Probleme ohne Ende... Achtung lang!

Hi Nicole,

da offensichtlich in der Lagebeurteilung/-bewertung Konsens herrscht, hier nur noch ein Gedankenblitz:

Ja diese Befürchtung teile ich auch… Verhütung ist ja teuer!
Wobei sie absolut keine Kinder mehr will… Komischeweise der
Vater ja. Dabei ist er derjenige der sich ja am allerwenigsten
kümmert…

Für mich klingt das logisch und (im Kontext) fast folgerichtig!

Hallo,

mir ist noch eine Idee zu deiner Frage eingefallen. Ehrlich gesagt hat mich das doch etwas beschäftigt was du geschildert hast. Das rührt wohl daher, dass ich selbst aus einer Familie komme, die wenig Geld hatte, weil der Vater alles versoffen hat und mit einer Mutter die keine Liebe geben konnte, weil sie mit allem überfordert war. Fazit meiner Kindheit: Ich habe jetzt mit 32 Jahren immer noch damit zu kämpfen und arbeite stetig daran mein Selbstbewusstsein zu verbessern. Es wird wohl eine Lebensaufgabe. Mein Leben habe ich aber soweit gemeistert (sehr guter Job, kleine Familie mit viel Liebe, Haus, keine Schulden usw.)

Ich befürchte, dass die Kinder dieser Familie keine rosigen Zukunftsaussichten haben, falls nicht vorher schon was schlimmeres passiert (meine Befürchtungen dazu hatte ich ja schon kurz angeschnitten).

So lange Rede, kurzer sein. Jetzt zu meiner Idee: Ich habe davon gehört, dass es sogenannte Familienhelfer gibt, die vom Jugendamt gestellt werden. Diese Familienhelfer sind Sozialarbeiter, die ab und an in den Familien vorbeischauen und ihnen den richtigen Weg aus der Miesere heraus aufzeigen. Leider muss dazu natürlich wieder ein Wille vorhanden sein.

Ehrlich gesagt sehe ich den bei deiner Freundin nicht. Ihr geht es noch zu gut und das geht leider auf Kosten des Wohlergehens der Kinder!!! Sowas macht mich total wütend. Sorry.

Gruß

Phoebe

Hallo Phoebe!

Ich befürchte, dass die Kinder dieser Familie keine rosigen
Zukunftsaussichten haben, falls nicht vorher schon was
schlimmeres passiert (meine Befürchtungen dazu hatte ich ja
schon kurz angeschnitten).

Ohja, das glaube ich auch. Es ist immer wieder zu beobachten, dass gerade Kinder und Jugendliche die kriminell werden, aus solchen Familien stammen. Wie soll man den zu einem Menschen werden, der Gefühle und Liebe hat, wenn man nie gelernt hat zu lieben, weil man immer das Gefühl hatte, nicht geliebt zu werden?

So lange Rede, kurzer sein. Jetzt zu meiner Idee: Ich habe
davon gehört, dass es sogenannte Familienhelfer gibt, die vom
Jugendamt gestellt werden. Diese Familienhelfer sind
Sozialarbeiter, die ab und an in den Familien vorbeischauen
und ihnen den richtigen Weg aus der Miesere heraus aufzeigen.

Das ist keine schlechte Idee… wobei ich denke, dass sie diesen Weg auch scheuen wird, da sie immer Angst hat, die Kinder könnten ihr weggenommen werden…

Leider muss dazu natürlich wieder ein Wille vorhanden sein.

Ehrlich gesagt sehe ich den bei deiner Freundin nicht. Ihr
geht es noch zu gut und das geht leider auf Kosten des
Wohlergehens der Kinder!!! Sowas macht mich total wütend.
Sorry.

Musst dich dafür wirklich nicht entschuldigen. Ich bin auch wütend über diese Situation. Ich bin wütend über diese Antriebslosigkeit, diese Lethargie und wütend darüber, dass ich es nicht ändern kann!

Gruß Nicole

„Es kommt alles wieder, was nicht zu Ende gelitten worden
ist“

wie wahr wie wahr!!!

