Es gibt doch noch echtes Leid in Deutschland…
Hat jemand Erfahrung damit, wie sich das Familienleben in
Bezug auf gemeinsame Freizeit, Kinder und Urlaub entwickelt,
wenn ein Partner Professor an einer Fachhochschule und der
andere Gymnasiallehrer ist?
Das hängt von den Personen ab. Zumindest müssen sie nicht ständig auf Hü und Hott des Chefs Überstunden und Wochenendarbeit machen, Urlaube abbrechen oder Ähnliches - sie können die gemeinsame Zeit ziemlich gut und auch ziemlich langfristig planen. So sie denn wollen.
Immerhin hat man als Professor „nur noch“ zweimal im Jahr vorlesungsfreie Zeiten, als Lehrer aber immerhin mehrmals Ferien.
„Nur noch“ 5 Monate im Jahr, an denen man nicht an Vorlesungen (welche auch mal 1-2 Wochen der Assi machen kann) gebunden ist.
Und dabei habe ich immer gedacht, dass die 6 Stunden Vorlesung pro Woche den geringsten Teil dessen ausmachen, was ein Professor leistet!
Für gemeinsame Urlaube blieben dann schätzungsweise noch vier Wochen im Sommer und die Zeit um Weihnachten,…
Ach du meine Güte, wie wenig. Was machen denn die ganzen Amis mit ihren 14 Urlaubstagen im Jahr, von denen Krankheit noch abgezogen wird?
was ich nicht gerade als förderlich für die eigene Familie, insbesondere die Kinder, ansehe - ohne damit Erfahrungen gemacht zu haben.
Wer es schafft, bei Doppelbeschäftigung 4 Wochen gemeinsamen Urlaub im Jahr zu haben, der ist zu beneiden, nicht zu bemitleiden.
Für viele Arbeitnehmer sind 2 Wochen gemeinsamer Urlaub schon purer Luxus, und man muss seine Zeit nicht nur gegen Schulferien, sondern auch gegen die Verfügbarkeit der Kolleginnen und Kollegen abwägen - und das sowohl Mann als auch Frau. Berufstätige Eltern sind oft glücklich, wenn es überhaupt einmal im Jahr für einen Familienurlaub klappt (was nicht jedes Jahr gegeben ist).
Wer da bei 4 Wochen die äußerste Belastungsgrenze sieht - der muß sich nicht wundern, wenn zynische Antworten kommen!
Wenn also hier jemand in derselben Situation ist oder aus dem
persönlichen Umfeld so etwas kennt, wäre ich für einen kurzen
Erfahrungsbericht dankbar.
Ich kenne aus dem persönlichen Umfeld hunderte Kollegen, die nie in ihrem Berufsleben das Glück hatten, überhaupt länger als 3 Wochen im Jahr gemeinsamen Urlaub mit der ganzen Familie zu machen!
Leider kann ich da nicht mitreden mit den armen Leidtragenden, die bei 4 Wochen keine intakten Familienbande erhalten können.
Gruß,
Michael