Hallo Allerseits,
in einem Artikel schrieb ein Teilnehmer von einer jährlichen 5%igen Produktivitätssteigerung in der freien Wirtschaft.
Wie muss ich mir das als Laie vorstellen? Dass der Metzger und der Fahrschullehrer ihre Produktivität nicht Jahr für Jahr steigern setze ich erst mal voraus. Das die Produzenten von Gütern, wie z.B. Schaumstoffformteile oder Deutschlandfähnschen ihre Produktion mit besseren Produktionsmethoden steigern , bzw. die Stückkosten senken können, mag ja naheliegend sein, aber wie sieht es im Dienstleistungsbereich oder Verwaltungstätigkeiten aus.
Bei 5% jährlicher Produktivitätssteigerung müssten sich die Verwaltungen bei gleichbleibenden Arbeitsvolumen alle 14 Jahre halbieren.
Wie ist das also mit der Produktivitätssteigerung?
Gruß
Carlos
Hallo Carlos,
in einem Artikel schrieb ein Teilnehmer von einer jährlichen
5%igen Produktivitätssteigerung in der freien Wirtschaft.
War ich das etwa?
Wie muss ich mir das als Laie vorstellen? Dass der Metzger und
der Fahrschullehrer ihre Produktivität nicht Jahr für Jahr
steigern setze ich erst mal voraus.
Natürlich tun sie das wo möglich. Das fängt damit an, dass man von Handrechnung schreiben auf Computer umsteigt, dass man sich jedes 2. Jahr ein sparsameres Auto zulegt (Fahrlehrer), dass man sich eine elektrische Schneidemaschine zulegt, die doppelt so schnell und automatisch Wurstscheiben generiert (Metzger) etc. Das ist normaler Unternehmeralltag, ständig an Kostenreduktion zu arbeiten. Die Einkaufspreise steigen und die Verkaufspreise sinken nämlich von alleine … Und vom Delta will man schließlich leben …
aber wie sieht es im
Dienstleistungsbereich oder Verwaltungstätigkeiten aus.
Bei 5% jährlicher Produktivitätssteigerung müssten sich die
Verwaltungen bei gleichbleibenden Arbeitsvolumen alle 14 Jahre
halbieren.
Na ja, im Prinzip sollten auch die Verwaltungen daran arbeiten, dass sie jeden Verwaltungsprozess jedes Jahr schlanker hinbekommen. Bei Unternehmern ist natürlich der Ratioprozess durch Deckungsbeitragsziele vorgegeben. Bei Verwaltungen kann dies nur über Budgetanpassungen funktionieren. Passt man diese nicht an oder erweitert sie gar bei jeder neuen Aufgabe, ist natürlich kein Druck da, die Kosten zu reduzieren, da Budgetüberschüsse in den Haushalt zurückfließen würden ohne Vorteil für die Verwaltung => Verwaltungen müssen unter Budgetdruck gesetzt werden, damit sie schlanker (und damit fortschrittlicher, denn nichts anderes ist Rationalisierung!) werden.
Wie ist das also mit der Produktivitätssteigerung?
So.
Grüße
Jürgen
Hallo Jürgen
herzlichen Dank für deine Antwort.
Ich hoffe du verzeihst mir, wenn deine Beschreibung mich nicht wirklich überzeugt.
Wie gesagt, bedeutet ein jährlich 5%ige Produktionssteigerung, dass sich die Produktivität in 14 Jahren verdoppelt und in 28 Jahren vervierfacht. Mit etwas Computer und etwas Technik ist das nicht zu realisieren. Wenn du beispielsweise heute moderne Computerkassen anstelle von alten Möhren mit DOS 3.0 verwendest, steigt deine Produktivität nicht wirklich. Es ist halt bunter und schöner.
Gruß
Carlos
Hallo Jürgen,
für dich ist also Produktivitätssteierung = Kostensenkung °°° Hallo
Das kann doch nur Rentabilitätssteigernd sein.
Die Produktivität kann ich nur steigern dürch mehr Produktion - oder Ausstoßverringerung - das produzierte Produkt muss mehr werden - bei gleichem Einsatz. - so verstehe ich das!
Grüsse Rainer
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Moin,
für dich ist also Produktivitätssteierung = Kostensenkung °°°
Produktivität ist ein Relativmaß aus erzielter Leistung durch eingesetztem Aufwand. Selbstverständlich kann ich bei konstantem Aufwand durch gesteigerte Leistung die Produktivität erhöhen. Nur ist das auf das Einzelteil berechnet eben auch eine Kostensenkung.
Dass Unternehmer versuchen, die Ausbringung bei konstanten Einsatz zu erhöhen ist logisch. Nur eben nicht in jedem Markt jederzeit realisierbar, da Du ja auch Käufer für Deine Mehrausbringung brauchst.
Grüße
Jürgen
Hallo Carlos,
Mit etwas Computer und etwas Technik ist
das nicht zu realisieren. Wenn du beispielsweise heute moderne
Computerkassen anstelle von alten Möhren mit DOS 3.0
verwendest, steigt deine Produktivität nicht wirklich. Es ist
halt bunter und schöner.
