Probleme zu Kommunizieren

Hi, hab das Problem, dass ich keine Gespräche aufrecht erhalten kann. Hab mich gerade vor kurzem mit ner Frau getroffen, die auch nicht gerade redselig war, das war recht peinlich. Mir fällt einfach nix zu reden ein, und ich fühle mich wie leer im Kopf. Nun, das ist sicher ein bekanntes Problem bei vielen, wenn man ne Frau ansprechen will.

Aaaber, ich hab das Problem immer. Selbst wenn ich mit meinen Kumpels dasitze, ist stille im Oberstübchen. Es sei denn, es geht um sachliche Dinge, da kann ich mitdiskutieren. Fehlen aber die Gesprächsimpulse, ist Ende bei mir. Bin ein eher introvertierter Typ. Aber das kann doch nicht so schwer sein, ein bisschen Smalltalk zu machen. Und an mangelnder Intelligenz liegt es auch nicht. Im Gegenteil, wenn ich mir so manche Dumpfbacken anhöre, werde ich neidisch, weil die einfach drauf losplappern. Aber vielleicht liegt genau da das Problem: Ich hab früher öfter gedacht, bevor ich so nen geistigen Schwachsinn von mir gebe, bin ich lieber still.
Ich denk aber mittlerweile, dass es gar nicht so auf Inhalte ankommt, sondern einfach nur darauf, das man eben kommuniziert.

Hatte schon mal überlegt, einen Rethorikkurs zu besuchen. Aber es liegt ja nicht an meiner Ausdrucksweise oder Körpersprache, sondern eher an einer geistigen/psychischen Blockade!?

Was kann ich tun?

Hi,

ich stelle mir dich jetzt mal als mein Gegenüber vor. Situation: Pseudo-Freizeit also z.B. neuer Kollege in der Mittagspause.

Fehlen
aber die Gesprächsimpulse, ist Ende bei mir.

Mir würden DEINE Gesprächsimpulse fehlen. Fängst du von selbst an das Thema zu wechseln? Was ich von dir in einem Smaltalk NICHT erwarte sind Lösungen zu meinen oder der Welt Problemen. Erwarten würde ich von dir hingegen Geschichten wie „war gestern im Einkaufzentrum, da haben sie eine riesige Carrera-Bahn aufgebaut“ oder „in der U-Bahn spielen sie ja jetzt so merkwürdige Musik“ oder „ich überlege in meiner Wohnung Laminat auszulegen. Hast Du damit Erfahrung?“ oder „Wo gibts denn hier in XX günstig PC-Hardware/Klamotten/Bücher“ und das du die auch von selbst anfängst anzusprechen!!

Wie du siehst, keine Themen die die Welt wirklich braucht :smile: Aber so gibt es einen Anfang, später kann dann mehr draus werden… Es geht ja auch zuerst darum ins Gespräch zu kommen.

Bin ein eher
introvertierter Typ. Aber das kann doch nicht so schwer sein,
ein bisschen Smalltalk zu machen.

Wenn Du dich selbst als introvertiert beschreibst. Warum willst du deine Situation ändern? Entweder ist es einfach deine Art so zu sein. Dann bleib doch so! Oder jemand anderes hat gesagt „du soltest aber mal mehr reden“. Oder drittens bist du vielleicht gar nicht so introvertiert aber weißt nicht genau wie du die Situation ändern sollst.

Und an mangelnder
Intelligenz liegt es auch nicht.

Das glaube ich allerdings auch nicht. So, wie du hier deine Gedanken beschreibst, scheinst du dich mit der Situation auseinander zu setzen. Das würde eine Bratzbirne wohl nicht tun :wink:

Im Gegenteil, wenn ich mir so
manche Dumpfbacken anhöre, werde ich neidisch, weil die
einfach drauf losplappern.

Naja, du meinst so „Hirn aus, Klappe an“-Typen? :smile:) Mit denen würde _ich_ mich aber nicht unterhalten wollen, mit dir vielleicht schon :wink:

Ich hab früher öfter gedacht, bevor ich so nen
geistigen Schwachsinn von mir gebe, bin ich lieber still.

Du hast schon Recht. So richtig Hirnleistung braucht man für ein Smalltalk nicht. Dein Gegenüber erwartet das aber auch nicht von dir und wird dich sicher nicht für beschränkt halten weil du dich mit ihm 10Minuten ohne Problemlösung über die städtische UBahn ausgelassen hast.

Hatte schon mal überlegt, einen Rethorikkurs zu besuchen. Aber
es liegt ja nicht an meiner Ausdrucksweise oder Körpersprache,
sondern eher an einer geistigen/psychischen Blockade!?

Ich habe vor zig-Jahren auch mal einen gemacht. Dort ging es gar nicht so sehr um Techniken, sondern darum Hemmschwellen abzubauen. Geh doch einfach mal hin und sieh, was dich erwartet.

