Produktionskosten von einem Neuwagen ?

Hallo

Was kostet denn ein Neuwagen in der Produktion ?

zB. für ein Mercedes E (wird für 35.000€ verkauft)

Danke

Hi Sam

die Produktionskosten werden wohl weit unter dem tatsächlichen Verkaufspreis liegen… ABER - du darfst die Entwicklungskosten zuvor nicht vergessen. Die betragen in der Regel mehrere Milionen Euros…

Grüßle
Frank K.

Ein Freund, der Mercedeshändler ist, hat mir vor längerer Zeit erzählt, daß die Handelsspanne max. ~600DM betrage bei einer neuen Eklasse, weil sonst die laufenden Kosten nicht mehr getragen werden können.
Auch Mercedes spart an allen Ecken und Enden, um ihre Preise machen zu können. Da passieren solche Sachen wie (ich dürfte es ja gar nicht sagen, aber ich habe eh mit der ganzen Sache nichts zu tun), daß es in den Verkaufsräumen durch Dach regnet, weil sich die Filiale (einer Hauptstadt eines Bundeslandes) nicht leisten kann, es zu reparieren. => Es gab häßliche Flecken auf den Motorhauben der neuen, zur Schau gestellten Eklassen, so daß diese neu lackiert werden mußten. Dies und noch viel mehr gibt mir zu denken, daß der Produktionspreis eines Neuwagens, wenn man natürlich die Entwicklungskosten mit berücksichtigt, nicht weit unter dem Verkaufspreis liegen kann.

Grüße

Bernhard

Ich glaub ja viel…
Hallo Bernhard,

Ein Freund, der Mercedeshändler ist, hat mir vor längerer Zeit
erzählt, daß die Handelsspanne max. ~600DM betrage bei einer
neuen Eklasse, weil sonst die laufenden Kosten nicht mehr
getragen werden können.

…aber das glaube ich nicht!
Rechne doch mal aus, wieviele von den Kisten man alleine pro Monat verkaufen müsste, um auch nur das Gehalt von den smarten Aufschwätzern im Verkaufsraum zu zahlen!

[…]daß es in den Verkaufsräumen durch Dach
regnet, weil sich die Filiale (einer Hauptstadt eines
Bundeslandes) nicht leisten kann, es zu reparieren. => Es
gab häßliche Flecken auf den Motorhauben der neuen, zur Schau
gestellten Eklassen, so daß diese neu lackiert werden mußten.

Aha, wenn es auf Mercedes-Lack regnet, wird dieser zerstört und muss neu aufgetragen werden. Puhhhh! Und ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, mir so ein Auto zu kaufen. Danke, dass Du mich rechtzeitig gewarnt hast! :wink:

Mit schmunzelnden Grüßen
Stefan

Hallo,

ja und weil die Handelsspanne so gering ist, werden die gleichen Wagen im Ausland teilweise über zwanzig Prozent billiger verkauft. Dort zahlt dann Daimler praktisch drauf, damit die Kunden die Autos kaufen :smile:)
Erinnerst du dich an den Skandal mit VW? Die haben ihren ausländischen (speziell NL) Filialen verboten, Autos an deutsche Kunden zu verkaufen, damit die deutschen Gewinnspannen nicht kaputtgemacht (genauer: dem europäischen Niveau angepasst) werden. Aber Wettbewerbswächter Monti hat dem dann schnell einen Riegel vorgeschoben, waren glaube ich ein paar hundert Mio. DM Strafe für VW.

Gruss, Niels

Mein Freund bekommt 32% ! für Auslaufmodell
Hallo
Nun gibt es ja die neue E-Klasse
Ein Freund hat gestern eine alte gekauft da gab es 32% Rabatt !
( Ja wirklich bei Mercedes !)

(Listenpreis 36 t€ + MwSt)
-Das Auto ist KEIN Ladenhüter
-KEINE Mängel
-Sollte ein Vorfürwagen werden (steht seit 5 Wochen auf dem Hof)
-hat 0 KM KEINE Tageszulassung oder sonst was
-bekommt auch noch Finazierung zu 0,99 %

Da habe ich mich schon gedacht: „der Händler ist ein herzenguter Mann“ oder „Die müssen ja eine rissige Gewinnspanne haben“ ?

Hi SAM,

ich habe mal in einer Vorlesung gehört, wie ein Prof sagte, daß ein aktueller Golf VI etwa 6000 DM an Produktionskosten (inkl. Kosten für die Mitarbeiter) kostet. Der Rest sind dann konzernbedingte Kosten wie. z.B Gehälter für die Vorstände, Händlergewinne, Entwicklungskosten, etc.

Bis denn dann,

Felix

„der Händler ist ein herzensguter Mann“ oder „Die müssen ja :eine riesige Gewinnspanne haben“ ?

Hallo,

um es vorweg zu sagen: Die Einkaufspreise der Autohändler kenne ich nicht. Das Geschäft wird sich aber vom üblichen Handel mit hochwertigen Gütern nicht großartig unterscheiden.

