Profi SRL Ausrüstung für Laien!

Hallo zusammen,

ich bin eigentlich ein absoluter Foto-Laie. Ich habe seit 1 Jahr eine Olympus E-100RS, mit der ich herum experimentiere und auch ein paar interessante (Zufalls-)Resultate erzielt habe.

Ich brauche jetzt allerdings dringend eine professionellere Kamera, die z.B. einen externen Blitz zuläßt, austauschbare Objektive und gute Serienbildfunktion.
Ich muss in erster Linie Bilder „in Aktion“ machen, auf Empfängen oder bei Reden. D.h. voraussichtlich schlechte Lichtverhältnisse, weite Entfernungen zum Motiv, viel Bewegung.

Zum Hintergrund: Ich habe einen sehr wichtigen Auftrag bekommen, der u.a. einschließt die Fotos zu erstellen (für eine Wahlkampagne). Der Auftraggeber weiss, dass ich KEINE Fotografin bin, mag aber meine Arbeiten und meine Ideen. Mir bleibt in sofern nix anderes übrig, als mit einer neuen Kamera mich ins learning-by-doing zu schmeissen.

Für Tipps bezüglich der Kamera wäre ich sehr dankbar!

Euch allen eine schöne Woche und schon mal tausend Dank!
Claudia.

Hallo Claudia,

ich hoffe Du hast noch etwas Zeit…So schnell wird das nicht unbedingt was, mit einer neuen Kamera gute Bilder zu machen.

Du musst zuerst Deine Bedürfnisse spezifizieren. Einige Punkte hast Du schon aufgezählt, andere sind für Dich wahrscheinlich logisch.

Ich gehe davon aus es soll eine Digital-SLR sein?
Oder eine Analogkamera (Negativ/Dia)?

Bei einer Digital-SLR stehen wieder verschiedene Punkte im Fokus.

  • Die Auslöseverzögerung bei modernen Kameras kann man meist vernachlässigen, ist aber durchaus ein zu beachtender Punkt.

  • Die Auflösung, also MegaPixel, entscheiden über das mögliche Druckformat und weniger über die Qualität. Mache Dir also Gedanken über das Endprodukt. (Poster, Flyer, Web)

  • Da Du wechselnde Bedingungen haben wirst, sind Wechselobjektive wichtig, könnten aber auch durch ein entsprechendes Zoomobjektiv ersetzt werde. Auch hier ist es eine Frage des Qualitätsanspruches. Festbrennweiten sind normalerweise Qualitativ etwas besser, Zommobjektive flexibler.

  • Da Du auch mit schlechten Lichtverhältnissen rechnest, ist nicht nur ein entsprechender Blitz nötig, sondern auch die Anfangsöffnung des Objektives ist zu berücksichtigen. Ein 200mm-Objektiv mit Blende 2,8 z.B. lässt Dir mehr Spielraum bei der Belichtung.

Diese Liste lässt sich beliebig lange ausdehnen, spielen doch manchmal auch Philosophien mit hinein. Bevorzugt man Brillianz, oder Kontrast…etc.

Als Laie wird Dir nichts übrigbleiben als eine Kamera zu kaufen die ins Budget passt, gut in Deinen Händen liegt und mit der Du dich wohl fühlst. Die Qualität der Bilder liegt bei Dir. Es gab schon immer berühmte Fotografen die mit Schrottkamers wunderschöne Bilder gemacht haben.

Letzendlich musst Du dich mit der Kamera vertraut machen, ihre Möglichkeiten ausloten und den Blick für die Situation haben. („mag aber meine Arbeiten und meine Ideen“)

Eine Empfehlung kann ich Dir nicht geben. Von einer EOS350D bis hin zur Leica R8 mit Digitalrückwand ist die Preisspanne einfach zu gewaltig.

mail mich ruhig an wenn Du noch genauere Fragen hast.

In der Hoffnung Dich weder entmutigt, noch verwirrt zu haben :wink:

Dieter

Abend!