Was kann ich tun?

Du weißt, dass du die Situation einfach üben musst, oder? :wink:

Viele Grüße,
J~

Vermutung
Hallo (:

Ich glaube das die anderen dich langweilen…
Wechsel mal die Kumpels und meide Idioten (:

Gruß

O.

Hi huberlix,

rein sachlich betrachtet, ist Deine Einschätzung zum Smalltalk sicherlich richtig: es geht absolut oberflächlich um Banalitäten und tiefgehende Themen sind tunlichst zu meiden.
Ganz enfach - sollte man meinen.
Ist überhaupt nicht so. Eben weil es so banales Geplapper ist, ist das vielen peinlich und man schweigt lieber, bevor man sich „auf das Niveau hinabbegibt“. Andererseits umgibt uns dieses Niveau und man begegnet ihm im Fernsehen, Radio und eben auch im Alltag. Es spricht also einiges dafür, diese Art der „seichten Unterhaltung“ zu lernen und zu trainieren, um im Ernstfall mitmachen zu können.

„Normale“ Rhetorikkurse sind m. E. dafür ungeeignet - es gibt spezielle Smalltalk-Lernangebote und -bücher und dann hilft am besten: ausprobieren, üben, machen und talken (also immer schön ausschliesslich die dünnen Bretter bohren!).

Als kleiner Tipp für die Praxis: Grundsätzlich gilt „Wovon das herz voll ist, quillt der Mund über“. D. h. unverfängliche Themen wie Hobby, Sport, Familie, Urlaub, gutes Essen usw. usf. „beflügeln“.

Hallo huberlix,

Was kann ich tun?

anfangen dich für dein Gegenüber zu interessieren.

Einmal nüchtern betrachtet ist Kommunikation ein Informationsaustausch, wobei man sich beim Plaudern weniger mit dem Informationsgehalt beschäftigt als sich viel mehr gegenseitig seine Sichtweisen erzählt und, um die gute Stimmung zu erhalten, wertfrei dabei bleibt.
Wenn du dir deinen „Gesprächs“-Partner anschaust, gibt es viel zu entdecken. Vielleicht friert oder schwitzt er, ist müde oder gut gelaunt und braun gebrannt, sieht dich aufmerksam an oder an dir vorbei.
Beim Frieren oder Schwitzen ist das sogenannte „Wettergeschwätz“ („kalt heute, die Sommer sind nicht mehr wie früher…“) ein prima Aufhänger, um irgendwann beim letztjährigen Klimagipfel oder beim Urlaub in den Anden zu landen. Oder Müdigkeit kennt jeder von uns, und kann von seinen Gründen für Erschöpfungen erzählen, was eine gute Voraussetzung für einen Informationsaustausch sein kann (bishin zu einem brauchbaren Tipp wo es günstige Qualitätsmatratzen zu kaufen gibt). Wenn der Partner dich aufmerksam anschaut, und dir fällt partout kein Gesprächsaufhänger ein, dann lächle ihn einfach freundlich an, und gebe unumwunden zu, dass du heute (klar, sonst ist das kein Problem :wink: kein guter Plauderer bist. Und ehe du dich versiehst, steckst du mitten im Smalltalk.

Ich vermute, dass dir das Plaudern deshalb schwerfällt, weil es nicht zu deinen Talenten gehört, weil du es nicht brauchst und deshalb ohne auskommst, und weil Plaudern in deinem Kommunikationskatalog selten vorkommt. Und deshalb wirst du nie im Leben eine Quasseltüte werden (sei froh :wink:)), was man ja nicht werden muss. Aber einen Rhetorikkurs würde ich an deiner Stelle nicht besuchen, weil ich mir vorstelle, dass es dort auf das Erlernen von Eloquenz ankommt, um z.B. Zuhörer von seiner Sache erfolgreich zu überzeugen. Brauchst du das und würde dir das Spaß machen?
Versuche in Eigenregie Tricks zu erlernen, die du auch umsetzen kannst, in dem du Situationen, die du schon erlebtest, vorm inneren Auge neu gestaltest. Also, wenn du dir die Situation noch einmal vorstellst, als besagte Person neben dir war, und es kam kein Gespräch auf, was hättest du sonst noch tun können?! Z.B. sie anschauen und lächeln, und mit ein paar Körperbewegungen die Aufmerksamkeit auf dich lenken (Handbewegungen erzählen vor der Sprache - verschränkt, versteckt in der Hosentasche, geballt…) und das dann kommentieren („das dauert aber lang“ - „das kann jetzt dauern“ - „das dauert mir viel zu lang“). Das wäre jetzt meine Idee. Du könntest aber auch Meisterplaudern (davon gibt es so viele wie die Meisterschweiger :wink:)) zuhören und sie dabei beobachten. Vielleicht könntest du von denen etwas übernehmen.
Letztlich kommt es auf deine Beobachtungsgabe, deine Phantasie und auf den brennenden Wunsch an smalltalken zu wollen. Wenn das letzte nicht sein sollte, dann sei offen und ehrlich, damit der Mensch neben dir weiß, dass du nichts gegen ihn hast, aber auch nichts für ihn. Und damit kommt eigentlich jeder Erwachsene klar.