-)

nina

hallo Nina,

grüss dich nicole,

sie braucht so lange wie sie braucht für ihre erkenntnisse und
niemand kann ihr diesen aufzwingen - schlicht gesagt leidet
sie noch nicht genug um etwas zu begreifen und zu verändern.

ja stimmt… die Frage ist, wie schlimm muss es noch werden,
bis da was passiert?!?

im grunde ist das nicht die frage - es is deine frage.
für dich ists das so, du erlebst es so - sie aber geht ja zumindest noch einen andere weg - der wird diese frage nicht erlauben/zulassen.
und an der stelle muss ich sagen - du kannst ihr nicht deine sichtweise aufzwingen wenn sie ihre noch so sehr braucht - und das scheint so zu sein, sonst würde es ihr leichter fallen diese gefahren und auswirkungen für ihre kinder z.b zu erkennen.
wie ich schon erwähnte, je mehr du versuchst sie auf gefahren hinzuweisen oder ihr drohst - desto weniger wird passieren.
es gibt einen unterschied ob man sich selbst schützt - also du dich - und ihr freundlich aber konsequent mit auf den weg gibst, dass du ihr versuchst hast behilflich zu sein, ihr tips zu geben, aber nun an dene grenzen kommst (was, wie mir scheint, auch der fall ist).
dass du keinen kontakt wünscht bevor sie nicht wirklich bereit für veränderungen ist, auch wenn deine gefühle für sie als mensch die gleichen sind wie vorher.

evtl schliesst du dich mal mit einem fachmenschen in sachen psyche kurz oder beliest dich auch hier - die psyche ist nicht so einfach wie es dir so erscheinen mag und es ist nunmal ein unterschied ob man von aussen etwas beobachtet oder mitten drin steckt - und man darf sicher davn ausgehen, dass es bei ihr eine prägung gibt oder zumindest subjektive gründe, warum sie noch alles verteidigt und schönredet, bagalellisiert.

solange du das nicht hinterblickst und verstehst, wird das nix - egal wieviel druck du machst - du solltest im gegenteil - meiner ansicht nach den druck rausnehmen - damit sie mal irgendwann luft hat sich zu fragen was sie will und nicht was du willst was sie zu wollen hat und was ihr kerl will, ihre familie etc.
das z.b kann nämlich am ende bei zuviel druck herauskommen.

es wäre an der zeit nicht mehr zu helfen, denn nur so besteht
aussicht auf ausreichenden frust der sich dann in aktion
wandeln kann.
des weiteren übst du ohne es zu wollen druck aus und den hat
sie ja bereits genug.
sie kennnt die möglichkeiten - ich würde ihr mitteilen, dass
sie sich melden kann wenn sie bereit ist etwas zu verändern,
dass du sich unterstützt, aber solange sie in dem zustand
verweilen will, du dich distanzierst - und ich würde ruhig
auch erwähnen, dass die belastung für dich zu hoch ist - da
sie ja nichts verändern will.

Meine Idee war auch schon ihr eine Art Ultimatum zu setzen.

sorry, aber das ist der falsche weg - sie ist nicht dein kind in der pubertät und du überschreitest deine rechte als freundin und hilfst ihrso nicht.
du verhälst dich ja dann, als ginge es um dich! - dabei gehts doch wohl um sie und ihre kids… und nicht darum, dass sie macht was du sagst, deine sicht der dinge zwar nicht in der lage ist zu sehen, aber tut was du sagst weil sie verlustangst hat sonst? - das sind ja wohl u.a. gründe, warum sie bisher bei ihrem kerl bleibt und du würdest doch auf eine andere art und weise genau kopieren was in der familie läuft…
sie wird zerrieben zwischen positionen - das kann ja nicht dein ziel sein.

nochmal - es geht nicht um dich, es geht nicht darum ob du recht hast oder nicht, esgeht darum, dass du ihr klarmachst wie wichtig wie dir ist, du dich aber distanzierst. dazu müsstest du im vorfeld aber idealerweise selbst durchschauen warum sie noch nicht handelt und bei dir verstehen, warum du meinst sie muss dann handeln wenn du es für angemessen hälst und so wie du es für angemessen hälst.

ich stelle übrigens die lage an sich nicht in frage, darum gehts nicht.
ich habe nur gelernt, dass egal wie die lage ist, wenn eine seite die sich als helfende betrachtet nicht wirklich versteht warum sich die person wie fühlt und warum sie gewisse dinge so nicht, noch nicht, tun kann - dann ists für die katz was man versucht - es ist sogar „falsch“.

des weiteren frage ich mich spontan ob deine vorschläge evtl noch eine nummer zu gross sind für sie. evtl wäre es erstmal mit kleinen dingen, die ihr auf ihrem erkenntnisweg behilflich sind besser getan. - also z.b ein besuch bei einer gruppe von angehörigen von trinkern oder der ausdruck von seiten zu diesem thema.
sie braucht schliesslich noch mehr hintergrundwissen als du, sie ists um die es geht und wie soll sie was wahrnehmen und entscheiden ohne das - bisher gings nicht. es gibt also keinen grundanzunehmen, das es sich einfach so ändern würde.