Eine Profi SRL für Laien schließt sich irgendwie selber aus. Natürlich
kannst du Profi Equipment kaufen, nur wird es dir nicht helfen gute
Bilder zu machen.

Nicht die Kamera macht die Bilder sondern der Fotograph. Da ist viel,
viel, viel Übung und Wissen über Fotographie beteidigt bis die ersten
wirklich guten Bilder entstehen.

Du hast natürlich recht, für gewisse Aufnahmesituationen muß ein
gewisses Maß an Gerätschaften aufgefahren werden, ansonsten
geht es gar nicht.

ich bin eigentlich ein absoluter Foto-Laie. Ich habe seit 1
Jahr eine Olympus E-100RS, mit der ich herum experimentiere
und auch ein paar interessante (Zufalls-)Resultate erzielt
habe.

Quelle DPREVIEW.COM; Olympus E-100RS
1.3 million effective pixels
1.5 million sensor photo detectors
38 mm - 380 mm (10x) zoom lens
Announced 22-Aug-00

T’schuldigung aber das ist eine 6 Jahre alte Kamera mit einer
Auflösung unter aller Kajüte.

Ich brauche jetzt allerdings dringend eine professionellere
Kamera, die z.B. einen externen Blitz zuläßt, austauschbare
Objektive und gute Serienbildfunktion.

Das grenzt die zu suchende Kamera schon erheblich ein.

Ich muss in erster Linie Bilder „in Aktion“ machen, auf
Empfängen oder bei Reden. D.h. voraussichtlich schlechte
Lichtverhältnisse, weite Entfernungen zum Motiv, viel
Bewegung.

Wenn du sowas wirklich professionell aufzeichen willst dann wird
das sehr, sehr teuer.
Mal so als Vorschlag für den Anfang…
http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/…
http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/…
http://www.metz.de/photo_electronics/mecablitz_76_mz…

Bis du alles zusammen hast was du brauchst wirst du etwa 10k€ los
sein.

Zum Hintergrund: Ich habe einen sehr wichtigen Auftrag
bekommen, der u.a. einschließt die Fotos zu erstellen (für
eine Wahlkampagne). Der Auftraggeber weiss, dass ich KEINE
Fotografin bin, mag aber meine Arbeiten und meine Ideen. Mir
bleibt in sofern nix anderes übrig, als mit einer neuen Kamera
mich ins learning-by-doing zu schmeissen.

Viel Erfolg!

Gruß
Stefan

Lieber Dieter,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort!! Ich versuche es mal ein wenig einzukreisen.

Ja, es soll definitiv digital sein (zumal ich u.a. im Webdesign und Grafikdesign tätig bin)

Mir ist schon bewußt, dass die „guten“ Bilder nicht die Kamera, sondern der Fotograf macht, aber mir ist halt aufgefallen, dass bei all meinen Versuchen zwar interessante Bilder entstanden sind, aber ganz eindeutig von mangelnder Technik geprägt sind.

Wenn ich z.B. einen gedeckten Tisch mit Kerzen fotografiere, vermassel ich mir durch den Blitz alle Farben. Ohne Blitz sind die Farben fantastisch, aber es wird mehr ein Spiel von Farbflächen, weil ich bei der benötigten Belichtungszeit ohne Stativ gar nicht so lange stillhalten kann. Geschweige denn, wenn das Motiv etwas weiter weg ist. Ich stelle mir das so vor, dass 1. ein externer (entfernterer), hochwertigerer Blitz die Farben natürlicher belässt und 2. ein besseres Objektiv (?) auch entferntere Motive (gezoomte) noch klar einfangen kann.

Die heutigen Kameras haben doch alle recht hohe Auflösungen oder? Bisher bin ich immer gut mit den gängigen Auflösungen klar gekommen, da ich notfalls durch Verringerung der dpi die Bilder vergrößert habe.