viele Grüße
claren
*ehemals leidenschaftliche Verkäuferin*

Hi Claren,

Aber einen Rhetorikkurs würde ich an
deiner Stelle nicht besuchen, weil ich mir vorstelle, dass es
dort auf das Erlernen von Eloquenz ankommt, um z.B. Zuhörer
von seiner Sache erfolgreich zu überzeugen.

ich würde das mit dem Rhetorikkurs nicht so negativ sehen. Bei zumindest dem, den ich besucht habe (Volkshochschule, Anfänger) ging es in erster Linie darum, dass man selbst redet und anderen Redner positiv ausgedrückte Kritik reflektiert. Das kann schon eine sinnvolle Erfahrung sein finde ich.

Grüße,
J~

Hmm, wenn ich mir jetzt mal vorstelle, ich sitze mit nem Kumpel zusammen, da sollte man sich schon frei unterhalten können. Schwitzt oder friert der, und ich sage, was ist denn mit dir los, ist dir etwa kalt? Das gibt doch höchstens ein Sekundengespräch. Antwort: Ja, bin heut irgendwie total verfroren. Das lässt sich vielleicht mit zwei, drei Sätzen erweitern, dann wars das schon.
Also nach dem nächsten Aufhänger suchen! Auch der ist nach 3 Sätzen fertig. Und so ist man ständig auf der Suche nach banalen Gesprächsaufhängern. Und mir ist irgendwie schon klar, dass es nur um nichtssagende Gespräche geht, eben Smalltalk. Aber was ist nach den 3 Sätzen, wenn alles leer ist im Oberstübchen.
Auch wenn mein Gegenüber Impulse gibt, kommen von mir meist nur knappe Antworten. So dass auch der Gesprächspartner kaum Chancen hat, den Smalltalk aufrecht zu erhalten.

Um jetzt nochmal auf das Treffen mit der Frau zurückzukommen:
Mir ist schon klar, dass das eine besonders schwierige Situation ist, und das war ihr genauso klar. Sie hatte damit genauso Probleme wie ich, und ich hatte sie sogar vorgewarnt, damit sie nicht gleich denkt, ich hätte gar kein Interesse. Und obwohl wir beide wissen, dass eben beide händeringend nach Gesprächsstoff suchen, gabs eben peinlich stille Momente. Da war ich schon Neidisch auf meinen Kollegen, der dauernd von anderen gesagt kriegt: Halt doch jetzt endlich mal die Klappe! :smile:
Klar kann ich sie anlächeln um von der Stille abzulenken. Aber ich kann ja nicht den ganzen Abend grinsen wie ein Honigkuchenpferd :smile:

Nun, ingesamt belastet mich die Sache seelisch! Lebe gerade getrennt, und ich glaube, dass eben dieses Schweigen viel zum Scheitern meiner Ehe beigetragen hat! Wenn man sich nix zu sagen hat, muss das ja schief gehen. Und in meiner nächsten Beziehung sollte das anders sein.
Gruß, huberlix

Also ich denk mal, im Rethorikkurs lernt man seine Argumente besser auszudrücken, die gegenerischen Argumente für sich zu verwenden, das Gespräch mit Körpergesten zu untermauern, und auch freies Reden vor Gruppen.
Sicherlich sehr sinnvoll.
Aber wie soll ich lernen, mich besser auszudrücken, wenn ich gar nicht weiss, was ich ausdrücken soll?
Ich denk mal Retorikkurs macht nur Sinn, nachdem ich mein Problem im Griff habe.

Gruß Huberlix

spezielle Smalltalk-Lernangebote und -bücher und dann hilft am

Kennst du ein „Dünnbrettbohrerindenkopfhämmerbuch“? :smile:
Oder Kurse?