Beispielsweise, wenn sie bis Ende diesen Jahres keine Schritte
unternommen hat, an denen man erkennen könnte, dass sich
wirklich was bewegt, dann soll sie mich nie wieder mit diesen
Problemen belasten, geschweige denn drüber reden. Ich denke
auch dass in diesem Fall nur noch Härte und Konsequenz etwas
bringt.

tja - sie scheint für dich eine art fall geworden zu sein und wieder habe ich das gefühl es geht um dich, dass du erfolg hast sie zu überzeugen und nicht darum, dass dir wichtig ist, dass sie fühlt was sie noch nicht fühlt.

will heissen - sich zu distanzieren kann man auf verschiedene arten und weisen machen - so wie du es beschreibst klingt es wie eine strafe.
aber das soll es nicht sein, sich nicht so anfühlen, für keinen von euch beiden.

distanz stellt hier aus meiner sicht das einzige mittel dar.
des weiteren täte es dir gut, du hängst dich zu sehr rein (die
frage nach dem warum - also den eigenen gründen wäre ja evtl
auch mal ein ansatz für dich selbst)

ich denke mal bei mir ist das Jobbedingt, ich bin bei der
Kriminalpolizei und sehe solche Zustände regelmäßig.

ein grund mehr mal zu versuchen hinter das zu blicken was man sieht.
hier gehts nicht um rechtfertigung von opfer oder täter - sondern darum zu verstehen was wie funktioniert, wie z.b eine frau wie deine freundin beschaffen sein muss um das alles mitzutragen, wie so eine bindung „funktioniert“… naja, da steckt so viel dahinter und für den job mag das nicht so wichtig sein, aber für den umgang meine ich schon.

Aber,

hier erlebe ich das alles aus einer anderen Perspektive, zumal
ich beruflich zu solchen Familien dann komme, wenn zumeist
leider alles zu spät ist.

das es meist zu spät ist, ists klar, liegt aber an vielen ursachen verschiedenster art und verschiedenster bereiche.
gäbe es menschen mit kompetenz in sachen verstehen, die in familien kämen bevor es zum äussersten kommt, liesse sich so einiges umgehen -
aber man kann ja nicht lauter psychologen eben mal so aus der hüfte in diese familien schicken, das ist schon klar.
aber nun, hier landen wir bei theorien die zu weit weg sind.

Ich weiß wozu solche Verhältnisse

führen können und versuche es in meinem Freundeskreis zu
verhindern…

auf deine weise und ich glaube, die art und weise ist - wie gut auch immer gemeint - nicht so wirklich erfolgsversprechend. das anzuerkennen und entweder neue wege zu suchen oder sich zu distanzieren ist eine entscheidung die du mit dir ausmachen musst - und ggfs. nat. auch im wie…

hmmm ist das schon ein Helfersyndrom???

das weiss ich nicht. aber für mich fühlt sich hier etwas „schief“ an.
also falsch im sinne von - das eine willst du gerne tun - aber das andere kommt dabei heraus - was nun nicht zwingend mit dir zusammenhängen muss, aber ich sehe selbst durch meine eigenen veränderungen im umgang mit menschen die hilfe suchen, wie sehr es davon abhängt wie man vorgeht - ob man jemanden erreicht.
und ich habe auch für mich begriffen, ich muss emotional eine gewisse distanz halten und darf nicht meinen ehrgeiz dranhängen - sonst gehts nämlich irgendwann in erster linie nur darum, dass du frustiert bist, weil du nicht erfolgreich bist - und diese selbsterkenntnis ssowie weitere können ganz schon schmerzen. sicher ist aber, niemand tut oder lässt etwas aus selbstlosigkeit - ich nicht, du nicht.
es geht also immer auch um den eigenen gewinn.

ob du z.b darüber hinaus in ansätzen irgendwie mal selbst ähnliches erlebt hast wie deine freundin, wäre z.b ein weiterer punkt.
wäre dem so, würde ich dein vorgehen besser verstehen können.
aber das wäre für die „sache“ ein zusätzliches problem. denn es wäre dir zu nahe…aber das ist wiederum ein sonderthema.

aber evtl liest du mal auf der HP von oliver oder anderen fachleuten hier und so kannst du allg. evtl einen weiteren zugang finden, das könnte dir helfen und ihr evtl.

