off topic Re^4: also gut
Hallo Kaj, hallo Gandalf,
Die Berufungskomissionen sind übertragen auf die freie Wirtschaft ja auch ziemlich seltsame Gebilde:
Die Position eines leitenden Angestellten ist neu zu besetzten.
Ein Gremium aus B2C Kunden (Studenten), leitenden Angestellten (Profs) und Vertretern der Geschäftsführung sichten die Bewerber und erstellen eine Vorschlagsliste. Dabei wird u.U. auch der Rat von Wettbewerbern (Gutachter, Profs anderer Unis) und B2B Kunden (Industrie) eingeholt. Daraufhin geht die Vorschlagsliste an die Inhaber (Ministerium).
Anschliessend verhandelt die Geschäftsführung um dann die Liste mit den Erwartungen des Bewerbers an die Inhaber weiterzuleiten. Die Inhaber führen die abschliessenden Verhandlungen, sind aber an das Votum der Geschäftsführung gebunden. Die Inhaber stellen dann den neuen leitenden Angestellten ein, wobei der Geschäftsführung wenig Personalverantwortung bleibt …
Kein Wunder, dass bei einem so komplexen Verfahren Interessen aufeinander prallen und jede Partei ihre eigenen Ziele verfolgt.
Ich weiss auber auch nicht, wie man es (was das Verfahren angeht) besser machen sollte.
Ein Präsidialsystem ist auch kein Allheilmittel. Ein starker Präsident (vgl. z. B.ETH Zürich) kann sich leichter über das Gerangel im Hintergrund hinwegsetzen und sein Hochschule zur internationalen Spitze bringen oder (fast bis) in den Bankrott treiben (University of Hawaii vor einigen Jahren).
Ciao
R.