Gruß Huberlix

Hallo Huberlix,

weißt du was, ich glaube, dass du ein ziemlich lustiger Typ sein kannst. Jedenfalls mußte ich lachen, als ich dein Posting durchgelesen habe:

Hmm, wenn ich mir jetzt mal vorstelle, ich sitze mit nem
Kumpel zusammen, da sollte man sich schon frei unterhalten
können. Schwitzt oder friert der, und ich sage, was ist denn
mit dir los, ist dir etwa kalt?

ne, du hast recht. Das wäre zu doof, und paßt überhaupt nicht. Da habe ich wohl eine Idee gehabt, womit wir Frauen typischerweise ein Gespräch anfangen würden, welches öfters mit Empfindungen und Wohlbefinden zu tun hat. Aber genau das meinte ich eben, dass Authenzität schon wichtig ist, weil es einen spürbaren Unterschied zwischen Schwatzen und Geschwätz mit den dazugehörigen Folgen gibt. Und außerdem darf man nicht vergessen, dass nicht wirklich alle Leute, genau wie du, das Schwatzen mögen.
Doch ohne Reden geht nun einmal nichts:

Auch wenn mein Gegenüber Impulse gibt, kommen von mir meist
nur knappe Antworten. So dass auch der Gesprächspartner kaum
Chancen hat, den Smalltalk aufrecht zu erhalten.

Tja, irgendwann bist nun einmal du dran mit den Impulsen. Gibt es denn nichts, was dich an dem anderen interessiert? Schießen dir keine Fragen durch den Kopf, empfindest du keine Neugier was den anderen betrifft?

Um jetzt nochmal auf das Treffen mit der Frau zurückzukommen:
Mir ist schon klar, dass das eine besonders schwierige
Situation ist, und das war ihr genauso klar. Sie hatte damit
genauso Probleme wie ich, und ich hatte sie sogar vorgewarnt,
damit sie nicht gleich denkt, ich hätte gar kein Interesse.
Und obwohl wir beide wissen, dass eben beide händeringend nach
Gesprächsstoff suchen, gabs eben peinlich stille Momente.

Wahrscheinlich habt Ihr Euch auch so gut verstanden?
Allgemein würde ich sage, dass wer reden will und nicht kann, steht unter Druck, was die beste Voraussetzung für Hirnleere ist. Der für sich gesprochene Befehl „werde lockerer!“, funktioniert nicht. Aber manchmal hilft ein Ortswechsel „Ich gehe mir jetzt die Beine vertreten, kommst du mit?“, denn irgend etwas gemeinsam tun schafft Nähe und damit Vertrauen, wie eben dieses zusammen Spazierengehen. Und manchmal kommen dann von alleine die Worte.

Klar kann ich sie anlächeln um von der Stille abzulenken.
Aber ich kann ja nicht den ganzen Abend grinsen wie ein
Honigkuchenpferd :smile:

*ggg* ohja, die beste Art sich ins Aus zu katapultieren - das turnt gewaltig ab. Aber eigentlich wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass Kommunikation nicht durch Reden allein bestritten werden muss. Dazu gehört anfangs Augenkontakt und der Ausdruck von Freundlichkeit, und auch Körperbewegung und Körperhaltung, was für Attraktivität sorgen kann, und den anderen zum Gesprächbeginn manchmal animiert. Wenn nicht, dann ist Schweigen vielleicht sogar erwünscht.

Nun, ingesamt belastet mich die Sache seelisch! Lebe gerade
getrennt, und ich glaube, dass eben dieses Schweigen viel zum
Scheitern meiner Ehe beigetragen hat! Wenn man sich nix zu
sagen hat, muss das ja schief gehen. Und in meiner nächsten
Beziehung sollte das anders sein.

Das Bedürfnis nach Gedankenaustausch ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark. Und man sagt uns Frauen nach (davon bin ich auch überzeugt), dass wir diesen geradezu für unser Wohlbefinden brauchen.
Ich denke, dass eine Partnerschaft dadurch gut funktioniert, wenn der Schweiger dem Redefreudigen ein paar Worte mehr als er will schenkt, und der Redefreudige dem Schweiger etwas öfters als er will Stille gönnt. Für den Schweiger bedeutet es das Reden zu lernen, und für den Redefreudigen bedeutet es seine Gedanken zu filtern.
Mach´das Beste aus dir, und glaube an dich und deine Fähigkeiten. Vielleicht habe ich eine falsche Meinung zu diesen Rhetorikkursen, und James Idee ist gar nicht so schlecht. So ein Kurs könnte für dich zumindest ein Anfang und eine Chance für neue Erfahrungen sein.

viele Grüße
claren

Hallo (:

Ich glaube das die anderen dich langweilen…
Wechsel mal die Kumpels und meide Idioten (:

Ach, das glaube ich jetzt nicht. Wenn ich so meine Kumpels und Kollegen durchgehe, da gibts schon Idioten dabei, aber die meisten sind doch eher normal.
Und der eine Kumpel z.B. ist geistig eher nicht so großzügig bedacht worden, mit dem kann ich mich trotzdem gut unterhalten. Und keiner von denen langweilt mich wirklich, ok, gelegentlich langweilt jeder mal, Sondern mir fehlt halt die Fähigkeit auf die Gespräche anderer einzugehen.

