Professur + Lehramt + Familie: Gemeinsame Freizeit

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage vor allem an die (hoffentlich mitlesenden) Professoren und Hochschulangestellten:

Hat jemand Erfahrung damit, wie sich das Familienleben in Bezug auf gemeinsame Freizeit, Kinder und Urlaub entwickelt, wenn ein Partner Professor an einer Fachhochschule und der andere Gymnasiallehrer ist?

Ich weiß, eine ungewöhnliche Frage, aber ich muss mich gerade damit auseinandersetzen und wäge Für und Wider ab. Immerhin hat man als Professor „nur noch“ zweimal im Jahr vorlesungsfreie Zeiten, als Lehrer aber immerhin mehrmals Ferien. Für gemeinsame Urlaube blieben dann schätzungsweise noch vier Wochen im Sommer und die Zeit um Weihnachten, was ich nicht gerade als förderlich für die eigene Familie, insbesondere die Kinder, ansehe - ohne damit Erfahrungen gemacht zu haben.

Wenn also hier jemand in derselben Situation ist oder aus dem persönlichen Umfeld so etwas kennt, wäre ich für einen kurzen Erfahrungsbericht dankbar.

Gruß, Guido

Hallo zusammen,

wenn ein Partner Professor an einer Fachhochschule und der
andere Gymnasiallehrer ist?

Meiner Meinung nach gibt es kaum eine günstigere Berufskombination, wenn man eine Familie hat.

Ich weiß, eine ungewöhnliche Frage, aber ich muss mich gerade
damit auseinandersetzen und wäge Für und Wider ab. Immerhin

Ob das der richtige ausgangpunkt für einen Karriereschritt ist ?

hat man als Professor „nur noch“ zweimal im Jahr
vorlesungsfreie Zeiten,

„Nur zwei“, aber wie lang sind denn diese Zeiten ?

Ferien. Für gemeinsame Urlaube blieben dann schätzungsweise
noch vier Wochen im Sommer und die Zeit um Weihnachten, was

Immerhin noch einiges mehr, als es andere berufstätige Paare haben.

ich nicht gerade als förderlich für die eigene Familie,
insbesondere die Kinder, ansehe

Meiner Meinung anch gibt es kaum eine günstigere Kombination, wenn beide Elternteile berufstätig sein wollen.

Hallo Nordlicht und danke für die erste Einschätzung.
Zu folgendem Punkt:

Ich weiß, eine ungewöhnliche Frage, aber ich muss mich gerade
damit auseinandersetzen und wäge Für und Wider ab.

Ob das der richtige ausgangpunkt für einen Karriereschritt ist
?

Ich denke schon, da ich nicht der Typ bin, der für eine „Karriere als Professor“ alles rechts und links des Wegs vergisst, seinen Job hinschmeißt und „Hurra“ schreiend zur Hochschule läuft.
Private Zufriedenheit ist mir sehr wichtig. Und für den Titel kann ich mir im Zweifelsfall keine glückliche Familie kaufen, fürs Gehalt auch nicht. Außerdem will ein Wechsel aus der freien Wirtschaft schon gut überlegt sein.

Andererseits ist es natürlich schon richtig, dass man eine solche Chance nicht einfach an sich vorüberziehen lassen sollte.

hat man als Professor „nur noch“ zweimal im Jahr
vorlesungsfreie Zeiten,

„Nur zwei“, aber wie lang sind denn diese Zeiten ?

Insgesamt ca. 3 1/2 Monate, die sich aber in den seltensten Fällen mit Schulferien überschneiden.

Vielleicht denke ich aber gerade nur wieder zu viel nach. Ist wohl ein angeborener Fehler bei mir.

Trotzdem warte ich gerne auf weitere Einschätzungen.

Guido

Private Zufriedenheit ist mir sehr wichtig. Und für den Titel
kann ich mir im Zweifelsfall keine glückliche Familie kaufen,

Unabhängig davon wieviel man als Professor arbeiten muß, ich kann mir kaum einen Beruf vorstellen, der mit soviel persönlicher Freiheit verbunden ist.

fürs Gehalt auch nicht. Außerdem will ein Wechsel aus der
freien Wirtschaft schon gut überlegt sein.

Ich weiß nicht, was für eine Position Du zur Zeit hast. In der jetzigen Situation würde ich nicht sehr lange überlegen müssen.

