Professionelle Zahnreinigung - wie oft?

Hallo,

wie oft sollte man eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen, wenn Parodontitis diagnostiziert und behandelt wurde.

Mindestens einmal täglich werden die Zwischenräume gereinigt.
Die Zähne werden täglich einmal gründlich mit einer Sonicare Schallzahnbürste und einmal mit einer Handzahnbürste geputzt.
Zusätzlich wird einmal täglich mit Lysterine gegen Zahnstein gespült.
Kann man da einen Richtwert angeben?
Danke schon mal.

Grüße
Rainer

Hallo,

wie oft sollte man eine professionelle Zahnreinigung
durchführen lassen, wenn Parodontitis diagnostiziert und
behandelt wurde.

Servus Rainer,

wenn erneut klinische Symptome (Rötung, Blutung, Schmerz beim Putzen) auftreten, ist es höchste Zeit. Ich hatte Patienten, bei denen das schon nach vier Wochen der Fall war (beratungsresistente Kettenraucher, die der AOK böse waren, weil sie die Kosten für Zahnpaste und -bürste nicht übernehmen wollte ;-((

Will man es nicht bis zur erneuten Symptomatik kommen lassen, peilt man als ZA über den breiten Daumen und setzt, je nach Schwere des Krankheitsbildes, eine Wiederholung der PZR nach 4 - 6 Monaten an. Stellt sich dabei heraus, daß noch alles rosa und straff aussieht, freut man sich, entfernt den Zahnstein und gibt einen neuen Termin.

Mindestens einmal täglich werden die Zwischenräume gereinigt.
Die Zähne werden täglich einmal gründlich mit einer Sonicare
Schallzahnbürste und einmal mit einer Handzahnbürste geputzt.

. . . . das sieht nach Overtreatment aus. Was soll in diesem Fall die Handzahnbürste noch? Nimm lieber die Sonicare zweimal.

Zusätzlich wird einmal täglich mit Lysterine gegen Zahnstein
gespült.

Lysterine wirkt antibakteriell. Es ist richtig, daß Zahnstein leichter und schneller entsteht, wenn eine vorhandene bakterielle Plaque ihm hilft, sich einzulagern. Gegen Plaque wirkt in erster Linie Bürste und Zahnseide (und das ‚Aushungern‘ der Bakterien durch drastische Einschränkung des Zuckerkonsums). Ich wäre mit Desinfektionsmitteln als Daueranwendung (gilt auch und erst recht für Chlorhexidin) sehr zurüchkaltend und würde mich eher auf die Perfektion meiner mechanischen Methoden werfen. Lysterine mal als initialen Schrotschuß für eine Woche, aber dann - ab in den Alibert damit :wink:

Kann man da einen Richtwert angeben?

Kann man :smile:
Gruß

Kai Müller

Grüß dich Kai,

danke für die Einschätzung.

Der Knackpunkt ist der, dass ich jedesmal nach der PZR (alle 3 Monate) wochenlang mehr oder weniger Zahnschmerzen habe. Bei praktisch jedem Essen ob warm oder kalt bekomme ich Zahnschmerzen, die je nach Reizintensität auch länger anhalten.
Nach ein paar Wochen wird das dann besser - und dann habe ich gleich wieder einen Termin…
Hab’ auch schon diese Zahncreme probiert, die diese „was-weiß-ich-wie-sie-heißen-Kanälchen“ schließen soll.
Bringt aber auch nicht wirklich was.

Grüße Rainer

Der Knackpunkt ist der, dass ich jedesmal nach der PZR (alle 3
Monate) wochenlang mehr oder weniger Zahnschmerzen habe. Bei
praktisch jedem Essen ob warm oder kalt bekomme ich
Zahnschmerzen, die je nach Reizintensität auch länger
anhalten.

Servus Rainer,

wenn die Schmerzen nicht immer in derselben Gegend auftreten, wird es wohl ein Problem der freiliegenden Zahnhälse sein. Gerade bei Menschen, die zum Pressen und Knirschen neigen, zieht sich langsam der Kieferknochen (und damit natürlich das Zahnfleisch) zurück und hinterlässt unbedeckte Wurzeloberflächen, die normalerweise im Knochen stecken würden. Das geht leider auch ohne bakterielle Mitwirkung. Das sieht dann so aus, wie hier auf der linken Seite:

http://www.nanit-active.de/img/content/forschung_02.jpg

Säuren (O-Saft z.B.) und kräftiges Schrubben mit harten Zahnbürsten machen die Lage nicht besser.

Ich selbst habe über die neue - in Nano-Technologie produzierte - ‚Bio-Repair‘-Zahnpasta keine Erkenntnisse, die Veröffentlichungen dazu scheinen auch sehr hersteller-nah zu sein, nur schaden kann ein Versuch damit bestimmt nicht.

Ansonsten würde ich an Deiner Stelle lernen, meinen Zahnfleischzustand (zumindest im gut sichtbaren Bereich) selbst zu beurteilen,

http://www.google.de/images?q=tbn:Mgc1P9ZUds-moM::ww…

. . . meine Dentalhygienikerin dazu heranzuziehen, nur dort einzugreifen, wo tatsächlich Plaque und Entzündungszeichen zu finden sind,

. . . und den Zahnarzt zu fragen, ob er Symptome für Parafunktionen (z.B. abgeschliffene Eckzahnspitzen)

http://www.dr-schulte.ch/images/veneers-fall-1.jpg

findet, und ob er Dir - falls ja - dabei helfen kann, Deine Lippen zusammen-, aber Deine Zähne auseinander zu lassen.

Ja, ja - und das alles, ohne Dich selber dabei unter Druck zu setzen. Klingt schwierig, ist nicht einfach und heißt im Endeffekt, daß gelassene Menschen keine überempfindlichen Zahnhälse haben. Und - nein, nein - ich habe nicht die leiseste esoterische Ader :wink:

Gruß

Kai Müller

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Hallo Kai,

ich danke dir herzlich für die Ratschläge.
Werde versuchen sie umzusetzen.

Viele Grüße Rainer