Mir würden DEINE Gesprächsimpulse fehlen.

Ja!! Aber genau das ist doch mein Problem. Die Unfähigkeit auf Gesprächsimpulse einzugehen, bzw neue zu setzen. Und auf der Suche nach neuen Themen, bzw Antworten empfinde ich nur die Weiten des Weltalls im Oberstübchen :smile:

Wenn Du dich selbst als introvertiert beschreibst. Warum
willst du deine Situation ändern? Entweder ist es einfach
deine Art so zu sein. Dann bleib doch so! Oder jemand anderes
hat gesagt „du soltest aber mal mehr reden“. Oder drittens
bist du vielleicht gar nicht so introvertiert aber weißt nicht
genau wie du die Situation ändern sollst.

Hmm, ich dachte halt Introvertiert beschreibt die momentane Situation, eben in sich gekehrt zu sein. Aber ich denk mal alles trifft zu:
–Es ist meine Art so zu sein, ICH WILLS ABER NICHT! Weil man dann immer irgendwie Isoliert nebendransteht. ZB. mit den Kumpels sitzen, reden und ein paar Bierchen trinken. Die Reden den ganzen Abend, und ich hör zu, bzw geb ab und zu mal kurz meinen Senf dazu. Klar für die ist das nichts neues, die kennen mich halt so. Für mich selbst aber äusserst unbefriedigend.
–Ja, meine (Ex)Frau hat gesagt, ich soll mehr reden. Und ich denke mangelnde Kommunikation ist einer der Gründe, warum die Ehe gescheitert ist!
– >>>aber weißt nicht genau wie du die Situation ändern sollst

weißt du was, ich glaube, dass du ein ziemlich lustiger Typ
sein kannst. Jedenfalls mußte ich lachen, als ich dein Posting
durchgelesen habe

:smile:

womit wir Frauen
typischerweise ein Gespräch anfangen würden, welches öfters
mit Empfindungen und Wohlbefinden zu tun hat.

Ja, das ist auch so ne Sache. Wieso könnt ihr Frauen Euch stundenlang über nichts unterhalten? Ich werd nie verstehen, wie man 3 Stunden telefonieren kann, und dann noch das Gespräch abwürgen muss, weil man noch was zu tun hat!
Hab meiner Frau schon gesagt:" Ich gieß den Hörer mit Blei aus, und häng das Telefon 10 cm unter die Decke". Dabei wohnte die Freundin grade mal 800m von uns entfernt. *gg*

Für den Schweiger bedeutet es
das Reden zu lernen

Genau deshalb hab ich hier gepostet. Hatte halt gehofft, es gibt sowas ähnliches wie Rethorikkurse, die sich eben mit diesem Problem befassen, eben Smalltalk lernen.

Hi,

hm, gar nicht so einfach, dein Problem… Mir ging es früher auch so und ich muss jetzt wirklich überlegen, wodurch sich das geändert hat - ich würde fast sagen, es kam von allein, aber nur fast.

Wenn du dich mit jemandem triffst, den du noch nicht so gut kennst (eben das Beispiel mit der Frau), dann kannst du dir sicher ein paar Fragen und ein paar Sachen, die du ihr erzählen könntest, zurechtlegen. Was interessiert dich an ihr? Was weißt du noch nicht über sie? Denk mal nach… Ihre Arbeit, ihr Leben, aber auch ihre Ansichten zu allen möglichen Dingen. Was sind ihre Hobbies? Was weißt du über diese Hobbies? Wenn sie Bücher liest - welche? Vielleicht hast du sie auch schon gelesen oder aber etwas von ihrem Lieblingsautor? Geht sie gern ins Theater oder in Museen oder zu Konzerten oder weiß der Geier was? Stimmen eure Interessen in irgendeinem Punkt überein? Über kulturelle Dinge lässt sich immer schön plaudern, vorausgesetzt, du interessierst dich für so etwas. Du kannst sie aber auch einfach Fragen, was sie in der letzten Zeit so gemacht hat oder was sie in nächster Zeit (auch auf lange Sicht) für Pläne hat. Sie will ihren Urlaub in Spanien verbringen? Urlaub ist doch auch ein prima Aufhänger… Wann warst du das letzte Mal im Urlaub? Hat es dir gefallen? Was hast du dort Interessantes erlebt?
Vielleicht weißt du etwas Interessantes zur Geschichte der Stadt, in der ihr euch aufhaltet? Da kannst du auch schön etwas dazu erzählen.
Auch über Berufe kann man sich unterhalten… über den neuen Kinofilm, der gerade angelaufen ist… oder den ihr euch gerade zusammen angeschaut habt. :wink:
Du siehst, es gibt eine Menge unverfänglicher Themen, aus denen sich interessante Gespräche ergeben können.