Blitz:
Was genau ist die Anfangsöffnung??

Budget:
Ich muss nicht unbedingt eine fabrikneue Kamera haben. Ich denke ich werde ein wenig bei Ebay beobachten, wie die Preise verlaufen.
Was hältst Du von der Konica Minolta Dynax 7D oder der Nikon D70s ??

Nochmals tausend Dank und einen lieben Gruß
Claudia.

Hallo Claudia!

Was wollt ihr denn mit den Fotos machen? Ein Web-Auftritt? Print-Veröffentlichungen? Präsentationen auf PC?

Fallst ihr nicht gerade großformatige Plakate oder Hochglanz-Fotomappen daraus machen wollst, dann schätze ich mal, daß deinen Schilderungen nach für dich eine sogenannte „Prosumer-Kamera“ die beste Lösung wäre. Prosumer ist ein Kunstwort und soll andeuten, daß die Zielgruppe in der Übergangszone zwischen Consumer und Profi gesehen wird.

Der Unterschied zu einer Spiegelreflex ist, daß diese Kameras keine Wechselobjektive haben, sondern ein fest angebautes Zoom. Und der Sensor ist i.A. etwas kleiner ist als bei den SLRs.
Die Vorteile sind: Leichter, kompakter, geringerer Preis (wenn man Objektiv mit rechnet), Videofunktion möglich, LCD-Monitor als Sucher einsetzbar. Einfacher zu bedienen, weil weniger Einstellmöglichkeiten.

Falls Geld gar keine Rolle spielt, dann nur zu mit der SLR. Am besten eine top Profi-Version wie z. B. die Canon EOS 1Ds Mark II und dazu 2 oder 2 Objektive der „L-Serie“ plus ein leistungsstarker Systemblitz. Macht zusammen etwa 10 Riesen. Das ist dann das Beste, was man im mobilen Einsatz verwendet (mal die Systeme für Sport mit den Extrem-Teles ausgenommen). Zu gut kann eine Ausrüstung eigentlich nie sein, und wenn die Vielzahl von Einstellmöglichkeiten dich eher reizt als überfordert, dann ist vielleicht eher sowas das System der Wahl. OK, man muss nicht mit einem 10 k€ System einsteigen, aber mit ein paar gescheiten Objektiven und Blitz wirst du unter 3000 € kaum professionellen Ansprüchen genügen können.

Falls Geld doch eine Rolle spielt, dann vielleicht doch eher eine Prosumer-Kamera der 500-700 € Klasse und dazu ein guter Blitz für ca. 250 €, dann bist du mit noch etwas Zubehör für um die 1000 € dabei. Schau dir mal Bilder einer solchen Kamera an. Das wäre z.B. eine von Fuji (Finepix S9000):
http://www.dpreview.com/gallery/fujifilms9000_samples/
Für eine Canon (Power Shot Pro 1) gibts hier ein paar Beispielbilder http://www.dpreview.com/gallery/canonpro1_samples/
Und schließlich die Sony DSC R1 hat die folfgenden Bilder gemacht: http://www.dpreview.com/gallery/sonydscr1_samples/

Das waren jetzt 3 Vertreter dieser Klasse. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Also, erst mal genau klären, was mit den Bildern geschehen soll. Dann anhand der finanziellen Möglichkeiten auswählen.

Liebe Grüße,

Thomas.

Budget:
Ich muss nicht unbedingt eine fabrikneue Kamera haben. Ich
denke ich werde ein wenig bei Ebay beobachten, wie die Preise
verlaufen.
Was hältst Du von der Konica Minolta Dynax 7D oder der Nikon
D70s ??

D70s: Nö, lieber nicht. Dann lieber die Canon 350D, wobei die 20D oder jetzt die 30D schon besser ist, wenn es schnell sein soll. Warum? Die Canons sind schneller und haben ein besseres Rauschverhalten, was bei schlechtem Licht wichtig wird.

