Hallo!
Ich habe dieses Jahr mein Abi gemacht und stand vor der schweren Entscheidung Studium oder Ausbildung.
Da es nur wenige Ausbildungsplätze gab, die ich für geeignet emfand, habe ich mich für den Diplomstudiengang Chemie entschieden. In letzter Zeit habe ich mich allerding intensiv erkundigt und durch eigene Recherchen (also nicht übers Arbeitsamt) nach Ausbildungsplätzen gesucht. Toll, ich wurde fündig… nun studiere ich. Was nun? Ich möchte nicht „versagen“, allerdings habe ich mich für das nächste Jahr schon bei diesen Stellen beworben, weil es mich mehr erfüllt. Mit dem studieren komme ich nicht so ganz klar. Kann auch der „Anfangsschock“ sein.
Mir gehts richtig mies. Ich weis nicht wohin mit mir, weil ich mir mit dem Studium so unsicher bin…
Wer hat evtl. einen Studienabbruch hinter sich, welche Empfehlung könnt ihr mir geben???
Ich brauch dringend einen Ratschlag, was ich aus meiner Situation machen kann…
Danke schon mal!!!
Hallo Nikea,
natürlich kann niemand Dir die Entscheidung abnehmen, aber das weißt Du sicher selbst.
Vor fast 20 Jahren stand ich vor einer ähnlichen Entscheidung: Mein gewählter Studiengang war nicht optimal, ich fühlte mich sehr schlecht, und bekam genau in dieser Situation das Angebot, einen Ausbildungsplatz anzunehmen, und zwar sofort.
Damals herrschte eine ähnliche Lehrstellenknappheit wie jetzt, es war wie ein Lotteriegewinn - wäre da nicht die Angst vor dem „Versagen“ gewesen - „Studienabbrecher“ klingt nicht gerade ruhmreich.
Ich hab’s gewagt und langfristig nicht bereut. Die Ausbildung hat mich zwar ziemlich unterfordert und gelangweilt, aber ich habe anschließend abends weitergemacht, einfach deshalb, weil ich auch meinen Lebensunterhalt verdienen mußte. Einige meiner Kollegen haben nach der Ausbildung tagsüber ein Studium absolviert, das dann mit einem ganz anderen Background als jemand, der frisch von der Schule kommt. Viele davon gingen nach dem Diplom zurück zu unserer Ausbildungsfirma und wurden dort als alte Insider natürlich gerne genommen.
Die Zeiten haben sich zwar geändert, es kommt auch auf die Branche an, aber ich denke schon, es ist besser, sofort die Notbremse zu ziehen, als nach vielen Semestern kurz vor Schluß hinzuschmeißen und ganz ohne Abschluß dazustehen.
Die paar Jahre Ausbildung und Studium gehen schneller vorbei, als man sich kurz nach dem Abi vorstellen kann, also nur Mut. Andererseits liegt es bei Dir vielleicht nur am Erstsemesterschock - das können Menschen aus Deinem Freundeskreis eventuell besser beurteilen.
Das ist nur meine persönliche Meinung - rede mit möglichst vielen Menschen, die Dich gut kennen.
Alles Gute wünscht
Inselchen
Hallo
Wie lange studierst Du denn schon? Das Wintersemester hat doch gerade erst angefangen, bzw. fängt erst an (am Montag hier in Hannover). Oder hast Du schon im Sommersemester angefangen?
Ich würde das erste Semester auf jeden Fall an der Uni bleiben, man braucht einige Zeit, um sich an das Unileben zu gewöhnen, wenn Du dann immer noch sagst, Du möchtest lieber die Ausbildung machen, dürfte das ja auch kein Problem sein, wenn Du dich zum nächsten Jahr beworben hast (zum August nehm ich an?)
Grüße
diemaus
Hi!
Das Studium kann ja nun maximal ein paar Tage dauern.
Daher würde ich an Deiner Stelle erst mal ein paar Wochen weitermachen.
Wenn Du dann merkst, Du würdest wirklich lieber eine Ausbildung machen, dann bewerbe Dich und wenn Du den Job hast, gehe von der Uni ab und mache ausgiebig Urlaub, bevor Du antreten musst.
Mit „versagen“ hat ein konsequentes Korreigieren suboptimaler Karriereentscheidungen übrigens nichts zu tun. Ich habe selbst 2 Studienorte ausprobiert, bevor ich dann am 3. bestens klarkam. Passt mir nun ein Job nicht, versuche ich, die Rahmenbedingungewn mit zu gestalten oder mache etwas anderes. Das Leben ist zu kurz, um sich jahrelang über eine Fehlentscheidung zu ärgern und dabei den Kopf in den Sand zu stecken.
Grüße,
Mathias
Hallo Nikea!
Mir hat vor 16 Jahren in ähnlicher Situation ein Berufsberater beim Arbeitsamt echt geholfen, indem er mir sagte: Eigentlich können Sie stolz sein auf sich! Ihre Bemühungen zeigen, dass sie sich sehr genau und sehr rechtzeitig um die Berufswahl kümmern. Damit heben Sie sich positiv von Ihren meisten Altersgenossen ab!
Bleib ruhig so selbstkritisch, aber gib dir ein bisschen mehr Zeit!
Gruß!
Christian
Hallo Nikea,
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Erstmal: Keine Panik! Wenn man sich nach ein oder zwei Semestern umentscheidet, ist das auf dem Lebenslauf ganz und gar k e i n e Katastrophe! Schlimmer ist es, wenn man erst nach fünf Semestern merkt, dass man das Vordiplom nicht packt. Also: Lass dir Zeit mit der Entscheidung.
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Wenn du dir schon sicher sein solltest, dass du n i c h t weiter studieren willst, dann kann ich dir den Winterkurs „moving times - Zeit für Veränderung“ empfehlen. Das ist ein 5-monatiger Kurs für junge Erwachsene, speziell für Leute, die sich neu orientieren oder Wartezeit sinnvoll überbrücken wollen (jährlich Nov. bis März). Im Kurs geht’s um die Erweiterung von Schlüsselqualifikationen und man wird individuell bei seiner Suche „gecoacht“.
So weit erstmal, ich wünsche dir alles Gute,
Imke-Marie.
Nähere Infos unter www.winterkurs.de und unter www.zeit.de/2004/08/hvhs