Mit den Kumpels dürfte es eigentlich noch einfacher werden, weil ihr - so nehme ich jedenfalls an - gemeinsame Interessen habt, über die ihr euch unterhalten könnt. Mal abgesehen davon: Wenn du da sitzt und dir ihre Gespräche anhörst und nicht weißt, was du darauf antworten könntest… ja, überleg dir mal - hast du auch schon mal so etwas erlebt wie das, wovon sie da erzählen? dann sag es, auch wenn es für dich erst einmal blöd klingt, einfach nur zu sagen: ja, das kenne ich auch. aber du musst es ja nicht nur bei diesem Spruch belassen, sondern du kannst etwas ausführlicher von deinen Erfahrungen berichten. Kennst du die von ihnen beschriebene Situation nicht, kannst du Erstaunen/Bewunderung äußern oder Fragen stellen, wenn dir etwas nicht klar ist. Du kannst sagen, wie du dich in einer bestimmten Situation verhalten hättest.
Wenn es still ist… Du kannst clarens Tipps folgen und dein Gegenüber aufmerksam beobachten. Du kannst aber auch überlegen - was habe ich gestern/vorgestern/letzte Woche Interessantes gemacht/erlebt (auch eigentlich banale Dinge, wie z.B. das Auto in die Werkstatt gebracht, weil ganz plötzlich mitten auf der Autobahn oder als du gerade dringend irgendwohin fahren wolltest, dieses den Geist aufgegeben hat), wovon ich erzählen könnte. Oder hat mir der eine Kumpel nicht mal erzählt, dass er verreisen/seine Wohnung renovieren/auf ein Konzert gehen/den Chef um eine Gehaltserhöhung bitten? Dann frag ihn, wie es gelaufen ist, ob’s geklappt hat, ob er gerade in den Vorbereitungen steckt etc.

Es gibt da wirklich sehr viele Möglichkeiten. Das Problem ist der Anfang, da habe ich mich auch sehr schwer getan und musste angestrengt überlegen, was ich mehr oder weniger Konstruktives zu dem gerade laufenden Gesprächsthema beitragen könnte. Aber das geht ganz schnell und schon kannst du auf der Smalltalk-Ebene mit den anderen mithalten - sofern du es möchtest.

Viel Erfolg :wink:
Anja

PS: Es gibt Bücher zum Erlernen des Smalltalk, vielleicht wäre so ein Buch etwas für dich?

Tach!

Ich hatte mal von einem kleinen Tipp gelesen:

Schwitzt oder friert der, und ich sage, was ist denn
mit dir los, ist dir etwa kalt? Das gibt doch höchstens ein
Sekundengespräch. Antwort: Ja, bin heut irgendwie total
verfroren.

Nur Fragen stellen, die sich NICHT mit „ja“ oder „nein“ oder einer ähnlch knappen Antwort beantworten lassen.

Also nicht: „Magst du auch die Beatles?“
Sondern lieber:„Oh, ein Song von den Beatles - die hab ich ja früher auch gerne gehört. Aber mit diesem Retortendings neuerdings, damit kann man mich jagen - was meinst du/was hälst du davon?“

Offene Fragen führen eher dazu, daß ein Gespräch weitergeht, da der andere sehr viel mehr einwerfen kann, was du im weiteren Gesprächsverlauf aufgreifen kannst.

So kann aus einem banalen Einstieg (ein Song im Hintergrund) ein angeregtes Gespräch entstehen - kann, muß nicht :wink:

Übrigens, dieser Tipp stammt aus der „Flirtschule“ bzw. einem Artikel übers Flirten, den ich mal gelesen hab. *gg*

Gruß,
Sharon

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Hi,

Und auf der
Suche nach neuen Themen, bzw Antworten empfinde ich nur die
Weiten des Weltalls im Oberstübchen :smile:

das ist doch schon mal ein Anfang für ein Thema, dass du anbringen kannst: „Habt ihr auch von dieser Sonde neulich gehört die irgendwas auf einen Kometen geschossen hat?“ *grins*
Okay, das klingt vielleicht etwas profan. Aber stell dir vor du sitzt mit deinen Kumpels in 'ner Kneipe. Dann fällt dir wieder ein, dass du nix zu sagen weißt. Dann fällt dir ein, dass du immer diese Weltraumleere im Hirn hast. Dann fällt dir ein, dass J~ im Forum von dem Kometen gesprochen hat. Und schon hast du ein Thema! Auf den ersten Blick wirkt das vielleicht albern, aber es funktioniert wirklich.