Zwei Dinge dazu:
Zum einen:
a) der Einsatz von Computern hat massiv die Produktivität eben gerade in Verwaltungsbereichen erhöht. Beispiel: Erinnerst Du Dich noch an die Zeiten, als Du ohne Besprechungsplaner versucht hast, 5 Leute zu einer gemeinsamen Besprechung zusammenzubekommen? Das hat zu Beginn meines Arbeitslebens zum Teil Stunden in Anspruch genommen, die Terminabstimmung hinzubekommen. Heute klappt das in 10 Min.
b) Wieviele Teamassistentinnen glaubst Du sind „arbeitslos“ geworden mittlerweile bzw. werden für deutlich höherwertige Aufgaben als Schreibkram eingesetzt?
c) In meinem Fachgebiet (Logistik) könnte ich Dir noch viele Prozesse nennen, die auf der heute erreichbaren Qualität bei dem heutigen Aufwand niemals vor dem Desktop-PC möglich gewesen wären.
Dass im selben Maße natürlich die Aufgaben und Anforderungen gewachsen sind, ist klar.
Zum anderen: Mir erscheint, dass Du das Beispiel Windoof zu DOS gewählt hast, weil Du Dich mit meinen sonstigen Argumenten nicht auseinandersetzen willst. Finde ich schade …
Grüße
Jürgen
Hallo Jürgen,
Zum anderen: Mir erscheint, dass Du das Beispiel Windoof zu
DOS gewählt hast, weil Du Dich mit meinen sonstigen Argumenten
nicht auseinandersetzen willst. Finde ich schade …
Die anderen Beispiele fand ich so abstrus, dass ich mich nicht damit auseinandersetzen wollte. Die schnellere Schneidemaschinen beim Metzger oder das kostengünstigere Auto beim Fahrlehrer. In welcher Welt lebst? Glaubst du wirklich die Schneidemaschinen sind heute vier mal so schnell, wie vor 30 Jahren? Glaubst du wirklich, die Betriebskosten für ein Fahrschulfahrzeug sind in den letzten 30 Jahren drastisch gesunken?
Man kann die Produktivität nicht grenzenlos steigern. Irgendwann kommt der Punkt, an dem die Steigerung der Produktivität immer schwieriger und langsamer wird und mit Qualitätseinbußen beim Produkt oder Service erkauft wird.
Deswegen habe ich auch den schönen Vergleich von DOS- Windows genommen. Wer die Performancevorteile durch Frontoffice-Produkte als Produktivitätssteigerung benennt lebt in der Vergangenheit. Was kommt als nächstes Beispiel? Die Vorteile von Druckern gegenüber von Schreibmaschinen?
Ich arbeite im Backoffice-Bereich und sehe eine Vielzahl neuer Entwicklungen. Ich sehe aber auch, dass neue Technologien häufig keine deutliche Verbesserung der Produktivität mehr bringen, gelegentlich sogar eine Verringerung.
Dass dies von den Entscheidern anders wahrgenommen wird, lasse ich mal dahingestellt.
Gruß
Carlos
Hallo Carlos,
ehrlich gesagt habe ich diese Reaktion erwartet.
Du leugnest schlicht Tatsachen, vielleicht weißt Du es tatsächlich nicht besser, vielleicht weil Du diese Tatsachen nicht wahrhaben willst. Unternehmer solltest Du jedenfalls aktuell besser nicht werden.
a) Selbstverständlich sind sparsame Autos interessant für Transportunternehmer (auch Fahrlehrer sind irgendwie solche). Von großen Transportunternehmen wird jede(!) wirtschaftliche Spritsparmöglichkeit sofort gekauft, da sie Kostenvorteile gegenüber der Konkurrenz schafft. Ein Fahrlehrer, der dies nicht nutzt, wäre ziemlich blöd bei der Konkurrenz auf diesem Gebiet. Letztendlich fährt vermutlich jedes Fahrzeug Minimum ca. 300 km täglich bzw. 6000 km im Monat. Da sollte man sich schon überlegen, ob man nicht lieber ein Auto mit 2l/100km weniger Verbrauch fährt.
b) Natürlich haben Drucker zu immensen Ratiopotential geführt. Die paar tausend sinnlos gedruckten Seiten pro Monat und pro Drucker werden locker durch die Wegrationalisierung von Sekretärinnen etc. ausgeglichen.
c) jegliche Ratio in der Industrie beruht schlicht auf der Frage: Kann ich die gleiche Leistung mit weniger Aufwand erstellen. Das ist Basisgeschäft eines Unternehmers - natürlich neben der Innovation.
Grüße
Jürgen
PS: Es bleibt - auch wenn Du offenbar weiterhin meinst zweifeln zu müssen und mich anscheinend für inkompetent bzgl. dieser Aussage hälst - Faktum, dass in der Automobilindustrie jedes Jahr Minimum 3% Preisnachlass vertraglich vereinbart sind, wobei gleichzeitig Kostensteigerungen von z.B. 2,5% bei den Lohnkosten und im Moment deutlich mehr bei den Einkaufspreisen kompensiert werden müssen => 5% per anno ist absolute Normalität, nichts erschreckendes sondern Alltag.