 12V lassen sich auch unter Last messen. Da bei dem Fahrzeug ein Großteil der Kontakte gereinigt und geprüft wurde (da z.B. bei den Fensterhebern nur 6V ankamen wegen schlechter Kontakte) gehe ich einfach mal davon aus das die Spannungsversorgung gewährleistet ist.
Die anliegenden Spannungen habe ich vor dem anklemmen des Tachos geprüft, auch während der Messung hat mir ein Messgerät den Strom angzeigt den der Tacho zog, aber wie du schon schreibst kann mir das Messgerät keine Spitzenwerte liefern. Die Stromaufnahme betrug im Leerlauf ca. 16mA und während der Fahrt als der Tacho lief zwischen 50 und 70mA.

Die Tachonadel dreht sehr leicht, der Schrittmotor auch (inklusive Getriebe).

viele Grüße
raicer

Hallo,

danke für die Hinweise, genauere Daten zu dem Schrittmotor habe ich nicht, dazu sind nirgends Angaben zu finden, nicht einmal auf dem Motor selbst (nicht einmal ein Hersteller).
Habe wie schon geschrieben nur die alte Ansteuerung übernommen, da der alte IC auch für 2 Spulen vorgesehen ist habe ich nicht mit Problemen gerechnet :frowning:

viele Grüße
raicer

Hallo Peter,

danke für die Änderung.
Nach der Antwort von Hilarion habe ich jetzt schon zwei Möglichkeiten die Schaltung umzubauen.
Bevor ich jetzt aus lauter Unwissenheit und einer unabsichtlichen Kombination beider Varianten auch den 2. IC kaputt mache bin ich natürlich am zweifeln welche Version jetzt besser ist, oder ob es noch eine weitere Möglichkeit oder gar eine Kombination aller Lösungen gibt.

viele Grüße
raicer

Ach ja: getestet habe ich im Keller mit hilfe eines 12V-Trafos
mit Gleichrichter. Dabei wurde die Gleichspannung hinter dem
Gleichrichter (ungeglättet) für die Spannungsversorgung
verwendet …

Ein 12V Trafo im Leerlauf (die Schaltung wird wohl deutlich weniger ziehen als die Nennleistung des Trafos) wird sagen wir mal rund 14V ~ erzeugen. Das sind dann knapp 20V in der Spitze.
Also wenn ich ein 12V Schaltkreis wäre, würde ich mich bedanken.
Also:
8V Trafo (der liefert ohne nennenswerte Belastung wohl ca. 10V), gleichrichten, glätten. Macht dann so ca. 14V.
Und das muss die Schaltung ab können.

Hallo xstrom,

du hast recht, ungeglättet sagt der Trafo 12V, mit Kondensator 18V.
Habe den Trafo ja wegen der Impulse für das Tachosignal verwendet, das habe ich jetzt aber lieber wieder verworfen weil ich keinen kleineren Trafo zur Hand habe und teste stattdessen mit einem regelbaren Netzteil das mir richtige 12V Gleichspannung liefert. Die Frequenz generiert jetzt mehr oder weniger regelmäßig (m)eine zittrige Hand :smile:
Nachdem ich heute damit begonnen habe die Schaltung neu aufzubauen funktioniert jetzt immerhin die Geschwindigkeitsanzeige wie sie soll, die Ausgänge für den Schrittmotor sind momentan noch unbeschaltet.
Diesmal alles Schritt für Schritt…

viele Grüße
racier