Hi

Für gemeinsame Urlaube blieben dann schätzungsweise
noch vier Wochen im Sommer und die Zeit um Weihnachten,

4 gemeinsame Wochen im Sommer und die Zeit um Weihnachten rum? Ich würde mal sagen, daß Dich die Mehrzahl der Berufstägigen mit Kindern um die Möglichkeit solange gemeinsam Urlaub zu machen, beneiden würde.

Gruß
Edith

Es gibt doch noch echtes Leid in Deutschland…

Hat jemand Erfahrung damit, wie sich das Familienleben in
Bezug auf gemeinsame Freizeit, Kinder und Urlaub entwickelt,
wenn ein Partner Professor an einer Fachhochschule und der
andere Gymnasiallehrer ist?

Das hängt von den Personen ab. Zumindest müssen sie nicht ständig auf Hü und Hott des Chefs Überstunden und Wochenendarbeit machen, Urlaube abbrechen oder Ähnliches - sie können die gemeinsame Zeit ziemlich gut und auch ziemlich langfristig planen. So sie denn wollen.

Immerhin hat man als Professor „nur noch“ zweimal im Jahr vorlesungsfreie Zeiten, als Lehrer aber immerhin mehrmals Ferien.

„Nur noch“ 5 Monate im Jahr, an denen man nicht an Vorlesungen (welche auch mal 1-2 Wochen der Assi machen kann) gebunden ist.
Und dabei habe ich immer gedacht, dass die 6 Stunden Vorlesung pro Woche den geringsten Teil dessen ausmachen, was ein Professor leistet!

Für gemeinsame Urlaube blieben dann schätzungsweise noch vier Wochen im Sommer und die Zeit um Weihnachten,…

Ach du meine Güte, wie wenig. Was machen denn die ganzen Amis mit ihren 14 Urlaubstagen im Jahr, von denen Krankheit noch abgezogen wird?

was ich nicht gerade als förderlich für die eigene Familie, insbesondere die Kinder, ansehe - ohne damit Erfahrungen gemacht zu haben.

Wer es schafft, bei Doppelbeschäftigung 4 Wochen gemeinsamen Urlaub im Jahr zu haben, der ist zu beneiden, nicht zu bemitleiden.
Für viele Arbeitnehmer sind 2 Wochen gemeinsamer Urlaub schon purer Luxus, und man muss seine Zeit nicht nur gegen Schulferien, sondern auch gegen die Verfügbarkeit der Kolleginnen und Kollegen abwägen - und das sowohl Mann als auch Frau. Berufstätige Eltern sind oft glücklich, wenn es überhaupt einmal im Jahr für einen Familienurlaub klappt (was nicht jedes Jahr gegeben ist).

Wer da bei 4 Wochen die äußerste Belastungsgrenze sieht - der muß sich nicht wundern, wenn zynische Antworten kommen!

Wenn also hier jemand in derselben Situation ist oder aus dem
persönlichen Umfeld so etwas kennt, wäre ich für einen kurzen
Erfahrungsbericht dankbar.

Ich kenne aus dem persönlichen Umfeld hunderte Kollegen, die nie in ihrem Berufsleben das Glück hatten, überhaupt länger als 3 Wochen im Jahr gemeinsamen Urlaub mit der ganzen Familie zu machen!
Leider kann ich da nicht mitreden mit den armen Leidtragenden, die bei 4 Wochen keine intakten Familienbande erhalten können.

Gruß,
Michael

Hallo Edith,
danke fürs Feedback!

Ich bin in der Hinsicht „Urlaub“ sicherlich verwöhnt: Krisensicherer Job in einem Ingenieurbüro, 30 Tage Urlaub wann immer ich möchte, auch in den Schulferien, alles kein Problem. Quasi optimale Bedingungen, um die mich nahezu alle Leute beneiden - das weiß ich.

Da ist dann eine „Einschränkung“ auf 4 Wochen im Sommer und die Zeit um Weihnachten in gewisser Weise schon ein Rückschritt.

Andererseits ist die Chance natürlich für einen nicht promovierten FH-Absolventen nahezu einmalig, so dass ich im Falle der Ablehnung der Stelle ziemlich blöd wäre.

Und ich muss ehrlich gestehen - Eure Argumente sind schon stichhaltig, wenn man die Prof-Situation mal mit den Möglichkeiten der „breiten Masse Werktätiger“ vergleicht.

Grüßle Guido

Hi

4 gemeinsame Wochen im Sommer und die Zeit um Weihnachten rum?
Ich würde mal sagen, daß Dich die Mehrzahl der Berufstägigen
mit Kindern um die Möglichkeit solange gemeinsam Urlaub zu
machen, beneiden würde.

