Prof. verkauft sein Buch in Vorlesung?

Ist es eigentlich rechtens, dass ein Dozent / Prof. in der Vorlesung sein eigenes Buch anpreist und deutlich durchscheinen lässt, dass man es dringend kaufen sollte um die Prüfung zu bestehen? Darf ein Dozent in seiner Vorlesung also für sein Produkt Werbung machen und seine Stundenten unter der Hand zwingen sein teures Buch zu kaufen (damit er mehr Umsatz hat)? Wo kommen wir denn da hin, wenn PRO FACH ein Buch für 50 Euro gekauft werden müsste, um einen guten Abschluss zu kriegen? Gibt es dagegen kein Gesetz?

In manchem Fach mag es Sinn machen, wenn es sich um ein sehr spezielles Thema handelt, zu dem es kaum gute Fachliteratur gibt. Aber z. B. bei „Grundlagen des Marketing“ - dazu gibt es Unmengen an Büchern (kostenlos in der FH/Uni Bibliothek auszuleihen).

Wo kommen wir denn da hin, wenn PRO FACH ein Buch für 50
Euro gekauft werden müsste, um einen guten Abschluss zu
kriegen?

Wir kommen dahin, dass es keine Mühe mehr, sondern nur noch 50 Euro pro Fach kostet, einen guten Abschluss zu „kriegen“.

Ich glaube, ein bisschen mehr gehört schon zu einem erfolgreichen Studium und zu guten Noten, egal in welcher Fachrichtung.

smalbop

Hallo,

es handelt sich nur um eine Empfehlung. Niemand ist gezwungen, dieser Empfehlung zu folgen.

Wenn ein Prof. gleichzeitig Autor entsprechender Fachliteratur ist, lässt es sich kaum vermeiden, dass der darin enthaltene Stoff sich in seinen Vorlesungen widerspigelt bzw. daraus hervorgegangen ist und mit einiger Wahrscheinlichkeit in den Fragestellungen der Klausuren
durschschimmert.

Wenn man die eigenen Werke seines Profs gelesen hat, weiß man meistens, welche Fehler man unbedingt vermeiden muss, weil er immer wieder darauf hinweist. Man bekommt auch ein gutes Gefühl dafür, wie er tickt und in welcher Hinsicht er eher simple oder hohe Anforderungen stellt.

Das bedeutet nicht, dass man sich nicht auch anhand anderer Literatur auf die Klausuren vorbereiten könnte. Normalerweise stehen übrigens auch etliche Exemplare seiner Werke zur Ausleihe in der Unibibliothek und eingeschriebene Studenten bekommen beim Kauf meist einen kleinen Rabatt auf den üblichen Verlagspreis.

LG
sine

Sowas kommt an Hochschulen vor. Natürlich muss man das Buch auswendig können, um die Prüfung zu bestehen.

hi

ja das ist rechtens und auch ziemlich üblich.

In jeder Vorlesung gibt es oft ein oder mehrere Standardwerke, die der Studierende kennen sollte, um die Prüfung zu bestehen.

Wenn der Prof. der Meinung ist, sein Buch sei das für diese Vorlesung zu gebrauchende Standardwerk (weil er sich zB an dessen inhaltlichen Aufbau hält und es die richtigen Schwerpunkte hat) dann sollte man dies eben lesen und ggf. auch kaufen.

Gruss, sama

Mir ist durchaus klar, dass das üblich ist und in manchen Fällen sogar Sinn macht, aber das ist ja nicht meine Frage. In vielen Lehrbetrieben ist es üblich, dass der Azubi in erster Linie eine billige Arbeitskraft ist und durchaus öfter mal das private Auto des Chefs wäscht. Aber RECHTENS ist das nicht. Dagegen gibts Gesetze und man kann dagegen vorgehen. Ich würde gern wissen, welches das entsprechende Pendant bei einem Hochschuldozent ist. Mich würde interessieren, wie Hochschuldozenten daran gehindert werden, ihre Stellung auszunutzen.

Darf also ein Dozent sein eigenes Buch in der Vorlesung in der Art anpreisen, dass man es kaufen muss, damit man chancengleich in die Prüfung geht? Wenn es NICHT in außreichender Menge in der Bibliothek auszuleihen ist? Wenn man sein Buch sogar mit in die Prüfung nehmen darf - aber kein anderes?

Mal angenommen er bringt eine Formelsammlung für 50 Euro raus - es gibt andere Formelsammlungen die billiger sind, die in der Bibliothek auszuleihen wären und die grob dasselbe enthalten, weil es um ein Grundlagen-Fach geht - aber er besteht darauf, dass NUR seine Formelsammlung in der Prüfung erlaubt ist. Man hat also die Wahl - kauft man für 50 Euro sein Buch oder geht man ohne Formelsammlung in die Prüfung und hat entsprechend einen deutlichen Nachteil weil es unrealistisch ist, alle Prüfungen auswendig zu lernen?

Wie heißt das Gesetz dagegen? Wo find ich das?

Hörerpreise (ursprünglich mit einem Hörerschein, den man sich vom Autor bzw. einem der Autoren unterzeichnen liess, um ihn im Buchhandel vorzulegen) gibt es nicht mehr, dank irgendeiner Überarbeitung des Buchpreisbindungsgesetzes.

Gruß B

Mal angenommen er bringt eine Formelsammlung für 50 Euro raus

  • es gibt andere Formelsammlungen die billiger sind, die in
    der Bibliothek auszuleihen wären und die grob dasselbe
    enthalten, weil es um ein Grundlagen-Fach geht - aber er
    besteht darauf, dass NUR seine Formelsammlung in der Prüfung
    erlaubt ist. Man hat also die Wahl - kauft man für 50 Euro
    sein Buch oder geht man ohne Formelsammlung in die Prüfung und
    hat entsprechend einen deutlichen Nachteil weil es
    unrealistisch ist, alle Prüfungen auswendig zu lernen?

Dann sollte man sich an den Prüfungsausschuss der Fakultät wenden, denn dieser legt die Prüfungsbedingungen fest.

Ansonsten steht es selbstverständlich jedem Dozenten frei seine Lehre zu gestalten wie er will und dem Studenten steht es frei sich die notwendige Lektüre zu besorgen oder nicht.

Gruß Andreas