Dynax 7D: für Dein Vorhaben sicher gut. Allerdings nicht so schnell wie die EOS 20D, die Minolta hat nur 3 Bilder/Sekunde, die EOS 5. Wobei ich glaube, dass das eher beim Sport ins Gewicht fallen würde als bei ner Wahlveranstaltung.
Vorteil der Dynax ist die eingebaute Bildstabilisierung, da kann man ein Tele auch mal ohne Stativ verwenden. Bei Canon zahlt man die Stabilisierung teuer im Objektiv.
Das Problem bei Minolta ist, dass man im Moment kaum hochwertige Objektive bekommt. Für Deine Aufgabe wäre ein 70-200/2.8 von Sigma oder das 80-200/2.8 von Minolta gut, kriegt man aber neu nicht mehr und auch gebraucht sehr rar.

Die einfachste Lösung wäre daher im Moment eine Canon EOS 20D (ca. 1000 EUR) plus 70-200/2.8 IS USM (ca. 1800 EUR) und dann für den Nahbereich irgendwas um 24-70/2.8 (je nach Hersteller 300 (Tamron, Sigma)-1000 (Canon) EUR). Wenn dann noch Gruppenaufnahmen hinzukommen, brauchst Du noch mehr Weitwinkel.
Und wenn es nicht auf das letzte Quentchen Qualität ankommt, tut’s auch ein 17-85 IS USM für ca. 500 EUR, ein klasse Allrounder im Weitwinkel und Normalbereich, allerdings lichtschwach und nicht perfekt von der Bildqualität.

Und von aller Technik mal ab, je eher Du das Teil hast, desto mehr kannst Du Dich damit anfreunden und übenübenüben! Weil die ganze tolle Ausrüstung hilft Dir garnicht, wenn Du nicht weißt wie man damit umgeht und die Bilder dann durch falsche Einstellungen versemmelst. Gerade bei Canon z.B. kann man leicht vergessen, welchen ISO-Wert man eingestellt hat… nur mal so als Beispiel.

Ist deine Anfrage hier irgendwie im Sand verlaufen, Claudia. Habe mir gerade mal alles durchgelesen und möchte auch meinen Senf dazu abgeben.
Du möchtest oder sollst professionelle Fotos machen… Und das ohne fundierte richtige Vorkenntnisse
Vergiß die Profi-, Amateur oder sonstigen Kameras, die dir hier vorgeschlagen wurden. Niemand, der noch alle beisammen hat, kauft sich eine Kamera für 1000 - zigtauend Euro für einen unwägbaren Job!
Denn wenn du kein Naturtalent mit dem absoluten Gespür fürs Motiv bist, zudem keine Erfahrung in der Bildbearbeitung hast, wirst du mit dem Job baden gehen.
Und die Kamera in den Wind schreiben, bevor du überhaupt weißt, was
eine Blendenautomatik ist.
Sollte deine Geschichte stimmen,kaufe dir eine digitale Marken- Sucherkamera, evtl. mit einem etwas größerem Zoom (Mega…), etwa von Pansonic (Lumix), Sony…
Und mache damit deine professionellen Fotos.
Wenn du es nämlich damit nicht schaffst, schaffst du es mit ner DSLR erst recht nicht.

Verzeih bitte meine Direktheit, aber der Weg zu ansprechenden und qualitativ höherwertigen Fotos ist ein langer.

Gruß Uwe

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Uwe hat recht
Hallo Claudia,

Uwe hat völlig recht; zumal Du das ganze nur für einen Job brauchst.

Und völlig ohne Theorie wird das ganze wohl wirklich nur ein Zufallstreffer werden. Bedenke, das sogar Ansel Adams nur eins von 700 seiner eigenen Photos als brauchbar ansah…

Auf jeden Fall kann ich Dir diese Seiten empfehlen: http://www.striewisch-fotodesign.de/lehrgang/lehrg.htm

Gruß

Bernhard

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