Gruß
Edith

:smile:

Hi Michael,

wie ich unten schon gerade schrieb: Eure Argumente sind stichhaltig - keine Frage. Und mit Ironie und Zynismus kann ich ganz gut umgehen.

„Nur noch“ 5 Monate im Jahr,

Immerhin „nur“ 3 1/2, ist eine FH.

an denen man nicht an Vorlesungen
(welche auch mal 1-2 Wochen der Assi machen kann)

Gibt’s an der FH nicht.
gebunden ist.

Und dabei habe ich immer gedacht, dass die 6 Stunden Vorlesung

An FHs 18 Stunden, an Unis 8.

pro Woche den geringsten Teil dessen ausmachen, was ein
Professor leistet!

Wenn ich mal eine vernünftige Vor- und Nachbereitung rechne, komme ich auf 40 Stunden insgesamt - was mich sicherlich nicht überfordert, da ich momentan in der Wirtschaft tätig bin. Daran hängts nicht.

Für gemeinsame Urlaube blieben dann schätzungsweise noch vier Wochen im Sommer und die Zeit um Weihnachten,…

Ach du meine Güte, wie wenig. Was machen denn die ganzen Amis
mit ihren 14 Urlaubstagen im Jahr, von denen Krankheit noch
abgezogen wird?

Die nutzen die zahlreichen Feiertage, die sie mehr haben als wir :smile:

Wer es schafft, bei Doppelbeschäftigung 4 Wochen gemeinsamen
Urlaub im Jahr zu haben, der ist zu beneiden, nicht zu
bemitleiden.

Siehe oben, ist wohl insgesamt richtig.

Für viele Arbeitnehmer sind 2 Wochen gemeinsamer Urlaub schon
purer Luxus, und man muss seine Zeit nicht nur gegen
Schulferien, sondern auch gegen die Verfügbarkeit der
Kolleginnen und Kollegen abwägen - und das sowohl Mann als
auch Frau. Berufstätige Eltern sind oft glücklich, wenn es
überhaupt einmal im Jahr für einen
Familienurlaub klappt (was nicht jedes Jahr gegeben ist).

Wer da bei 4 Wochen die äußerste Belastungsgrenze sieht - der
muß sich nicht wundern, wenn zynische Antworten kommen!

Nö, ich sehe da nicht die Belastungsgrenze, bin nur zur Zeit anderes (mehr) gewohnt und denke deshalb drüber nach. Außerdem habe ich als Kind auch deutlich mehr Zeit mit meine Eltern verbringen dürfen und habs sehr genossen.

Leider kann ich da nicht mitreden mit den armen Leidtragenden,
die bei 4 Wochen keine intakten Familienbande erhalten können.

Schade, tut mir leid!
Gruß, Guido

hallo,

Was machen denn die ganzen Amis

mit ihren 14 Urlaubstagen im Jahr, von denen Krankheit noch
abgezogen wird?

Die nutzen die zahlreichen Feiertage, die sie mehr haben als
wir :smile:

Bist du sicher - ich hab jetzt keine Zeit zum Nachgucken, aber bin mir ziemlich sicher, dass es in USA WENIGER Feiertage gibt als in Deutschland (einziger Vorteil - die Feiertage werden oft so geschoben, dass sie ein langes WE bilden, egal, wann der eigentliche Tag ist, z.B. „Columbus Day“ and „Columbus Day observed“)

Gruß
Elke

Und das ist die Antwort…

Und ich muss ehrlich gestehen - Eure Argumente sind schon
stichhaltig, wenn man die Prof-Situation mal mit den
Möglichkeiten der „breiten Masse Werktätiger“ vergleicht.

Also. Es gibt genügend Leute, die es schaffen, auch unter solchen Bedingungen ihr Leben irgendwie in den Griff zu bekommen - und viele sind dabei gar nicht unglücklich.
Also wird es für den Prof. auch irgend eine Möglichkeit geben: Er muß nur wollen.

Und damit wäre meine Antwort auf Deine eigentliche Frage: Wenn das der einzige Nachteil ist, gibt es keinen!

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Hi Guido

Andererseits ist die Chance natürlich für einen nicht
promovierten FH-Absolventen nahezu einmalig, so dass ich im
Falle der Ablehnung der Stelle ziemlich blöd wäre.

Wenn es tatsächlich so eine tolle Chance ist und Dein einziges Gegenargument nur-noch-4-Wochen-gemeinsamer-Urlaub ist, dann wärst Du wirklich blöd, wenn Du die Stelle ablehnen würdest.

Gruß
Edith