Oder du legst dir einen kleinen Kieselstein in die Hosentasche den du mit deinem letzten Urlaub verbindest. In der Kneipe findest du den zufällig bei der Suche nach einem Taschentuch und schon haste ein Thema: „habt ihr schon euren Urlaub geplant?“

Der Witz ist, dass das später auch ohne den Stein geht. Du denkst nur an „Stein“ und schon haste deine Themenerinnerung! :smile:

Naja, wie geht üben? Ich kann mich ja nicht vor den Spiegel
stellen und Smalltalk üben :wink:

Kannste schon :smile:
Man muss nur überwinden, dass man das albern findet. Dann kann auch schon mal der Spiegel hinhalten :smile:

Aber wenn das heißt eben mit Leuten unterhalten und versuchen
Gesprächsthemen zu finden, dann sind wir wieder beim Vakuum in
der Birne.

OK, meine Idee mit dem Rhetorikkurs kam in diesem Threat nicht gut an :wink: . Sei’s drum… Ich fand aber von Vorteil, dass alle in der gleichen Position waren. Und der Lehrer vergab dann Themen. Somit war’s einfacher einen Anfang zu finden.

Viele Grüße,
J~

Hi Sharon,

Offene Fragen führen eher dazu, daß ein Gespräch weitergeht,
da der andere sehr viel mehr einwerfen kann, was du im
weiteren Gesprächsverlauf aufgreifen kannst.

danke für die Vorlage :smile:
Kennst du das legendäre Brandt-Novottny Interview von 1970 bei dem Brandt lediglich
„Ja“, „Doch“, „Nein“, „Ja“ antwortete weil Novottny nur geschlossene Fragen stellte? Leider habe ich im Netz auf die schnelle kein Video gefunden. Ist aber sehenswert!

Viele Grüße,
J~

Hallo (:

Ich glaube das die anderen dich langweilen…
Wechsel mal die Kumpels und meide Idioten (:

Ach, das glaube ich jetzt nicht. Wenn ich so meine Kumpels und
Kollegen durchgehe, da gibts schon Idioten dabei, aber die
meisten sind doch eher normal.

Zuerst einmal ein herzliches „grias eich“ an alle, dies ist mein erster Post in diesem Brett :smile:

Hast du schon einmal die Beobachtung gemacht, dass Gespräche unter Männern manchmal nur aus einer Reihe von Aussagen/Schilderungen bestehen, wobei Aussage B immer schlagkräftiger/witziger usw. sein muss als Aussage A?

So ergeht es mir zumindest, und in solche Gespräche kann und will ich einfach nicht einsteigen (Man sollte in diesem Fall auch das Alter berücksichtigen, wer weiß was sich in 10 Jahren ändert :wink:

Und der eine Kumpel z.B. ist geistig eher nicht so großzügig
bedacht worden, mit dem kann ich mich trotzdem gut
unterhalten.

*g* Nett ausgedrückt :wink:
Für mich auch ein Indiz für meinen Verdacht, ein Gespräch unter vier Augen macht einfach weniger Probleme…

Ja!! Aber genau das ist doch mein Problem. Die Unfähigkeit auf
Gesprächsimpulse einzugehen

Nur einmal ein Versuch:
Nachdem es dir an „Intelligenz nicht mangelt“, kann es vielleicht sein, dass du vieles einfach als gegeben hinnimmst, was du jedoch noch erwähnen könntest.

Ein Beispiel:
Man unterhält sich über eine Baustelle an der Straße x. Für dich sind alle weiteren Folgen klar, zB die Wartezeiten, die Lärmbelästigung, usw.
Allerdings kannst du dich darin üben (versuchen), genau auf diese Annahmen einzugehen, es folgt vielleicht ein weiterer Impuls deines Gesprächspartners.
(Anm.: Vielleicht nicht das beste Beispiel :wink: )

Hallo,

Aaaber, ich hab das Problem immer. Selbst wenn ich mit meinen
Kumpels dasitze, ist stille im Oberstübchen. Es sei denn, es
geht um sachliche Dinge, da kann ich mitdiskutieren.

Was sind denn ‚sachliche Dinge‘? Kannst Du ein paar Beispiele dafür nennen? Und was sind ‚nicht sachliche Dinge‘? Beispiele?

Fehlen aber die Gesprächsimpulse

Was genau verstehst Du unter ‚Gesprächsimpulse‘?

ist Ende bei mir. Bin ein eher introvertierter Typ.

Was verstehst Du unter introvertiert? Daß Du nicht gerne über Persönliches redest?

Aber das kann doch nicht so schwer sein,
ein bisschen Smalltalk zu machen.