LG Nicole

PS: was du evtl noch machen könntest, wäre in der tat dem
jungenamt mal einen deutlichen hinweis zu geben - denn wird
die mutter geschlagen und stimmt die beschreibung der
fam.-sit., herrscht ja eine form der gewalt im hause. mit
etwas glück stellt man diese familie zumindest unter
beobachtung.

In diesem Falle werde ich mich jetzt dann mal schlau machen!

gut! - wobei - in deinem job - weiss man das da nicht ohnehin?
und in deinem job gibts doch sicher auch polizeipsychologen oder
ähnliches .- evtl versuchst du da mal ein gespräch zu führen um dir
etwas über hintergründe von familien erkären zu lassen wie im fall deiner freundin.

noch eines, ich will nicht niedermachen wie du dich bemühst um sie.
ich hoffe, dass das so nicht rüberkommt, sonst wäre es ein gründliches missverständnis, aber ich bin etwas in sorge diesbezüglich.

LG
nina

… um es krass auszudrücken, keine Lust

mehr für andere zu denken…

nicole, dieser satz - niemand verlangt von dir, dass du für sie denkst - das tust du selbst wenn denn - bist doch mündig und entscheidest worauf du dich in welchem rahmen einlässt. es ist also deine eigene entscheidung und deine verantwortung.

das habe ich in meiner antwort an einer stelle gemeint und weil ich es hier geradeso deutlich gelesen habe … erwähne ich es nochmal.

denn sonst willst du nicht aus freien stücken helfen sondern
du meinst es zu müssen - unfreiwillig, ungern, ungewollt, nicht
selbst entschieden. - das würde nie funktionieren so meine erfahrung.

LG
nina

So lange Rede, kurzer sein. Jetzt zu meiner Idee: Ich habe
davon gehört, dass es sogenannte Familienhelfer gibt, die vom
Jugendamt gestellt werden. Diese Familienhelfer sind
Sozialarbeiter, die ab und an in den Familien vorbeischauen
und ihnen den richtigen Weg aus der Miesere heraus aufzeigen.

Das ist keine schlechte Idee… wobei ich denke, dass sie
diesen Weg auch scheuen wird, da sie immer Angst hat, die
Kinder könnten ihr weggenommen werden…

das muss sie denken, weil sie 1 ein schlechtes gewissen hat und 2 sicher nicht weiss, was die machen, was ihr job ist - nämlich genau das wovor sie angst hat zu verhindern. evtl gibts da ja broschüren in deinen sie nachlesen kann, wies wirklich ist?

Leider muss dazu natürlich wieder ein Wille vorhanden sein.

Ehrlich gesagt sehe ich den bei deiner Freundin nicht. Ihr
geht es noch zu gut und das geht leider auf Kosten des
Wohlergehens der Kinder!!! Sowas macht mich total wütend.
Sorry.

noch ists nicht zu spät, erkenntnisse können wachsen - je weniger angst sie hat, je mehr sie weiss wie welche hilfestellung aussieht, desto grösser zumindest theoretisch die chancen des begreifen und in folge des wachsenden willens. - problem hier aber - wie sie informieren dait sie sich mal ein wenig auskennt und nicht nur wild vermutet…

wut ist ein schlechter helfer übrigens - auch wenn ichs verstehe.

LG
nina

hallo Nina,

und man darf sicher davn ausgehen, dass

es bei ihr eine prägung gibt oder zumindest subjektive gründe,
warum sie noch alles verteidigt und schönredet,
bagalellisiert.

