Hallo zusammen!
Hier geht es jetzt mal um meine beste Freundin. Ich weiß nun defintiv nicht weiter. Eigentlích bin ich schon allein berufsbedingt jemand, der viel abkann, aber nun bin ich mit meinem Latein am Ende.
Situation ist folgende:
Meine Freundin S. (25 Jahre) ist verheiratet, hat zwei Kinder. Sie hatte eine sehr unglückliche Jugend und hat mit 19 ihren Mann geheiratet, da sie schwanger war. Ihr Mann, heute ziemlich dem Alkohol verfallen (was er aber nicht wahrhaben will), hatte ebenfalls keine glückliche Jugend.
Sie hat einen relativ schlechten Hauptschulabschluss und keine Ausbildung und er nicht mal einen Abschluss. Denkbar schlechte Voraussetzungen also für ein gesichertes Leben.
Die Familie hat große finanzielle Probleme, Schulden die ihnen längst über den Kopf gewachsen sind. Auf Grund der schlechten Ausbildung auch natürlich keinen Job, um einen „normalen“ Lebensunterhalt bestreiten zu können.
Mittlerweile sind die Kinder 6 und 3 Jahre alt. Die große Tochter ist ein sehr aufälliges, aggressives Kind, das immer nach Aufmerksamkeit sucht und keine bekommt. S. ist mit allem komplett überfordert, und ihr Mann interessiert sich für gar nichts außer für sich und seinen PC.
Es geht in dieser Familie leider sehr lieblos zu. Die kleinere Tochter ist die unkompliziertere von den Kindern, und bekommt nicht viel, aber zumindest etwas Aufmerksamkeit… Wobei ich unter liebenden Eltern immer noch was anderes verstehe.
So die Umstände dieser Familie sind so mal grob umrissen.
Momentan ist es so dass die Probleme überhand nehmen, schlechte Zahlungsmoral des Arbeitgebers, riesige Probleme den Lebensunterhalt zu bestreiten (kaum Geld da um Lebensmittel zu besorgen, von laufenden Kosten wie Miete und Versicherungen ganz zu schweigen), Probleme mit den Kindern, die Ehe ist zerrüttet. Ihr Mann ist sehr aggressiv, ihm ist schon mehr als einmal die Hand ausgerutscht. Andererseits ist er sehr lethargisch und kümmert sich um nichts, oder reagiert auf nichts.
S. sagt immer sie würde ihn nicht mehr lieben, sondern richtig hassen, aber trennen will S. sich nicht von Ihm, denn sie ist der Meinung, sie könne nicht alleine sein und würde sowieso niemand anderen mehr finden.
Ich selbst versuche zu helfen wo ich kann (Problem: Ich lebe 180 km entfernt, geht nur per Tel., andere richtige Freunde hat S. nicht).
Bedingt durch meinen Beruf habe ich natürlich viel Erfahrungen mit Problemfällen, habe auch viele Freunde, die an öffentlichen Behörden sitzen, die ich um Rat fragen kann, was Finanzhilfen oder rechtl. Sachen betrifft.
Aber ich tue und mache was ich kann, nur S. hat resigniert und nimmt keinen Rat an, versinkt in Selbstmitleid und ändert nichts an der bestehenden Situation. Im Gegenteil stattdessen manövrieren sie sich ständig in neue Probleme und Schulden.
Findet immer neue Ausreden, weshalb sie das nicht so machen kann, wie ich es ihr rate (z.B. einen Termin bei der Schuldnerberatung machen, ihre Antwort: „Da muss man so lange warten“).
Doch wie soll sich was ändern, wenn man nicht irgendwann den ersten Schritt macht?
Meine Vorschläge um alles zu bewältigen, waren eine Familientherapie, Schuldnerberatung und vor allem eine intensive Einzeltherapie für sie selbst um einfach mehr Selbstvertrauen und Mut zu bekommen! Doch ich schaffe es nicht sie zu überzeugen.
Für mich ist es frustrierend, immer von ihren Problemen zu hören, wenn sie sich bei mir ausweint und ihr dann Ratschläge zu geben und Hilfen anzubieten und sie einfach nichts annimmt.
Habt ihr vielleicht Tipps was ich machen kann, wie ich helfen kann, ohne am Ende selbst komplett frustriert zu sein???
Danke schonmal für eure Antworten!
