Professur in Fernost

off topic Re^4: also gut
Hallo Kaj, hallo Gandalf,

Die Berufungskomissionen sind übertragen auf die freie Wirtschaft ja auch ziemlich seltsame Gebilde:

Die Position eines leitenden Angestellten ist neu zu besetzten.
Ein Gremium aus B2C Kunden (Studenten), leitenden Angestellten (Profs) und Vertretern der Geschäftsführung sichten die Bewerber und erstellen eine Vorschlagsliste. Dabei wird u.U. auch der Rat von Wettbewerbern (Gutachter, Profs anderer Unis) und B2B Kunden (Industrie) eingeholt. Daraufhin geht die Vorschlagsliste an die Inhaber (Ministerium).
Anschliessend verhandelt die Geschäftsführung um dann die Liste mit den Erwartungen des Bewerbers an die Inhaber weiterzuleiten. Die Inhaber führen die abschliessenden Verhandlungen, sind aber an das Votum der Geschäftsführung gebunden. Die Inhaber stellen dann den neuen leitenden Angestellten ein, wobei der Geschäftsführung wenig Personalverantwortung bleibt …

Kein Wunder, dass bei einem so komplexen Verfahren Interessen aufeinander prallen und jede Partei ihre eigenen Ziele verfolgt.

Ich weiss auber auch nicht, wie man es (was das Verfahren angeht) besser machen sollte.
Ein Präsidialsystem ist auch kein Allheilmittel. Ein starker Präsident (vgl. z. B.ETH Zürich) kann sich leichter über das Gerangel im Hintergrund hinwegsetzen und sein Hochschule zur internationalen Spitze bringen oder (fast bis) in den Bankrott treiben (University of Hawaii vor einigen Jahren).

Ciao
R.

Hallo R.,

danke. Aber ich denke es weiß wirklich fast niemand ausserhalb des Uni-Bereichs wie Berufungen ablaufen. Ich war nur im Technikum tätig und erhielt ein wenig Einblick. Einen unbefristeten Vertrag hätte ich über die Wahl in den Personalrat bekommen können. Dann wären die 5 Jahre voll gewesen. Aber ich bleib lieber raus aus dem Klüngel.

PS.: Langsam kommen wir vom Thema ab.

Die Diskussion dürfte aber Wiesel geholfen haben. Etwas Einblick und vielleicht die Erkenntnis, das auch Titel von „Konsul Weyer“ oder (Weyher) durchaus in der Welt etwas bewirken können. Vielleicht auch die Erkenntnis, daß ein ehrliches Kompliment von einem Kunden für gute Arbeit mehr Wert ist als ein verlogener Titel.

Dir sage ich auf jeden Fall ebenso aufrichtig danke für die Erweiterung meiner Kenntnisse.

Gruß Norbert