Sicher gibt es diese. Ich denke mal sie hat es nie anders erlebt. Schon in der Kindheit nicht. Es gibt so viele Dinge, die sie nicht gelernt hat und wo man jetzt merkt, dass es so nicht gehen kann.

solange du das nicht hinterblickst und verstehst, wird das nix

  • egal wieviel druck du machst - du solltest im gegenteil -
    meiner ansicht nach den druck rausnehmen - damit sie mal
    irgendwann luft hat sich zu fragen was sie will und nicht was
    du willst was sie zu wollen hat und was ihr kerl will, ihre
    familie etc.
    das z.b kann nämlich am ende bei zuviel druck herauskommen.

ja, dass habe ich mittlerweile auch eingesehen. Ich belasse es momentan dabei,wenn sie von ihren Problemen erzählt höre ich zu, versuche derzeit aber NICHT ihr irgendwelche guten Ratschläge zu geben.

es wäre an der zeit nicht mehr zu helfen, denn nur so besteht
aussicht auf ausreichenden frust der sich dann in aktion
wandeln kann.

Ich denke, dass ich es wohl mal damit versuchen werde.

des weiteren übst du ohne es zu wollen druck aus und den hat
sie ja bereits genug.

Ja das stimmt. Wobei es mir wirklich nicht darum geht bei ihr einen persönlichen Erfolg zu erzielen, sondern dass sich in dieser Familie wirklich etwas ändert, aber das müssen sie jetzt alleine schaffen.

sie kennnt die möglichkeiten - ich würde ihr mitteilen, dass
sie sich melden kann wenn sie bereit ist etwas zu verändern,
dass du sich unterstützt, aber solange sie in dem zustand
verweilen will, du dich distanzierst - und ich würde ruhig
auch erwähnen, dass die belastung für dich zu hoch ist - da
sie ja nichts verändern will.

So sieht es aus. Bevor ich am Ende selbst frustriert bin, halte ich mich wohl besser zurück.

Meine Idee war auch schon ihr eine Art Ultimatum zu setzen.

sorry, aber das ist der falsche weg - sie ist nicht dein kind
in der pubertät und du überschreitest deine rechte als
freundin und hilfst ihrso nicht.
du verhälst dich ja dann, als ginge es um dich! - dabei gehts
doch wohl um sie und ihre kids… und nicht darum, dass sie
macht was du sagst, deine sicht der dinge zwar nicht in der
lage ist zu sehen, aber tut was du sagst weil sie verlustangst
hat sonst? - das sind ja wohl u.a. gründe, warum sie bisher
bei ihrem kerl bleibt und du würdest doch auf eine andere art
und weise genau kopieren was in der familie läuft…
sie wird zerrieben zwischen positionen - das kann ja nicht
dein ziel sein.

Wenn ich mir das aus deiner Sicht so durchlese, muss ich dir auch recht geben. Erzieherische Maßnahmen sind wohl fehl am Platze. Sie muss selbst lernen, wie sie die Dinge in die Hand nehmen kann.

nochmal - es geht nicht um dich, es geht nicht darum ob du
recht hast oder nicht, esgeht darum, dass du ihr klarmachst
wie wichtig wie dir ist, du dich aber distanzierst. dazu
müsstest du im vorfeld aber idealerweise selbst durchschauen
warum sie noch nicht handelt und bei dir verstehen, warum du
meinst sie muss dann handeln wenn du es für angemessen hälst
und so wie du es für angemessen hälst.

Nein es geht hierbei defintiv nicht um mich. Mir selbst sind solche Probleme zwar nicht fremd, aber ich habe sie durch mein eigenes Handeln irgendwann in den Griff bekommen. Habe auch schon eine sehr schlechte Beziehung hinter mir, in der ich mich aus dem grund nicht alleine sein zu wollen nicht getrennt habe. Aber irgendwann war ich an dem Punkt wo ich sagte bis hierher und nicht weiter und dann den Schritt gegangen bin. Und es war die beste Entscheidung die ich habe treffen können. Es ist ja nicht so, dass ich nicht weiß wovon ich rede. Ich musste damals mein Leben auch von Null anfangen lassen und mir alles von neu aufbauen. Aber es war gut so und ich bin dadurch nur selbstbewusster geworden.

ich stelle übrigens die lage an sich nicht in frage, darum
gehts nicht.
ich habe nur gelernt, dass egal wie die lage ist, wenn eine
seite die sich als helfende betrachtet nicht wirklich versteht
warum sich die person wie fühlt und warum sie gewisse dinge so
nicht, noch nicht, tun kann - dann ists für die katz was man
versucht - es ist sogar „falsch“.

eben durch meine eigenen Erfahrungen weiß ich, was es bedeutet und kenne die Seite in der sie sich befindet und die Seite wo ich mich heute befinde. Ich habe auch diverse Anstöße von Freunden und Familie gebraucht. Das Problem ist, andere Freunde hat sie nicht und die Familie kann man, plump ausgedrückt, in der Pfeife rauchen. Da gehts nämlich nicht anders zu.

des weiteren frage ich mich spontan ob deine vorschläge evtl
noch eine nummer zu gross sind für sie. evtl wäre es erstmal
mit kleinen dingen, die ihr auf ihrem erkenntnisweg behilflich
sind besser getan. - also z.b ein besuch bei einer gruppe von
angehörigen von trinkern oder der ausdruck von seiten zu
diesem thema.