Hm. Ich habe auch nicht viel für Smalltalk übrig und vermeide Situationen, in denen ich längere Zeit Smalltalk machen müßte, weil ich einfach interessantere Dinge zu tun habe. Aber die Frage ist natürlich, was bei Dir unter Smalltalk läuft. Vielleicht hast Du davon eine andere Auffassung als ich. Ich verstehe unter Smalltalk, daß das Gespräch viele verschiedene Themen nur oberflächlich berührt; das ist meistens damit verbunden, daß man zu diesen Themen nur die üblichen Gemeinplätze zu hören bekommt, z.B. „Wer arbeiten will, findet auch eine Arbeit“; das habe ich schon hundertmal gehört und will es nicht zum hunderterstenmal hören, zumindest nicht, ohne dann auch eine sachliche Begründung für diese Behauptung zu erhalten. Ich ziehe Gespräche vor, die sich auf ein bestimmtes Thema konzentrieren und dabei auch ein bißchen in die Tiefe gehen.
Ob man über ein bestimmtes Thema reden möchte, hängt natürlich auch von den eigenen Interessen ab. Was für Interessen hast Du denn? Hast Du auch Probleme, ein Gespräch aufrecht zu erhalten, wenn es dabei z.B. um ein Hobby von Dir geht? Ich interessiere mich z.B. für Hunde (habe auch selber einen) und kann gut mitreden, wenn in einer Gesprächsrunde das Thema darauf kommt, aber z.B. Gartenarbeit interessiert mich überhaupt nicht, und wenn andere darüber reden, sitze ich auch nur stumm dabei.

Und an mangelnder Intelligenz liegt es auch nicht.

Es gibt viele verschiedene Arten von Intelligenz, z.B. sprachliche, mathematische, praktische, emotionale, soziale Intelligenz. Bei den meisten Leuten sind diese Fähigkeiten nicht gleichmäßig verteilt; ich habe z.B. weniger praktische, dafür mehr mathematische Intelligenz. Es ist mir deshalb zu ungenau, wenn jemand von ‚Intelligenz‘ an sich spricht. Wenn Du beispielsweise eine ausgeprägte mathematische Intelligenz besitzt, mußt Du deshalb noch lange kein guter Gesprächspartner (außer für einen Mathematiker :wink:, und vielleicht nicht einmal für den) sein, vor allem nicht in Smalltalk-Runden.

Im Gegenteil, wenn ich mir so
manche Dumpfbacken anhöre, werde ich neidisch, weil die
einfach drauf losplappern. Aber vielleicht liegt genau da das
Problem: Ich hab früher öfter gedacht, bevor ich so nen
geistigen Schwachsinn von mir gebe, bin ich lieber still.

Das denke ich mir heute auch noch.

Ich denk aber mittlerweile, dass es gar nicht so auf Inhalte
ankommt, sondern einfach nur darauf, das man eben
kommuniziert.

Wann, mit wem, worüber möchtest Du wirklich kommunzieren? Liegt Dir wirklich etwas daran, in Smalltalk-Runden mitreden zu können? Wenn ja, warum? Versteh mich bitte nicht falsch: ich will mit dieser Frage nicht zum Ausdruck bringen, daß ich Smalltalk grundsätzlich negativ bewerte. Manchen Leuten macht das eben Spaß, daran finde ich nichts Schlechtes. Mir macht es eben keinen Spaß, darum klinke ich mich aus solchen Gesprächen aus.
Mit seinem Partner bzw. seiner Partnerin sollte man natürlich schon reden können. Wenn das nicht klappt, kann das verschiedene Gründe haben, ein möglicher Grund ist, daß man vielleicht einfach nicht zueinander paßt. Zu wenig gemeinsame Interessen, eine unterschiedliche Art von Humor, verschiedene Ansichten über ethische Fragen, um nur ein paar Beispiele zu nennen, können meiner Erfahrung nach die Kommunikation blockieren oder zerstören. Ich weiß ja nicht, woran es in Deiner letzten Beziehung lag, aber wenn Du das nachträglich für Dich selbst mal ein bißchen analysierst, vielleicht hilft Dir das für Deine nächste Beziehung weiter.

Hatte schon mal überlegt, einen Rethorikkurs zu besuchen. Aber
es liegt ja nicht an meiner Ausdrucksweise oder Körpersprache,
sondern eher an einer geistigen/psychischen Blockade!?

Kannst Du genauer erklären, was Du mit ‚geistig/psychischer Blockade‘ meinst? Du schreibst, Dir fällt nichts zu reden ein, wenn Du Deinem Gesprächspartner oder -partnerin gegenübersitzt. Wie ist es hinterher, wenn Du wieder zu Hause bist? Fällt Dir dann nachträglich ein, was Du alles hättest sagen können bzw. wollen?

Was kann ich tun?

Gute Frage, nächste Frage :wink: Vielleicht hilft es Dir ja ein bißchen weiter, wenn Du Dir mal genau überlegst, welche Art von Gesprächen und mit wem Du wirklich haben möchtest? Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute und viel Erfolg bei der Lösung Deines Problems.

Viele Grüße, Nick