Probs bei der Praktikumssuche weg. Arbeitszeugnis

Hallo,

ich hoffe es gibt hier einige Leute die mir helfen können, ich habe ein Riesenproblem. Ich fang am Besten einmal an. Ich studiere BWL im 4. Semester und muss nächstes Semester ein Praktikum absolvieren.

Vor dem Studium habe ich bereits eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert und danach 1 Jahr lang in meiner Ausbildungsfirma gearbeitet. Ich habe von der Firma ein Arbeitszeugnis bekommen (ist schon länger als 3 Jahre her !!). Leider habe ich das Zeugnis damals nicht prüfen lassen, dass wurde erst jetzt aufgrund des Studiums gemacht. Das Ergebnis ist für mich niederschmetternd, das Zeugnis ist miserabel (lt. der Arbeitsrechtsdozentin). Da das Zeugnis schon älter als 3 Jahre ist, kann ich von der Firma nichts mehr wollen, so mein Kentnissstand.

Ich habe bereits 5 von 5 Bewerbungen mit Absagen zurückbekommen, ohne überhaupt eingeladen worden zu sein. Meine anderen (schulischen) Noten sind sehr gut bis gut. (Abi mit 1,5; Ausbildung mit 1,8; Vordiplom mit 2,0).

Was kann ich machen ?? Weiss einer von Euch evtl. doch von der Möglichkeit nach mehr als 3 Jahren eine Änderung des Zeugnis zu fordern ??

Das verbaut mir die ganze Zukunft und ich hatte wirklich nur Streß mit dem Personalchef, mit allen anderen kam ich super aus !!

Ich bin echt verzweifelt.

Hoffe echt Ihr habt Tipps für mich

PS: Bitte keine Antworten wie „selber schuld“ etc., das weiss ich doch auch. Es ärgert mich so dermaßen das ich nicht früher geschaut habe.

Hallo

Frag einmal bei der Firma nach, ob man bereit ist, Dir ein nicht qualifizieres Zeugnis nach der langen Zeit noch auszustellen, also eigentlich nur eine kurze Version ohne Leistungsbeurteilung. Dann legst Du das stattdessen bei. Das schließt zumindest die „Zeugnis-Lücke“ bei den Bewerbungen. Zudem solltest Du von qualifizierter Stelle einmal Deine Bewerbungen an sich prüfen lassen. Vielleicht ist das Zeugnis ja nicht der Grund, oder zumindest nicht der einzige…?

Gruß,
LeoLo

Hallo,

Kannst Du das Arbeitszeugnis bei der Bewerbung nicht erstmal weglassen und eventuell vermerken „Referenzewn auf Anfrage“? Wenn Du dann zum Interview eingeladen wirst kannst du es ja mitnehmen und persoenlich die Sache erklaeren.

Ich kann mir vorstellen, dass viele Deiner Kommilitonen, die sich auch um Praktika bewerben, gar kein Arbeitszeugnis von einer frueheren Arbeit haben. Deshalb denke ich ist es nicht so wichtig es beizulegen.

Nur eine Idee.

Claudia

Lass das Arbeitszeugnis weg!
Hallo Dominik,

ich wundere mich immer wieder, wie hoch die Menschen in diesem Brett ihre Arbeitszeugnisse einstufen.

Ich glaube nicht einmal, dass es dein wirkliches Problem ist.

In der Zeit als ich Personalverantwortung hatte, hat mich Prio1 das Anschreiben interessiert, Prio2 der Lebenslauf und in den allermeisten Fällen habe ich dann schon meine innere Entscheidung getroffen. Bei „negativ“ habe ich mir gar nicht mehr die Zeit genommen noch AZ zu studieren, bei „positiv“ haben die AZ meine Meinung auch nicht mehr geändert.

Warum?
Ich suche einen Menschen der ins Unternehmen passt.
Dabei interessiert mich zuerst seine Persönlichkeit --> Anschreiben.
Dann interessiert mich seine fachliche Fähigkeit --> Lebenslauf.

Ich habe noch nie Zeugnisse, Gehaltsvorstellungen in meine Bewerbung gepackt. Einmal rief mich, ganz entgeistert, ein Unternehmensberater (Headhunter) an, über den ich mich bei einem grossen Chemieunternehmen bewarb, was mir einfiele, ihm solch eine unzulängliche Bewerbung zu senden. Ich antwortete, die Bewerbung in der Form sei alles, was ich bis zu einem Kennenlernen von mir preisgeben möchte und aus meiner Sicht völlig ausreichend, für ein Unternehmen, zu bewerten, ob sich diese Kennenlernen lohne. Mit einem Unternehmen, das Erbsenzähler in der Personalabteilung beschäftigt, die penibel auf solche Feinheiten achten und die es sich leisten können mich deshalb zu übersehen, sind definitiv nicht die Art von Unternehmen für die ich arbeiten will. Und ich bat ihn, dies seinem Kunden ruhig so zu sagen. Das tat er auch und vielleicht auch deshalb hatte ich dann ein Vorstellungsgespräch.

Übrigens, meine Arbeitszeugnisse sind ausnehmend gut und ich bräuchte sie nicht verstecken, aber ich stehe zu dieser Aussage.

Also rate ich dir, jeder Satz in deinem Anschreiben ist Gold wert. Dort musst du deine Persönlichkeit rüber bringen und es muss authentisch sein.

Gruss D.K.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]