Es mag ja sein, daß der Händler ein herzensguter Mensch ist, aber deshalb muß er noch nicht dusselig sein und eine riesige „Gewinnspanne“ wird er auch nicht haben. Das Wort "Gewinnspanne ist mißverständlich, denn die Differenz VK - EK liegt weit ab vom Gewinn.

In anderen Bereichen, etwa bei Werkzeugmaschinen, wo Vorführanlagen bereit gehalten werden, das Produkt erklärungsbedürftig ist, Personal, Verkaufsräume etc gebraucht werden, liegt die Differenz VK-EK um die 35%. Das muß der Händler aber auch haben. 10% Nachlaß leierst Du ihm schon beim ersten Gespräch aus dem Kreuz. Wenn das Auto äußerlich versifft vom Werk kommt, wird es entwachst und verkaufsfertig gemacht, steht dann lange herum und verursacht Kapitalkosten. Die geschniegelten Damen und Herren, mit denen Du das Muster der Polster aussuchst, müssen auch bezahlt werden. Schließlich bemäkelt der Käufer in den ersten Monaten noch alle möglichen Kleinigkeiten, die vom Händler behoben werden müssen. Und dann muß auch noch etwas übrig bleiben, von dem sich der Händler seinen privaten Kühlschrank füllen kann.

Gehe also von einem Drittel des Verkaufspreises aus. Davon bestreitet der Händler alle Aktivitäten vom Unterhalt seiner Räume, über Gehälter, Finanzierung, Vorführfahrzeuge bis zum gewährten Rabatt.

Gruß
Wolfgang

Richtig ist…

Da habe ich mich schon gedacht: „der Händler ist ein
herzenguter Mann“ oder „Die müssen ja eine rissige
Gewinnspanne haben“ ?

…, daß ein Autohändler im allgemeinen einen an Bedingungen geknüpften Rabatt vom Hersteller erhält.
Das ist zum einen ein fester Bestandteil, der Grundrabatt.
Desweiteren gibt es Zielerreichungsrabatte, Marktanteilrabatte, Volumenrabatte, etc.

Verschiedene Modelle haben zusätzlich verschiedene Strukturen.
Somit ist die durchschnittliche Marge eines Oberklassefzgs. höher
als die eines Kleinwagens.

Damit schafft der Hersteller zusätzliche Anreize den Händler zum Verkauf seiner Produkte zu bewegen.
Die Zeiten der Einheitsmarge sind lange vorbei.

Du kannst also davon ausgehen, daß ein Händler, der 13% oder mehr anbietet, ein ruinöses Geschäft betreibt.

Das, was Du beschreibst hört sich eher nach einer herstellersubventionierten Abverkaufsaktion an.

Gruß

Tom

Händlerpreise
Hallo,

mein Vater hat in einem Vorführ-Audi mal die Händlereinkaufspreisliste auf dem Rücksitz gefunden. Der Händlerpreis lag 16% unter der offiziellen Preisliste.

Ohne lange Diskussionen hat er bei Anfragen Preise bei diversen Händlern genannt bekommen, die 10-12% unter der offiziellen Preisliste lagen. Damit blieben den Händler Margen von rund 3.200-4.800 DM.

Gruß
Christian

Hi!

Da es ja um Produktionskosten ging, ein Beispiel aus erster Quelle. Ein VW der im Laden 40 tDM kostet, hat effektive Produktions- und Entwicklungskosten von 20 tDM. Der Rest geht komplett für Marketing und Vertrieb weg. Fragt mich bitte nicht woher ich das weiss!
Das Übrige mit den Prozenten und Rabatten erklärt sich dann von selber!

Mein Bruder arbeitete in der Planungsabteilung der VDO und hat bei vielen Neuwagenplanungen von Audi, VW und Opel mitgearbeitet.
Dort rechnet man mit einem Herstellungspreis der nur 10% des Verkaufspreises beträgt.

Das klingt in meinen Ohren glaubbar wenn ich mir überlege, das ein „normaler“ Händler mir (bei Ford) bis zu 16,5% Rabatt anbieten kann, wobei er noch verdient.
Vor dem seiner Nase sitzt noch ein Haupthändler der auch noch verdient.
Dann kommt noch die Gewinnspanne der Zulieferer und der Hersteller und die vielen Firmen die auch noch daran verdienen, wie z.B. die Transportfirmen und so.

Wenn man sich das alles überlegt, klingen die 10% glaubhaft.

Und es klingt dann auch verständlich, warum deutsche Autos im Ausland (nicht nur in Europa sondern auch in Amerika) teilweise nur die Hälfte von dem Kosten, was sie in Deutschland kosten.

Witzig ist noch, das z.B. solche Hersteller wie VW von Anfang an nur eine Pannenfreie Laufzeit von 50.000 km vorgeben. Aus dem Grund werden teilweise von Ersparnissen in Pfennigbereichen gerechnet, die in der Massenproduktion echt viel Geld ausmachen.
Es werden z.B. beim VAG-Konzern dann relevante Steckanschlüße verzinnt anstatt vergoldet oder im Audi A8 wurde das Armaturenbrett mit normalen Birnen als Beleuchtung gebaut, obwohl es mit Mini-Leuchtstofflampen geplant war, und vieles mehr dieser Art.

Winni the Pooh