Es gibt aber keine Alternative. Der Alkohol ist fast noch das kleinste Problem. Dramatischer sind die Geldprobleme und Bergen von Schulden.
Aber anstatt was dagegen zu unternehmen, werde immer neue Schulden gemacht.

sie braucht schliesslich noch mehr hintergrundwissen als du,
sie ists um die es geht und wie soll sie was wahrnehmen und
entscheiden ohne das - bisher gings nicht. es gibt also keinen
grundanzunehmen, das es sich einfach so ändern würde.

Ich habe schon von ihr des öfteren den Spruch gehört „Das verstehe ich ja eh nicht, weshalb sollte ich mich da schlau machen“. Dabei ist sie alles andere als dumm.

tja - sie scheint für dich eine art fall geworden zu sein und
wieder habe ich das gefühl es geht um dich, dass du erfolg
hast sie zu überzeugen und nicht darum, dass dir wichtig ist,
dass sie fühlt was sie noch nicht fühlt.

Nein, dem kann ich nicht zustimmen. Es geht mir in erster Linie um sie und um die Kinder. Sie ist für mich wie eine Schwester. Ich möchte, dass sie endlich auch mal glücklich ist. Ich führe ein sehr zufriedenes Leben, habe einen Beruf der mich ausfüllt und ein angenehmes Privatleben. Auf den „Stress“ mit ihr könnte ich verzichten. Aber ich habe hlt erkannt, dass sie es ohne fremde Hilfe (ich meine hier nicht meine Hilfe) nicht mehr schafft.

ein grund mehr mal zu versuchen hinter das zu blicken was man
sieht.
hier gehts nicht um rechtfertigung von opfer oder täter -
sondern darum zu verstehen was wie funktioniert, wie z.b eine
frau wie deine freundin beschaffen sein muss um das alles
mitzutragen, wie so eine bindung „funktioniert“… naja, da
steckt so viel dahinter und für den job mag das nicht so
wichtig sein, aber für den umgang meine ich schon.

Diese Beschaffenheit habe ich eben wie oben beschrieben, schon vor einigen Jahren am eigenen Leib erfahren. War alles sehr ähnlich. Der einzige Unterschied ist, dass bei mir keine Kinder im Spiel sind.

Ich weiß wozu solche Verhältnisse

führen können und versuche es in meinem Freundeskreis zu
verhindern…

das weiss ich nicht. aber für mich fühlt sich hier etwas
„schief“ an.
also falsch im sinne von - das eine willst du gerne tun - aber
das andere kommt dabei heraus - was nun nicht zwingend mit dir
zusammenhängen muss, aber ich sehe selbst durch meine eigenen
veränderungen im umgang mit menschen die hilfe suchen, wie
sehr es davon abhängt wie man vorgeht - ob man jemanden
erreicht.
und ich habe auch für mich begriffen, ich muss emotional eine
gewisse distanz halten und darf nicht meinen ehrgeiz
dranhängen - sonst gehts nämlich irgendwann in erster linie
nur darum, dass du frustiert bist, weil du nicht erfolgreich
bist - und diese selbsterkenntnis ssowie weitere können ganz
schon schmerzen. sicher ist aber, niemand tut oder lässt etwas
aus selbstlosigkeit - ich nicht, du nicht.
es geht also immer auch um den eigenen gewinn.

