Problemzahn

hallo liebe experten,

bitte dringend um Rat, wie ich mich mit meinem Problemzahn weiter verhalten soll. Ich versuche mal, den Sachverhalt chronologisch zu schildern: Am 25. 12. 06 wurde aufgrund starker Schmerzen am Backenzahn (Unterkiefer) dieser geröntgt und anschl. mit einer med. Füllung versehen. Nächster Zahnarzttermin Mitte Jan.: Füllung gewechselt und Zahnstein entfernt. ZA wußte nicht, ob er den Zahn entfernen sollte oder nicht, da man jedoch die med. Füllung beliebig oft erneuern könne, wolle er erst eine Spezialzahnreinigung machen. Da ich immer wieder Schmerzen an diesem Zahn hatte, habe ich im Febr.den ZA gewechselt. Dieser stellte aufgrund der Röntgenaufnahme aus Dez. 06 fest, dass wohl ein Eitersäckchen an der Wurzel sei und deshalb der Zahn raus müsse. Füllung wurde nicht gewechselt. Vor ca. 14 Tagen hat sich unter dem Backenzahn seitlich eine Beule(ca.4-6 mm) gebildet. Nachdem ich diese dem ZA gezeigt habe, verschrieb er mir ein starkes Antibiotikum für 7 Tage, d.h. bis morgen. Getan hat sich bisher leider nichts. Termin zum Ziehen ist der 27.3.
Meine Frage: Ist das ein Kieferabszess, den man - laut Internet - tunlichst in einer Zahnklinik behandeln lässt oder kann das fast jeder Zahnarzt? Mein ZA ist auch Implantologe. Hätte er nicht vorher dann mal die alte med. Füllung wechseln oder die „Beule“, die übrigens fast schmerzfrei ist, behandeln müssen? So langsam wird´s mir mulmig, weil seit Dez. 06 die einzige Behandlung in 2 med. Füllungen bestand.
Bin ziemlich irritiert und hoffe, Ihr könnt mir helfen, vor allem bei der Frage, ob ich jetzt einen Spezialisten benötige.
Vielen, vielen Dank für eine schnelle Antwort!

… schnipp …

Meine Frage: Ist das ein Kieferabszess, den man - laut
Internet - tunlichst in einer Zahnklinik behandeln lässt oder
kann das fast jeder Zahnarzt? Mein ZA ist auch Implantologe.
Hätte er nicht vorher dann mal die alte med. Füllung wechseln
oder die „Beule“, die übrigens fast schmerzfrei ist, behandeln
müssen? So langsam wird´s mir mulmig, weil seit Dez. 06 die
einzige Behandlung in 2 med. Füllungen bestand.
Bin ziemlich irritiert und hoffe, Ihr könnt mir helfen, vor
allem bei der Frage, ob ich jetzt einen Spezialisten benötige.
Vielen, vielen Dank für eine schnelle Antwort!

Servus Ruth,

mit aller gebotenen Zurückhaltung in der Ferndiagnose vermute ich, daß Du eine ‚chronisch granulierende Ostitis‘ an diesem Zahn hast. Das heißt:

Der Nerv ist tot, im Kanalsystem dieses Zahns sind Bakterien, diese Bakterien (und/oder ihre Toxine) sind über die Wurzel hinaus in das benachbarte Gewebe eingedrungen. Dein Körper reagiert mit Abwehrmaßnahmen, die sich u.a. in dieser Schwellung manifestiert haben. Dein jetziger Zanhnarzt unterstützt diese Abwehr mit einem Antibiotikum. Er stellt, aus seiner Kenntnis der Situation, eine so ungünstige Prognose für den Zahn, daß er ihn entfernen will. Wenn er chirurgisch so versiert ist, daß er sich als Implantologe bezeichnet, dürfte er mit der Herausnahme des Zahnes, und der Behandlung der Entzündung im Knochen keine Probleme haben.

Die - theoretische - Alternative wäre ein Erhaltungsversuch. Wenn man das infizierte Kanalsystem der Zahnwurzel ausräumt, desinfiziert-, und den sauberen Kanal dicht verschließt (Wurzelkanalbehandlung und -füllung), kann die Entzündung im Knochen prinzipiell ausgeheilt-, und der Zahn erhalten werden. Ob das bei Deinem Zahn eine akzeptable Prognose hätte, kann aus der Ferne niemand beurteilen. Nach meiner persönlichen Erfahrung mit Implantologen ist die Neigung dieser Fachspezies zur Ausschöpfung aller Erhaltungschancen allerdings nicht übertrieben ausgeprägt. :wink:

Kai