Hmmm aber was würde ich gewinnen? Gut, klar wäre ich ein Stück weit zufriedener wenn ich sehen würde, dass sich etwas in ihrem Leben zum positiven verändern würde.

ob du z.b darüber hinaus in ansätzen irgendwie mal selbst
ähnliches erlebt hast wie deine freundin, wäre z.b ein
weiterer punkt.
wäre dem so, würde ich dein vorgehen besser verstehen können.
aber das wäre für die „sache“ ein zusätzliches problem. denn
es wäre dir zu nahe…aber das ist wiederum ein sonderthema.

s. oben! :smile:

  • wobei - in deinem job - weiss man das da nicht ohnehin?

und in deinem job gibts doch sicher auch polizeipsychologen
oder
ähnliches .- evtl versuchst du da mal ein gespräch zu führen
um dir
etwas über hintergründe von familien erkären zu lassen wie im
fall deiner freundin.

Klar… dienstlich gesehen kenne ich mich mit sowas sehr gut aus. Um so schwerer ist es dann, so einen Fall im Privaten zu haben. Es ist ein großer Unterschied ob man Betroffenen als Polizeibeamter begegnet, also als neutrale Person, oder ob man mittendrin steckt und indirekt auch betroffen ist, zumindest gefühlsmäßig.
Weshalb ich nicht mit dem Polizeipsychologen spreche, hat dienstl. Gründe und ist dann ein anderes Thema :smile:

noch eines, ich will nicht niedermachen wie du dich bemühst um
sie.
ich hoffe, dass das so nicht rüberkommt, sonst wäre es ein
gründliches missverständnis, aber ich bin etwas in sorge
diesbezüglich.

Nein so sehe ich das auf keinen Fall! Ich habe ja diesen Artikel gepostet um verschiedene Meinungen zu hören und nicht um mir die Leute nach dem Mund reden zu lassen! Vielen Dank für deinen ausführlichen Text.

LG Nicole

Hi Nicole,

habe mir hier mal die Antworten durchgelesen. Und es ist sicherlich sehr schwer bzw. mir wäre es teils unmöglich die beste Hilfe darin zu sehen nicht mehr zu helfen. Doch ich sehe es auch so, die schwächsten Glieder dieser Kette sind die Kinder und sie bedürfen am meisten Hilfe. Auch wenn sich Deine Freundin nicht gerade reif und erwachsen verhält, die Kinder können es wohl auf keinen Fall. Und man sollte doch nicht noch mehr kranke Menschen „züchten“.

Wenn Du z.B. wegen Vernachlässigung beim Jugendamt auf diese Familie hinweist und Du eventuell sogar Stress mit Deiner Freundin bekommst, sie Dir möglicherweise sogar die Freundschaft aufkündigt, vielleicht ist es dennoch die beste Lösung für den Moment.

Alles was Dir möglich war hast Du bislang getan, doch offenbar hat sich nichts positiv daraus entwickelt, oder? Und selbst zöge Deine Freundin mit, z.B. in dem sie auszieht und in ein Frauenhaus mit ihren Kindern geht, eine Umschulung macht, sich eine Halbtagsstelle sucht oder was auch immer, ihr Mann ist scheinbar auch nicht zu Veränderungen bereit.

Wohin soll das führen als weiter in eine Negativspirale? Das dicke Ende scheint nur noch nachkommen zu können. Also, von daher ist scheinbar die Einschaltung einer öffentlichen Stelle nicht lieblos oder gemein sondern scheinbar der momentan einzig mögliche Weg, auch wenn er Dir vermutlich sehr hart bis unmöglich scheint zu gehen. Also, ich hätte tierische Probleme in Deiner Situation das dann auch tatsächlich umzusetzen.

Doch da Du ja selbst schreibst, sie verschuldet sich immer mehr und es scheint immer mehr bergab zu gehen, was steht am Ende? Verlust der Arbeit, der Wohnung… einer läuft Amok und bringt die ganze Familie um? Das wäre ein absolutes Horrorszenario, doch wenn es so ist wie Du es beschrieben hast, werden sie unter aktuellen Umständen wohl kaum alllein die Kurve kriegen. Gleich wie schlimm es kommen würde, ich bin für Schadensbegrenzung. Und die sollte bei den Kindern primär angesetzt werden, denn so würden nur neue Problemkinder eventuell später noch problematischere Kinder bekommen.

Das z.B. Jugendamt einzuschalten mag Dir vielleicht mit am schwersten fallen was Du Dir vorstellen kannst, doch vermutlich wird es letztendlich die beste Lösung sein.

Du kannst parallel Deiner Freundin Hilfe anbieten, doch nur unter der Voraussetzung sie hat ein Ziel und sie will tatsächlich etwas an ihrer Lebenssituation verändern.

Alles Gute,
Romana

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